Ewig jung. Auf dem Weg zur Unsterblichkeit

Perspektiven für ein längeres Leben – in Gesundheit und voll Vitalität

Das Medicinicum Lech 2020 widmet sich von 9. bis 12. Juli 2020 einem ewigen Menschheitstraum und revolutionären Projekt der modernen Medizin. Das Verlangsamen der Alterung als „Mutter aller Krankheiten“ verspricht ein längeres Leben, bei anhaltender Gesundheit und Vitalität. Von neuesten Forschungsergebnissen der Epigenetik bis hin zum Anti-Aging der Seele spannt sich der weite Bogen. Für eine breite Erörterung garantieren Experten verschiedenster Disziplinen. Dank der Vielfalt der Themen, Praxisnähe und offener Publikumsdiskussion empfiehlt sich das hochkarätige Gesundheitsforum als spannende Veranstaltung für jedermann. 

„Die Suche nach dem ultimativen Jungbrunnen ist wohl so alt wie die Menschheit selbst“, meint Markus M. Metka, der wissenschaftliche Leiter des Medicinicum Lech. Dass der Traum von ewiger Jugend und längerem Leben zunehmend an Gestalt gewinnt, verdankt sich dem Forschungsfeld der Epigenetik. David A. Sinclair, ein führender Pionier auf diesem Gebiet, bezeichnet den Alterungsprozess als „Mutter aller Krankheiten“ und prophezeit eine medizinische Revolution: das Verlangsamen der Alterung, wodurch Krankheiten verhütet werden und die Vitalität erhalten bleibt. Mit der Epigenetik kommen auch Faktoren wie Ernährung, Bewegung und Einflüsse der Umwelt sowie der Psyche ins Spiel. All diesen Aspekten und weiteren, von der Schönheitschirurgie und Dermatologie bis zur Vorbeugung von Demenzerkrankung, werden sich beim Medicinicum Lech neben Ärzten, Medizinern und Heilpraktikern auch Experten anderer Disziplinen widmen. Die fachübergreifende Erörterung und praxisnahe Vermittlung sind ideale Voraussetzungen, um das Thema umfassend zu beleuchten. Informative Vorträge mit Publikumsdiskussion, wertvolle Erkenntnisse und Tipps sowie ein erstklassiges Rahmenprogramm versprechen spannende Tage in Lech am Arlberg beim diesjährigen Medicinicum Lech 2020. Anmeldung unter www.medicinicum.at

Prof. Dr. Markus Metka (Wien) ist wissenschaftlicher Leiter des Medicinicum Lech. Metka gilt als einer der führenden Pioniere auf dem Gebiet der Anti-Aging-Medizin und der Hormonforschung, verfasste mehr als 300 wissenschaftliche Publikationen und etliche populärmedizinische Bücher.
 Credit: Medicinicum Lech
Prof. Dr. Markus Metka (Wien) ist
wissenschaftlicher Leiter des Medicinicum
Lech. Metka gilt als einer der führenden
Pioniere auf dem Gebiet der Anti-Aging-
Medizin und der Hormonforschung,
verfasste mehr als 300 wissenschaftliche
Publikationen und etliche populär-
medizinische Bücher.
Credit: Medicinicum Lech

Wer träumt ihn nicht, den Traum von Unsterblichkeit, ewiger Jugend und Schönheit? Was bis vor kurzer Zeit nur eine kühne Phantasie war, könnte in nicht allzu ferner Zukunft annähernd zur Realität werden. „Neue Nahrung erhält die Hoffnung auf ein längeres Leben – und zwar in Gesundheit und mit hoher Vitalität – durch aktuelle medizinische und biologische Forschungen“, erklärt der wissenschaftliche Leiter des Medicinicum Lech Prof. Dr. Markus M. Metka. Eine Schlüsselfunktion kommt dabei der Epigenetik zu. Die Visionäre des Silicon Valley investieren Milliarden in diesen Bereich, mit keinem geringeren Ziel als die Unsterblichkeit. Das sei typisch amerikanisch, der Glaube ans Unmögliche, meint Metka. Doch: why not? Schließlich treiben auch Utopien die Wissenschaft voran und die Erkenntnisse der letzten Jahre gelten als bahnbrechend. Grund genug, sich beim Medicinicum Lech 2020 mit Perspektiven für ein längeres Leben zu beschäftigen. Unter dem Titel „Ewig jung. Auf dem Weg zur Unsterblichkeit“ werden sich vom 09. – 12. Juli 2020 Experten verschiedenster Disziplinen einem breiten Themenspektrum widmen und mit dem Publikum diskutieren. Als Motto gilt: Add years to your life and life to your years.

