Löwenstarke Problemlöser – Kinder für Studie gesucht

Institut für Psychologie sucht Kinder für eine Studie, die an Ängsten leiden oder eine Konzentrationsschwäche haben

Quelle: Ansgar Lorenz/Universität Freiburg

Quelle: Ansgar Lorenz/Universität Freiburg

Ob in der Familie, im Freundeskreis oder im Klassenverband: Konflikte, Streitigkeiten und mangelhafte Kommunikation können bei Kindern zu Ängsten und Konzentrationsproblemen führen. Eine neue Studie des Instituts für Psychologie der Universität Freiburg will erforschen, wie diese Phänomene entstehen und wie sie sich entwickeln. Mit dem Projekt LÖWE („Lösen wir es“) möchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herausfinden, wie Kinder alleine oder zusammen mit ihren Müttern Probleme lösen und wie sich die Beteiligten dabei fühlen. Für die Studie suchen die Wissenschaftler Kinder im Alter von zehn bis 13 Jahren, die sehr ängstlich sind oder Aufmerksamkeitsprobleme haben. Die Psychologinnen und Psychologen wollen die Ergebnisse nutzen, um Trainings weiterzuentwickeln, die Kindern und ihren Eltern dabei helfen, gute Problemlöserinnen und Problemlöser zu werden und sich wieder besser zu verstehen.

Zu häufigen Phobien bei Kindern gehört zum Beispiel die Angst davor, im Mittelpunkt zu stehen, vor der Klasse zu sprechen oder von den Eltern getrennt zu sein. Aufmerksamkeitsprobleme äußern sich etwa darin, wenn sich Kinder in der Schule oder bei den Hausaufgaben schlecht konzentrieren können oder sehr unruhig sind. Außerdem sucht das Team Kinder für die Vergleichsgruppe, die keine Ängste oder Probleme mit der Konzentration haben.

Auch die Eltern sollen sich an der Studie beteiligen: Mütter und Väter füllen Fragebögen aus; die Mütter sind im Anschluss auch bei der Untersuchung dabei. In weiteren Studien ist ebenfalls eine Untersuchung gemeinsam mit den Vätern geplant. Die Studie setzt sich aus drei Teilen zusammen. Beim ersten Treffen werden in einem diagnostischen Interview Fragen zu verschiedenen Bereichen gestellt, in denen Probleme auftreten können. Im Anschluss finden zwei circa anderthalbstündige Termine am Institut für Psychologie statt, bei denen Mutter und Kind sowohl alleine als auch gemeinsam Aufgaben am Computer bearbeiten, Puzzle-Aufgaben lösen oder einen Vortrag halten. Als Dankeschön erhalten die Kinder einen Gutschein für den Drogeriemarkt Müller im Wert von 30 Euro; die Mütter erhalten 20 Euro in bar.

Das LÖWE-Projekt: LÖsen Wir Es – Schwierige Aufgaben gemeinsam angehen!

Wie wir miteinander umgehen, kann beeinflussen, wie wir uns fühlen. In manchen Familien steigern sich Probleme im Austausch bis hin zu ständigen Konflikten und Streitereien, die für alle Teilnehmenden sehr belastend sind. Umso schwieriger ist dies, wenn ein Kind unter Ängsten leidet oder Schwierigkeiten hat, sich zu konzentrieren. Um die Entstehung von Ängsten und Aufmerksamkeitsproblemen besser zu verstehen, ist es wichtig zu untersuchen, wie Kinder alleine oder gemeinsam an Aufgaben herangehen. Durch Ihre Teilnahme an dem Projekt können Sie mithelfen, dass wir auf der Basis der Befunde Ängste und Aufmerksamkeitsprobleme besser verstehen können. Langfristig können Trainings weiterentwickelt werden, die Kindern und ihren Eltern helfen, gute Problemlöser zu werden und sich wieder besser zu verstehen. Mit Ihrer Teilnahme an unserer Studie können Sie somit in jedem Fall maßgeblich dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen.

 

Projektleitung

Prof. Dr. Brunna Tuschen-Caffier

Dr. Julia Asbrand (Dipl. Psych.)

Kontakt:
 

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Institut für Psychologie

Klinische Psychologie und Psychotherapie

Dr. Julia Asbrand

Engelbergerstr. 41

79085 Freiburg

Tel. 0761/203-96766

E-Mail: kinderprojekt@psychologie.uni-freiburg.de

Das LÖWE-Projekt

Privatpatienten sind nicht immer besser dran

IGeL-Monitor: Patienten werden über Schaden von IGeL kaum informiert

MDS Berlin/Essen, 12. Juli 2016 82 Prozent der Versicherten kennen Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL). Und jeder Zweite (52 Prozent), der die Selbstzahlerleistungen in der Arztpraxis angeboten bekommt, nimmt sie an. Drei Viertel der Patienten fühlen sich aber nicht ausreichend über Schäden informiert – das sind die Ergebnisse der Evaluation des IGeL-Monitors, bei der 2.149 Versicherte repräsentativ befragt worden sind.

