Archiv der Kategorie: Depressionen

TeilnehmerInnen gesucht für Onlinestudie zur Kommunikation in Therapievideos

Voraussetzungen für eine Teilnahme: Sie sind mindestens 18 Jahre alt 

TeilnehmerInnen gesucht für Onlinestudie zur Kommunikation in Therapievideos

Die Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Potsdam führt derzeit eine Onlinestudie zu dem Thema „Kommunikation in Therapievideos“ durch.

Wir hoffen, viele Menschen für die Teilnahme gewinnen zu können, um eine möglichst repräsentative Stichprobe zu erhalten und somit die Aussagekraft der Daten zu erhöhen.

Voraussetzungen für eine Teilnahme: Sie sind mindestens 18 Jahre alt und waren in der Vergangenheit oder sind gegenwärtig von Depressionen betroffen.

Der folgende Link führt Sie zu einer etwa 25-minütigen, anonymen Online-Umfrage. Alle weiteren Informationen zu der Studie finden Sie auf der ersten Seite der Umfrage. Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung!

https://www.soscisurvey.de/Videostudie2020/

Depression früh erkennen – Forscher untersuchen WhatsApp-Kommunikation

Experten der Universität Leipzig sind noch auf der Suche nach Probanden zwischen 13 und 17 Jahren

Das Foto zeigt einen Jugendlichen in sich versunken. 
Das Foto ist von Pexels. Der Fotograf heißt Brett Sayles
Foto: Pexels – Brett Sayles

Ein Expertenteam des Instituts für Psychologie der Universität Leipzig will in einem neuen Forschungsprojekt zur WhatsApp-Kommunikation Jugendlicher untersuchen, ob sich daraus Rückschlüsse auf eine drohende Depression ziehen lassen. Der Kinder- und Jugendpsychologe Prof. Dr. Julian Schmitz und seine Kollegen sind daher im Raum Leipzig aktuell auf der Suche nach insgesamt 40 depressiven und gesunden jungen Menschen zwischen 13 und 17 Jahren, um deren WhatsApp-Kommunikation anonym zu vergleichen und auf bestimmte Inhalte hin zu analysieren, die auf eine Depression hinweisen. Das Forschungsprojekt der Universität Leipzig gehört zu einer umfassenden Studie eines größeren Konsortiums zu dieser Problematik unter Leitung der Universität Tübingen, an dem auch die Universität Würzburg und die TU Dresden beteiligt sind.

„Wir wollen zunächst herausbekommen, ob die WhatsApp-Kommunikation überhaupt ein Marker ist, um eine depressive Erkrankung zu erkennen“, sagt Schmitz. Dazu werden die Daten der Probanden, die beispielsweise in Krankenhäusern oder psychiatrischen Ambulanzen in Behandlung sind und so auf die Studie gekommen sind, auf bestimmte negative Inhalte untersucht. Ein wichtiger Punkt ist für die Forscher auch, wieviel Zeit die jungen Menschen am Handy oder Tablet verbringen und wie oft sie es aus- und einschalten. Fest steht, dass eine Depression die Kommunikationsmuster der Betroffenen beeinflusst.  „Die einen verschließen sich vor ihrer Umwelt, haben weniger Interaktion in den sozialen Medien, andere sind ständig online und kommunizieren verstärkte negative Gedanken und Gefühle. Im realen Leben ist es definitiv so, dass sich die Betroffenen eher zurückziehen“, erläutert Schmitz. Untersucht werde auch, mit wie vielen Personen die Jugendlichen Kontakt haben. „Wenn depressive Menschen ihre sozialen Kontakte nicht mehr pflegen, ist die Frage, ob das über WhatsApp messbar ist. Das wollen wir herausbekommen“, so der Psychologe.

