Auswirkungen einer neuen GV-Technologie auf die Risikobewertung

Internationaler Workshop befasst sich mit Auswirkungen einer neuen GV-Technologie auf die Risikobewertung

Die EFSA bringt Sachverständige aus der ganzen Welt zusammen, um die Auswirkungen einer aufkommenden Technologie zur genetischen Veränderung von Pflanzen auf die Risikobewertungstätigkeit der Behörde zu erörtern. Mehr als 100 Wissenschaftler aus vier Kontinenten versammeln sich am 4./5. Juni in Brüssel, um an dem wissenschaftlichen Workshop der EFSA zur Ribonukleinsäure-Interferenz (RNAi) bei genetisch veränderten (GV) Pflanzen teilzunehmen.

Die Ribonukleinsäure (RNS, engl.: RNA) fungiert als körpereigener Bote, indem sie genetische Informationen an den Ort einer Zelle bringt, an dem Proteine – wichtige Bausteine des Lebens – gebildet werden. Bei der RNAi handelt es sich um einen natürlichen Prozess, durch den der beschriebene Vorgang bei Tieren und Pflanzen verlangsamt oder völlig unterbunden wird. In den späten 1990er Jahren entdeckten Wissenschaftler, wie man diesen Mechanismus nutzen kann, um den Fluss genetischer Informationen zu kontrollieren.

Die EFSA hat den bevorstehenden internationalen Workshop organisiert, um abzuschätzen, inwiefern sich diese Technologie auf ihren aktuellen Risikobewertungsansatz auswirken wird.

Elisabeth Waigmann, Leiterin des EFSA-Referats für genetisch veränderte Organismen (GMO-Referat), erklärte: „Die RNAi-Technologie könnte möglicherweise zu unbeabsichtigten Folgen für die GV-Pflanze selbst oder andere Arten führen. Durch den Austausch unseres Wissens über die RNAi wollen wir erforschen, wie vorherzusagen ist, ob solche Effekte zu erwarten sind und welcher Art diese sein könnten. Dies könnte dann die Grundlage bieten für eine Verfeinerung der aktuellen GV-Risikobewertungsmethodik zur Feststellung unbeabsichtigter Wirkungen.“

Die EFSA wird hierbei von Wissenschaftlern und Sachverständigen im Bereich der Risikobewertung unterstützt, die von Hochschulen, Risikobewertungsstellen und privaten Unternehmen aus Nord- und Südamerika, Asien sowie ganz Europa kommen. Die zweitägige Veranstaltung soll den Teilnehmern ermöglichen, ihr Fachwissen zur RNAi zu bündeln und deren Auswirkungen auf die Sicherheitsbewertung von GV-Pflanzen zu bewerten.

Mehrere Sachverständige werden einen Überblick hinsichtlich der jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur RNAi bei Pflanzen, Säugetieren und Wirbellosen geben sowie sich mit aktuellen und künftigen RNAi-Anwendungen auseinandersetzen. Im Rahmen von Plenumspräsentationen und Kleingruppensitzungen werden sich die Teilnehmer auch mit verschiedenen Aspekten der Risikobewertung von GV-Pflanzen befassen – einschließlich solchen, die speziell RNAi-basierte Pflanzen betreffen.

Dr. Waigmann fügte hinzu: „Ein zentraler Aspekt der Tätigkeit der EFSA besteht darin, dass wir im Hinblick auf neue Fragen der Risikobewertung auf dem Laufenden bleiben und Schritte unternehmen, um deren Implikationen für unsere laufende Arbeit zu berücksichtigen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die EFSA in der Lage ist, eine Plattform zu bieten, die es Mitgliedern der weltweiten wissenschaftlichen Gemeinschaft ermöglicht, zusammenkommen und über diese Themen zu reflektieren. Wir freuen uns, dass der Workshop so großen Anklang gefunden hat, und sind gespannt auf die Erkenntnisse, die diese internationale Partnerschaft zweifelsohne hervorbringen wird.“

Eine Anmeldung für den Workshop ist nicht mehr möglich; die EFSA wird jedoch im späteren Verlauf des Jahres 2014 einen Workshop-Bericht veröffentlichen.

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