„Mit der Epigenetik kommen deren zentrale Faktoren ins Spiel, wie die Ernährung, Bewegung, Einflüsse der Umwelt und Psyche“, verweist Metka auf das breite Feld an Themen und zugleich eine der Stärken des Medicinicum Lech. So ziehen sich seit Beginn an die Schwerpunkte gesunde Ernährung und Anti-Aging als roter Faden durch das Programm des internationalen Symposiums. Zudem erweisen sich der interdisziplinäre Charakter und die praxisnahe Vermittlung auch heuer wieder als ideale Voraussetzungen, um das Thema in seiner ganzen Bandbreite zu erörtern und diskutieren. Zu den renommierten Vortragenden zählen Ärzte und Mediziner ebenso wie Psychotherapeuten und Philosophen. Neben aktuellsten Erkenntnissen zur Epigenetik werden zahlreiche weitere Aspekte wie die Schönheitschirurgie und Dermatologie oder die Vorbeugung von Demenzerkrankungen beleuchtet. Dabei erfolgt auch ein Brückenschlag zwischen jahrtausendealten Gesundheitslehren und der neuesten Forschung. „Schon Ramses, Tizian und Picasso schöpften aus dem Quell eines langen und glücklichen Lebens“, so Metka, der die Bedeutung des Anti-Agings der Seele unterstreicht. Es ist der Geist, der sich den Körper baut, meinte der Arzt und Dichter Friedrich Schiller. Die moderne Wissenschaft gibt jedenfalls Hoffnung. Hat sich die Lebenserwartung in den letzten 100 Jahren verdoppelt, so lautet das nächste Etappenziel: 120 Jahre und gesund. „Das ist durchaus eine realistische Perspektive“, meint der wissenschaftliche Leiter des Medicinicum Lech.

NEU beim Medicinicum Lech: Die freie Sprechstunde – meet the Expert! 

Eine Neuheit im Rahmenprogramm des Medicinicum Lech ist die sogenannte „freie Sprechstunde“ unter dem Motto: meet the Expert! Die Fragen- und Diskussionsforen bieten allen Interessierten die Gelegenheit, sich in kleiner Runde von maximal 20 Personen und lockerer Atmosphäre mit einem Experten auszutauschen. Anhand von Fallbeispielen und Anregungen aus der Runde wird der jeweilige Themenbereich vertiefend erörtert und offen diskutiert. Die Teilnehmer erhalten zu ihren Fragen und Anliegen eine fundierte Expertenmeinung, wertvolle Ratschläge und Informationen. Das Angebot reicht von der Hormon-Sprechstunde über den Anti-Aging-Talk bis hin zur Diskussion über das Problem der Überdiagnose und Übertherapie oder auch das neue Feld des Anti-Aging durch Biohacking. Eine seltene Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Ebenso wie die Vorträge – folgend ein Überblick.

Donnerstag, 9. Juli – feierlicher Auftakt mit spannenden Eröffnungsvorträgen

Die feierliche Eröffnung des Medicinicum Lech 2020 erfolgt Donnerstag, den 9. Juli um 15.00 Uhr mit Grußbotschaften des Bürgermeisters von Lech Ludwig Muxel und von Tourismusdirektor Hermann Fercher sowie einleitenden Worten von Markus M. Metka. Der wissenschaftliche Leiter wird anschließend auch den Eröffnungsvortrag halten und dabei einen aufschlussreichen historischen Bogen schlagen: „Ewig jung – auf der Suche nach der Unsterblichkeit. Die Geschichte der Anti-Aging-Medizin von der Antike bis heute“. Den zweiten Vortrag hält der auch durch seine Beiträge in Rundfunk und TV bekannte Theologe, Seelsorger und Psychotherapeut Prof. Dr. Arnold Mettnitzer. Unter dem Titel „Über das Anti-Aging der Seele – Jugendlichkeit durch Resilienz“ wird er sich der Psyche als Jungbrunnen widmen.

Freitag, 10. Juli – vom Ende des Alterns bis zur Vorbeugung von Alzheimer  

Prof.in Dr.in Daisy Kopera, Fachärztin für Dermatologie und Univ.-Prof.in an der Medizinischen Universität Graz, beantwortet die Frage „Wie kann ich Schönheit und Jugendlichkeit durch die Heilkunst der Kosmetik erreichen?“. Credit: Fischer
Credit: Fischer
Prof.in Dr.in Daisy Kopera, Fachärztin für Dermatologie
und Univ.-Prof.in an der Medizinischen Universität Graz,
beantwortet die Frage „Wie kann ich Schönheit und
Jugendlichkeit durch die Heilkunst der Kosmetik erreichen?“.

Den Freitag eröffnet der zweite wissenschaftliche Leiter des Medicinicum Prof. DDr. Johannes Huber mit dem Vortrag „Vom Ende des Alterns – die Medizin des Silicon Valley“. Beim zweiten Beitrag am Vormittag beantwortet Prof.in Dr.in Daisy Kopera, Fachärztin für Dermatologie und Univ.-Prof.in an der Medizinischen Universität Graz, die Frage „Wie kann ich Schönheit und Jugendlichkeit durch die Heilkunst der Kosmetik erreichen?“ Am Nachmittag wird zunächst Prof. Dr. Ludwig Kramer, Facharzt für Innere Medizin und Primar im Krankenhaus Hietzing, zu „Mikrobiom-Signaturen im hohen und höchsten Alter. Lebensverlängerung durch Bakterien? Die Darm-Hirn-Achse“ referieren. Zum Abschluss widmet sich dann Prof. Dr. Michael Rainer, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie und Leiter des Instituts für Gedächtnis- und Alzheimerforschung im Donauspital Wien, dem Thema „Demenz und Alzheimer – die großen Risiken für ein gesundes Altern – wie kann ich mich schützen?“ Allen Vorträgen folgt eine Diskussion mit dem Publikum, um Fragen zu klären und wertvolle Ratschläge für den Alltag zu erhalten.

