Archiv der Kategorie: Allgemein

Mayo Clinic entwickelt Test zur Erkennung einer COVID-19-Infektion

Kürzere Bearbeitungszeiten für SARS-CoV-2-Testergebnisse

Dies ist eine Pressemitteilung der Mayo Clinic 

ROCHESTER, Minnesota (USA) ― Mayo Clinic hat einen Test entwickelt, mit dem das SARS-CoV-2-Virus in klinischen Proben erkannt werden kann. Das SARS-CoV-2-Virus verursacht COVID-19.

Der Test „Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus-2 (SARS CoV-2), Molecular Detection“ (Molekulare Erkennung des schweren akuten respiratorischen Syndroms Coronavirus-2 [SARS CoV-2]) wurde in vollem Umfang validiert. Die Testdaten werden bei der Food and Drug Administration (FDA) zur Prüfung und für die Zulassung für die Anwendung in Notfallsituationen eingereicht.

„Dieser Test sollte dazu beitragen, die derzeit sehr stark belasteten „Centers for Disease Control and Prevention“ (Zentren zur Krankheitskontrolle und Vorbeugung) sowie die Laboratorien in öffentlicher Hand zu unterstützen“ sagt William Morice II, M.D., Ph.D., President der Mayo Clinic Laboratories. „Wir tun alles, um in diesen Zeiten die Belastung zu mindern und Patienten hier in Rochester und auf der ganzen Welt mit Antworten zur Seite zu stehen.“

Mit dem Echtzeit-Polymerase-Kettenreaktionstest (PCR) kann SARS-CoV-2 aus verschiedenen klinischen Proben identifiziert werden. Das PCR-Assay wurde für Testzwecke von respiratorischen Proben validiert, die Patienten mit einem Verdacht auf COVID-19 entnommen wurden, einschließlich nasopharyngealen Abstrichen, Sputum- und Rachenabstrichen, bronchoalveolären Lavagen und BAL-Proben.

Mayo Clinic befolgt die empfohlenen Richtlinien des CDC (Center for Disease Control and Prevention) für das Testen auf SARS-CoV-2, sodass US-amerikanische Gesundheitsdienstleister die Tests direkt an die Mayo Clinic senden können. Bestehenden Kunden von Mayo Clinic Laboratories wird das SARS-CoV-2-Assay in den USA und im Ausland angeboten.

Kürzere Bearbeitungszeiten für SARS-CoV-2-Testergebnisse

„Eine Person kann die Ergebnisse ihres SARS-CoV-2-Tests nun bereits innerhalb von 24 Stunden erhalten“, so Matthew Binnicker, Ph.D., ein klinischer Mikrobiologe und Direktor des Clinical Virology Laboratory (Klinisches Virologielabor) bei der Mayo Clinic in Rochester.

Durch die Zusammenarbeit mit Klinikern bei der Mayo Clinic und mit Gesundheitsdienstleistern weltweit stellen die subspezialisierten Labore der Mayo Clinic eine kritische Komponente der Patientenpflege dar. „Wir haben die fachliche Erfahrung, Tests wie diesen zu erstellen, und wir verstehen es als unsere Verpflichtung, das CDC und die öffentlichen Gesundheitslabore in diesen Zeiten zu entlasten“ sagte Dr. Binnicker.

Mayo Clinic steht in engem Kontakt mit Mitarbeitern des Minnesota Department of Health (Gesundheitsministerium des US-Bundesstaates Minnesota) und des CDC. Alle positiven Proben werden zwecks angemessener Nachtests und Bestätigung an das Minnesota Department of Health oder das CDC gesendet. Die Ergebnisse werden dann gemäß der jeweiligen Richtlinien an die öffentlichen Gesundheitsbehörden weitergeleitet.

Was Gesundheitsdienstleister wissen müssen

Laut CDS sind die am häufigsten auftretenden Symptome von COVID-19 Fieber, Husten und Atemnot. Der Schweregrad der COVID-19-Symptome erstreckt sich von leicht bis schwerwiegend. Der Zeitraum zwischen dem Kontakt mit dem COVID-19-Virus und dem Einsetzen von Krankheitssymptomen beträgt in der Regel zwischen zwei Tagen und zwei Wochen.

Weitere Informationen zu COVID-19

Es ist derzeit nicht geklärt, wie ansteckend COVID-19 tatsächlich ist. Es scheint sich zwischen Personen, die in nahem Kontakt zueinander stehen, auszubreiten. Es kann sich durch Tröpfchen beim Husten oder Niesen einer angesteckten Person verbreiten. Es gibt keinen Impfstoff gegen COVID-19.

Weitere Informationen zu COVID-19, damit verbundenen Reiseeinschränkungen und Schritten zur Verhütung einer Virenansteckung finden Sie auf den Websites der CDC oder World Health Organization.

Über Mayo Clinic Laboratories
Mayo Clinic Laboratories ist das globale Referenzlabor der Mayo Clinic. Die Organisation bietet erweiterte Labortestverfahren und Pathologiedienstleistungen an und unterstützt weltweit 4000 Organisationen im Gesundheitswesen.

