Mediziner in Deutschland werden immer älter

Nachwuchsmediziner auf dem 122. Internistenkongress
Forum „Chances“ punktet mit Praxisbezug

Wiesbaden – Mediziner in Deutschland werden immer älter: Wie das Statistische Bundesamt (destatis) mitteilte, lag das Durchschnittalter der Krankenhausärzte Ende 2014 bereits bei über 41 Jahren – Vertragsärzte waren im Durchschnitt schon über 53 Jahre alt. Auch steigt die Zahl der Beschäftigten in Arztpraxen und Krankenhäusern immer weniger an, während jedoch die Patientenzahlen drastisch steigen. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) warnt vor einer Überalterung der Ärzteschaft in Deutschland und fördert mit dem Forum „Chances“ beim 122. Internistenkongress in Mannheim gezielt junge Mediziner und Medizinstudenten. Studenten erhalten kostenfreien Eintritt zum Kongress.

„Die aktuellen Zahlen zeigen erneut, wie sehr Deutschland auf seinen medizinischen Nachwuchs angewiesen ist“, betont Professor Dr. med. Gerd Hasenfuß, Vorsitzender der DGIM und Kongresspräsident des 122. Internistenkongresses. „Denn seit Jahren nimmt das Durchschnittsalter der Ärztinnen und Ärzte zu. In den kommenden Jahren werden etliche ambulant und stationär tätige Mediziner in den Ruhestand gehen und eine steigende Patientenzahl hinterlassen.“ Der Internist und Kardiologe warnt daher vor Versorgungslücken und sinkender Versorgungsqualität durch zu wenig Personal. „Umso wichtiger ist es, den Nachwuchs zu fördern und junge Studenten für das Medizinstudium zu begeistern“, so Hasenfuß. Mit dem Forum „Chances“ richtet sich die DGIM gezielt an eben jene jungen Mediziner und Studenten.

„Chances“ ist als kontinuierlicher Programmteil des Internistenkongresses nicht mehr wegzudenken und erstreckt sich über alle Kongresstage. Neu ist in diesem Jahr ein eintägiger Workshop zum Thema „Grundlagen der internistischen Systemmedizin“. Während des Workshops werden das Mikrobiom und „Next Generation Sequencing“ (NGS) vorgestellt – eine aktuelle Methode der DNA-Sequenzierung. Der Tag gibt einen Einblick in die in internistische Systemmedizin und hat zum Ziel, junge Mediziner und Studenten für eine wissenschaftliche Laufbahn zu interessieren. Teil des Programms werden zudem die Themen „Auslandsaufenthalt“ und „medizinische Forschung“ sein. Zur Anwendung im medizinischen Alltag auf der Station und im Not- und Bereitschaftsdienst erfahren Teilnehmer am Dienstag, was es mit dem „kleinen 1×1 der antibiotischen Therapie“ auf sich hat und erhalten eine strukturierten und komprimierten Einblick in die Antibiotika-Therapie.

Am Kongress-Sonntag wird „Chances“ durch die Jungen Internisten der DGIM ausgerichtet. Experten diskutieren gemeinsam mit interessierten Nachwuchsmedizinern Befunde der klinischen Bildgebung. Des Weiteren können sich die Teilnehmer über die Professionalisierung der klinischen Weiterbildung in Deutschland und deren Umsetzung informieren. Schließlich vermittelt das „klinische Gymnasium“ interaktiv spannende Fälle aus der Klinik und in diesem Jahr die wichtigsten Krankheitsbilder aus der Endokrinologie „Für uns als Junge Internisten ist es ganz entscheidend, im Forum ‚Chances‘ nah an der Praxis zu bleiben und den Teilnehmern einen Eindruck über den Beruf des Internisten in seinen vielen Facetten zu bieten“, sagt Dr. med. Matthias Raspe, Sprecher der Jungen Internisten.

„Chances“ endet mit einer gemeinsamen Sitzung der DGIM und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zum Thema „Clinician Scientist“. Die Experten diskutieren Chancen, Möglichkeiten und Umsetzung einer klinisch-wissenschaftlichen Karriere und stellen das neue Curriculum der DGIM zur Facharztweiterbildung und Habilitation vor. „Es ist uns auch in diesem Jahr gelungen, für Studenten und junge Medizinern ein vielfältiges Programm auszuarbeiten – ich freue mich darauf, viele Interessierte Nachwuchs-Internisten beim Kongress zu treffen“, sagt Professor Hasenfuß. Weitere Informationen zu „Chances“ finden Interessierte im Hauptprogramm zum 122. Internistenkongress ab Seite 287.

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