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Praxisratgeber „Männer im Betrieb(s)Zustand“

Männer für ihre Gesundheit sensibilisieren

Layout 1Männer sterben rund sechs Jahre früher als Frauen. Zudem leiden sie fast doppelt so häufig unter chronischen Erkrankungen und gehen eher an ihre körperlichen und psychischen Grenzen. Gesundheitsbewusstes Verhalten ist in der Regel eher „Frauensache“ und Männer sind nur schwer für Präventionsangebote zu gewinnen.

Im neuen Praxisratgeber „Männer im Betrieb(s)Zustand“ werden unterschiedliche Aspekte der Gesundheitsarbeit mit Männern thematisiert: vom Umgang mit dem eigenen Körper, der erhöhten Unfallgefahr im Berufsleben, den gesundheitlichen Auswirkungen ?schädlichen“ Verhaltens bis hin zur Gesundheitskommunikation mit Männern – generell sowie auch speziell mit Männern mit Migrationshintergrund. Das sind nur einige der Themen, zu denen Dr. Peter Kölln, Facharzt für Arbeitsmedizin und Berater für betriebliches Gesundheitsmanagement, wertvolle Anregungen gibt.

Ziel ist es zu zeigen, wie Männer gezielt und effektiv für ihre eigene Gesundheit sensibilisiert werden können. Dabei kommen 55 Expertinnen und Experten zu Wort, die dem Autor in Interviews Empfehlungen aus  unterschiedlichen Perspektiven geben. Das Spektrum ist breit: Vom Männergesundheitsexperten Thomas Altgeld bis hin zum Schriftsteller Wladimir Kaminer – ihre scharfe Beobachtungsgabe und ihre Praxiserfahrung regen zum Nachdenken und Aktivwerden an.

Ein Muss für Führungskräfte, Betriebsräte, Betriebsärzte, Personaler, BEM-Beauftragte sowie Mediziner und Soziologen, aber auch für jeden anderen am Thema interessierten Laien.

Männer im Betrieb(s)Zustand
Peter Kölln
PraxisReihe Arbeit, Gesundheit, Umwelt
ISBN 978-3-89869-412-4, Preis: 39 Euro
Universum Verlag GmbH

Tausend mal berührt

Mit Berührung fängt alles an. Bevor ein Mensch sprechen kann, hat er sich die Welt durch Berührung erschlossen. Der Tastsinn ist der erste Sinn, der sich entwickelt.

Bartens_Touch you05Menschen brauchen Berührungen seit je her. Ohne Berührung verkümmern wir sogar. Für Kinder kann fehlende Berührung lebensbedrohlich sein, das haben nicht zu letzt die erschreckenden Bilder von rumänischen Waisenhäusern nach dem Zusammenbruch des Ceaușescu-Regimes gezeigt.

Werner Bartens unterstreicht in seinem neuen Buch „Wie Berührung hilft“ die Wichtigkeit des Themas. An Hand vieler sehr unterschiedlicher Beispiele, Experimente und Studien wird deutlich, dass wir Berührung ebenso wie Luft und das tägliche Brot und Wasser benötigen.

Säuglinge, die viel gestreichelt werden und sich geborgen fühlen, bilden ihr Gehirn besser aus. Sie sprechen früher und sind auch sonst widerstandsfähiger. Man kann also vereinfacht sagen, liebevolle elterliche Berührung macht Kinder klug und stark.

Auch im späteren Leben lieben es die meisten Menschen, berührt zu werden.

Oft ist es nur ein flüchtiges Streifen, das einen Menschen für den ganzen Tag glücklich macht.Wenn wir einen angenehmen Arbeitsplatz haben, dann kommen wir gerne zur Arbeit. Wir beurteilen ein Theaterstück wohlwollender, wenn wir uns während der Vorstellung im Theater wohl gefühlt haben. Und zu Hause kuscheln wir uns gerne in weiche Decken und Kissen. Von der wärmenden Badewanne ganz zu schweigen.

Lust auf ein Experiment?

Dann nehmen Sie doch mal einen Becher mit angenehm warmen Kaffee oder Tee und reichen diesen dem nörgelnden Kollegen mit der Bitte, dass er den Becher mal eben kurz halten möge. Warten Sie einen Moment ab und fragen ihn dann, ob er ihnen einen Gefallen tun könne. Die Chance, dass er „ja“ sagt ist dabei viel größer, als wenn sie ihm eine eiskalte Cola zum Halten gegeben hätten.

