Heute ist der Weltnierentag

Weltnierentag am 13. März 2014: „Diabetische Nephropathie“ vorbeugen und behandeln

Bei Diabetes regelmäßig zur Nierenkontrolle

Berlin – Nierenkrankheiten sind bei Menschen mit Diabetes nach Amputationen die zweithäufigste Komplikation. In Deutschland sind Diabetiker die größte Gruppe der Patienten, die an die Dialyse müssen oder sogar eine neue Niere benötigen. Gegenwärtig sind etwa 20.000 Diabetiker davon betroffen. Denn Nierenerkrankungen werden bei ihnen heute noch zu spät diagnostiziert und in ihrer Bedeutung unterschätzt. Darauf macht diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich des Weltnierentags am 13. März 2014 aufmerksam, der dieses Jahr unter dem Motto „Alter und Niere“ steht.

Die Nieren filtern das Blut und produzieren Urin, mit dem sie Abfallprodukte aus dem Körper transportieren. Ohne funktionstüchtige Nieren sammeln sich diese Abfallprodukte im Blut an und verursachen eine Vergiftung. „Bei einem diabetischen Nierenleiden kommt es durch hohen Zuckergehalt im Blut und hohen Blutdruck zu einer Schädigung der kleinsten Blutgefäße in den Nieren“, sagt Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und niedergelassener Diabetologe aus Hamburg. Die Leistung der Niere nimmt daraufhin ab, Blutdruck und Blutfette steigen an. Da Nierenerkrankungen zunächst unbemerkt verlaufen, gehen Menschen mit Diabetes häufig nicht regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung. „Die ersten Schäden zeigen sich darin, dass die Nieren nicht mehr richtig filtern und Eiweiß im Urin auftritt“, erklärt Dr. Kröger. Bereits viele Jahre bevor schwere Schäden sichtbar werden, weisen geringe Mengen von Albumin – einem speziellen Eiweiß im Urin – auf das kommende Risiko hin. Der Diabetologe rät: „Um es frühzeitig zu erkennen, sollten Diabetiker mindestens einmal im Jahr ihren Urin auf seinen Albumingehalt hin untersuchen lassen.“

Nierenerkrankungen gehören bei Diabetikern zu den häufigen Komplikationen. Etwa 40 bis 50 Prozent aller Diabetiker entwickeln im Verlauf ihrer Stoffwechselerkrankung eine „diabetische Nephropathie“. Dadurch steigt auch ihr Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Treten Nierenschäden auf, muss ein darauf spezialisierter Facharzt, der Nephrologe, sie frühzeitig behandeln: Dies verzögert den Verlauf der Nierenerkrankung bis zur Dialyse und verringert die Sterblichkeit. Um Schädigungen der Nieren vorzubeugen, sollten Diabetiker ihre Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte senken. Als Zielwert für den Blutdruck gilt 130/80 mmHg. Außerdem sollten Menschen mit Diabetes bei ihrer Ernährung darauf achten, die von ihrem Arzt empfohlene Kochsalzzufuhr nicht zu überschreiten. Auch Rauchen fördert die Entstehung und das Fortschreiten von Nierenerkrankungen.

Daher empfiehlt diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe zum Weltnierentag allen Menschen mit Diabetes, ihren behandelnden Arzt auf ihre Nieren anzusprechen. Nur so lassen sich die Häufigkeit und Auswirkungen von Nierenerkrankungen und die damit verbundenen gesundheitlichen Probleme verringern.

 

Gestern in der Apotheke

Ich hole ein Medikament ab, das es nur auf Rezept gibt. Als ich es erhalte, stelle ich fest, dass es eine andere Variante als sonst ist. Außerdem muss ich diesmal 5 € zuzahlen. Auf meine Frage, worin denn der Unterschied zu dem vorherigen Medikament besteht, liest mir die junge Apothekerin vor, was auf beiden Packungen steht. Worauf ich sage: „Toll!, aber lesen kann ich selbst. Ich will wissen, was das bedeutet.“ Damit habe ich die Apothekerin leider überfordert. Sie holt Hilfe. Durch fleißiges Nachfragen habe ich erfahren, worin der Unterschied bestehen könnte.

Damit aber nicht genug. Ich frage eben noch schnell nach der Datenschutzerklärung, die ich schon lange vermisse. Immerhin wird alles elektronisch gespeichert. Da werde ich gefragt, ob ich denn keine Datenschutzerklärung unterschrieben hätte. Ich? Frage ich erstaunt zurück. Die Apotheke muss doch sicherstellen, dass sie meine Daten, die sie speichert, schützt. Vor allem, dass sie damit keinen Handel treibt. Die Apothekerin will nun nachsehen, ob sie „meine“ Datenschutzerklärung findet. Sie findet nichts. Kommt aber mit der unterschriebenen Datenschutzerklärung einer anderen Kundin wieder. Diese legte sie mir vor. Ich kann die Daten dieser Kundin komplett einsehen.

Ich glaube, ich werde die mir eine andere Stammapotheke suchen.

Ria Hinken

Wes‘ Brot ich ess‘, des Lied ich sing

Wo fangen die Interessenskonflikte zwischen Pharmaindustrie und Ärzten an?

Das Deutsches Netzwerk evidenzbasierte Medizin e. V. (DNEbM) hat ein Diskussionspapier zur Interessenkonfliktregulierung herauseggeben,

Allgemein wird davon ausgegangen, dass eine Kooperation zwischen Ärzten und der Pharmaindustrie sinnvoll ist. Die Forschung braucht Geld. Neue Krankheiten brauchen oft auch neue Medikamente. Bis hierin ist alles im grünen Bereich. Kritisch bis zuweilen korrupt wird es erst, wenn die Pharmaindustrie Ärzte zu ihren Handlangern macht. Wenn Ärzte die Grenze zwischen Bestechung und sinnvoller Kooperation nicht einhalten. Oft fängt es mit eher harmlosen Zuwendungen an. Und dann wird es schleichend immer mehr. Die Abhängigkeit ist dann nicht mehr so weit entfernt.

