Archiv der Kategorie: Psychologie

Schwache Handkraft als Warnsignal für psychische Erkrankungen

Aktuelle Studie zeigt: Auch nach überstandener Depression bleibt die Handkraft vermindert

Die Handgriffstärke ist ein einfaches und verlässliches Verfahren zur Bewertung der Muskelkraft und somit ein etablierter Biomarker für die allgemeine Fitness. Dass die Handkraft bei Menschen mit Depression oder Schizophrenie messbar reduziert ist, war schon länger bekannt. Eine Studie zeigt nun jedoch, dass sich die Muskelkraft selbst nach überstandener Depression nicht automatisch normalisiert. Die in JAMA Psychiatry veröffentlichten Ergebnisse werfen die Frage auf, ob Depressionen bleibende körperliche Spuren hinterlassen – mit möglichen Folgen für Fitness, Therapie und Lebenserwartung.

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forsa-Umfrage: Prävention erreicht viele nicht

Prävention ist wichtig, aber im Alltag oft kein Thema

Nur gut jede zweite Person fühlt sich körperlich wirklich gesund. Prävention erreicht viele nicht. Zu diesem Ergebnis kommt das Meinungsforschungsinstitut forsa bei einer Umfrage, die von der mkk – meine krankenkasse in Auftrag gegeben wurde. Die Menschen in Deutschland halten Prävention für wichtig, nutzen Angebote aber selten. Jüngere sehen deutlich stärker Staat und Politik in der Pflicht.

Quelle: forsa-Umfrage im Auftrag der mkk – meine krankenkasse, 01/2026 (n=3.008)
Das Bild zeigt an, dass 56 % sich fit fühlen.
Quelle: forsa-Umfrage im Auftrag der mkk – meine krankenkasse, 01/2026 (n=3.008)

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Wie geht es Erwachsenen in Deutschland mental?

Psychisches Wohlbefinden

Die Grafik von Statista zeigt nach Altersgruppen sortiert das psychische Wohlbefinden nach Männer und Frauen aufgeschlüsselt.

Wie stark ist Deutschland mental belastet? Einen Annäherung auf die Antwort zu dieser Frage erlauben Daten des Robert Koch-Instituts. Dabei zeigen sich große Unterschiede zwischen den einzelnen Altersgruppen. So ist der Anteil der Erwachsenen mit niedrigem psychischem Wohlbefinden unter den Jüngeren mit rund 38 Prozent vergleichsweise hoch. Besonders stark betroffen sind Frauen, wie der Blick auf die Statista-Grafik zeigt. Danach scheint zu gelten, je älter desto besser die psychische Gesundheit. Eine Ausnahme bildet hier die Altersgruppe ab 80 Jahren. Neben Geschlecht und Alter spielen aber auch noch andere Aspekte eine Rolle beim Zustand der mentalen Konstitution. So ist diese bei Menschen mit niedriger Bildung besonders schlecht. Und auch der Wohnort ist wichtig. Demnach ist es um das psychische Wohlbefinden der Einwohner:innen im Saarland, Bremen und Berlin am schlechtesten bestellt.

Einsamkeit trifft in NRW vor allem junge Menschen

1LIVE-Studienergebnisse

Junge Menschen in der Altersgruppe zwischen 18 – 34 Jahren haben die ältere Generation als am stärksten betroffene „Einsamkeitsgruppe” abgelöst. Das ist ein Ergebnis der repräsentativen Umfrage in Nordrhein-Westfalen im Auftrag von 1LIVE, dem „1LIVE Sektorreport: Einsamkeit”. Zudem zeigt die Erhebung einen klaren Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Medien und dem Erleben von Einsamkeit. Die Ergebnisse bilden den Ausgangspunkt für die gleichnamige Themenwoche „1LIVE Sektorreport: Einsamkeit“, die vom 6. bis 12. Oktober 2025 stattfindet.

Das Bild zeigt eine junge Frau inmitten vieler Menschen. Sie sieht sehr traurig aus. Und sie wirkt sehr einsam.
© WDR/1Live
© WDR/1Live

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Das Herz denkt mit

Das Herz könnte einen starken Einfluss auf unser Denken und Fühlen ausüben

Auf den Punkt gebracht

Es gibt immer mehr Erkenntnisse, dass das Herz, das ja ebenfalls Nervenzellen enthält, einen starken Einfluss auf Denken und Fühlen ausübt.
© ChatGPT
Es gibt immer mehr Erkenntnisse, dass das Herz, das ja ebenfalls Nervenzellen enthält, einen starken Einfluss auf Denken und Fühlen ausübt. © ChatGPT
  • Übereinstimmung von Erkrankungen: Es besteht eine hohe Übereinstimmung zwischen kardiovaskulären und psychischen Erkrankungen, wie Bluthochdruck und Depressionen. Diese Verbindung erfordert ein neues Konzept zur Erklärung.
  • Körper-Hirn-Zustände: Körperliche Vorgänge wie Herzschlag und Blutdruckänderungen könnten mit mentalen Prozessen verknüpft sein. Diese interagierenden Zustände beeinflussen sowohl die Psyche als auch das Herz-Kreislauf-System.
  • Prävention und Therapie: In der Behandlung von kardiovaskulären und psychischen Erkrankungen sollten beide Aspekte berücksichtigt werden. Eine integrierte Betrachtung könnte die Prävention verbessern.