Samstag, 11. Juli – zentrale Umweltfaktoren für Gesundheit und Wohlbefinden     

Am Samstag referiert zunächst der Neurobiologe und Wissenschaftsjournalist Dr. Peter Spork zum Thema „Gesundes Altern ist kein Zufall – wie wir dank Epigenetik unser Erbgut prägen“. Als einer der führenden Wissenschaftsautoren Deutschlands hat er die Epigenetik u. a. mit seinem Bestseller „Der zweite Code“ populär gemacht. Darauf folgt der Vortrag von Dr.in Greta Nehrer, Fachärztin für Plastische Chirurgie an der Universitätsklinik Wien, unter dem Titel „Möglichkeiten und Grenzen der ästhetischen Chirurgie – ewige Jugend durch Skalpell in Zeiten der Generation Instagram“. Am Nachmittag widmet sich Prof. Dr. Markus M. Metka seinem Spezialgebiet „Iss dich jung? Trink dich jung? Man ist, was man isst. Lass Nahrung deine Medizin sein!“ Abgerundet wird der Samstag wie gewohnt mit der großen Medicinicum-Podiumsdiskussion, diesmal zur Frage „Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln – bleiben wir dadurch jung?

Sonntag, 12. Juli – philosophischer Ausblick und festlicher Ausklang

Als Auftakt am Sonntag wird der Präventivmediziner Prof. Dr. Alfred Wolf, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtsmedizin am Medizinischen Zentrum Ulm, in seinem Vortrag „Die Blue Zones – vom Wissen der 100-Jährigen“ über die Geheimnisse jener Regionen berichten, in denen die Menschen deutlich länger leben. Im zweiten Referat stellt sich dann der bekannte deutsche Philosoph Prof. Dr. Wilhelm Schmid so grundlegenden wie weitreichenden Fragen „Wollen wir wirklich ewig leben? Und was heißt ewige Liebe?“ Nach dem Schlussfazit und Ausblick von Markus M. Metka findet das Medicinicum Lech 2020 seinen festlichen kulinarischen Ausklang beim Vorarlberg Brunch – ein weiteres Highlight im Rahmenprogramm.

Attraktives Rahmenprogramm und Zusatzangebote

Der schon traditionelle Schlusspunkt ist ein Beispiel für die attraktiven Angebote des Rahmenprogramms, das wieder bestens aufs Jahresthema abgestimmt wurde. Besonders beliebt sind u. a. die Führungen zum Skyspace-Lech, dem mystischen Lichtraum des berühmten Künstlers James Turrell. Ein unvergleichliches Erlebnis inmitten der hochalpinen Landschaft von Lech am Arlberg, dessen Höhenlage erwiesenermaßen gesundheitsfördernd ist. Am Veranstaltungsort sport.park.lech bietet sich unter den Aspekten gesunde Ernährung und nachhaltiger Genuss eine Auswahl an Präsentationen und Probierständen, wie jene vom größten heimischen Lebensmittelhändler SPAR, der als Hauptsponsor das Medicincium Lech tatkräftig unterstützt. Die hochkarätige viertägige Veranstaltung spricht Fachleute aus allen Gesundheitsberufen wie auch der Wirtschaft – insbesondere aus den Bereichen Gesundheit & Wellness, Pharmazie und Nahrungsmittel – und der Wissenschaft ebenso an wie das breite Publikum. Als offenes Forum für hochaktuelle Themen zu Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität bietet es allen Interessierten die Gelegenheit zu vielfältigem Informationsaustausch und lässt sich perfekt mit einem Urlaub in Lech am Arlberg verbinden. Wobei auch Tagesgäste das breitgefächerte Angebot und den einzigartigen Charakter des Medicinicum Lech sehr schätzen.

Kontakt und Anmeldung           

Es wird eine frühzeitige Anmeldung unter www.medicinicum.at empfohlen, wo sich auch das detaillierte Programm 2020 und weitere Infos finden.

Stark im Kampf gegen „Seltene Erkrankungen“

Fach- und Publikumsveranstaltung zum Tag der „Seltenen Erkrankungen

„Selten sind viele“: Zum Tag der Seltenen Erkrankungen 2020 präsentiert das Freiburg Zentrum für Seltene Erkrankungen in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg am 21. und 22. Februar Neues zur Diagnose, Therapie und Unterstützung bei Seltenen Erkrankungen

 Foto von EVG photos von Pexels. Gezeigt werden 3 Ärzte, die sich ein Röntgenbild anschauen.
Foto von EVG photos von Pexels

Das Freiburg Zentrum für Seltene Erkrankungen (FZSE)  lädt in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg am 21. und 22. Februar 2020 zur zweitägigen Info-Veranstaltung im großen Hörsaal des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin, Mathildenstr. 1, des Universitätsklinikums Freiburg ein. In zahlreichen Vorträgen und Diskussionsrunden erörtern Expert*innen des Universitätsklinikums Freiburg, von Selbsthilfegruppen und aus der Politik aktuelle Herausforderungen und spannende medizinische Entwicklungen. Gleichzeitig gibt es viel Gelegenheit für ein persönliches Kennenlernen.

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Aufwand größer als Nutzen?