Quelle "Grafik: Techniker Krankenkasse"

Quelle „Grafik: Techniker Krankenkasse“

„Für manche Facharztgruppe ist das IGeLn zum Volkssport geworden. Der IGeL-Markt boomt. Information und Aufklärung geraten in der Praxis dabei manchmal in den Hintergrund. Aus unserer Sicht sind die Ärzte gefordert, über Nutzen und mögliche Risiken der Selbstzahlerleistungen ausführlich aufzuklären“, sagt Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS. Dafür müssten schriftliche Informationen zur Verfügung gestellt werden. Die Patienten sollten zudem ausreichend Bedenkzeit erhalten und nicht unter Druck gesetzt werden.

Der Bedarf der Patienten an fundierten Informationen ist unverändert groß. Das zeigt auch die Resonanz des IGeL-Monitors: An normalen Tagen informieren sich zwischen 1.000 und 3.000 Besucher auf dem Informationsportal, an Spitzentagen sind es bis zu 45.000. „Patienten brauchen wissenschaftlich fundierte Informationen, damit sie sich bewusst für oder gegen eine Selbstzahlerleistung entscheiden können. Anliegen des IGeL-Monitors ist es, das Informationsgefälle zwischen Arzt und Patient zu verringern. Die Patienten sollen als informierte Patienten entscheiden können“, erläutert Pick.

Neu bewertet: Ergänzende Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft „unklar“

Wie wichtig fundierte Informationen für Patienten sind, wird auch bei der jüngsten Bewertung des IGeL-Monitors deutlich. Nutzerinnen berichten sowohl auf IGeL-Monitor als auch auf igel-aerger.de, dem kooperierenden Beschwerdeportal der Verbraucherzentrale NRW, dass sie sich verunsichert fühlen, wenn sie sich für oder gegen IGeL in der Schwangerschaft entscheiden sollen. Die  Experten des IGeL-Monitors haben daher mehrere dieser IGeL unter die Lupe genommen – aktuell bewertet haben sie ergänzende Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft. Dazu erklärt Dr. Michaela Eikermann, Leiterin des Bereichs Evidenzbasierte Medizin beim MDS: „Nach Auswertung der wissenschaftlichen Studien können wir sagen: Ergänzende Ultraschalluntersuchungen, die über die üblichen Vorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen, schaden nicht. Sie nützen aber auch nicht. Daher haben wir diese IGeL mit „unklar“ bewertet. Wenn Eltern die Entwicklung ihres Kindes im sogenannten „Baby-Fernsehen“ mitverfolgen möchten, so ist das unbedenklich. Aber wer diese IGeL nicht in Anspruch nehmen möchte oder kann, der braucht kein schlechtes Gewissen haben.“

Der IGeL-Monitor hat inzwischen 41 IGeL bewertet und beschrieben. Das Spektrum reicht von Akupunktur in der Schwangerschaft über Lichttherapie bei saisonal depressiver Störung bis hin zur Bestimmung des Immunglobin G (IgG) gegen Nahrungsmittel. „Unsere Bewertungen zeigen, dass vieles, was in den Praxen angeboten wird, der wissenschaftlichen Bewertung nicht Stand hält. Beim überwiegenden Teil können wir nicht von Hinweisen für einen Nutzen, sondern eher von Hinweisen für einen Schaden für den Patienten sprechen“, sagt Eikermann.

IGel-Monitor gleicht Informationsdefizite der Patienten aus

Der IGeL-Monitor unterstützt Patienten, eine informierte Entscheidung zu treffen – dies hat auch die Evaluation bestätigt. „82 Prozent der Befragten geben an, sie würden den IGeL-Monitor erneut besuchen. Drei Viertel der Nutzer sagen, dass sie ihre Entscheidung für oder gegen ein IGeL-Angebot überdenken würden, wenn sie die Informationen vorher gehabt hätten“, erklärt Dr. Christian Weymayr, freier Medizinjournalist und Projektleiter IGeL-Monitor. „Das zeigt auch: Der IGeL-Monitor gleicht Informationsdefizite der Patienten aus. Die Patienten sehen die Informationen als hilfreich, glaubwürdig und entscheidungsrelevant an.“

Hintergrund:

Die Bewertungen des IGeL-Monitors basieren auf den Methoden der Evidenzbasierten Medizin (EbM). Das heißt: Für die Bewertung von Nutzen und Schaden einer IGeL-Leistung recherchiert das Team aus Medizinern und Methodikern beim MDS in medizinischen Datenbanken. Die Wissenschaftler tragen die Informationen nach einer definierten Vorgehensweise zusammen und werten sie systematisch aus. Das IGeL-Team wägt Nutzen und Schaden gegeneinander ab und fasst das Ergebnis in einer Bewertungsaussage zusammen, die von „positiv“, „tendenziell positiv“ und „unklar“ bis zu „tendenziell negativ“ und „negativ“ reicht. Alle Analyseschritte einer Bewertung sind auf dem IGeL-Monitor dokumentiert. Jede bewertete IGeL wird in mehreren Ebenen dargestellt, die von Stufe zu Stufe ausführlicher und fachlicher wer-den: von der zusammenfassenden Bewertungsaussage bis hin zu den für ein Fachpublikum hinterlegten Ergebnissen der wissenschaftlichen Recherche und Analyse. Versicherte erfahren außerdem, welche Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen bei den Beschwerden übernommen werden, für die der Arzt ihnen die IGeL-Leistung anbietet. Sie erhalten auch Auskunft über die Preisspanne, zu der eine IGeL angeboten wird. Und schließlich gibt der IGeL-Monitor Tipps, wie sich Versicherte im konkreten Fall verhalten können, wenn ihnen IGeL angeboten werden.

Der MDS berät den GKV-Spitzenverband in allen medizinischen und pflegerischen Fragen, die diesem qua Gesetz zugewiesen sind. Er koordiniert und fördert die Durchführung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) auf Landesebene in medizinischen und organisatorischen Fragen

Gutverdiener bekommen vom Arzt besonders häufig IGeL-Leistung angeboten

Quelle "Grafik: Techniker Krankenkasse"

Quelle „Grafik: Techniker Krankenkasse“

 

Im Schnitt haben sieben von zehn gesetzlich Versicherten mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 3.000 Euro mindestens einmal eine IGeL-Leistung vom Arzt angeboten bekommen. Bei Befragten mit einem Einkommen unter 1.5000 Euro sind es vier von zehn. Das zeigt der TK-Meinungspuls 2016. Betrachtet man das Geschlecht der Versicherten, erhalten Frauen häufiger als Männer eine Selbstzahler-Leistung angeboten (55 zu 45 Prozent).

IGeL-Leistungen: Jeder dritte Patient ohne schriftliche Vereinbarung

Mehr als jeder dritte Patient (36 Prozent) bekommt nichts Schriftliches in die Hand, wenn er beim Arzt eine sogenannte Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) in Anspruch nimmt. Das zeigt der TK-Meinungspuls 2016. IGeL gehören per Gesetz nicht zum Katalog der Krankenkassen und müssen privat gezahlt werden. Generell gilt: Der Arzt ist verpflichtet, den Patienten vor Beginn der Behandlung schriftlich über die Kosten zu informieren und mit ihm einen schriftlichen Behandlungsvertrag abzuschließen.

 

Aktionstag „Sonne & Haut“ an der Universitäts-Hautklinik Freiburg

Aktionstag „Sonne & Haut“

Aktionstag Sonne und HautKostenlose Hautkrebsuntersuchung an der Universitäts-Hautklinik Freiburg

Die Klinik für Dermatologie und Venerologie (Hautklinik) des Universitätsklinikums Freiburg und das Tumorzentrum Freiburg – CCCF des Universitätsklinikums Freiburg laden gemeinsam ein zum

Aktionstag „Sonne & Haut“
am Samstag, 16. Juli 2016, von 8 Uhr bis 12 Uhr
in der Universitäts-Hautklinik,
Hauptstraße 7 in Freiburg.

Mitarbeiter des Tumorzentrums Freiburg – CCCF informieren über die gefährliche Hautkrebs-Erkrankung. Sie beantworten Fragen, geben Hinweise zum individuellen Risiko und Tipps, wie man sich schützen kann. Der Leiter des Hauttumorzentrums am Universitätsklinikum Freiburg, Oberarzt Dr. Frank Meiß, hält um 10 Uhr und um 12 Uhr einen Vortrag zum Thema „Hautkrebs“. Die Selbsthilfegruppe Hautkrebs Freiburg (SHG) wird ebenfalls vor Ort sein.

Ärzte der Universitäts-Hautklinik bieten vor Ort einen kostenlosen Hautkrebs-Check an und untersuchen verdächtige Muttermale sowie Pigmentflecken daraufhin, ob sich aus ihnen Hautkrebs entwickeln kann. Für die kostenlose Hautuntersuchung müssen sich Interessierte am Aktionstag von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr anmelden. In der Untersuchung wird gezielt nach den drei Hautkrebserkrankungen Basalzellkarzinom, spinozelluläres Karzinom und malignes Melanom („Schwarzer Hautkrebs“) sowie deren Vorstufen gesucht.