Über Mayo Clinic

Mayo Clinic ist eine gemeinnützige Organisation, die sich der Innovation in der klinischen Praxis, der Ausbildung und der Forschung verschrieben hat. Darüber hinaus steht sie allen Menschen, die Heilung benötigen, mit Mitgefühl, Fachkompetenz und Rat zur Seite. Besuchen Sie das Mayo Clinic News Network für weitere Mayo Clinic News und einen Einblick in die Mayo Clinic für weitere Informationen über Mayo.

Schutzvisiere aus dem Drucker

Mithilfe von 3D-Druck plant das Universitätsklinikum Freiburg Schutzausrüstung herzustellen / Überregionale Zusammenarbeit dank frei verfügbarer Anleitungen möglich

Druck eines Schutzvisier-Prototypen in der Klinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Freiburg Bildquelle: Universitätsklinikum Freiburg
Druck eines Schutzvisier-Prototypen in der Klinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Freiburg Bildquelle: Universitätsklinikum Freiburg

Um den Schutz seiner Mitarbeiter*innen und Patient*innen durchgehend während der momentanen Corona-Pandemie sicherzustellen, beginnt das Universitätsklinikum Freiburg mit der eigenen Herstellung von bestimmter Schutzausrüstung. Die Klinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikums Freiburg nutzt hierfür in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre an der Charité – Universitätsmedizin Berlin ihre fachliche Kompetenz im 3D-Druck. Das digitale Druckverfahren wird sonst für die Herstellung von Zahnersatz und entsprechenden zahnprothetischen Hilfsmitteln genutzt. Jetzt sollen Visierhalterungen und andere Hilfsmittel aus dem sterilisierbaren und biologisch abbaubaren Biopolymer PLA produziert werden. „Wir müssen in der aktuellen Situation kreative Lösungen finden und interdisziplinär zusammenarbeiten“, sagt Professor Dr. Benedikt Spies, Ärztlicher Direktor der Klinik für Zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikums Freiburg.

 Verschiedene Prototypen des Schutzvisiers werden am Universitätsklinikum Freiburg und an der Charité in Berlin für den Einsatz im medizinischen Bereich getestet. Bildquelle: Charité – Universitätsmedizin Berlin
Verschiedene Prototypen des Schutzvisiers werden am Universitätsklinikum Freiburg und an der Charité in Berlin für den Einsatz im medizinischen Bereich getestet. Bildquelle: Charité – Universitätsmedizin Berlin

Lösungen für Arztpraxen und andere Kliniken

Eine erste Fertigung von Visierhalterungen für den klinischen Einsatz hat bereits begonnen und wird momentan ausführlich von Teams in Freiburg und Berlin getestet. Mit einer gelochten und daran befestigten Overheadfolie zum Einmalgebrauch entsteht ein Schutzvisier, das in bestimmten Situationen besser schützt als eine konventionelle Schutzbrille. Die Mitarbeiter*innen der Fachbereiche prüfen online frei verfügbare Druckpläne und evaluieren Druckzeit, Materialverbrauch sowie Nutzbarkeit im medizinischen Bereich. „Wir möchten Alternativen aus Materialien bieten, die auf dem Markt momentan noch gut erhältlich sind. Die Druckanleitungen stehen frei zur Verfügung und werden von uns auf Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit getestet um anderen potentiellen Anwendern eine zeitraubende Testphase zu ersparen“, erklärt Dr. Christian Wesemann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre der Charité – Universitätsmedizin Berlin, den Nutzen für niedergelassene Ärzt*innen sowie Kliniken.

Schnellere Produktion durch Zusammenarbeit

Aufgrund der zu erwartenden hohen Nachfrage nach Schutzausrüstung ist eine bundesweite Kooperation möglich: „Damit wir möglichst rasch unsere Produktion vergrößern können, sind wir auf die Mithilfe von Zahnarztpraxen und anderen Einrichtungen angewiesen, in denen die entsprechenden Drucker momentan nicht genutzt werden“, sagt Spies. So könnte flexibel auf einen möglichen akuten Mangel bestimmter Schutzartikel reagiert und die Produktion auf weitere benötigte Gegenstände wie Plastikteile für Beatmungsgeräte oder Masken erweitert werden.

Maximale Unterstützung aus dem Klinikum

Das Pilotprojekt wird von der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie am Universitätsklinikum Freiburg unterstützt.

Einstein Stiftung initiiert Soforthilfeprogramm zur Unterstützung der medizinischen Versorgung in Berlin

„Einstein Student Support for Corona Medical Emergency“

Die Einstein Stiftung Berlin fördert in einem Soforthilfeprogramm Studierende, die vorübergehend in der medizinischen Grundversorgung der Charité – Universitätsmedizin Berlin zum Einsatz kommen sollen. Hierfür stellt die Einstein Stiftung der Charité 300.000 Euro im Rahmen des Soforthilfeprogramms „Einstein Student Support for Corona Medical Emergency“ zur Verfügung. Während der kommenden drei Monate können rund 100 Studierende jeweils mit 1.000 Euro pro Monat vergütet werden. Hintergrund ist der durch die Corona-Pandemie prognostizierte Mangel an Pflegekräften.

