Archiv der Kategorie: Pressemitteilungen

Chronobiologie der Gewebe

Wie sich Zellverbände im Körper untereinander abstimmen

Berlin, 26.07.2021 Die zirkadiane Rhythmik ermöglicht ein zeitlich abgestimmtes Zusammenspiel von Organen und Organsystemen im Körper über den Tagesverlauf hinweg. Gesteuert wird diese innere Uhr bei Menschen und Säugetieren von einem Areal des Gehirns aus, dem Hypothalamus. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben nun einen weiteren, bislang unbekannten Mechanismus entschlüsselt, der für die Synchronität auf zellulärer Ebene sorgt und für die zeitliche Steuerung der Organfunktionen entscheidend ist. In der Fachzeitschrift Science Advances*beschreiben die Forschenden, wie zelluläre innere Uhren außerhalb des Gehirns miteinander kommunizieren und einen stimmigen Rhythmus auf Gewebsebene erzeugen.

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Kinder entwickeln langfristige Immunität gegen COVID-19

Aktuelle Ergebnisse der COVID-19-Familienstudie Baden-Württemberg als Preprint veröffentlicht

Asymptomatischer Verlauf der Infektion bei Kindern fünfmal häufiger als bei Erwachsenen / Immunantwort stabiler als bei Erwachsenen

Wie verläuft eine COVID-19-Infektion bei Kindern, sind sie nach einem milden Verlauf geschützt und welche Rolle spielen sie im Pandemiegeschehen als Erkrankte, Infektionsherde und -verstärker? Diese zentralen Fragen haben Wissenschaftler*innen der Universitätsklinika in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm sowie des Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts NMI in Reutlingen in der vom Land Baden-Württemberg initiierten und finanzierten COVID-19-Kinder-Studie untersucht. Sie zeigten, dass Kinder sich innerhalb der Familien deutlich seltener ansteckten als Erwachsene und der Verlauf meist deutlich milder war. Gleichzeitig war die Immunantwort bei Kindern im Schnitt stärker und hielt länger an als bei Erwachsenen, unabhängig davon, ob Symptome auftraten. Die Ergebnisse sind am 23. Juli 2021 als Preprint veröffentlicht worden.

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Reizdarmsyndrom – Aufruhr im Darm

Gastroenterologen veröffentlichen aktualisierte S3-Leitlinie

Bauchschmerzen. Eine Frau hält sich den Bauch vor Schmerzen. Foto: Polina Zimmerman, Pexels
Polina Zimmerman, Pexels
 

Berlin, Juli 2021 – Immer wieder krampfartige Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung, ohne dass eine eindeutige organische Ursache auszumachen ist – das sogenannte Reizdarmsyndrom (RDS) kann die Lebensqualität erheblich einschränken. Zwischen vier und zehn Prozent der Deutschen sind von der Erkrankung betroffen. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und die Deutsche Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität e. V. (DGNM) haben in Zusammenarbeit mit 17 weiteren Fachgesellschaften nun die aktualisierte S3-Leitlinie „Reizdarmsyndrom“ veröffentlicht. Sie fasst den aktuellen Wissensstand zu Diagnostik und Behandlung des RDS zusammen. Unter anderem wurden darin die Kapitel zur Ernährung, zur psychotherapeutischen Behandlung und zu komplementären Therapien deutlich erweitert, zudem ist erstmals ein eigenständiges Kapitel zum Reizdarmsyndrom bei Kindern enthalten.

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Nur 4 von 20 Masken sind empfehlenswert

Die Stiftung Warentest hat zum zweiten Mal FFP2-Masken untersucht.

Die Filterwirkung ist bei allen – nun insgesamt 20 geprüften Masken – hoch. Manche können aber das Atmen stark beeinträchtigen. Andere sitzen nicht bei jedem optimal. 

Vier FFP2-Masken können die Tester rundum empfehlen: Die 3M Aua 9320+ aus dem Vortest sowie die Modelle von Lindenpartner, Moldex und Uvex aus dem aktuellen Test. Alle vier schützen sehr gut vor Aerosolen, bieten genug Atemkomfort, überzeugen in Passform und Dichtigkeit und schneiden unauffällig in den Schadstoffprüfungen ab. Die Masken stammen von Anbietern, die auf Arbeits- und Atemschutzmasken spezialisiert sind. 