Zuzahlung, Fahrtkosten und Zeitaufwand

Zunächst freuen sich Patienten, wenn sie ein Rezept zur Verbesserung ihres Gesundheitszustandes bekommen. Allerdings kann sich dann auch schnell herausstellen, dass Aufwand und Kosten nicht im Verhältnis zum Nutzen stehen.

Beispiel: Funktionstraining

52 oder sogar 104 Termine in einem Jahr. Meist können Patienten nicht alle Termine nutzen. Die ausgefallenen Termine können nicht nach hinten verschoben werden. Wenn nun ein Patient in Freiburg wohnt, möchte er gerne ins Eugen-Seidel-Bad gehen. Auf der Website kann unser Patient jedoch die Zeiten nicht finden. Ein Anruf soll Klarheit bringen. Die automatische Bandansage leitet ihn dann weiter. Statt eines Menschen kommt allerdings wieder eine Bandansage, die unseren Patienten wissen lässt, dass er die Termine unter der Rubrik „Wellness und Gesundheit“ findet. Nach einigen Klicks landet der Patient hier.

Screenshot von der Website

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Aus dem Gleichgewicht

Ursachen, Symptome & Therapien bei Schwindel

Aktuell findet eine bundesweite Studie zur Sturzprophylaxe statt. Auch hier spielt Schwindel eine große Rolle. Die Teilnehmenden wurden in 3 Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe macht 1 Jahr lang Heileurythmie, die 2. Gruppe Thai Chi und die 3. Gruppe ist die Kontrollgruppe, die keine Aktivitäten durchführt. Unter der Leitung des Universitätsklinikums Freiburg wird erforscht, ob Bewegungstherapien das Sturzrisiko senken können. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein.

Hier wird die Untersuchung des Innenohrs gezeigt. Bildquelle: Schwindelambulanz Sinsheim, Behandlungsbild Dr. Schiffmann
Bildquelle: Schwindelambulanz Sinsheim, Behandlungsbild Dr. Schiffmann

Sinsheim im Februar 2020. Wer unter Schwindel leidet, gehört längst nicht mehr zu den Einzelfällen. Jeder vierte Deutsche hatte in seinem Leben bereits schon mal das Gefühl von Schwindel. In der Regel geht dieses schnell vorüber. Doch in einigen Fällen bleiben Beschwerden. „Bei wiederkehrenden Schwindelproblemen liegen häufig bestimmte Erkrankungen im Innenohr oder Störungen des Gleichgewichtszentrums im Gehirn zugrunde. Aber auch psychische Leiden kommen infrage“, erklärt Dr. Bodo Schiffmann, Schwindelexperte, HNO-Arzt und Leiter der Schwindelambulanz Sinsheim.

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Die besten und schlechtesten Städte für die Haut

München ist Deutschlands Sieger, aber nur auf Platz 4

Die Studie analysiert die Auswirkung städtischer Umweltfaktoren auf die dermatologische Gesundheit in 80 internationalen Städten

  • In München gibt es die sauberste Luft Deutschlands, die der bayrischen Landeshauptstadtweltweit Platz 4 einbringt.
  • Berlin hat mit 138 deutschlandweit die meisten Sonnentage und landet auf Platz 11. 
  • Hamburg schafft es aufgrund hoher Luftfeuchtigkeit und starker Windstärke nur auf Platz 18, da diese Witterungsbedingungen die Haut strapazieren. 

Berlin, 04.02.2020 – Chemberry, die Suchmaschine, die es Herstellern und Lieferanten ermöglicht, passende chemischen Inhaltsstoffe in Haushalts- und Hygieneprodukten zu finden, veröffentlicht eine Studie, in der die Auswirkung städtischer Umweltfaktoren auf die Hautgesundheit untersucht werden. Ziel ist es, international herauszufinden welche Städte basierend auf Umwelteinflüssen für die Haut am besten und schlechtesten sind.

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Duftstoffe verbessern Lernen im Schlaf

Duftstoffe können sehr einfach helfen, neu Gelerntes im Schlaf besser zu speichern, wie Forscher*innen des Universitätsklinikums Freiburg zeigen

Experiment mit Schulklassen bestätigt und vereinfacht vielbeachtete Studie / Publikation in Scientific Reports der Nature-Gruppe

Müheloses Lernen im Schlaf ist der Traum eines jeden Menschen. Dass Gerüche den Lernerfolg erhöhen, wenn sie während des Lernens und später erneut während des Schlafs präsentiert werden, wurde erstmals vor einigen Jahren in aufwändigen Studien im Schlaflabor nachgewiesen. Nun haben Forscher*innen des Universitätsklinikums Freiburg,  des Freiburger Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) und der Fakultät für Biologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gezeigt, dass dieser Effekt sehr einfach erzielt werden kann. Für die Studie lernten Schüler*innen zweier Schulklassen Englisch-Vokabeln – mit und ohne Duftstäbchen während der Lernphase und in der Nacht. Mit Duftreiz erinnerten sich die Schüler*innen deutlich besser an die Vokabeln. Die Studie, die eine Lehramtsstudentin im Rahmen ihrer Abschlussarbeit durchführte, erschien am 27. Januar 2020 im Open-Access-Journal Scientific Reports der Nature-Gruppe. 

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Wie sich extreme Umweltbedingungen auf das Gehirn auswirken

Am Beispiel einer Polarexpedition haben Wissenschaftler*innen der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung die Effekte von sozialer Isolation und extremen Umweltbedingungen auf das Gehirn untersucht.