Auch die Art der Kommunikation werde durch diese Erkrankung verändert. Über eine App, die auf den Handys der Jugendlichen installiert wird, und bestimmte Computer-Algorithmen suchen die Forscher deshalb nach einer Häufung von Wörtern oder Emojis, die negative Emotionen ausdrücken. Da depressive Menschen stark mit sich selbst beschäftigt sind, werde in den WhatsApp-Texten auch nach gehäuften „Ich“-Formulierungen gesucht, die den für die Erkrankung typischen Egozentrismus widerspiegeln.

Schmitz betont, dass die Auswertung der Daten, die bis zum Sommer kommenden Jahres gesammelt werden sollen, anonym erfolgt und diese verschlüsselt übertragen werden. Zudem stehen alle an dem Projekt Beteiligten unter Schweigepflicht. Innerhalb des Konsortiums werten die Forscher WhatsApp-Daten vom Jugendlichen aus Leipzig, Tübingen, Dresden und Würzburg aus. „Es ist das erste Mal, dass die WhatsApp-Kommunikation in diesem Zusammenhang untersucht wird“, betont Schmitz. Wenn sich herausstellt, dass dies ein gangbarer Weg ist, um diese Erkrankung zu erkennen, könnten über das Handy beispielsweise helfende Hinweise an die Betroffenen via WhatsApp verschickt werden. Auch der behandelnde Therapeut könnte auf diesem Weg informiert werden. Nicht zuletzt haben Schmitz zufolge auch die Krankenkassen Interesse an dem Forschungsprojekt, da die Resultate unter anderem für die klinische Versorgung von depressiven Patienten genutzt werden könnten.

Wir haben bei der Uni Leipzig nachgefragt, welche Daten die Krankenkassen tatsächlich bekommen werden. Wie es möglich sein wird, wenn die Daten anonymisiert sind, Hinweise für die Betroffenen per WhatsApp zu schicken.

Hier die sehr schnelle Antwort von Prof. Dr. Schmitz, Uni Leipzig.

„In der Studie werden die Daten anonymisiert erhoben zu Forschungszwecken; sollte es weitere Entwicklungen geben kann eine mögliche App, die im Gesundheitsbereich eingesetzt wird, dann auch für mögliche Nachrichten genutzt werden beispielsweise zwischen Patient und Psychotherapeut (als Perspektive). Aktuell erhalten Krankenkassen keine Daten aus der App bzw. auch die Forschungsdaten werden keiner Krankenkasse direkt zur Verfügung gestellt.“

Interessierte Jugendliche können sich unter den folgenden Kontaktdaten zur Studie anmelden: Telefon 0341 9735991 und E-Mail whatsapp-studie@psychologie.uni-leipzig.de.

Auf Wunsch erhalten Sie motivierende SMS!

Online-Training zum Umgang mit chronischen Schmerzen

Da es immer weniger Schmerzkliniken und Schmerzarztpraxen gibt, weil diese von den Krankenkassen nicht ausreichend finanziert werden, sind chornische Schmerzpatienten auf allerlei Hilfe angewiesen.

Get.On hat hierzu ein Onlinetraining für chronische Schmerzpatienten entwickelt. Das Training besteht aus vielen Fragebögen und Podcasts auf der Basis von MBSR (steht für Mindfulness based stress reduction und ist ein Achtsamkeitstraining).

Allerdings gingen die Psychologen davon aus, dass chronische Schmerzpatienten auch mehr oder weniger depressiv sind. Wer keine Depressionen hat, fühlt sich nicht so recht wahrgenommen. Und jene, die Depressionen haben, werden vielleicht die vielen SMS nicht als Motivation, sondern eher als Belästigung empfinden.

Im Gegensatz zu den klassischen MBSR-Kursen lernen sich die Teilnehmer des Online-Trainings zu keinem Zeitpunkt kennen. Aber gerade dieses Kennenlernen ist für den Erfolg des Achtsamkeitstrainings besonders wichtig. Menschen, die keine Möglichkeit haben, an einer Präsenzveranstaltung teilzunehmen, können mit den CD’s von Dr. Britta Hölzel erste Erfahrungen sammeln, um dann zu entscheiden, ob ein Online-Training hilfreich sein kann.