Die Maske von Uvex kostet nur 67 Cent pro Stück und ist gleichzeitig eine der vier Besten. Zum Vergleich: Die ebenfalls empfehlenswerte 3M-Maske kostet 2,74 Euro. 

Wegen geringen Atemkomforts sind sieben Masken, darunter die von Kingfa, Leikang und Taidakang, wenig geeignet. Wer sie trägt, bekommt eher schlechter Luft als unter Masken mit hohem Atemkomfort. Sieben weitere Masken sind wegen der Passform nur eingeschränkt geeignet. 

Wichtig ist, den sicheren Sitz des Atemschutzes selbst zu überprüfen. Ein Anzeichen dafür, dass die Maske prima passt und kein Leck hat: Beim Ausatmen bläht sie sich auf, beim Einatmen zieht sie sich zusammen. 

Der Test FFP2-Masken ist online unter www.test.de/masken abrufbar. 

Wie Zwillingsstudien neue Erkenntnisse über den Einfluss von Long-COVID auf das Altern liefern

Keynote-Vortrag Claire Steves: Corona-erkrankte Zwillinge könnten wichtige Hinweise auf Alterungsprozesse liefern

Das Foto zeigt die Keynote-Speakerin Claire Steves
Claire Steves

In der öffentlichen Debatte wird das Thema Long-COVID derzeit vor allem im Zusammenhang mit Menschen unter 60 Jahren diskutiert. Doch auch viele ältere Menschen leiden unter den Langzeitfolgen, wie Geriater im klinischen Alltag erleben. Das wirft viele wichtige Forschungsfragen auf, zum Beispiel: Wie wirkt sich die Langzeiterkrankung auf den Alterungsprozess der über 60-Jährigen aus? Welche Mechanismen liegen diesem Prozess zugrunde? Wie kann die Immunantwort bei älteren, gebrechlichen Menschen gestärkt werden? Was lässt sich daraus für den Umgang mit anderen Infektionskrankheiten lernen? Dr. Claire Steves (Foto), Clinical Senior Lecturer am King’s College London und Consultant Geriatrician am Guys and St Thomas’s NHS Foundation Trust, sucht nach Antworten auf diese Fragen, indem sie Zwillinge im größten Zwillingsregister Großbritanniens untersucht. In ihrem mit Spannung erwarteten Hauptvortrag auf dem Online-Jahreskongress 2021 der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) vom 2. bis 4. September 2021 wird sie die ersten Ergebnisse dieser potenziell wegweisenden Forschung vorstellen.

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War die Einführung der Pflegeversicherung der größte sozialpolitische Fehler?

Kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert wie die Pflegeversicherung.

Das Foto zeigt: Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen

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Mit Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen ist es profino gelungen, einen der prominentesten Top-Speaker in Deutschland zu gewinnen. Der renommierte Branchenkenner wird am 07. Juli 2021 ab 10:00 Uhr die erste Pflege-Tagung auf profino beim Experten-Talk und mit einer eigenen Keynote unterstützen. 

Während die demografische Entwicklung und die ungenügende gesetzliche Absicherung eine private Vorsorge unerlässlich machen, ist die Marktabdeckung mit rund 3,8 Millionen privaten Zusatz-Policen erschreckend gering.  

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Online-Vortrag zur Entstehung von Leukämien bei Kindern

Der Grund, warum ein Mensch plötzlich an einer Leukämie erkrankt, ist weitgehend unbekannt

Prof. Dr. Charlotte Niemeyer Bildquelle: Universitätsklinikum Freiburg / Britt Schilling

Der Livestream des Vortrags wird unter www.uniklinik-freiburg.de/1hspitzenforschung übertragen. Nach dem rund 40-minütigen Vortrag gibt es Gelegenheit für Fragen. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht notwendig. 

„Die genetischen Marker sind für die exakte Diagnose essentiell und ermöglichen auch eine personalisierte Therapie, sei es mit Medikamenten oder einer Stammzelltransplantation“, sagt Niemeyer. Außerdem können so Familienmitglieder von Betroffenen gezielt im Rahmen einer Früherkennung untersucht werden. „Langfristiges Ziel unserer Forschung muss es sein, die Entstehung der genetischen Formen der Leukämie so zu verstehen, dass wir den Ausbruch der Krankheit in den betroffenen Personen verhindern können“, erklärt Niemeyer.