Sie glauben das nicht? Ist aber so. Wir verhalten uns wohlwollender, wenn wir Wärme spüren. Kälte und unbequeme Stühle in Kombination lassen uns sogar härtere Entscheidungen fällen. Wenn Sie also möchten, dass Ihnen jemand wohl gesonnen ist, dann sorgen Sie dafür, dass dieser Mensch bequem in einer angenehmen Umgebung sitzt. Und bieten Sie ihm heißen Tee oder Kaffee an.

„Die Prägung unseres Verhaltens erfolgt auch durch die Rückseite unserer Hosen“, sagte der Yale Psychologe John Bargh einmal. Harte Stühle machen hartherzig, bequeme Stühle stimmen freundlicher. Arbeitgeber sollten das bei der Ausstattung von Arbeitsplätzen berücksichtigen. Einrichtung, Gemütlichkeit und Temperatur wirken sich in erheblichem Maße auf unsere sozialen Beziehungen aus. Das gilt für den Arbeitsplatz ebenso wie für das eigene Heim.

Berührung hilft gegen Stress. Wer Zuhause mit einer liebevollen Umarmung oder einem Kuss empfangen wird, baut angestauten Stress viel schneller ab. Das belegten Kardiologen in Toronto.

Das Kuschelhormon Oxytocin wirkt beruhigend und stabilisiert die Stimmung. Es aktiviert das körpereigene Belohnungssystem. Im Klartext heißt das, dass zwar starke Belastungen nach wie vor empfunden werden, aber ohne das Gefühl der Überforderung.

Markus Heinrich von der Uni Freiburg hat entdeckt, dass Männer ihren Partnerinnen ihren Partnerinnen in Stresssituationen am meisten helfen, wenn sie ihnen den Nacken massieren und dabei schweigen. Männer profitieren besonders von aufmunternder Zuneigung und Zuspruch.

Heilende Berührungen

Lange Zeit galt jegliche Berührung durch Ärzte oder Pflegepersonal in der Medizin mit der Begründung der Ansteckungsgefahr als verpönt.

Heute weiß man längst, dass gerade Berührung Patienten im Heilungsprozess erheblich unterstützt. Trotzdem werden nach wie vor von vielen Schulmedizinern Methoden wie Reiki und Ayurveda despektierlich als esoterisch eingestuft. Dabei könnten gerade diese Methoden, je nach Erkrankung eingesetzt, eine wichtige Unterstützung im Heilungsprozess sein.

Berührende Erfolge oder Erfolg durch Berührung?

Berührungen sind nicht nur in der Medizin und in Beziehungen hilfreich. Sie können auch beim Lernen, im Sport und in der Kneipe gute Dienste leisten.

Fußballfans erleben es immer wieder, wenn ihr Verein ein Tor schießt, dann wird der Schütze von seinen Mitspielern umarmt, ja sogar geküsst, wenn es das alles entscheidende Tor war.

„Während der Fußball WM 1998 gewannen Forscher verblüffende Erkenntnisse: Die Spieler, die sich am häufigsten und ausdauerndsten während des Turniers berührten, wurden am Ende auch Weltmeister.“ Meine Herren, wenn das kein Plädoyer für angenehme Berührung ist.

Auch in der Kneipe trinken die Gäste mehr, wenn sie angefasst werden. Aber Vorsicht! Wenn Sie nüchtern bleiben müssen, dann entweder nicht anfassen lassen oder nur alkoholfreie Getränke bestellen.

Als angenehm empfundene Berührungen sind Stimulation für Körper und Geist, die das Leistungsvermögen steigern. Sie sind kostenlos und haben keinerlei Nebenwirkungen. Was kann es Schöneres geben?

Der Buchumschlag fühlt sich übrigens gut an. Damit wird er dem Inhalt gerecht.

Also, worauf warten Sie noch?