Achtsamkeit – mitten im LebenIm Buch „Achtsamkeit – mitten im Leben“ beschreiben mehrere Therapeuten ihre Ansätze und Vorgehensweisen.

Infos zum Buch und Get.On – Training finden Sie hier auf unserem Blog https://patientenkompetenz.info/achtsamkeit-mitten-im-leben/ 

Die vielen Gesundheits-Apps und Onlineangebote lassen uns zuweilen vergessen, dass ein ganz wesentlicher Aspekt für Genesung und Akzeptanz von nicht heilbaren Beschwerden die menschliche Zuwendung ist. Werner Bartens beschreibt das in seinem Buch „Wie Berührung hilft“ sBuchcover Wie Berührung hilft von Werner Bartensehr gut.

 

Depressions-Film ‚Mängelexemplar‘ mit Expertengespräch

Kinotalk aktuell: Depressions-Film ‚Mängelexemplar‘ mit Expertengespräch

Vorführung der deutschen Tragik-Komödie und anschließendes Gesprächs mit Experten des Universitätsklinikums Freiburg und vom Freiburger Bündnis gegen Depression e.V.

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Am 12. Mai startet in den deutschen Kinos der Film ‚Mängelexemplar‘. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Sarah Kuttner und setzt sich auf wilde, humorvolle und zugleich sensible Art mit dem Thema Depression auseinander. Um über das Thema zu informieren und einen ersten Raum für Fragen zu bieten, lädt das Universitätsklinikum Freiburg gemeinsam mit dem Freiburger Bündnis gegen Depression (FBgD) e.V. am Montag, den 23. Mai 2016 um 18.45 Uhr zu einer Filmvorstellung im Kino Harmonie (Grünwälderstraße 16-18) ein. Nach dem Film stehen ein Experte des Universitätsklinikums Freiburg und des FBgD e.V. für Fragen zu Verfügung. Karten gibt es im regulären Vorverkauf und an der Abendkasse zum Preis von 7,50 Euro.

„Depression ist ein sehr ernstes Thema. Genau deshalb tut manchmal ein humorvoller Umgang mit der Erkrankung gut“, sagt der bei der Veranstaltung anwesende Depressions-Experte Prof. Dr. Christoph Nissen, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie behandelt seit vielen Jahren Menschen mit Depression und erforscht neue Therapiemöglichkeiten.

Bei der Kinoveranstaltung wird auch ein Mitarbeiter vom Freiburger Bündnis gegen Depressionen e.V. mit einem Infostand anwesend sein. Der Verein bietet Beratung, Informationen und konkrete Hilfestellungen im Krisenfall an. „Menschen mit Depression und auch deren Angehörige haben oft große Hemmungen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine solche Kinoveranstaltung kann für den einen oder anderen vielleicht eine erste Annäherung sein“, hofft Stefanie Hirth, Geschäftsführende Leiterin des Bündnisses.

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Depressionshilfe erkrankt etwa jeder Fünfte in Deutschland einmal im Leben an einer Depression. Obwohl der Leidensdruck der Betroffenen sehr hoch ist, werden Depressionen oft nicht oder nicht optimal behandelt. Doch das muss nicht so sein: „Eine Depression ist sehr wirksam behandelbar. Allerdings müssen alle therapeutischen Möglichkeiten genutzt werden und die Betroffenen müssen bereit für Hilfe sein“, sagt Prof. Nissen.

Inhalt des Films

Hauptperson in dem Film ‚Mängelexemplar‘ ist die Mitte 20-jährige Karo, die für sich selbst immer mehr zum Problem wird: die emotionale und manchmal egoistische Berlinerin verliert ihren Job, hat Stress mit der Mutter und auch mit den Männern. Beim Gedanken über ihre Zukunft wird sie von Panikattacken heimgesucht und beschließt, sich in Behandlung zu begeben. Doch statt die diagnostizierte Depression langsam anzugehen, räumt Karo mit Vollgas in ihrem Leben auf. Ab sofort will sie alles richtig machen – und bewirkt damit das Gegenteil. Erst nach und nach lernt sie, dass sie die Krankheit auf diese Weise nicht besiegen kann. Der Film ‚Mängelexemplar‘ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Autorin und Fernsehmoderatorin Sarah Kuttner. In den Hauptrollen spielen unter anderem Claudia Eisinger, Katja Riemann und Laura Tonke.

