Schlagwort-Archive: Roboter

Wegweiser zur Robotik für Menschen mit Behinderung (DigitalDialog)

Live-Start der interaktiven Webseite zur Mensch-Roboter-Kollaboration

Die Zusammenarbeit mit Leichtbau-Robotern war für Menschen mit Behinderung lange Zeit tabu. Unklar war unter anderem, wie die Sicherheit angesichts unterschiedlichster Einschränkungen durch Behinderung gewährleistet werden kann. Das Projekt AQUIAS hat nun seine Erkenntnisse zur Einführung von Mensch-Roboter-Kollaboration in einem Wegweiser für Werkstätten für Menschen mit Behinderung und Inklusionsunternehmen zusammengefasst. Eine interaktive Webseite stellt die Ergebnisse unterhaltsam dar und wird im DigitalDialog freigeschaltet

Die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) galt bisher als »Wissenschaft für sich«, die komplexe technische, rechtliche und arbeitsgestalterische Expertise erfordert. Damit auch Einsteiger*innen aus der Inklusionsbranche schnell einen Überblick über die relevanten Erfolgsfaktoren gewinnen, hat das Projektteam von »AQUIAS« Handlungsempfehlungen zur Mensch-Roboter-Kollaboration veröffentlicht.

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Roboter als Alltagshilfe

Charité entwickelt täglichen Begleiter für ALS-Patienten – Roboter als Alltagshilfe

Berlin, 21.07.2017 Es beginnt mit fehlender Kraft in Händen und Füßen, dann treten Zuckungen und Krämpfe auf, schließlich sogar Lähmungen. Etwa 7000 Menschen in Deutschland leiden an Amyotropher Lateralsklerose (ALS), einer Erkrankung des zentralen Nervensystems, die sich vor allem auf die Muskulatur auswirkt. ALS-Erkrankte sind auf Hilfsmittel angewiesen, die ihnen die Aktivitäten des Alltags erleichtern. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Pflegewerk Berlin GmbH wollen jetzt zusammen mit verschiedenen Partnern aus der Industrie und der Hilfsmittelversorgung einen Robotikarm entwickeln, der Betroffenen zu mehr Eigenständigkeit im täglichen Leben verhilft. Das kürzlich gestartete Projekt ROBINA wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bis 2020 mit rund 1,8 Millionen Euro finanziert.

Welche Muskelgruppen als erstes betroffen sind, ist von Patient zu Patient unterschiedlich − ebenso die Geschwindigkeit, mit der sich die Krankheit auf den gesamten Körper ausdehnt. Innerhalb weniger Jahre kann es zu einer vollständigen Lähmung des Körpers, bei völligem Erhalt aller intellektueller Fähigkeiten führen. Die Betroffenen müssen engmaschig betreut werden, sodass ihr Wunsch nach möglichst viel Autonomie steigt. Dies stellt die behandelnden Fachkräfte vor pflegerische und psychosoziale Herausforderungen. Hier setzt ROBINA an: Auf Basis einer umfassenden Bedürfnisanalyse mit Patientinnen und Patienten sowie einer praxisnahen Visualisierung der notwendigen Versorgungsabläufe wird ein Prototyp eines Roboterarms erstellt, der im Pflegealltag erprobt wird. „Wir wollen mit dem Roboterarm keine Pflegkräfte ersetzen, wir wollen die Ressourcen der Pflegenden gezielter nutzen und den Betroffenen zu mehr Selbstbestimmung verhelfen“, erklärt Jörn Kiselev, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Geriatrie der Charité. Ob es gilt, ein Wasserglas anzuheben oder einen Knopf auf der Fernbedienung zu drücken: Der robotergestützte Arm soll an Bett oder Rollstuhl angebracht werden und mittels Augenbewegung oder Gesten gesteuert werden können – eine Entlastung für alle Beteiligten. „Besonders in komplexen Pflegesituationen können so in Zukunft zunehmend Pflegebedürftige und Pflegerinnen und Pfleger von diesem innovativen Ansatz profitieren“, fügt Kiselev hinzu.