Der Besuch des Aktionstags ist kostenfrei.

Wie Giftstoffe zelluläre Wegweiser aktivieren

Ein Durchfallerreger verändert die Oberfläche von Darmzellen so, dass sich Bakterien besser ansiedeln können

Bakterielle Giftstoffe bilden Zellausläufer und benutzen dabei Septine als Wegweiser. Bild: Carsten Schwan

Bakterielle Giftstoffe bilden Zellausläufer und benutzen dabei Septine als Wegweiser. Bild: Carsten Schwan

Die Einnahme von Antibiotika schädigt oft die natürliche Darmflora. Diese kann infolgedessen krankmachende Keime nicht mehr in Schach halten; Durchfall und Darmentzündungen können entstehen. Zu den Erregern gehört der Keim Clostridium difficile, der Darmzellen durch Giftstoffe angreift. Das Bakterium bewirkt unter anderem, dass sich ein feines Netzwerk aus Zellausläufern auf der Oberfläche von Darmzellen bildet, wodurch sich weitere Bakterien besser ansiedeln können. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Dr. Klaus Aktories und Dr. Carsten Schwan vom Pharmakologischen Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg hat gezeigt, wie der Giftstoff CDT von C. difficile-Bakterien diese Zellausläufer bildet. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben ihre Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) veröffentlicht. „Indem wir das CDT-Toxin untersuchen, können wir besser verstehen, wie Darmentzündungen durch die Krankheitserreger entstehen und sich entwickeln“, sagt Aktories. „Zudem können wir grundlegende physiologische Prozesse aufklären, indem wir das Toxin als Werkzeug nutzen.“

Besonders angriffslustige Bakterien der Spezies C. difficile stellen Gifte her, die das Zellgerüst von Darmzellen zerstören. Dadurch werden Kontakte zwischen Darmzellen und ihre Schrankenfunktionen gehemmt, was zu  typischen Durchfällen und Entzündungen führt. Zwei wichtige Bestandteile des Zellgerüstes sind Aktin und Mikrotubuli, die eine zentrale Rolle bei der Erhaltung der Zellform, der Schrankenfunktion und bei zellulären Bewegungsvorgängen spielen. Das CDT-Toxin von C. difficile verändert Aktin und blockiert dadurch dessen Kettenbildung, was seine normale Funktion stört. Eine Folge davon ist, dass sich Mikrotubuli-Ketten leichter bilden und derart vermehren, dass zahlreiche Zellausläufer entstehen. Diese bilden ein Netzwerk auf der Darmzell-Oberfläche und fördern den Kontakt der Bakterien mit der Wirtszelle.

Wie CDT diese Zellausläufer bildet, war bislang nicht bekannt. Die Freiburger Wissenschaftler haben gezeigt, dass der Einfluss des Giftstoffes auf das Zusammenspiel der beiden Gerüstproteine Aktin und Tubulin von einem dritten Baustein abhängt, den Septinen. In einer menschlichen Zelle gibt es bis zu 13 verschiedene Septine, die miteinander wechselwirken und sich zu Ketten, Ringen oder Bändern verbinden können. Dieser Prozess nennt sich Polymerisation. CDT verändert das Aktin so, dass die Septine nicht mehr an Aktin binden können und stattdessen an die Zellmembran wandern. Hier bilden sie trichterartige Septinpolymere, die in die Mikrotubuli – röhrenförmige Proteinstrukturen – hineinwachsen. Septine stehen mit der Spitze von wachsenden Mikrotubuli in direkter Wechselwirkung und funktionieren so als ein Wegweiser für das Wachstum dieser Strukturen.

Die Untersuchungen der Freiburger Arbeitsgruppe ermöglichen darüber hinaus Einblicke in die Entstehung der Septin-Trichter. Die Proteine Cdc42 und Borg regulieren den Transport der Septine an die Membranen und sind eine Voraussetzung dafür, dass sich die Trichter bilden. Eine ähnliche Funktion wie bei der Ausläuferbildung, die das Toxin CDT bewirkt, haben Septine im Nervensystem des Menschen bei der Bildung von Nervenausläufern, den Neuriten. Auch hier kommt es zu einem Zusammenspiel von Aktin, Mikrotubuli und Septinen, wobei mikroskopisch ähnliche Strukturen gebildet werden. Die Untersuchung des Toxins gibt daher Aufschluss über grundlegende Abläufe im menschlichen Körper.

Klaus Aktories ist Direktor der Abteilung I am Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Albert-Ludwigs-Universität sowie Mitglied des Freiburger Exzellenzclusters BIOSS Centre for Biological Signalling Studies. Carsten Schwan ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe von Aktories.