„Mit dieser Initiative will die Einstein Stiftung einen Beitrag dazu leisten, dass die Charité den bevorstehenden medizinischen und pflegerischen Herausforderungen möglichst gut gerecht werden kann. Durch die Unterstützung von Studierenden soll zudem das wichtige gesellschaftliche Engagement junger Menschen honoriert und gefördert werden“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Einstein Stiftung, Günter Stock.

„Wir begrüßen diese Initiative außerordentlich. Denn in den nächsten Tagen und Wochen werden wir eine große Anzahl von Patientinnen und Patienten behandeln müssen. Hier können Studierende der Medizin oder der Pflege einen wichtigen Beitrag leisten. Viele von ihnen haben vor dem Studium bereits pflegerische Erfahrungen gesammelt oder eine entsprechende Ausbildung absolviert“, sagt Heyo K. Kroemer, der Vorstandsvorsitzende der Charité.

Am Soforthilfeprogramm interessierte Studierende der Charité oder der Alice Salomon Hochschule können sich direkt an die Charité wenden unter

stud-freiwillige(at)charite.de. In der Kurzbewerbung sollten die Immatrikulationsbescheinigung sowie entsprechende Nachweise der pflegerischen Erfahrung enthalten sein. Die Studierenden werden nach Eignung ausgewählt und eingesetzt. Sie können die Dauer ihres Einsatzes und die tägliche Arbeitszeit nach Verfügbarkeit selbst bestimmen.

Stark im Kampf gegen „Seltene Erkrankungen“

Fach- und Publikumsveranstaltung zum Tag der „Seltenen Erkrankungen

„Selten sind viele“: Zum Tag der Seltenen Erkrankungen 2020 präsentiert das Freiburg Zentrum für Seltene Erkrankungen in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg am 21. und 22. Februar Neues zur Diagnose, Therapie und Unterstützung bei Seltenen Erkrankungen

 Foto von EVG photos von Pexels. Gezeigt werden 3 Ärzte, die sich ein Röntgenbild anschauen.
Foto von EVG photos von Pexels

Das Freiburg Zentrum für Seltene Erkrankungen (FZSE)  lädt in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg am 21. und 22. Februar 2020 zur zweitägigen Info-Veranstaltung im großen Hörsaal des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin, Mathildenstr. 1, des Universitätsklinikums Freiburg ein. In zahlreichen Vorträgen und Diskussionsrunden erörtern Expert*innen des Universitätsklinikums Freiburg, von Selbsthilfegruppen und aus der Politik aktuelle Herausforderungen und spannende medizinische Entwicklungen. Gleichzeitig gibt es viel Gelegenheit für ein persönliches Kennenlernen.

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Aufwand größer als Nutzen?

Zuzahlung, Fahrtkosten und Zeitaufwand

Zunächst freuen sich Patienten, wenn sie ein Rezept zur Verbesserung ihres Gesundheitszustandes bekommen. Allerdings kann sich dann auch schnell herausstellen, dass Aufwand und Kosten nicht im Verhältnis zum Nutzen stehen.

Beispiel: Funktionstraining

52 oder sogar 104 Termine in einem Jahr. Meist können Patienten nicht alle Termine nutzen. Die ausgefallenen Termine können nicht nach hinten verschoben werden. Wenn nun ein Patient in Freiburg wohnt, möchte er gerne ins Eugen-Seidel-Bad gehen. Auf der Website kann unser Patient jedoch die Zeiten nicht finden. Ein Anruf soll Klarheit bringen. Die automatische Bandansage leitet ihn dann weiter. Statt eines Menschen kommt allerdings wieder eine Bandansage, die unseren Patienten wissen lässt, dass er die Termine unter der Rubrik „Wellness und Gesundheit“ findet. Nach einigen Klicks landet der Patient hier.

Screenshot von der Website

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Wissenschaftler warnen: Klimawandel gefährdet Arzneipflanzen

Wenn Sie das nächste Mal nach Ginseng-Tee oder Weihrauchöl greifen, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um darüber nachzudenken, wie es ohne wäre.

Stuttgart – Obwohl keine dieser Pflanzen heute akut gefährdet ist, stehen sie beispielhaft für eine sich abzeichnende weltweite Entwicklung: das Zurückdrängen und Aussterben von Arzneipflanzen. Wendy L. Applequist und ihre Co-Autoren beschreiben in ihrem Aufruf „Scientists‘ Warning on Climate Change and Medicinal Plants” die schädlichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Heilpflanzen. Der Appell wurde kürzlich in Planta Medica (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2019.) veröffentlicht und von vielen weiteren Wissenschaftlern unterzeichnet.