Weitere Informationen

Schwerpunkt Depressionsbehandlung am Universitätsklinikum Freiburg

Freiburger Bündnis gegen Depression e.V.

App zur Früherkennung von Depressionen

MOSS – Mit einer App depressive Verstimmungen erkennen und Betroffenen helfen

App zur DepressionserkennungForschende des UniversitätsSpitals Zürich haben in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich, der Universität St. Gallen und der makora AG eine App zur Früherkennung von Depressionen entwickelt. Betroffene werden damit mobil, alltagsnah und mit individuellen Verhaltensempfehlungen unterstützt.

​ Depressionen beginnen oft schleichend, das frühzeitige Erkennen erster Symptome ist jedoch für den Verlauf der Krankheit entscheidend. An diesem Punkt setzte das Entwicklerteam der MOSS App um die Psychiaterin Dr. Steffi Weidt (UniversitätsSpital Zürich) und Prof. Elgar Fleisch (ETH Zürich und Universität St. Gallen) an. Ziel der App ist es, eine beginnende Depression frühzeitig zu erkennen und individuelle Verhaltensempfehlungen zu geben, um die Depression abzuschwächen oder sogar zu vermeiden. MOSS wurde in Kooperation mit der ETH Zürich, der Universität St. Gallen (HSG) und der makora AG entwickelt und wird von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) finanziell unterstützt.

MOSS: Mobile Sensing and Support
Die MOSS App nutzt die zeitlich und örtlich unbeschränkte Verfügbarkeit (Mobile) von Smartphones, um Menschen mit einer depressiven Verstimmung möglichst alltagsnah und individuell zu unterstützen. Dafür erfasst, sammelt und analysiert (Sensing) MOSS laufend Daten, und gibt anhand von Algorithmen ermittelte individuelle, an die Situation angepasste Verhaltensempfehlungen ab (Support). Diese Empfehlungen basieren auf medizinischen und verhaltenstherapeutischen Grundlagen zur Behandlung von Depressionen und betreffen die vier Bereiche: Körper, Gedanken, Entspannung und Soziales.

Antriebslosigkeit erkennen und bekämpfen
Energie- und Antriebslosigkeit sind typische Begleiterscheinungen von depressiven Verstimmungen. Die App erfasst deshalb unter anderem Informationen zur körperlichen Aktivität (Bewegung zu Fuss) oder zu sozialen Kontakten (Anzahl Anrufe). Aus diesen Angaben erkennt MOSS, dass ein Nutzer in den letzten Tagen das Haus nur selten verlassen hat und keine sozialen Kontakte mehr pflegte. Basierend auf diesen Informationen würde MOSS beispielsweise empfehlen, wieder einmal einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen oder sich bei einer Freundin zu melden, um mit positiven Aktivitäten die Symptome zu überwinden oder sich präventiv vor einer Depression zu schützen.

Verbesserung der Versorgungssituation
«Da die App jederzeit und überall für Betroffene verfügbar ist, kann sie deutlich zur Verbesserung der Versorgungssituation beitragen. Die App läuft zudem bequem und selbständig im Hintergrund, die Nutzer müssen aktiv keine Eingaben machen. Für Menschen mit depressiven Verstimmungen oder Depressionen ist das eine wesentliche und hilfreiche Unterstützung», ist Steffi Weidt überzeugt.