Originalpublikationen:
Thilo Nölke, Carsten Schwan, Friederike Lehmann, Kristine Østevold, Olivier C. Pertz, and Klaus Aktories (2016). Septins guide microtubule protrusions induced by actin-depolymerizing toxins like Clostridium difficile transferase CDT. PNAS. DOI: 10.1073/pnas.1522717113

Einblicke in die Notfallmedizin

Die „Freiburger Abendvorlesungen“ starten am 13. Juli 2016 mit den Einblicken in die Notfallmedizin

AbendvorlesungenBereits zum zehnten Mal finden in diesem Jahr die „Freiburger Abendvorlesungen“ statt, die vom Universitätsklinikum Freiburg in Zusammenarbeit mit der Badischen Zeitung veranstaltet werden.

An vier Terminen wird diesen Sommer das Thema „Notfallmedizin“ aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Die „Freiburger Abendvorlesungen“ starten am

Mittwoch, den 13. Juli 2016,
um 19.00 Uhr im Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik,
Hugstetter Straße 55, Freiburg  

mit der Auftaktveranstaltung zu zwei unterschiedlichen Perspektiven auf die Notfallmedizin: PD Dr. Hans-Jörg Busch und Dr. Thorsten Hammer, Ärztliche Leiter des Universitäts-Notfallzentrums am Universitätsklinikum Freiburg, werden einen Vortrag zum Thema „Wie funktioniert Notfallmedizin in einer interdisziplinären Notaufnahme?“ halten. Weiterhin wird Prof. Dr. Hartmut Bürkle, Ärztlicher Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Freiburg, gemeinsam mit Dr. Hammer einen Einblick in das Thema „Unfallmedizin: Wie Unfallchirurgen und Intensivmediziner zusammenwirken“ geben.

Die öffentlichen Veranstaltungen richten sich an alle, die sich für medizinische Themen und das Universitätsklinikum Freiburg interessieren.

Im Anschluss an die Vorträge beantworten die Referenten die Fragen der Besucher. Die Abende klingen bei Getränken, Häppchen und Gesprächen mit den Experten im Garten vor der Frauenklinik aus.

Der Eintritt ist frei.

Die folgenden Veranstaltungen der „Freiburger Abendvorlesungen“ finden immer mittwochs an drei weiteren Terminen jeweils um 19.00 Uhr im Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik statt:

20. Juli 2016: Herzinfarkt: Schnelle Versorgung rettet Leben

27. Juli 2016: Schlaganfall: Welche neuen Behandlungsmethoden gibt es?

3. August 2016: Lebensbedrohende Bauchschmerzen: Wann ist eine Operation nötig?

Seminarreihe: Ernährung und Krebs

Ernährung und Krebs

Ernährung und KrebsSeminarreihe an der Universitäts-Frauenklinik startet am 28. Juni 2016

Für Krebspatienten hat eine gesunde, ausgewogene und schmackhafte Ernährung einen besonderen Stellenwert: Sie kann die Lebensqualität steigern. Um Ratschläge für eine gute Ernährung während einer Krebserkrankung zu geben, veranstalten das Gesundheitszentrum für Frauen und die Elternschule in der Klinik für Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg die Seminarreihe „Ernährung und Krebs“.

Am Dienstag, den 28. Juni 2016, findet von 18 bis 20 Uhr in der Bibliothek der Klinik für Frauenheilkunde die erste Veranstaltung zum Thema „Zucker – das süße Gift“ statt. Um Anmeldung per Mail an gesundheitszentrum-frauen@uniklinik-freiburg.de oder per Telefon 0761 270-31010 (Montag, Dienstag, Freitag: 9-10 Uhr und Mittwoch: 12-13 Uhr) wird gebeten.

Zucker ist ein lebensnotwendiger Nährstoff, doch zu viel Zucker schadet dem Körper. Die Diplom-Ernährungswissenschaftlerin Dr. Anna Raynor wird an diesem Abend neue Erkenntnisse zur Wirkung von Zucker auf den Organismus vorstellen.

Die Teilnahme an dem Seminar kostet 5 Euro.  

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Die globale Gesundheitspolitik

„Academia meets Industry“

Rüdiger Krech hält am 22.06.2016 einen Vortrag über globale Gesundheitspolitik

Dr. Rüdiger Krech. Foto: Weltgesundheitsorganisation

Dr. Rüdiger Krech. Foto: Weltgesundheitsorganisation

Lässt sich der Gesundheitssektor global managen? Welche Rolle kann die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dabei spielen? Dr. Rüdiger Krech, Direktor der Abteilung für Ethik und soziale Determinanten von Gesundheit bei der WHO in Genf/Schweiz, spricht in der Seminarreihe „Academia meets Industry – A Political-Scientific Discussion“ über „Global Governance for Health: The Role of WHO“. Franziska Badenschier, Wissenschaftsredakteurin am Science Media Center Germany gGmbH in Köln, leitet die anschließende Podiumsdiskussion. Ziel der Reihe ist es, die Universität disziplinübergreifend mit hochrangigen Gastvortragenden aus der Industrie und Organisationen des öffentlichen Gesundheitswesens ins Gespräch zu bringen. Dies soll einen Dialog über Chancen und Risiken aktueller und künftiger Entwicklungen der Lebenswissenschaften ermöglichen.