Studie auf der Neumayer-Station III in der Antarktis

Sie fanden Veränderungen im Gyrus dentatus, einem für das räumliche Denken und das Gedächtnis verantwortlichen Teilbereich des Hippokampus. Die Ergebnisse ihrer Studie sind in der Fachzeitschrift The New England Journal of Medicine erschienen.

 Die Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), liegz auf dem Ekström-Schelfeis im atlantischen Sektor der Antarktis.
© Alexander Stahn/Charité
Die Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), liegz auf dem Ekström-Schelfeis im atlantischen Sektor der Antarktis.
© Alexander Stahn/Charité

Wer zu einer Antarktis-Expedition auf die deutsche Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), aufbricht, muss mit Temperaturen bis zu minus 50 Grad und nahezu vollständiger Dunkelheit im Winter rechnen. Das Leben auf der Station bietet wenig Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten. Kontakte zur Außenwelt sind auf ein Minimum reduziert. Den Aufenthalt abzubrechen, ist zumindest während der langen Wintermonate keine Option: Evakuierungen im Notfall oder Nachschub von Nahrungsmitteln und Equipment sind nur während des relativ kurzen Sommers möglich. „Dieses Szenario bietet uns die Gelegenheit zu untersuchen, wie sich das Leben unter extremen Bedingungen auf das menschliche Gehirn auswirkt“, sagt Alexander Stahn vom Institut für Physiologie der Charité, Leiter der Studie und Assistant Professor an der Perelman School of Medicine der University of Pennsylvania. Gemeinsam mit Simone Kühn, Leiterin der Lise-Meitner-Gruppe Umweltneurowissenschaften am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, und mit Unterstützung des AWI erforschte er in der aktuellen Studie, ob sich die Struktur und die Funktion des menschlichen Gehirns im Verlaufe einer Antarktis-Expedition verändern.

An der Studie nahmen fünf Männer und vier Frauen freiwillig teil, die insgesamt 14 Monate auf der Polarforschungsstation verbrachten. Davon waren sie 9 Monate auf sich allein gestellt. Vor, während und nach der Mission absolvierten sie eine Reihe von computergestützten Kognitionstests. Diese prüften unter anderem die Konzentrationsfähigkeit, die Gedächtnisleistung und die Reaktionsfähigkeit sowie das räumliche Denken. Regelmäßige Bluttests sollten darüber hinaus Aufschluss über die Konzentration des sogenannten Wachstumsfaktors BDNF (brain-derived neurotrophic factor) geben – ein Protein, das sich stimulierend auf das Wachstum der Nervenzellen und Synapsen im Gehirn auswirkt. Um Veränderungen im Volumen insbesondere des Hippokampus, einer tief im Gehirn liegenden Region, feststellen zu können, bestimmte die Forschungsgruppe die Hirnstruktur der Proband*innen vor sowie nach der Mission in einem Magnetresonanztomografen. „Dazu nutzten wir eine besonders hochauflösende Methodik, die es ermöglicht, die einzelnen Teilbereiche des Hippocampus exakt zu vermessen“, sagt Simone Kühn. Eine neunköpfige Kontrollgruppe durchlief die gleichen Tests.

Die Messungen ergaben, dass sich ein bestimmter Teilbereich des Hippokampus, der Gyrus dentatus, bei den Expeditionsteilnehmer*innen nach Expeditionsende im Vergleich zur Kontrollgruppe verkleinert hatte. Der Gyrus dentatus spielt für die Festigung von Gedächtnisinhalten und das räumliche Denken eine wichtige Rolle. Die Veränderungen gingen dabei mit einer Verringerung des Wachstumsfaktors BDNF einher. Bereits nach dreimonatigem Aufenthalt in der Antarktis war die Konzentration des Wachstumsfaktors unter das vor der Expedition gemessene Niveau gesunken und hatte sich auch eineinhalb Monate nach der Expedition noch nicht normalisiert. In den Kognitionstests zeigten sich Effekte auf das räumliche Denken und die sogenannte selektive Aufmerksamkeit, die nötig ist, um nicht relevante Informationen zu ignorieren. Während sich Studienteilnehmer*innen nach wiederholter Absolvierung der Tests normalerweise darin verbessern, fiel dieser Lerneffekt geringer aus, je stärker das Volumen des Gyrus dentatus abgenommen hatte.

„Angesichts der geringen Anzahl an Probandinnen und Probanden sind die Ergebnisse unserer Studie vorsichtig zu interpretieren. Sie geben aber – wie auch erste Erkenntnisse bei Mäusen – einen wichtigen Hinweis darauf, dass sich extreme Umweltbedingungen negativ auf das Gehirn, insbesondere auf die Bildung neuer Nervenzellen im Gyrus dentatus des Hippocampus, auswirken können“, erklärt Alexander Stahn. Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler*innen nun untersuchen, ob beispielsweise Sport den beobachteten Veränderungen des Gehirns entgegenwirken kann.

