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Eine für alle: Kostenlose Herz-Kreislauf-App entwickelt

Die App tala-med Cardio ist kostenfrei und in sechs Sprachen verfügbar

Schwerpunktthemen sind Ernährung, Bewegung und „Rauchfrei werden“ / Spiele, Tagebuch und individuelle Pläne unterstützen beim Erreichen der Ziele

Das Foto zeigt ein Smartphone auf dem die tala-med App installiert ist.
Die App tala-med Cardio unterstützt dabei sich im Alltag gesund zu halten. Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg

Die App tala-med Cardio unterstützt dabei sich im Alltag gesund zu halten. Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg

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Sozialer Stress kann Herz und Gefäße schon im Kindesalter schädigen

Stuttgart – Armut ist auch in Deutschland ein Herz-Kreislauf-Risiko. Experten führen die erhöhte Zahl von Herzinfarkten und Schlaganfällen bei Menschen mit benachteiligtem sozioökonomischen Hintergrund unter anderem auf soziale Stressoren zurück. In der Fachzeitschrift „Aktuelle Kardiologie“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2018) erklären sie, dass diese auch schon im Kindes- und Jugendalter auftreten und langfristige Auswirkungen haben können. Die Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen sollte daher bereits in Kindheit und Jugend ansetzen.

Die internationalen Studienergebnisse, auch aus Deutschland, sind eindeutig. Menschen aus sozial benachteiligten Verhältnissen erleiden zwei- bis dreimal häufiger einen Herzinfarkt oder Schlaganfall als Menschen, die unter besseren Bedingungen leben. Trotz weitgehend gleicher Behandlung im Krankenhaus erholen sie sich schlechter. „So verkürzt ein Herzinfarkt das Leben der Betroffenen in ärmeren Bevölkerungsschichten um rund fünf Jahre. Patienten mit höherem Einkommen verlieren nur etwa dreieinhalb Jahre“, erläutert Privatdozent Dr. Thomas Lampert vom Robert Koch-Institut in Berlin. Ärmere Menschen haben in Deutschland insgesamt eine um mehr als fünf Jahre kürzere Lebenserwartung. Betrachtet man ausschließlich die Lebensjahre, die in guter Gesundheit verbracht werden, so beträgt der Verlust sogar mehr als zehn Jahre.

Ein ungesünderer Lebensstil erklärt den Unterschied nach Einschätzung von Dr. Lampert nur teilweise. Es sei richtig: Ärmere Menschen rauchen in Deutschland häufiger und sind eher übergewichtig. Sie ernähren sich ungesünder und bewegen sich weniger. Zum Teil sind sie am Arbeitsplatz auch ungesunden Belastungen ausgesetzt. Es gibt aber auch psychische Stressoren. Dazu zählt Dr. Lampert beispielsweise hohe Arbeitsanforderungen in Kombination mit geringer Selbstbestimmung. Experten sprechen hier von „Job Strain“. Aber auch „Gratifikationskrisen“ erhöhen das Herzinfarktrisiko: Solche entstehen durch das empfundene Missverhältnis von persönlichem Engagement am Arbeitsplatz und dem gezahlten Lohn oder das fehlende Lob durch Kollegen und Vorgesetzte.

Vielen ärmeren Menschen fehlt es zudem an sozialen Kontakten. Diese sind wichtig, um in schwierigen Situationen Rückhalt zu haben. Der Verlust des Partners oder des Arbeitsplatzes führten bei ihnen schneller zu Lebenskrisen. Die fehlende soziale Unterstützung ist vermutlich aber nicht nur für die Bewältigung solcher Erlebnisse wichtig. Sie trägt auch zu einer adäquaten Wahrnehmung und Bewertung dieser Belastungen bei und steuert so die Intensität und die Dauer der Stressreaktion: Ärmere Menschen gehen seltener zum Arzt und reagieren später auf gesundheitliche Beschwerden, so Lampert.

Dr. phil. Morten Wahrendorf rückt Stresserfahrungen in Kindheit und Jugend als Ursache für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den Fokus. Zu den Belastungen, die für Kinder das Herzinfarktrisiko im Alter erhöhen, zählen Konflikte in der Familie, Misshandlungen, traumatische Erlebnisse und emotionale Vernachlässigung. In seinem Beitrag zieht der Medizinsoziologe vom Institut für Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Düsseldorf auch Daten aus der europaweit durchgeführten Studie “Survey of Health Ageing and Retirement“ kurz SHARE heran. Über 27000 Menschen über 50 Jahren wurden dabei zu Kindheitserfahrungen interviewt und ihre Antworten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Alter in Beziehung gesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass eine geringe berufliche Qualifikation des Vaters, ein niedriger Bildungsstand und schlechte, beengte Wohnbedingungen langfristig das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen, so Dr. Wahrendorf. „Kindern und Jugendlichen ein sicheres, stabiles und von Armut freies Umfeld zu ermöglichen, könnte deshalb effizienter als die Behandlung einer Erkrankung im Alter sein“, gibt er zu bedenken.