Transparenzkodex forschender Pharmafirmen

Dies ist die offizielle Pressemitteilung der vfa, die heute veröffentlicht wurde. 

Forschende Pharma-Unternehmen setzen Transparenzkodex um

 transparenzkodex-infografik
  • Die Mitgliedsunternehmen des Vereins „Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie“ (FSA) und des Verbandes der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) legen im Rahmen des Transparenzkodex bis Ende Juni 2016 erstmals Leistungen an Ärzte, andere Fachkreisangehörige sowie medizinische Organisationen und Einrichtungen offen.
  • Die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Unternehmen ist unerlässlich für den Wissensaustausch und für die Entwicklung innovativer Arzneimittel und damit für die bestmögliche Behandlung von Patienten.
  • Die Öffentlichkeit kann auf Basis der veröffentlichten Leistungen nachvollziehen, wie Ärzte und Pharma-Unternehmen zusammenarbeiten.

Berlin, 20. Juni 2016. Die Mitgliedsunternehmen von vfa und FSA setzen den Transparenzkodex um, zu dem sie sich freiwillig verpflichtet haben und werden bis Ende Juni 2016 ihre Leistungen aus dem Jahr 2015 an Ärztinnen und Ärzte, andere Fachkreisangehörige sowie medizinische Organisationen und Einrichtungen veröffentlichen.

vfa und FSA setzen heute mit der Nennung der Gesamtsumme der Leistungen den Startschuss für die Veröffentlichungsphase der Einzelsummen durch die Unternehmen. Insgesamt beträgt die Gesamtsumme der Leistungen der 54 Unternehmen an Ärzte, Fachkreisangehörige sowie medizinische Organisationen und Einrichtungen für das Jahr 2015 ca. 575 Mio. Euro (Stand: 20.6.2016).

In der Gesamtsumme sind enthalten ca.

  • 366 Mio. Euro an Ärzte, andere Fachkreisangehörige, medizinische Organisationen und Einrichtungen für die Durchführung von klinischen Studien und Anwendungsbeobachtungen im Rahmen von Forschung & Entwicklung
  • 119 Mio. Euro an Ärzte und andere Fachkreisangehörige für Vortragshonorare und Fortbildungen
  • 90 Mio. Euro an medizinische Organisationen und Einrichtungen für Sponsoring von Veranstaltungen, Spenden und Stiftungen.

Die einzelnen Mitgliedsunternehmen von vfa und FSA werden zwischen dem 20. und dem 30. Juni ihre Leistungen jeweils auf ihren Webseiten veröffentlichen. Soweit es der Datenschutz erlaubt, machen die Unternehmen dabei auch Leistungen an einzelne Ärzte individuell nachvollziehbar. Dies ist von der Zustimmung jedes einzelnen Arztes abhängig.

„Wir wollen die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Ärzten besser erklären. Das wird das Verständnis für die Zusammenarbeit und ihre Akzeptanz in der Öffentlichkeit und bei Patienten erhöhen. Die Mitgliedsunternehmen von vfa und FSA schaffen mit der Umsetzung des Kodex freiwillig weitreichende Transparenz der Leistungen. Auf Basis dieser Zahlen kann die Öffentlichkeit nachvollziehen, wie Ärzte und Pharma-Unternehmen zusammenarbeiten,“ sagte Birgit Fischer, vfa-Hauptgeschäftsführerin.

Fischer weiter: „Die Zusammenarbeit zwischen forschenden Pharma-Unternehmen und Ärzten ist eine Voraussetzung für die Entwicklung innovativer Arzneimittel und damit für die bestmögliche Behandlung der Patienten. So entsteht medizinischer Fortschritt.“

Ärzte sind wichtige Kooperationspartner bei klinischen Studien zur Arzneimittelzulassung. Auch Anwendungsbeobachtungen sind für Pharmaunternehmen und Zulassungsbehörden ein unverzichtbares Instrument in der Arzneimittelforschung und führen zu einem besseren Verständnis des Arzneimittels in der praktischen Anwendung. Bei einer solchen Anwendungsbeobachtung protokolliert der Arzt die Therapie bei Patienten, die ein bestimmtes Arzneimittel einnehmen und stellt die Ergebnisse in anonymisierter Form dem Hersteller zur Verfügung. Praktisch geforscht wird in Schwerpunktpraxen und in Kliniken. Für diese Arbeit erhalten Ärzte und Kliniken angemessene Leistungen von forschenden Pharma-Unternehmen. Auch in der Fortbildung von Ärzten sehen sich Pharma-Unternehmen in der Pflicht, einen kontinuierlichen und jederzeit aktuellen Austausch von Wissen zu gewährleisten.