„Wie Berührung hilft“

–   Warum Frauen Wärmflaschen lieben und Männer mehr Tee trinken sollten –

von Werner Bartens, erschienen bei Knaur – www.droemer-knauer.de,  € 12,99

Kinderchirurgen fordern bessere Versorgung

„Tag des Kinderkrankenhauses“ am 21. September

Kinder in Deutschland nicht flächendeckend kinderchirurgisch versorgt

Berlin – Die Zahl kinderchirurgischer Stationen ist hierzulande seit 1994 von 101 auf 81 im Jahr 2012 gesunken. Damit könne von einer flächendeckenden kinderchirurgischen Versorgung keine Rede sein, mahnt die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) zum Tag des Kinderkrankenhauses am 21. September. Denn nur in Kinderkliniken sei die bestmögliche Versorgung junger Patienten – auch entsprechend der von der WHO unterstützten Charta für Kinder im Krankenhaus – gewährleistet. Die DGKCH fordert, dass Kinder grundsätzlich in Kinderkliniken mit kinderchirurgischen Abteilungen oder in Zusammenarbeit mit einer kinderchirurgischen Abteilung behandelt werden.

Knochenbrüche, Leistenhernien, Hodenhochstand oder Blinddarmentzündung: Jedes Jahr operieren Kinderchirurgen mehr als 120 000 Kinder. Doch immer noch viel zu viele der erforderlichen Operationen an Heranwachsenden werden durch Erwachsenenchirurgen durchgeführt. Denn ein Großteil der Kliniken betreibt gar keine Abteilung für Kinderchirurgie, sagt Professor Dr. med. Bernd Tillig, Präsident der DGKCH. „Aber auch wenn eine qualifizierte Kinderchirurgie in der Nähe verfügbar ist, kommt es vor, dass ein 6-jähriger in der benachbarten Erwachsenenklinik nach Erwachsenenkriterien operiert wird – und damit nicht die bestmögliche kindgerechte Behandlung erhält“, sagt Dr. med. Tobias Schuster aus Augsburg, der Pressesprecher der DGKCH ist. „Denn Kinderchirurgie ist mehr als Chirurgie am Kind“, gibt er zu Bedenken. Nicht immer lasse sich das Vorgehen aus der Erwachsenenchirurgie 1:1 auf die Behandlung beim Kind übertragen. „Zudem unterscheiden sich die Patienten je jünger sie sind desto mehr von Erwachsenen auch in den Krankheitsbildern, etwa bei komplexe Fehlbildungen des Urogenitaltrakts“, erläutert Tillig. Und selbst bei gleicher Diagnose verlaufen Erkrankungen oft unterschiedlich: „Bei vielen kindlichen Knochenbrüchen genügt ein Gips oder eine Schiene anstelle einer Operation wie in der Erwachsenenchirurgie, denn der wachsende Körper ist bis zu einem gewissen Grad in der Lage, Schäden zu korrigieren“. Eine optimale Behandlung von Kindern und Jugendlichen setze deshalb spezielle Kenntnisse und Erfahrungen über Wachstumsvorgänge und anatomische Strukturen des kindlichen Organismus voraus.

Zudem hätten Kinder – selbst bei vergleichbarem Krankheitsverlauf – andere Bedürfnisse bei der Versorgung im Krankenhaus als Erwachsene, ergänzt Schuster: „Sie brauchen ein auf sie zugeschnittenes Umfeld mit spezialisiertem Pflegepersonal, kindgerechten Verfahren wie Kinderanästhesie oder Kinderintensivmedizin und einer auf kontinuierliche Betreuung und Nachsorge eingestellten Station. Zudem müssen die Eltern in die Behandlung integriert werden“.

Doch die Realität sieht anders aus: Obwohl die Zahl der stationären Fälle seit 1994 fast gleich geblieben ist, sank die Zahl der verfügbaren kinderchirurgischen Betten von etwa 3200 auf rund 1800. Das liegt zum einen an der mittlerweile kindgerecht verringerten Verweildauer im Krankenhaus und an den vermehrt ambulant durchgeführten Eingriffen. Ein wichtiger Grund für den Bettenabbau ist aber auch, dass Krankenkassen die im Vergleich zur Erwachsenenmedizin oft aufwändigeren Leistungen nicht ausreichend bezahlen würden, erläutert Schuster. Auch die sogenannten Vorhaltekosten, also die Besetzung rund um die Uhr mit Personal, seien nicht abgedeckt. Die Folge: Die Häuser machten Verluste, Schließungen seien die Konsequenz.