In den meisten Entwicklungsländern sind Arzneipflanzen die Hauptmedikamente für 70 bis 95 Prozent der Bevölkerung und auch in Industrienationen nimmt ihre Verwendung zu. Jährlich werden weltweit pflanzliche Inhaltsstoffe für medizinische Anwendungen im Wert von schätzungsweise 33 Milliarden US-Dollar exportiert. Doch diese Heilpflanzen sind bedroht. Die Autoren des Aufrufs zeigen eine Reihe von Risiken auf, die direkt oder indirekt mit dem Klimawandel in Verbindung stehen: Temperaturanstiege, Dürren und Starkregen, der Anstieg von Kohlendioxid in der Luft und die zunehmende Verbreitung von Schädlingen und Krankheitserregern. Zu den direkten Gefahren gehört auch das Überernten. Beides – Klimawandel und Überernten – kann den Bestand der Arzneipflanzen bis zum Aussterben reduzieren. Verbliebene Pflanzen wachsen schlechter und sind von geringerer Qualität. Besonders Letzteres ist für die Forscher Grund zur Sorge, da die Pflanzen ihre medizinische Wirkung ändern oder sogar ganz verlieren können. 

Gräser und andere Pflanzen im Stadtgarten von Freiburg. Foto: Ria Hinken

Die Bevölkerungen, die voraussichtlich am meisten unter diesen Auswirkungen leiden werden, sind kleinere Volksgruppen und indigene Stämme. Die am stärksten gefährdeten Pflanzen wachsen in alpinen Regionen und in nördlichen Breitengraden. Wenn sich das Klima in ihren angestammten Lebensräumen verändert, versuchen sich die Pflanzen anzupassen oder in benachbarte Lebensräume zu wandern. Nach Ansicht der Autoren sind einige Pflanzen dazu womöglich nicht in der Lage oder schaffen es nicht rechtzeitig, sich in einem neuen Lebensraum anzusiedeln. Die Autoren zitieren beispielsweise eine Studie, die den vollständigen Verlust des Lebensraums von Tylophora hirsuta in einigen Gebieten Pakistans voraussagt. Die Pflanze wird zur Behandlung von Asthma und Harnwegserkrankungen eingesetzt. In einer anderen Studie werden für Boswellia, die Quelle von Weihrauchharz, vielfältige Gefahren aufgezeigt: wachsende Agrarbetriebe, Raubbau unter anderem durch Feuer, Holzkäferbefall und Verfütterung an Nutztiere. 

Wirken Überernten und Klimawandel zusammen, wächst die Bedrohung exponentiell. Amerikanischer Ginseng stirbt mit einer Wahrscheinlichkeit von acht Prozent in den nächsten 70 Jahren aus, wenn er weiter so geerntet wird wie heute. Ein Aussterben des Ginsengs durch Folgen des Klimawandels wird in einer weiteren zitierten Studie mit sechs Prozent beziffert. Wenn beide Effekte zusammenkommen, steigt das Risiko auf 65 Prozent. 

Versagt die Menschheit weiterhin bei der nachhaltigen Bekämpfung des Klimawandels, empfehlen die Autoren, Arzneipflanzen vermehrt in Gemeinschaftsgärten anzubauen, um den lokalen Zugang zu erhalten. Bauern sollten zeitnah in der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wiesen und Felder und in der Überwachung der Pflanzenqualität geschult werden. Einen letzten Ausweg sehen die Forscher in der vom Menschen unterstützten Migration der Pflanzen in neue Lebensräume und im Anlegen einer standortunabhängigen Saatenbank.

Der Aufruf der Autoren steht in der Tradition der 1992 und 2017 veröffentlichten „World Scientists‘ Warning to Humanity“ und einigen weiteren Studien, die die Auswirkungen des Klimawandels auf einzelne Aspekte des menschlichen Lebens aufzeigen.

Über Planta Medica
Planta Medica ist eine der führenden internationalen Fachzeitschriften auf dem Gebiet der Arzneipflanzen- und Naturstoffforschung. Planta Medica akzeptiert Originalarbeiten und Übersichtsartikel von Forschern weltweit. Thieme veröffentlicht 18 Ausgaben pro Jahr.

Quelle:
W. L. Applequist et al.:
Scientistsʼ Warning on Climate Change and Medicinal Plants
Planta Medica 2019; eFirst 15.11.2019

Lässt sich kaputter Knorpel kurieren?

Medizinische Fakultät ehrt Orthopädin und Unfallchirurgin Eva Johanna Kubosch mit „Sabine-von-Kleist-Habilitationspreis“

Das Foto zeigt Dr. Eva Johanna Kubosch vom Universitätsklinikum Freiburg,
Foto: Universitätsklinikum Freiburg

Die Arthrose ist die häufigste aller Gelenkerkrankungen und weltweit die Hauptursache für chronische Schmerzen und Behinderungen. Privatdozentin (PD) Dr. Eva Johanna Kubosch vom Universitätsklinikum Freiburg ist für ihre Habilitationsschrift mit dem „Sabine-von-Kleist-Habilitationspreis“ ausgezeichnet worden. „Ich habe untersucht, welchen Einfluss Entzündungen auf den Knorpelabbau haben und ob sich Stammzellen, die aus der Gelenkschleimhaut gewonnen werden, positiv auf das Stoffwechselgleichgewicht im Gelenk auswirken“, erläutert Kubosch. Ziel ihrer Arbeit war es, den Einsatz knorpelregenerativer Methoden zu verbessern. Seit 2014 schreibt das Gleichstellungsbüro der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität den mit 10.000 Euro dotierten Preis für Nachwuchswissenschaftlerinnen aus. Die Namensgeberin des Preises, Prof. Dr. Sabine von Kleist, hatte die Professur für Immunbiologie an der Universität Freiburg inne und war von 1987 bis 1989 die erste Prodekanin und Dekanin der Medizinischen Fakultät.