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Ole hilft beim Lollitest

Neues PCR-Messgerät am Universitätsklinikum Freiburg

ermöglicht schnelle Testung großer Personengruppen und wird künftig die Teststrategie in Schulen und Kitas in Freiburg und Umgebung unterstützen

Ole ist groß wie ein Schrank und äußerst hilfsbereit: Das neue PCR-Analysegerät am Institut für Virologie des Universitätsklinikums Freiburg ist ein wichtiger Baustein in der Corona-Teststrategie der Stadt Freiburg. Am Dienstag,22. Juni 2021 haben Prof. Dr. Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Freiburg, und Oberbürgermeister Martin Horn das Gerät besichtigt. Ole, wie das Großgerät liebevoll genannt wird, kann aufgrund einer hohen Kapazität und schnellen Verarbeitung der Proben besonders bei vermuteten Superspreading-Ereignissen frühzeitig Klarheit schaffen. Nach Anbindung an die digitale Teststruktur der Stadt wird es auch in der Corona-Pool-Teststrategie der Stadt an Schulen und Kitas eingesetzt. Das Gerät wurde vom Universitätsklinikum Freiburg mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg finanziert.

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Das „Comeback“ der Kur ist beschlossene Sache

Gute Nachrichten für Millionen Krankenversicherte

Gesunde Bewegung im Wasser
Gesunde Bewegung im Wasser: Das legendäre Bad Füssinger Thermalwasser, das mit bis zu 56 Grad Celsius in einmaliger Wirkstoff-Zusammensetzung aus 1.000 Metern Tiefe sprudelt, ist der Motor für die Erfolgsgeschichte des Kurortes an der bayerisch-österreichischen Grenze. Bad Füssings Heilwasser enthält eine besondere Art von Sulfid-Schwefel mit starker Heilwirkung gegen Gelenkerkrankungen, Rheuma und Rückenprobleme. Foto: Kur- & GästeService Bad Füssing

Gesetzliche Krankenkassen müssen künftig wieder ambulante Vorsorgekuren für ihre Versicherten erbringen. Im Heilbad Bad Füssing in Niederbayern und allen anderen Kureinrichtungen ist die Freude darüber groß. 
Bad Füssing – Es sind gute Nachrichten für Millionen Versicherte in Deutschland: Medizinische Vorsorgemaßnahmen in den Heilbädern sind künftig wieder Pflichtleistung der Krankenkassen. Der Bundestag hat dem Gesetz jetzt zugestimmt. Der Bundesrat wird dem Entwurf aus dem Haus von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn voraussichtlich Ende Juni abschließend „grünes Licht“ geben. Die Entscheidung ist ein Meilenstein: „Bisher war es der individuellen – und bisweilen schwer nachzuvollziehenden – Entscheidung der Kassen überlassen, ob sie einem Kurantrag zustimmen oder ihn ablehnen“, sagt Daniela Leipelt, Kur- und Tourismusmanagerin in Bad Füssing, dem übernachtungsstärksten Kurort Deutschlands an der bayerisch-österreichischen Grenze. 

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Warum es in Pflegeheimen weiter zu SARS-CoV-2-Ausbrüchen kommt

Charité-Studie belegt verzögerte Impfantwort bei Älteren

Antikörperbestimmung Charité

Berlin, 09.06.2021 Deutschlandweit gibt es Berichte von SARS-CoV-2-Ausbrüchen in Pflegeheimen trotz vollständiger Impfung der Bewohner. Um dieses Phänomen besser zu verstehen, hat ein Forschungsteam der Charité – Universitätsmedizin Berlin einen solchen Ausbruch in einer Berliner Einrichtung virologisch analysiert und die Immunreaktion älterer Menschen auf die Impfung untersucht. Die im Fachblatt Emerging Infectious Diseases* veröffentlichten Ergebnisse belegen die Wirksamkeit der Impfung, deuten aber auch auf eine verzögerte und leicht reduzierte Immunantwort bei Älteren hin. Auf Basis dieser Daten betonen die Forschenden, wie wichtig der Impfschutz der Kontaktpersonen ist, um diese besonders gefährdete Risikogruppe besser zu schützen.

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