Teststudie
Das UniversitätsSpital Zürich (USZ) führt unter der Leitung von Dr. Steffi Weidt die erste Teststudie der MOSS App durch. Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer können die neuartige Android App kostenlos testen. Der Schutz der persönlichen Daten ist dabei zentral; so werden alle Informationen verschlüsselt übermittelt und gespeichert und die Teilnehmenden sind nur über eine Identifikationsnummer erfasst. 

Information und Anmeldung unter: http://www.health-is.ch/MOSS

Ansprechpartner:
Dr. Steffi Weidt, Projektverantwortliche MOSS
UniversitätsSpital Zürich, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
044 255 52 80, mossde@usz.ch

„Reha-Therapiestandards Depressive Störungen“

Pressemitteilung

Depressive Störungen: Dr. Becker Klinik Norddeich erneut unter den besten drei Kliniken

Einzeltherapie depressive Störung

Einzeltherapie depressive Störung

Für Patienten mit depressiven Störungen sind die Therapiestandards in der Dr. Becker Klinik Norddeich überdurchschnittlich hoch. Das belegte jetzt erneut der aktuelle Bericht zur Qualitätssicherung der Deutschen Rentenversicherung (DRV).

Norden Norddeich. Patienten, die sich in der Dr. Becker Klinik Norddeich wegen depressiver Störungen behandeln lassen, können sich darauf verlassen, nach anerkannten wissenschaftlichen Therapiestandards behandelt zu werden. Das hat jetzt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) in ihrem Qualitätssicherungsverfahren „Reha-Therapiestandards Depressive Störungen“ nachgewiesen. Insgesamt 153 psychosomatische Abteilungen deutscher Rehakliniken hatte sie im Rahmen des Verfahrens getestet. Die Klinik Norddeich erreichte 99 von 100 Punkten und konnte damit ihr Ergebnis aus dem Vorjahr halten. Wie bereits 2013 schnitt sie im bundesweiten Vergleich als drittbeste Klinik Deutschlands ab.
 
Individuelle Güte nur kursorisch erfasst
„Wir sind sehr stolz auf diese Platzierung“, freut sich Dr. Vitus Irrgang, Chefarzt der Psychosomatik in der Klinik Norddeich „Mein Dank gilt hier vor allem unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die tagtäglich das Ziel mittragen, Spitzen-Rehabilitation zu leisten. Ohne ihr Engagement hätten wir diese Top-Platzierung nicht erreicht.“ Der Chefarzt mahnt allerdings, das Ergebnis differenziert zu sehen: „Die individuelle Güte einer psychotherapeutischen Behandlung ist damit nur kursorisch erfasst. Um unseren Patienten die bestmögliche Behandlung zu garantieren, müssen wir ständig an der inhaltlichen Verbesserung unserer Therapien weiterarbeiten.“
 
402 Entlassbriefe ausgewertet
Der DRV-Bericht „Reha-Therapiestandards Depressive Störungen“ ist ein Teil des Programms zur Reha-Qualitätssicherung der DRV, das diese seit 1997 durchführt. Für den Bericht 2014 wurden insgesamt 66.657 Reha-Entlassberichte aus 153 Einrichtungen aus dem Jahr 2013 ausgewertet, davon 402 aus der Dr. Becker Klinik Norddeich. Abgeglichen wird, ob in den als wirksam anerkannten Therapiemodulen – wie zum Beispiel Psychotherapie, Bewegungstherapie oder Gesundheitsbildung – die jeweils wissenschaftlich empfohlenen Therapieeinheiten durchgeführt wurden.

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Dr. Becker Klinik Norddeich
Die Dr. Becker Klinik Norddeich ist eine Einrichtung für orthopädische und psychosomatische Rehabilitation. Insgesamt behandeln die rund 150 Mitarbeiter unterschiedlicher Fachrichtungen über 3.800 Patienten jährlich. Direkt an der Nordsee in attraktiver Lage, bietet die Klinik den Patienten wirksame Therapie und Regeneration in einem einzigartigen Klima. Die gesundheitsfördernde, immunstimulierende Meeresluft mit ihrem hohen Feuch

Erinnerungslücken durch Antidepressiva?