Die Kindheit könnte eine kritische Phase sein, in der Handlungsmuster erlernt werden oder der Körper auf eine vermehrte Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Kortison geprägt werde. Diese Hormone werden für die Schädigung der Blutgefäße mitverantwortlich gemacht, die im Alter zur Gefäßverkalkung führt. Es könnte aber auch sein, dass für manche Menschen die Kindheit nur der Beginn eines stressgeprägten Lebenslaufs ist, der mit einer ständigen Zunahme der Gesundheitsbelastung verbunden ist.

Wenn Sekunden entscheiden – im Notfall richtig helfen

Universitäts-Herzzentrum bietet Reanimationstraining für Laien an

image001Stellen Sie sich vor, in Ihrem Familien- oder Freundeskreis oder am Arbeitsplatz bricht völlig unerwartet jemand bewusstlos zusammen. Wären Sie in der Lage Erste Hilfe zu leisten? Wenn Sekunden über Leben und Tod entscheiden, ist es wichtig, dass jeder Hilfe leisten kann. Jährlich sterben etwa 150.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod. Er ist die häufigste Todesursache in Deutschland. Derzeit werden nur etwa fünf bis acht Prozent der Patienten, die einen Herzkreislaufstillstand erleiden, gerettet. Häufig trauen sich die Ersthelfer eine Wiederbelebung nicht zu oder beginnen zu spät mit der Reanimation. Am Universitäts-Herzzentrum Freiburg – Bad Krozingen (UHZ) wird deshalb regelmäßig ein Reanimationstraining für Laien angeboten. Der nächste Kurs findet am Donnerstag, den 16. Juni 2016 um 19 Uhr, im UHZ in Bad Krozingen (Südring 15, 79189 Bad Krozingen) statt. Der Kurs dauert etwa eineinhalb Stunden. Er ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

In dem Seminar erfahren die Teilnehmer welche Bedeutung Herz, Kreislauf und Atmung haben und wie Sie Notfallsituationen frühzeitig erkennen. Außerdem lernen Sie, wie Sie einen richtigen Notruf tätigen und dadurch schnelle Hilfe anfordern. Die Teilnehmer üben die Herzdruckmassage und die Atemspende an speziellen Reanimationspuppen. Der Kurs wird von erfahrenen Fachpflegekräften für Anästhesie und Intensivmedizin des Universitäts-Herzzentrums und einem Lehrrettungsassistenten des Deutschen Roten Kreuzes vom Kreisverband Müllheim durchgeführt.

Weitere Termine und Infos:   
Das Laien-Reanimationstraining wird an folgenden weiteren Terminen – jeweils donnerstags um 19 Uhr – angeboten: 18. August 2016, 20. Oktober 2016 und 08. Dezember 2016.   Der Kurs ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Fragen können Sie an das Patienten-Informations-Zentrum (PIZ) richten.  

Kontakt:
Patienten-Informations-Zentrum (PIZ)
Universitäts-Herzzentrum Freiburg – Bad Krozingen
Südring 15
79189 Bad Krozingen
Telefon: 07633 402-5300
piz@universitaets-herzzentrum.de

Wenn Sekunden entscheiden – im Notfall richtig helfen

Universitäts-Herzzentrum bietet Reanimationstraining für Laien an

 Beim Laien-Reanimationstraining wird an speziellen Puppen geübt / (c) Britt Schilling/Universitäts-Herzzentrum


Beim Laien-Reanimationstraining wird an speziellen Puppen geübt / (c) Britt Schilling/Universitäts-Herzzentrum