Kubosch untersuchte, wie erfolgreich die so genannte matrixinduzierte Chondrogenese, ein biologisch basiertes Operationsverfahren mit Stammzellen zum Wiederaufbau geschädigten Sprunggelenksknorpels, ist. Das Verfahren stellte sich als sichere und vielversprechende Therapie bei Sprunggelenksverletzungen dar. „Klinische Ergebnisse und Daten der Magnetresonanztomographie bestätigten dies“, sagt die Freiburger Ärztin. Zudem habe es sich auch bei der Linderung von Schmerzen bewährt. In einem weiteren Schritt beleuchtete Kubosch den Einfluss von Entzündungsmediatoren – das sind körpereigene Stoffe, die eine Entzündungsreaktion im Gelenk einleiten oder aufrechterhalten – auf den Abbau von Knorpel.  Dafür übertrug sie Erkenntnisse aus einer Analyse bei Patientinnen und Patienten mit akuten bakteriellen Entzündungen auf ein 3D-Gewebemodell für Gelenkinfektionen. „So konnte nachgewiesen werden, dass Knorpelzellen einen entzündungshemmenden Effekt haben, der mit einer erhöhten Widerstandfähigkeit gegen Infekte und einem höheren Lebendzellanteil von Stammzellen in der Gelenkschleimhaut einhergeht“, erläutert Kubosch. Bei Gelenkentzündungen entstehe häufig ein Teufelskreis: Der Knorpel wird geschädigt, wodurch sich der entzündungshemmende Effekt der Knorpelzellen verringert – und die Zerstörung des Gelenks weiter fortschreitet.

Anhand dieser Ergebnisse ergab sich die Frage, ob solche „Gelenk-nahen“ Stammzellen auch bei der Aufrechterhaltung des Stoffwechselgleich-gewichtes im Gelenk eine entscheidende Rolle spielen können. Dafür hat Kubosch Stammzellen aus der Gelenkschleimhaut untersucht und herausgefunden, „dass diese Stammzellen ein hohes Potential bei der Knorpelbildung aufweisen und damit möglicherweise besser zur Knorpelregeneration geeignet sind als ausdifferenzierte Zellen des menschlichen Gelenkknorpels“. Zudem wies sie nach, dass Entzündungen eine Schädigung des Gelenks verursachen können. „Weitere Studien müssen nun zeigen, inwiefern Stammzellen sich positiv auf vorhandene Gelenkschäden auswirken können und inwieweit sie für die zellbasierte Knorpelregeneration geeignet sind.“

PD Dr. Eva Johanna Kubosch studierte an den Universitäten Göttingen und Freiburg Humanmedizin. Sie wurde an der Albert-Ludwigs-Universität unter der Betreuung von Prof. Dr. Norbert Südkamp und Prof. Dr. Philipp Niemeyer promoviert und ist seit 2010 – seit 2016 als Fachärztin – in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie tätig. Im Oktober 2018 habilitierte sie sich für die Fächer Orthopädie und Unfallchirurgie.

Originalveröffentlichung:
Kubosch, Eva Johanna (2018): Der Einfluss proinflammatorischer Zytokine auf die Knorpeldegradation: Die Rolle von Synoviozyten für die Gelenkhomöostase und mögliche Ansätze für das Knorpel Tissue Engineering. Freiburg.

Eine grüne Schleife als Zeichen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung

Aktion zum Welttag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie setzen ein Zeichen gegen Diskriminierung von Menschen mit psychischer Erkrankung
Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie setzen ein Zeichen gegen Diskriminierung von Menschen mit psychischer Erkrankung
Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg

Fast jeder dritte Mensch leidet im Zeitraum eines Jahres an einer psychischen Erkrankung. Dass Menschen in psychischen Krisen sich trauen, ihre Probleme offen anzusprechen, setzt Akzeptanz in der Gesellschaft voraus. Zum Welttag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober machen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg für einen vorurteilsfreien Umgang mit psychischen Erkrankungen stark: Im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Aktion Grüne Schleife“ tragen sie eine grüne Schleife als Zeichen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung psychischer erkrankter Menschen.