Original Publication
Stahn, A. C., Gunga, H.-C., Kohlberg, E., Gallinat, J., Dinges, D. F., & Kühn, S. (2019). Brain changes in response to long-duration Antarctic expeditions. The New England Journal of Medicine, 381, 2273–2275. doi:10.1056/NEJMc1904905

Charité – Universitätsmedizin Berlin
Die Charité – Universitätsmedizin Berlin ist mit rund 100 Kliniken und Instituten an 4 Campi sowie 3.001 Betten eine der größten Universitätskliniken Europas. Im Jahr 2018 wurden hier 152.693 voll- und teilstationäre Fälle sowie 692.920 ambulante Fälle behandelt. An der Charité sind Forschung, Lehre und Krankenversorgung eng miteinander vernetzt. Konzernweit sind rund 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Berliner Universitätsmedizin tätig. Damit ist die Charité eine der größten Arbeitgeberinnen Berlins. Rund 4.500 der Beschäftigten sind im Pflegebereich und 4.300 im wissenschaftlichen und ärztlichen Bereich tätig. Im Jahr 2018 hat die Charité Gesamteinnahmen von mehr als 1,8 Milliarden Euro erzielt. Mit mehr als 170,9 Millionen Euro eingeworbenen Drittmitteln erreichte die Charité einen erneuten Rekord. An der medizinischen Fakultät, die zu den größten in Deutschland gehört, werden mehr als 7.500 Studierende der Humanmedizin und der Zahnmedizin ausgebildet. Darüber hinaus gibt es 619 Ausbildungsplätze in 9 Gesundheitsberufen. http://www.charite.de

Telematikinfrastruktur: Gelten die Datenschutzgesetze nicht für Gesundheitsminister Spahn?

Aktuell müssen sich Ärzte und Psychotherapeuten mit ihren Praxen an die TI anschließen, andernfalls werden sie mit Honorarabzug bestraft.

FÄ-Vize Dr. Silke Lüder: „Die einzige Antwort darauf kann nur sein: Stopp der TI und des Anschlusszwangs“
FÄ-Vize Dr. Silke Lüder: „Die einzige Antwort darauf kann nur sein: Stopp der TI und des Anschlusszwangs“

In der Antwort auf eine aktuelle Anfrage der FDP-Bundestags-fraktion teilt das Bundes-gesundheitsministerium mit: Für die Telematikinfrastruktur (TI) gebe es bisher keine Daten-schutzfolgenabschätzung. Die Freie Ärzteschaft fordert aus diesem Anlass erneut und entschieden, die Einführung  der TI zu stoppen und die Pflicht der Ärzte sowie Psychotherapeuten zum Anschluss an die TI zurückzunehmen. „Jede Verarbeitung von sensiblen persönlichen Daten erfordert vorab eine Datenschutz-folgenabschätzung, und das verpflichtend“, sagte FÄ-Vize Dr. Silke Lüder mit Verweis auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) am Montag in Hamburg. 

Das gelte vor allem, wenn „bei der Verwendung neuer Technologien, aufgrund der Art, des Umfangs, der Umstände und der Zwecke der Verarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten natürlicher Personen“ bestehe, wie es in dem Gesetz heißt. Lüder betont: „Das ist bei der Telematikinfrastruktur sicher der Fall. Immerhin sollen in dem Netz medizinische Daten von 70 Millionen gesetzlich versicherten Bundesbürger gespeichert werden.“ Diese Datenschutzfolgenabschätzung hätte vor Einführung der TI und vor der gesetzlichen Verpflichtung der Arzt- und Psychotherapiepraxen zum Anschluss an die TI durchgeführt werden müssen – dies hätten auch der Bundesdatenschutzbeauftragte sowie die Kassenärztliche Bundesvereinigung mehrfach eingefordert. „Geschehen ist allerdings nicht – und das ist ein Skandal“, macht die FÄ-Vize klar. „Gelten die Datenschutzgesetze für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn etwa nicht?“

Die Sicherheit der Patientendaten in der TI ist ohnehin äußerst zweifelhaft. „Nachdem beim Chaos Communication Congress kürzlich öffentlich wurde, dass sich Unbefugte ohne Probleme Praxis-, Arzt- und Patientenausweise als Zugangsschlüssel zur TI besorgen konnten, ist klar, dass wichtige Datensicherheitskriterien wie Vertraulichkeit und Integrität nicht erfüllt sind“, berichtet Lüder. Deshalb sei inzwischen sogar die Ausgabe von Praxis- und Arztausweisen gestoppt worden. Verstöße gegen den Datenschutz könnten seit Mai 2018 laut DSGVO mit Strafen in Millionenhöhe geahndet werden.

Diese Gemengelage bringe Arztpraxen in eine derzeit unlösbare Situation. „Wer sich an die TI angeschlossen hat oder anschließt“, erläutert die FÄ-Vizevorsitzende, „riskiert eindeutig Verstöße gegen die Datenschutzgesetze, weil die verpflichtende Datenschutzfolgenabschätzung fehlt. Wer sich nicht anschließt, wird mit Honorarabzug bestraft. Da derzeit keine Praxis- und Arztausweise ausgegeben werden, könne man sich selbst dann nicht an die TI anschließen, wenn man wollte – trotzdem gebe es hohe finanzielle Strafen. „Die Sanktionen von Herrn Spahn kann man unter den gegebenen Umständen nur als rechtswidrige Erpressung bezeichnen. Der Minister trägt Verantwortung sowohl für die Sanktionen gegen die Praxen als auch für die fehlende Datenschutzfolgenabschätzung – ein Skandal. Die einzige Antwort darauf kann nur sein: Stopp der TI und des Anschlusszwangs.“