Stellen Sie sich vor, in Ihrem Familien- oder Freundeskreis oder am Arbeitsplatz bricht völlig unerwartet jemand bewusstlos zusammen. Wären Sie in der Lage Erste Hilfe zu leisten? Wenn Sekunden über Leben und Tod entscheiden, ist es wichtig, dass jeder Hilfe leisten kann. Jährlich sterben etwa 150.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod. Er ist die häufigste Todesursache in Deutschland. Derzeit werden nur etwa fünf bis acht Prozent der Patienten, die einen Herzkreislaufstillstand erleiden, gerettet. Häufig trauen sich die Ersthelfer eine Wiederbelebung nicht zu oder beginnen zu spät mit der Reanimation. Am Universitäts-Herzzentrum Freiburg – Bad Krozingen (UHZ) wird deshalb regelmäßig ein Reanimationstraining für Laien angeboten. Der nächste Kurs findet am Donnerstag, den 21. April 2016 um 19 Uhr, im UHZ in Bad Krozingen (Südring 15, 79189 Bad Krozingen) statt. Der Kurs dauert etwa eineinhalb Stunden. Er ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

In dem Seminar erfahren die Teilnehmer welche Bedeutung Herz, Kreislauf und Atmung haben und wie Sie Notfallsituationen frühzeitig erkennen. Außerdem lernen Sie, wie Sie einen richtigen Notruf tätigen und dadurch schnelle Hilfe anfordern. Die Teilnehmer üben die Herzdruckmassage und die Atemspende an speziellen Reanimationspuppen. Der Kurs wird von erfahrenen Fachpflegekräften für Anästhesie und Intensivmedizin des Universitäts-Herzzentrums und einem Lehrrettungsassistenten des Deutschen Roten Kreuzes vom Kreisverband Müllheim durchgeführt.

Weitere Termine und Infos:   
Das Laien-Reanimationstraining wird an folgenden weiteren Terminen – jeweils donnerstags um 19 Uhr – angeboten: 16. Juni 2016, 18. August 2016, 20. Oktober 2016 und 08. Dezember 2016. Der Kurs ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

„Medizinwissen für Kinder“ der Uniklinik

„Medizinwissen für Kinder“: Wie funktioniert das Herz?

Das HerzDas menschliche Herz ist ein wahres Muskelpaket – was das rekordverdächtige Organ alles leistet, erklärt Prof. Dr. Brigitte Stiller am 16. April 2016 bei der Fortsetzung der Vorlesungsreihe „Medizinwissen für Kinder“ der Uniklinik

Schwierige medizinische Themen für Schulkinder verständlich machen und sie für dieses Feld begeistern, das sind die Ziele der Vorlesungsreihe „Medizinwissen für Kinder“ des Universitätsklinikums Freiburg. Am Samstag, den 16. April 2016, findet um 15 Uhr im Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik (Hugstetter Straße 55, Freiburg) die dritte Vorlesung der Reihe mit dem Titel „Wie funktioniert das Herz?“ statt.

Gerade einmal 300 Gramm wiegt das Herz eines

Foto Medizinwissen für Kinder / (c) Britt Schilling/Universitätsklinikum Freiburg

Foto Medizinwissen für Kinder / (c) Britt Schilling/Universitätsklinikum Freiburg

Erwachsenen, das ist etwas mehr als ein Stückchen Butter. Dennoch ist das Herz ein wahres Muskelpaket: Es schlägt ohne Pause 60 bis 70 mal in der Minute und pumpt dabei rund 7.000 Liter Blut am Tag durch die Adern – also 50 mal mehr Blut als der Wasserinhalt einer normalen Badewanne. Oft wird das Herz als „Motor“ des Menschen bezeichnet, denn es sorgt mit seiner Leistung dafür, dass alle Organe, Gewebe und jede noch so kleine Zelle ständig ausreichend Sauerstoff, Nährstoffe, Vitamine, Mineralien, Botenstoffe und andere wichtige Substanzen erhalten.

Portrait Prof. Dr. Brigitte Stiller / (c) Britt Schilling/Universitätsklinikum Freiburg

Portrait Prof. Dr. Brigitte Stiller / (c) Britt Schilling/Universitätsklinikum Freiburg

Wie das Herz genau funktioniert und was passiert, wenn das Herz einen Fehler hat, erklärt die Kinderherz-Expertin Prof. Dr. Brigitte Stiller bei „Medizinwissen für Kinder“. Sie ist Ärztliche Direktorin der Klinik für angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie des Universitäts-Herzzentrums Freiburg ∙ Bad Krozingen und behandelt jeden Tag Kinder und Jugendliche mit Herzfehlern.

Die Kinder haben während der Vorlesung die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an die Expertin zu richten.

Bitte beachten: Teilnehmen können nur Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren. Kinder können alleine kommen, dürfen aber auch eine erwachsene Begleitperson mitbringen.

Nach der 45-minütigen Vorlesung gibt es einen kleinen Imbiss.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.