Der Einfluss des Herzens und des Kreislaufsystems spielt sich innerhalb von Millisekunden ab, so dass schon jeder einzelne Herzschlag eine Rolle spielt. Die Rolle des Herzens für Psyche und Kognition zeigt sich in einer hohen Koinzidenz von kardiovaskulären Erkrankungen, wie zum Beispiel bei Bluthochdruck und Herzinfarkt, sowie psychischen Erkrankungen, wie bei Depression und Angsterkrankungen.

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Placebos helfen auch bei transparenter Aufklärung

Internationale Meta-Analyse des Universitätsklinikums Freiburg weist auf Nutzen offener Placebos hin / Veröffentlichung in Scientific Reports

Auch Medikamente ohne Wirkstoff können Beschwerden lindern – selbst dann, wenn Patient*innen wissen, dass es sich um ein Placebo handelt. Das zeigt eine internationale Metaanalyse unter Federführung des Universitätsklinikums Freiburg, die am 15. August 2025 im Fachjournal Scientific Reports erschienen ist. Ausgewertet wurden 60 klinische und experimentelle Studien mit insgesamt 4648 Teilnehmenden. Das Ergebnis: Sogenannte offene Placebos, die klar als wirkstofffrei bezeichnet werden, können Schmerzen, Erschöpfung oder depressive Symptome spürbar bessern. Der positive Effekt war tendenziell größer, wenn die Patient*innen zuvor umfassend über die möglichen Wirkungen von Placebos informiert wurden. 

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0761 8888 3533: Unter dieser Nummer erhalten Menschen in psychischen und seelischen Krisen seit April telefonischen Beistand


Der Regionale Krisendienst für die Stadt und den Landkreis ist an Wochenenden und Feiertagen abends erreichbar

Samstagabend, in der Leitung der Nummer 0761 8888 3533 ist eine Frau Anfang 30. Sie berichtet vom Ende ihrer langjährigen Beziehung, dass sie seitdem kaum schläft oder isst und nicht aus dem Bett kommt. Ihr kommen dunkle Gedanken und sie hat niemanden, mit dem sie sprechen kann. Das Krisenteam hört zu, entlastet emotional und erarbeitet mit der Betroffenen erste stabilisierende Schritte. Die erhält Hinweise auf eine psychosoziale Beratungsstelle.

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Virtuelle Realität als Therapieplattform

Studie für Patient:innen mit Sozialer Phobie

Studie am Universitätsklinikum Freiburg erforscht die Ursachen von Sozialen Phobien / Etablierte Expositionstherapie erfolgt in Virtueller Realität / Ziel ist, die Behandlung von Sozialen Phobien und anderen Angsterkrankungen zu verbessern / Teilnehmer*innen gesucht 

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Gesundheitsatlas

Rund 1,23 Millionen Menschen in Baden-Württemberg von Depressionen betroffen

Lange Ausfallzeiten von Beschäftigten mit Depressionen verursachen hohe Kosten für die Volkswirtschaft

Die Grafik zeigt die Erkrankungen in Baden-Württemberg.  Im Jahr 2022 waren in Baden-Württemberg 12,15 % der Bevölkerung an Depressionen
Im Jahr 2022 waren in Baden-Württemberg 12,15 % der Bevölkerung an Depressionen

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Wie die Psyche die Darmgesundheit beeinflusst

Ein Schaltkreis zwischen Gehirn und Darm beeinflusst die Darmflora und reguliert so das Immunsystem

Eine Studie eines internationalen Forschungsteams hat eine wichtige Verbindung zwischen Gehirn und Darm aufgedeckt. Sie erklärt, wie psychische Zustände das Darmmikrobiom beeinflussen und dadurch Immunprobleme und andere Krankheiten auslösen können. Die Arbeit führt aus, dass das Gehirn über die Brunner-Drüsen im Dünndarm die Zusammensetzung des Darmmikrobioms beeinflusst. Dieses neue Verständnis der komplexen Mechanismen, über die sich psychische Zustände auf die körperliche Gesundheit auswirken können, zeigt neue Möglichkeiten für therapeutische Interventionen auf, etwa bei entzündlichen Darmerkrankungen.

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