„Unserer Gesellschaft sollte es wert sein, kranke Kinder bestmöglich behandeln zu lassen“, sagt Tillig. Dazu gehöre eine flächendeckende Versorgung aus hochspezialisierten Zentren und wohnortnahen Versorgungsstrukturen mit definierter Struktur und Qualität. Voraussetzung dafür sei jedoch die bessere Vergütung der medizinischen Leistungen. Sinnvoll findet die DGKCH auch eine Beteiligung bei der Landesplanung, so der Pressesprecher. Hier sei Hamburg, bei der soeben erfolgten Neufassung des Hamburgischen Krankenhausgesetzes, vorbildlich vorgegangen. So wurde bestimmt, dass Kinder grundsätzlich in Kinderkliniken oder -abteilungen behandelt werden müssen.
Mehr über den Tag des Kinderkrankenhauses am 21. September 2014 finden Interessierte unter www.gkind.de.

Quellen:

Wie sichern wir die stationäre und ambulante pädiatrische Versorgung? Auswirkungen des DRG-Systems auf die pädiatrischen Krankenhäuser und Korrekturmöglichkeiten. Vortrag von Dr. med. Nicola Lutterbüse, GKinD, auf der Jahrestagung der DGKJ, Leipzig, 12.09.2014.

Die Charta für Kinder im Krankenhaus. Erläuterte Fassung. In: Der Kinderarzt 21, 1990, Nr. 12, ISSN 0340-5877, S. 1807–1810.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie
Gegründet im Jahr 1963 schafft die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) bis heute Grundlagen für eine bestmögliche kinderchirurgische Versorgung in Deutschland. Dazu gehören Neugeborenenchirurgie, allgemeine Kinderchirurgie und Kindertraumatologie ebenso wie Kinderurologie. Die DGKCH vertritt das Fach in allen wissenschaftlichen, fachlichen und beruflichen Belangen. Derzeit praktizieren hierzulande Fachärzte für Kinderchirurgie in mehr als 80 kinderchirurgischen Kliniken und Abteilungen sowie als Niedergelassene. Kinderchirurgie gehört in die Hände von Kinderchirurgen. Denn ihre Patienten sind keine kleinen Erwachsenen.<

Gesünder leben durch gesundes Essen

Vortrag zur ausgewogenen Ernährung am Samstag, 28. Juni 2014

Welche Rolle die richtige Ernährung für die Gesundheit spielt, soll der öffentliche Vortrag „Essen Sie sich gesund!“ zeigen. Prof. Dr. Dr. Karin Michels, Direktorin des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie am Universitätsklinikum Freiburg, spricht am

Samstag, den 28. Juni 2014, um 11.15 Uhr
im Kollegiengebäude I (Raum 1010),
Platz der Universität 3, Universität Freiburg

darüber, wie der Mensch mit einer optimalen Ernährung gesund werden und langfristig bleiben kann. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Vortragsreihe „Prävention – für ein gesundes Leben“ statt.

Eine allgemeingültige Formel für gesunde Ernährung ist nicht leicht zu erstellen. In den vergangenen Jahren sorgten zahlreiche, sich zum Teil widersprechende Empfehlungen für mehr Verwirrung als Klarheit: Zunächst galten sowohl eine fettarme Diät als auch eine kohlehydratarme Ernährung als besonders empfehlenswert. Seit neuestem beliebt ist die Paleo-Diät – eine Kost bei der Fleisch und Eiweiß im Vordergrund stehen, wie es bei unseren Vorfahren in der Jungsteinzeit der Fall war. Ebenfalls angesagt ist im Unterschied dazu auch die mediterrane Diät aus frischen Zutaten mit viel Gemüse und hochwertigen Olivenölen.

Um den richtigen Weg durch den Dschungel aus Ernährungstipps zu weisen, wird Prof. Michels in ihrem Vortrag Ratschläge geben, welche Ernährung grundsätzlich empfehlenswert ist, welche Bedeutung der Ernährung bei der Erhaltung der Gesundheit sowie bei bestehender Krankheit zukommt und ob bestimmte Ernährungsweisen Krankheiten heilen oder zumindest lindern können.

Ein insgesamt gesünderer Lebensstil könnte dazu beitragen, einen großen Teil der häufigsten Volkskrankheiten zu verhindern. Allein 80 Prozent der Herzkreislauferkrankungen und 90 Prozent der Diabetesfälle ließen sich mit einer Umstellung der Lebensgewohnheiten vermeiden. Dazu gehören neben einer gesunden Ernährung auch Gewichtsabnahme, Nichtrauchen und ein Minimum an regelmäßiger körperlicher Bewegung.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.