„Patienten haben ein hohes Interesse an Aufklärung über die Leistungen, die Ärzte von Unternehmen erhalten. Mit der Offenlegung der Leistungen schaffen die Unternehmen freiwillig die Grundlage für eine sachliche Diskussion über die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Ärzten“, erklärte Dr. Holger Diener, FSA-Geschäftsführer.

„Für die Mitgliedsunternehmen von vfa und FSA ist Transparenz eine tragende Säule der Zusammenarbeit zwischen ihnen und Ärzten. Den Anfang haben wir durch die Veröffentlichung der Leistungen gemacht, die die Patientenorganisationen von Pharma-Unternehmen erhalten. Hier ist es nachhaltig gelungen, unbegründeten Spekulationen den Boden zu entziehen und so Verständnis und Vertrauen aufzubauen. Die Veröffentlichung der Leistungen an Ärzte ist daher nun ein weiterer konsequenter Schritt,“ so Diener weiter.

Hintergrund

Der FSA wurde 2004 von den vfa-Mitgliedern als eigenständiger Verein gegründet. Neben den vfa-Unternehmen gehören dem FSA heute insgesamt 54 Unternehmen an. FSA und vfa stehen für 75 Prozent des deutschen Pharmamarktes für verschreibungspflichtige Medikamente. Der FSA überwacht mit Hilfe eines Vereinsgerichts die korrekte Zusammenarbeit von pharmazeutischen Unternehmen mit Ärzten und anderen Angehörigen der medizinischen Fachkreise. Jede Person kann dem FSA den Verdacht eines Kodex-Verstoßes durch ein Pharma-Unternehmen melden. Die unabhängige Schiedsstelle des FSA untersucht die gemeldeten Verdachtsfälle. Sollte sich der Verdacht bestätigen, sieht das Regelwerk des FSA klar definierte Sanktionen vor, z.B. Geldstrafen bis max. 400.000,- EUR und die Nennung des Unternehmens zusammen mit der Veröffentlichung der Entscheidung im Internet.

Weitere Informationen zur Transparenzinitiative finden sich unter www.vfa.de und www.pharma-transparenz.de

Ende der Pressemitteilung

Hirntumoren können jeden betreffen

Infoveranstaltung für Patienten und Angehörige anlässlich des Welt-Hirntumortages am 8. Juni

Uniklinik HirnturmoreMehr als 8.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an einem primären Hirntumor. Treffen kann es jeden mit gleicher Wahrscheinlichkeit. Denn es gibt keine Risikofaktoren, die den Tumor begünstigen. Doch dank moderner Behandlungsmethoden können Ärzte sehr oft helfen. Anlässlich des Welt-Hirntumortages findet am 8. Juni 2016 von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr im Neurozentrum des Universitätsklinikums Freiburg eine Patientenveranstaltung zum Thema Hirntumore statt. In Vorträgen, an Info-Ständen und im direkten Gespräch mit behandelnden Ärzten können sich Betroffene und Interessierte ausführlich informieren. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Sprach- und Sehstörungen, aber auch epileptische Anfälle können Anzeichen für einen Hirntumor sein. Zu den körperlichen Symptomen kommen häufig Ängste der Betroffenen und Familien: die Angst vor einer Persönlichkeitsänderung und die Angst davor, Entscheidungsfähigkeit und Selbstbestimmung zu verlieren. „Wir möchten mit der Veranstaltung informieren, aber auch auf die schwierige Situation der Betroffenen und ihrer Familien aufmerksam machen“, sagt die Sprecherin des Neuroonkologischen Zentrums Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu, Ärztliche Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg.

In insgesamt acht Vorträgen erläutern Experten des Universitätsklinikums Freiburg modernste Diagnose-Möglichkeiten, chirurgische und strahlentherapeutische Behandlungsweisen sowie naturheilkundliche und komplementärmedizinische Therapiemöglichkeiten. Außerdem werden aktuelle klinische Studien und unterstützende Maßnahmen bei psychosozialen Belastungen vorgestellt. An Informationsständen im Foyer des Neurozentrums stehen zudem Fachleute während der gesamten Zeit für Fragen zu Verfügung.