Der Welttag der seelischen Gesundheit der World Federation for Mental Health (WFMH) widmet sich in diesem Jahr dem Thema Suizidprävention. In ganz Deutschland werden dazu zahlreiche Informationsveranstaltungen und Diskussionsrunden stattfinden. Auch in Freiburg gibt es eine Reihe von Veranstaltungen. Das detaillierte Programm finden Sie unter: www.freiburg.de/psyche 

Import-Arzneimittel: Altmaier machte sich für Kohlpharma stark

Ärzte, Apotheken, AOKs, Patientenverbände und selbst das Gesundheitsministerium wollten Anfang 2019 Arznei-Importe zurückdrängen. Doch E-Mails aus dem Wirtschaftsministerium, die WDR, NDR und SZ vorliegen, zeigen, dass sich Minister Altmaier Mitte Januar persönlich bei Minister Spahn für die Importeure einsetzte. Wenige Tage später war die Abschaffung der Importquote vom Tisch.

Tabletten und Thermometer

Das saarländische Unternehmen Kohlpharma ist eine der Firmen, die ihr Geld damit machen, Arzneimittel billig im Ausland einzukaufen, in eine deutsche Packung zu stecken und als Importarzneimittel an Apotheken zu verkaufen. Die Apotheken wiederum sind gezwungen, einen bestimmten Teil ihres Umsatzes mit diesen Importarzneimitteln zu machen.

Die Regel war einst als Sparmaßnahme für die Krankenkassen gedacht, doch die tatsächlichen Einsparungen sind mittlerweile gering. Wenn zum Beispiel ein Medikament in Deutschland 1000 Euro kostete und in Griechenland 600 Euro, könnte es ein Importeur in Griechenland einkaufen und in Deutschland für 950 verkaufen. Ein glänzendes Geschäft – für den Importeur. Im vergangenen Jahr sorgten die Importe nur für Einsparungen von schätzungsweise 0,3 Prozent der Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen. Auf diese Zahl beruft sich der Bundesrat. Kohlpharma spricht von doppelt so hohen Einsparungen.

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, forderte jüngst aus einem anderen Grund, den Importzwang abzuschaffen. Man dürfe Patienten nicht unnötig gefährden. Hintergrund ist, dass bei mehreren Arzneimittel-Skandalen einigen kleineren Importeuren vorgeworfen wurde, die ausländische Ware schlecht zu kontrollieren. Auch die zuständigen Landesbehörden tun sich mit der Kontrolle der Importe schwer. Patientenverbände, der AOK-Bundesverband und der Dachverband der Apotheker wollten deshalb ebenfalls den Importzwang beenden. Kohlpharma hatte mit diesen Skandalen nichts zu tun.

Das Gesundheitsministerium legte im November 2018 zunächst einen Gesetzentwurf vor, in dem die Importklausel eingeschränkt werden sollte, Mitte Januar wollte Spahn die Klausel dann in einem überarbeiteten Gesetzentwurf sogar komplett abschaffen. Kurz zuvor hatte auch der Bundesrat die Regierung aufgefordert, die Importpflicht abzuschaffen. Einzig das Saarland stimmte dagegen. Kohlpharma sagt, die Abschaffung der Importklausel hätte „der Interessenlage” der großen Pharmakonzerne entsprochen.

Kohlpharma selbst ist mit mehr als 600 Millionen Euro Umsatz und 800 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber im Saarland. Der Firmensitz Merzig liegt im Wahlkreis von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Laut internen E-Mails und Vorlagen aus dem Wirtschaftsministerium, die WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung mit Hilfe des Informationsfreiheitsgesetzes erlangt haben, hat sich Altmaiers Ministerium seit November 2018 massiv für den Erhalt der Arznei-Importe eingesetzt. In einem Vermerk des zuständigen Fachreferats zu Spahns Gesetzesentwurf vom 21. November 2018 heißt es bereits: „Für die Arzneimittelimporteure bedeutet die beabsichtigte Regelung eine Verschlechterung ihrer Marktbedingungen. Daher ist mit Widerstand der Importeure zu rechnen.” Dennoch empfahl die Fachabteilung im Wirtschaftsministerium die Zustimmung zur damals noch geplanten Einschränkung der Importregelung. Auf einer Vorlage für Staatssekretärin Claudia Dörr-Voß vom 10. Dezember ist das Wort “Zustimmung” aber mit rotem Stift durchgestrichen und handschriftlich “Leitungsvorbehalt” hinzugefügt, das heißt, die Leitung des Wirtschaftsministeriums behielt sich das letzte Wort bei der vom Gesundheitsministerium geplanten Änderung vor. Einen Tag später, am 11. Dezember 2018, hieß es in einer E-Mail an die Fachabteilung im Wirtschaftsministerium: “Bundesminister möchte dazu direkt mit Bundesminister Spahn sprechen”.

Am 8. Januar hält das Wirtschaftsministerium in einem Vermerk zu einer Abteilungsleitersitzung mit ausdrücklichem Verweis auf den saarländischen Importriesen noch einmal fest: “Position BMWI: Minister-Vorbehalt („Kohlpharma“)”.