Unterdrückung des REM-Schlafs stört Lernprozesse

Berlin, 02.09.2014 Depressionen können mit Medikamenten, die den REM-Schlaf unterdrücken, wirksam behandelt werden. In diesen Schlafphasen finden nicht nur die meisten Träume statt, sondern es werden auch Erinnerungen im Gedächtnis verfestigt. Wie Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin jetzt festgestellt haben, beeinträchtigt die Unterdrückung des REM-Schlafes gleichzeitig das Lernen und kann Gedächtnisstörungen hervorrufen. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Sleep* veröffentlicht.

Menschen mit Depressionen sind antriebslos, wirken nach außen müde und schlapp. Doch innerlich sind sie angespannt und das Gehirn arbeitet auf Hochtouren. Eine der wirksamsten Therapien ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Unterdrückung des REM-Schlafs mit bestimmten Antidepressiva. Dieser Wirkmechanismus beeinflusst jedoch auch die kognitiven Leistungen: In den REM-Schlafphasen werden Erinnerungen im Langzeitgedächtnis verfestigt und fördern damit das prozedurale Lernen. Das sind automatisierte Lernvorgänge, wie beispielsweise Klavierspielen oder Fahrradfahren.

Bisherige Studien zeigten, dass depressive Menschen in ihrem prozeduralen Lernen beeinträchtigt sind und ein erhöhtes Risiko haben, an kognitiven Störungen oder Demenz zu erkranken. Sind diese Symptome Ausdruck der Erkrankung oder werden sie erst durch die Antidepressiva hervorgerufen? Dieser Frage ging die Arbeitsgruppe um Privatdozent Dr. Dieter Kunz vom Institut für Physiologie der Charité in einer experimentellen Studie nach. Vor dem Zubettgehen sollten sich 25 gesunde Teilnehmer visuelle Muster merken. Anschließend bekamen sie entweder ein Placebo oder das Antidepressivum Amitriptylin verabreicht. Am nächsten Abend wurde der Lernerfolg getestet: Die Probanden mit dem Placebo-Präparat konnten die Muster deutlich schneller erkennen als diejenigen, die Amitriptylin erhalten haben.

»Unsere Ergebnisse lassen vermuten, dass kognitive Störungen bei depressiven Patienten durch das Antidepressivum Amitriptylin zumindest mit verursacht werden. Das Eindringen von psychoaktiven Substanzen in die komplizierten Schlafabläufe kann eine Vielzahl der bekannten Nebenwirkungen wie kognitive Defizite, Gewichtszunahme und morgendliche Apathie erklären«, sagt der Schlafforscher Dr. Kunz. Weiterhin betont er: »Die Entwicklung von neuen Substanzen, die nicht nur tagsüber das Befinden von depressiven Menschen verbessern, sondern auch deren Schlafqualität fördern, ist voranzutreiben.«

*Goerke M, Cohrs S, Rodenbeck A, Kunz D. Differential effect of an anticholinergic antidepressant on sleep – dependent memory consolidation. Sleep 2014 May 01. Doi: 10.5665/sleep.3674

Burn-out oder Depression?

Der Tod des Schauspielers Robin Williams zeigt, dass es jeden treffen kann.

Gerade in den Chefetagen wird das Thema immer noch stark verdrängt. Warum eigentlich, fragt man sich da. Inzwischen ist doch längst bekannt, dass Burn-out und Depressionen Krankheiten sind, derentwegen sich niemand schämen muss.

Führungskräfte sollten die Sache ernst nehmen. Vor allem auch mit Blick auf sich selbst. Wer Anzeichen von Burn-out oder gar Depression erkennt, sollte sich dem stellen. Im frühen Stadium hilft meist ein guter Coach. Bei der Auswahl sollten jedoch Manager darauf achten, dass sie sich einen Coach holen, der dem Thema auch gewachsen ist. „verkopfte“ Typen von bekannten Institutionen sind da wenig hilfreich.