Depression früh erkennen – Forscher untersuchen WhatsApp-Kommunikation

Experten der Universität Leipzig sind noch auf der Suche nach Probanden zwischen 13 und 17 Jahren

Das Foto zeigt einen Jugendlichen in sich versunken. 
Das Foto ist von Pexels. Der Fotograf heißt Brett Sayles
Foto: Pexels – Brett Sayles

Ein Expertenteam des Instituts für Psychologie der Universität Leipzig will in einem neuen Forschungsprojekt zur WhatsApp-Kommunikation Jugendlicher untersuchen, ob sich daraus Rückschlüsse auf eine drohende Depression ziehen lassen. Der Kinder- und Jugendpsychologe Prof. Dr. Julian Schmitz und seine Kollegen sind daher im Raum Leipzig aktuell auf der Suche nach insgesamt 40 depressiven und gesunden jungen Menschen zwischen 13 und 17 Jahren, um deren WhatsApp-Kommunikation anonym zu vergleichen und auf bestimmte Inhalte hin zu analysieren, die auf eine Depression hinweisen. Das Forschungsprojekt der Universität Leipzig gehört zu einer umfassenden Studie eines größeren Konsortiums zu dieser Problematik unter Leitung der Universität Tübingen, an dem auch die Universität Würzburg und die TU Dresden beteiligt sind.

„Wir wollen zunächst herausbekommen, ob die WhatsApp-Kommunikation überhaupt ein Marker ist, um eine depressive Erkrankung zu erkennen“, sagt Schmitz. Dazu werden die Daten der Probanden, die beispielsweise in Krankenhäusern oder psychiatrischen Ambulanzen in Behandlung sind und so auf die Studie gekommen sind, auf bestimmte negative Inhalte untersucht. Ein wichtiger Punkt ist für die Forscher auch, wieviel Zeit die jungen Menschen am Handy oder Tablet verbringen und wie oft sie es aus- und einschalten. Fest steht, dass eine Depression die Kommunikationsmuster der Betroffenen beeinflusst.  „Die einen verschließen sich vor ihrer Umwelt, haben weniger Interaktion in den sozialen Medien, andere sind ständig online und kommunizieren verstärkte negative Gedanken und Gefühle. Im realen Leben ist es definitiv so, dass sich die Betroffenen eher zurückziehen“, erläutert Schmitz. Untersucht werde auch, mit wie vielen Personen die Jugendlichen Kontakt haben. „Wenn depressive Menschen ihre sozialen Kontakte nicht mehr pflegen, ist die Frage, ob das über WhatsApp messbar ist. Das wollen wir herausbekommen“, so der Psychologe.

Auch die Art der Kommunikation werde durch diese Erkrankung verändert. Über eine App, die auf den Handys der Jugendlichen installiert wird, und bestimmte Computer-Algorithmen suchen die Forscher deshalb nach einer Häufung von Wörtern oder Emojis, die negative Emotionen ausdrücken. Da depressive Menschen stark mit sich selbst beschäftigt sind, werde in den WhatsApp-Texten auch nach gehäuften „Ich“-Formulierungen gesucht, die den für die Erkrankung typischen Egozentrismus widerspiegeln.

Schmitz betont, dass die Auswertung der Daten, die bis zum Sommer kommenden Jahres gesammelt werden sollen, anonym erfolgt und diese verschlüsselt übertragen werden. Zudem stehen alle an dem Projekt Beteiligten unter Schweigepflicht. Innerhalb des Konsortiums werten die Forscher WhatsApp-Daten vom Jugendlichen aus Leipzig, Tübingen, Dresden und Würzburg aus. „Es ist das erste Mal, dass die WhatsApp-Kommunikation in diesem Zusammenhang untersucht wird“, betont Schmitz. Wenn sich herausstellt, dass dies ein gangbarer Weg ist, um diese Erkrankung zu erkennen, könnten über das Handy beispielsweise helfende Hinweise an die Betroffenen via WhatsApp verschickt werden. Auch der behandelnde Therapeut könnte auf diesem Weg informiert werden. Nicht zuletzt haben Schmitz zufolge auch die Krankenkassen Interesse an dem Forschungsprojekt, da die Resultate unter anderem für die klinische Versorgung von depressiven Patienten genutzt werden könnten.

Wir haben bei der Uni Leipzig nachgefragt, welche Daten die Krankenkassen tatsächlich bekommen werden. Wie es möglich sein wird, wenn die Daten anonymisiert sind, Hinweise für die Betroffenen per WhatsApp zu schicken.

Hier die sehr schnelle Antwort von Prof. Dr. Schmitz, Uni Leipzig.

„In der Studie werden die Daten anonymisiert erhoben zu Forschungszwecken; sollte es weitere Entwicklungen geben kann eine mögliche App, die im Gesundheitsbereich eingesetzt wird, dann auch für mögliche Nachrichten genutzt werden beispielsweise zwischen Patient und Psychotherapeut (als Perspektive). Aktuell erhalten Krankenkassen keine Daten aus der App bzw. auch die Forschungsdaten werden keiner Krankenkasse direkt zur Verfügung gestellt.“

Interessierte Jugendliche können sich unter den folgenden Kontaktdaten zur Studie anmelden: Telefon 0341 9735991 und E-Mail whatsapp-studie@psychologie.uni-leipzig.de.