Nach wie vor stellen Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie die drei wichtigsten Säulen bei der Behandlung von Hirntumoren dar. Um für jeden Patienten den individuell optimalen therapeutischen Plan zu entwickeln, arbeiten die an der Behandlung beteiligten Ärzte der verschiedenen Fachrichtungen eng im Rahmen des neuroonkologischen Zentrums am Universitätsklinikum Freiburg zusammen. In klinischen Studien können Patienten zudem von neueren therapeutischen Ansätzen profitieren.

Der Welt-Hirntumortag wurde im Jahr 2000 von der Stiftung Deutsche Welttumorhilfe ins Leben gerufen. Der Aktionstag findet jährlich am 8. Juni statt.

Flyer-Welt-Hirntumortag

Haferflocken von Alnatura mit gefährlichen Mineralölen belastet

Pressemitteilung

foodwatch-Test: Haferflocken von Alnatura mit gefährlichen Mineralölen belastet – Kinder besonders gefährdet

ec41dbe2216a3-o7s0cwBerlin, 26. Mai 2016. Bio-Haferflocken des Herstellers Alnatura enthalten gesundheitsgefährdende Mineralöle. Das ist das Ergebnis eines Labortests der Verbraucherorganisation foodwatch. Demnach sind „Alnatura Haferflocken zartschmelzend“ mit aromatischen Mineralölen (MOAH) belastet, die potenziell krebserregend und erbgutschädigend sind.

„Krebsverdächtige Mineralöle haben in unseren Lebensmitteln nichts zu suchen – erst recht nicht in Produkten, die bevorzugt von Kindern verzehrt werden“, kritisierte Johannes Heeg von foodwatch. Kinder sind laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stärker mit Mineralölen belastet als Erwachsene. foodwatch forderte von Alnatura, das Produkt im Interesse des Gesundheitsschutzes öffentlich zurückzurufen.

foodwatch testete zwei Produkte von Alnatura auf mögliche Mineralöl-Belastungen. Während „Alnatura Haferflocken zartschmelzend“ MOAH enthalten, konnten im „Alnatura Weizengrieß“ geringe Werte von gesättigten Mineralölen (MOSH) nachgewiesen werden. MOSH kommen häufiger und in größeren Mengen in Lebensmitteln vor, reichern sich in den Körperorganen an und können diese schädigen. Mineralöle können auf verschiedenen Wegen in Lebensmittel gelangen. Eine häufige Quelle sind Verpackungen aus Altpapier, die Mineralöle aus Druckfarben enthalten. Doch auch aus den Pappkartons, die für Lagerung und Transport verwendet werden, können Mineralöle durch die Produktverpackung hindurch auf die Lebensmittel übergehen.

Die foodwatch-Testergebnisse deuten zwar darauf hin, dass Alnatura bei den belasteten Haferflocken eine Verpackung aus Frischfasern statt Altpapier verwendet. foodwatch kritisierte solche Verpackungen jedoch als unzureichend, um das Problem zu lösen: „Nur eine wirksame Barriereschicht zwischen Verpackung und Lebensmittel kann den Übergang von Mineralölen in Lebensmittel sicher verhindern. Alnatura setzt die Verbraucherinnen und Verbraucher einem unnötigen Gesundheitsrisiko aus“, sagte Johannes Heeg. Es gebe bereits geeignete Materialien, etwa Innenbeutel oder Beschichtungen, die Kartonverpackung und Produkt so voneinander trennen, dass sowohl Mineralöle als auch hunderte weitere, zum Teil gesundheitsgefährdende Chemikalien nicht auf die Lebensmittel übergehen können.

foodwatch fordert, dass funktionelle Barrieren für alle Lebensmittelverpackungen aus Papier vorgeschrieben werden. Außerdem müsse es spezifische Grenzwerte für Mineralöle in Lebensmitteln selber geben: MOAH sollten aufgrund ihrer möglichen erbgutverändernden und krebserregenden Wirkung gar nicht in Lebensmitteln nachweisbar sein, für MOSH sollten strikte Höchstwerte festgesetzt werden. Bis es zu einer europäischen Regelung kommt, sei die Bundesregierung in der Pflicht, ein nationales Gesetz zu beschließen.

Bereits im Oktober 2015 hatte foodwatch in 52 von 120 Produkten aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden krebsverdächtige Mineralöle nachgewiesen. Kurz vor Ostern dieses Jahres fand foodwatch in 8 von 20 untersuchten Schokohasen aromatische Mineralöle. Da sich bei krebserregenden Substanzen keine gesundheitlich unbedenkliche Aufnahmemenge definieren lässt, bewertet die EFSA die Aufnahme von MOAH durch die Nahrung generell als potenziell krebsauslösend und erbgutverändernd. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt schon seit 2012, dass kein nachweisbarer Übergang von MOAH auf Lebensmittel stattfinden sollte.