Drei Tage später wendet sich Kohlpharma direkt per E-Mail an den Minister. “Sehr geehrter Herr Altmaier”, heißt es darin, “wenn eine Änderung überhaupt Sinn macht, dann wäre es am Besten, die Ergänzungen aus dem Rahmenvertrag nachzuvollziehen. Gerne würde ich darüber kurz mit Ihnen telefonieren.” In diesem so genannten Rahmenvertrag hatte sich der Spitzenverband der Krankenkassen einige Monate vorher mit dem Apothekerverband auf eine Neuregelung bei den Importen verständigt. Importarzneimittel unter 100 Euro sollen demnach mindestens 15 Prozent günstiger sein, zwischen 100 und 300 Euro mindestens 15 Euro und ab 300 Euro nur noch 5 Prozent. Kohlpharma räumt auf Nachfrage zu der E-Mail ein: “In einem wenige Tage später stattgefundenen kurzen Telefonat hat sich Herr Altmaier nach den ökonomischen Auswirkungen der geplanten Regelung erkundigt”, habe aber keine Zusagen gemacht.

Wenige Stunden nachdem die Mail von Kohlpharma bei Altmaier eintraf, wurde der Abteilungsleiter Gesundheitswirtschaft um eine Einschätzung (“EILT sehr”) zu dem Vorschlag gebeten. “Für eine kurzzeitige Rückmeldung noch heute wäre ich sehr dankbar, gerne per Mail, damit wir BM (Bundesminister Altmaier, d. Red.) dies noch ergänzend zur Vorlage mitgeben können.” In seiner Antwort hielt der Abteilungsleiter den Vorschlag von Kohlpharma für “nicht tragfähig”: “Er geht weiter hinter den Gesetzentwurf des BMG zurück und hinter die Position der Bundesländer.” Doch nur sechs Tage später findet sich in einer E-Mail des Gesundheitsministeriums ans Wirtschaftsministerium die Feststellung: “Wie bereits angekündigt, haben sich BM Altmaier und BM Spahn nach hiesiger Kenntnis zur Importregelung verständigt”. Es folgten genau die Konditionen aus dem Apotheken-Rahmenvertrag, die Kohlpharma am 11. Januar an Peter Altmaier vorgeschlagen hatte. In einer Vorlage für Peter Altmaier am 21. Januar heißt es: “Dieser Vorschlag entspricht inhaltlich dem Vorschlag, den Sie mit BM Spahn ausgehandelt haben.” Damit bestünden “seitens des BMWI keine Hindernisse mehr für einen Beschluss durch das Kabinett”.

Die Abschaffung der Importförderklausel war damit vom Tisch. Mehrere Bundestagsabgeordnete berichten gegenüber WDR, NDR und SZ, dass sich vor allem ihre saarländischen Kollegen in den vergangenen Monaten massiv für den Erhalt der Importregel eingesetzt hätten.

Warum auch Jens Spahn nachgegeben und die Importklausel doch nicht abgeschafft hat, beantwortet das Gesundheitsministerium auf Anfrage nicht. Sein Sprecher teilt dazu lediglich mit: “Kein Gesetzentwurf, der in den Bundestag eingebracht wird, wird ohne Änderungen vom Parlament beschlossen.”

Die Frage, ob Peter Altmaier sich bei Spahn für das von Kohlpharma vorgeschlagene Preismodell eingesetzt hat, beantwortet das Wirtschaftsministerium nicht. Altmaiers Sprecherin teilt nur knapp mit: “Zu etwaigen internen bilateralen Gesprächen nehmen wir wie üblich keine Stellung.”

Baden-Württembergs AOK-Chef Christopher Hermann wunderte sich über den Sinneswandel innerhalb der Bundesregierung. All die mit der Importquote verbundenen Probleme bleiben nun bestehen, sagt Hermann auf Anfrage. “Profiteure der Importförderung sind heute ausschließlich die Importunternehmen, deren Absatz per Gesetz garantiert wird.” Seine AOK werde dagegen “weiterhin für die Abschaffung der Importquote eintreten”.

Kohlpharma selbst kann mit der neuen Regelung dagegen zufrieden sein, auch wenn “die jetzige Regelung für die Importeure eine deutliche Verschlechterung ist”, wie das Unternehmen offiziell mitteilt. Tatsächlich rechnet Geschäftsführer Jörg Geller aber auch damit, dass die neuen Regeln “wohl zu einer Umsatzausweitung führen”, weil sie so komplex seien, dass die Apotheker sie “wahrscheinlich übererfüllen” werden.

Stand: 23.08.2019, 18.00 Uhr

Fibromyalgie-Kur

Eine neue Therapie-Chance für unerklärliche Muskelschmerzen

Bad Füssing (obx-medizindirekt) – „Ziel dieser jetzt erstmals in Bad Füssing angebotenen Therapie ist es, das Schmerzbild des Fibromyalgie-Patienten zu bekämpfen“, so Stefan Speiser von der Vereinigung selbständiger Physiotherapeuten, der das Programm federführend entwickelt hat. Weil jeder Betroffene die Krankheit und ihre Schmerzausbildung anders erlebt, wird jede Kur auch ganz individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten. Therapiebausteine sind dabei unter anderem ein verzahntes Behandlungskonzept aus Beweglichkeitsoptimierung, Entspannungstherapie, die systematische Lockerung des faszialen Bindegewebes sowie regelmäßige Gruppentherapie im Bad Füssinger Heilwasser mit seinen ganz speziellen Wirkstoffen. „Wir wollen durch die Fibromyalgie-Kur den Kreislauf der permanenten Schmerzbelastung bei den Betroffenen durchbrechen, der oft auch von Depressionen und Angstzuständen begleitet wird“, so Speiser.