Wissenschaftler warnen: Klimawandel gefährdet Arzneipflanzen

Wenn Sie das nächste Mal nach Ginseng-Tee oder Weihrauchöl greifen, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um darüber nachzudenken, wie es ohne wäre.

Stuttgart – Obwohl keine dieser Pflanzen heute akut gefährdet ist, stehen sie beispielhaft für eine sich abzeichnende weltweite Entwicklung: das Zurückdrängen und Aussterben von Arzneipflanzen. Wendy L. Applequist und ihre Co-Autoren beschreiben in ihrem Aufruf „Scientists‘ Warning on Climate Change and Medicinal Plants” die schädlichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Heilpflanzen. Der Appell wurde kürzlich in Planta Medica (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2019.) veröffentlicht und von vielen weiteren Wissenschaftlern unterzeichnet.

In den meisten Entwicklungsländern sind Arzneipflanzen die Hauptmedikamente für 70 bis 95 Prozent der Bevölkerung und auch in Industrienationen nimmt ihre Verwendung zu. Jährlich werden weltweit pflanzliche Inhaltsstoffe für medizinische Anwendungen im Wert von schätzungsweise 33 Milliarden US-Dollar exportiert. Doch diese Heilpflanzen sind bedroht. Die Autoren des Aufrufs zeigen eine Reihe von Risiken auf, die direkt oder indirekt mit dem Klimawandel in Verbindung stehen: Temperaturanstiege, Dürren und Starkregen, der Anstieg von Kohlendioxid in der Luft und die zunehmende Verbreitung von Schädlingen und Krankheitserregern. Zu den direkten Gefahren gehört auch das Überernten. Beides – Klimawandel und Überernten – kann den Bestand der Arzneipflanzen bis zum Aussterben reduzieren. Verbliebene Pflanzen wachsen schlechter und sind von geringerer Qualität. Besonders Letzteres ist für die Forscher Grund zur Sorge, da die Pflanzen ihre medizinische Wirkung ändern oder sogar ganz verlieren können. 

Gräser und andere Pflanzen im Stadtgarten von Freiburg. Foto: Ria Hinken

Die Bevölkerungen, die voraussichtlich am meisten unter diesen Auswirkungen leiden werden, sind kleinere Volksgruppen und indigene Stämme. Die am stärksten gefährdeten Pflanzen wachsen in alpinen Regionen und in nördlichen Breitengraden. Wenn sich das Klima in ihren angestammten Lebensräumen verändert, versuchen sich die Pflanzen anzupassen oder in benachbarte Lebensräume zu wandern. Nach Ansicht der Autoren sind einige Pflanzen dazu womöglich nicht in der Lage oder schaffen es nicht rechtzeitig, sich in einem neuen Lebensraum anzusiedeln. Die Autoren zitieren beispielsweise eine Studie, die den vollständigen Verlust des Lebensraums von Tylophora hirsuta in einigen Gebieten Pakistans voraussagt. Die Pflanze wird zur Behandlung von Asthma und Harnwegserkrankungen eingesetzt. In einer anderen Studie werden für Boswellia, die Quelle von Weihrauchharz, vielfältige Gefahren aufgezeigt: wachsende Agrarbetriebe, Raubbau unter anderem durch Feuer, Holzkäferbefall und Verfütterung an Nutztiere. 

Wirken Überernten und Klimawandel zusammen, wächst die Bedrohung exponentiell. Amerikanischer Ginseng stirbt mit einer Wahrscheinlichkeit von acht Prozent in den nächsten 70 Jahren aus, wenn er weiter so geerntet wird wie heute. Ein Aussterben des Ginsengs durch Folgen des Klimawandels wird in einer weiteren zitierten Studie mit sechs Prozent beziffert. Wenn beide Effekte zusammenkommen, steigt das Risiko auf 65 Prozent. 

Versagt die Menschheit weiterhin bei der nachhaltigen Bekämpfung des Klimawandels, empfehlen die Autoren, Arzneipflanzen vermehrt in Gemeinschaftsgärten anzubauen, um den lokalen Zugang zu erhalten. Bauern sollten zeitnah in der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wiesen und Felder und in der Überwachung der Pflanzenqualität geschult werden. Einen letzten Ausweg sehen die Forscher in der vom Menschen unterstützten Migration der Pflanzen in neue Lebensräume und im Anlegen einer standortunabhängigen Saatenbank.

Der Aufruf der Autoren steht in der Tradition der 1992 und 2017 veröffentlichten „World Scientists‘ Warning to Humanity“ und einigen weiteren Studien, die die Auswirkungen des Klimawandels auf einzelne Aspekte des menschlichen Lebens aufzeigen.

Über Planta Medica
Planta Medica ist eine der führenden internationalen Fachzeitschriften auf dem Gebiet der Arzneipflanzen- und Naturstoffforschung. Planta Medica akzeptiert Originalarbeiten und Übersichtsartikel von Forschern weltweit. Thieme veröffentlicht 18 Ausgaben pro Jahr.

Quelle:
W. L. Applequist et al.:
Scientistsʼ Warning on Climate Change and Medicinal Plants
Planta Medica 2019; eFirst 15.11.2019