Bewegungstherapie im legendären Bad Füssinger Thermalwasser: Auch bei Fibromyalgie, chronischen Schmerzen in den Muskeln aller Körperregionen, eine Wohltat für die Betroffenen. Foto: obx-medizindirekt/ Kur- & GästeService Bad Füssing
Bewegungstherapie im legendären Bad Füssinger Thermalwasser: Auch bei Fibromyalgie, chronischen Schmerzen in den Muskeln aller Körperregionen, eine Wohltat für die Betroffenen. Foto: obx-medizindirekt/ Kur- & GästeService Bad Füssing

„Ziel dieser jetzt erstmals in Bad Füssing angebotenen Therapie ist es, das Schmerzbild des Fibromyalgie-Patienten zu bekämpfen“, so Stefan Speiser von der Vereinigung selbständiger Physiotherapeuten, der das Programm federführend entwickelt hat. Weil jeder Betroffene die Krankheit und ihre Schmerzausbildung anders erlebt, wird jede Kur auch ganz individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten. Therapiebausteine sind dabei unter anderem ein verzahntes Behandlungskonzept aus Beweglichkeitsoptimierung, Entspannungstherapie, die systematische Lockerung des faszialen Bindegewebes sowie regelmäßige Gruppentherapie im Bad Füssinger Heilwasser mit seinen ganz speziellen Wirkstoffen. „Wir wollen durch die Fibromyalgie-Kur den Kreislauf der permanenten Schmerzbelastung bei den Betroffenen durchbrechen, der oft auch von Depressionen und Angstzuständen begleitet wird“, so Speiser.


Mögliche Kostenübernahme durch Krankenkassen

Gesetzlich Krankenversicherte hatten bisher nur wenig Möglichkeit für eine spürbar wirkungsvolle Behandlung. In der Regel bekamen Betroffene bisher pro ärztlicher Verordnung jeweils sechs Mal 20 Minuten physikalische Therapie genehmigt. „Die Wirkung ist gleich null“, sagt Stefan Speiser. Die neue dreiwöchige Fibromyalgie-Kur in Bad Füssing dagegen eröffne völlig neue Möglichkeiten – deren Kosten gesetzliche Krankenkassen auf Antrag auch übernehmen können.


Wenn in allen Körperregionen ohne erkennbare Ursache Schmerzen auftreten, heißt die Diagnose oft "Fibromyalgie". Die neue, jetzt in Bad Füssing angebotene Fibromyalgie-Kur eröffnet neue Therapie-Chancen. Foto: obx-medizindirekt/ Fotolia

Wenn in allen Körperregionen ohne erkennbare Ursache Schmerzen auftreten, heißt die Diagnose oft „Fibromyalgie“. Die neue, jetzt in Bad Füssing angebotene Fibromyalgie-Kur eröffnet neue Therapie-Chancen. Foto: obx-medizindirekt/ Fotolia


Kurantrag abgelehnt? Erheben Sie Einspruch!

Denn trotz rückläufiger Zahl von ambulanten Kuren gilt: Millionen gesetzlich Krankenversicherte haben weiterhin Anspruch auf ambulante Vorsorgemaßnahmen in Kurorten. Bad Füssings Kurdirektor Rudolf Weinberger rät: „Wehren Sie sich, wenn gesetzliche Krankenkassen Anträge auf Bezuschussung solcher Leistungen ablehnen. Die Erfahrung in der Praxis zeigt, dass zwei von drei abgelehnten Anträgen für ambulante Badekuren in Heilbädern nach einem Einspruch letztendlich doch genehmigt werden“, so Weinberger. Sein Ratschlag: „Nach einem Ablehnungsbescheid grundsätzlich Einspruch einlegen.“ 
Laut Gesetzeslage können Krankenkassen erhebliche Zuschüsse zu ambulanten Vorsorgeleistungen beim Aufenthalt in einem anerkannten Heilbad zahlen, vor allem dann, wenn sich ansonsten schwer therapierbare Krankheiten wie die Fibromyalgie erfolgreich behandeln lassen. Aktuell können Versicherte alle drei Jahre bei ihrer Kasse eine solche Maßnahme beantragen. 

Leistungs-Ratgeber: „Das Bad Füssing Sparbuch“ Informationen, welche Ansprüche Versicherte bei Kuren und Gesundheitsvorsorgemaßnahmen ganz allgemein haben, welche Zuschüsse ihnen zustehen und wie sie ihre Rechte erfolgreich durchsetzen, bietet der Ratgeber „Das Bad Füssing Sparbuch“. Die Broschüre ist kostenfrei telefonisch unter 0800 8854466 oder per E-Mail über tourismus@badfuessing.de bestellbar. Gratis Download im Internet unter  www.badfuessing.com/bad-fuessing-sparbuch