 

Knee Cartilage

Glucosamine Fails to Prevent Deterioration of Knee Cartilage, Decrease Pain

A short-term study found that oral glucosamine supplementation is not associated with a lessening of knee cartilage deterioration among individuals with chronic knee pain. Findings published in Arthritis & Rheumatology, a journal of the American College of Rheumatology (ACR) journal, indicate that glucosamine does not decrease pain or improve knee bone marrow lesions—more commonly known as bone bruises and thought to be a source of pain in those with osteoarthritis (OA).

According to the ACR 27 million Americans over 25 years of age are diagnosed with OA—the most common form or arthritis and primary cause of disability in the elderly. Patients may seek alternative therapies to treat joint pain and arthritis, with prior research showing glucosamine as the second most commonly-used natural product. In fact, a 2007 Gallup poll reports that 10% of individuals in the U.S. over the age of 18 use glucosamine, with more than $2 billion in global sales of the supplement.

For this double-blind, placebo-controlled trial, Dr. C. Kent Kwoh from the University of Arizona in Tucson and colleagues, enrolled 201 participants with mild to moderate pain in one or both knees. Participants were randomized and treated daily with 1500 mg of a glucosamine hydrochloride in a 16-ounce bottle of diet lemonade or placebo for 24 weeks. Magnetic resonance imaging (MRI) was used to assess cartilage damage.

Trial results show no decrease in cartilage damage in participants in the glucosamine group compared to the placebo group. Researchers report no change in bone marrow lesions in 70% of knees, 18% of knees worsened and 10% improved. The control group had greater improvement in bone marrow lesions compared to treated participants, with neither group displaying a worsening of bone marrow lesions. Glucosamine was not found to decrease urinary excretion of C-telopeptides of type II collagen (CTX-II)—a predictor of cartilage destruction.

The joints on glucosamine (JOG) study is the first to investigate whether the supplement prevents the worsening of cartilage damage or bone marrow lesions. Dr. Kwoh concludes, “Our study found no evidence that drinking a glucosamine supplement reduced knee cartilage damage, relieved pain, or improved function in individuals with chronic knee pain.”

This study was funded by the Beverage Institute for Health & Wellness, The Coca-Cola Company and the National Institute of Arthritis, Musculoskeletal and Skin Diseases (P60 AR054731).

Potenzpilllen für gesunde Männer gefährlich?

Macht VIAGRA gesunde Männer abhängig?

06.03.2014 – Arzneimittel mit dem Wirkstoff Sildenafil sind zur Behandlung von Erektionsstörungen zugelassen (Erektile Dysfunktion, ED). Doch die „Potenzpillen“ werden nicht nur von Diabetes- oder Herzkreislauf-Patienten mit ED eingenommen, sondern auch von gesunden Männern, die mit Sildenafil, Viagra & Co. ihre natürliche Erektion verstärken möchten. Doch das kann negative Folgen haben: „Besonders junge gesunde Männer, die häufig PDE 5-Hemmer als `erek- tionsverstärkenden Freizeitspaß ́ einnehmen, können damit ihrem Sexualleben schaden“, erläutert Prof. h.c. Dr. med. Udo Bermes, Urologe und Sexualmediziner aus Wiesbaden. So hat eine amerikanische Studie gezeigt: Je mehr Potenzpil- len ohne ärztliche Verordnung von Studenten eingenommen wurden, desto schlechter fühlten sie sich. „Dieser lifestyle- orientierte Einsatz von PDE 5-Hemmern kann sich negativ auf das Selbstvertrauen in die eigene Sexualität auswirken“, erklärt Dr. med. Axel-Jürg Potempa, Urologe und Sexualme- diziner aus München, „denn die Erwartungen an die eigene Sex-Performance steigen durch die Pillen unnatürlich hoch.“ Beide Mediziner sind sich daher einig: die übermäßige Ein- nahme von ED-Tabletten kann bei gesunden Männern zur psychischen Abhängigkeit führen – und die Beziehung (zer)stören.

In der US-Studie, die im Journal of Sexual Medicine publiziert wurde [1], zeigte sich weiter: Männer, die Potenzpillen missbrauchten, hat- ten weniger Vertrauen in ihre Erektion und waren unzufriedener mit ihrem Sexualleben – obgleich sie der Sexakt an sich befriedigte. „Die Frage ist: Warum nehmen gesunde Männer regelmäßig PDE 5- Hemmer? Vielleicht haben sie nach den ersten Erektionsstörungen, die bei jedem Mann in einer schlechten Phase mal auftreten, Angst, dass der Penis ohne Pille nicht mehr hart genug erigiert. Oder aber die Angst vorm Versagen war zuerst da und die PDE 5-Hemmer werden sozusagen vorbeugend als `Erektionsabsicherer ́ eingesetzt – und dieses Verhalten wird dann zur Routine“, so Bermes. Körperli- che Schäden seien durch die Einnahme von Sildenafil und anderen erektionsstärkenden Substanzen nicht zu erwarten, „aber der nega- tive Einfluss auf die Psyche kann sich verfestigen, denn neben der angstbedingten Abhängigkeit, ohne Pille zu versagen, gibt es noch weitere bedenkliche Effekte“, ergänzt Potempa.

Erektions-Bewunderung als Sex-Hemmer und Beziehungskiller?
Nach der Einnahme von PDE 5-Hemmern beobachten Männer ihre Erektionen besonders intensiv. „Mann will sehen und sich daran erfreuen, wie gut der pillen-verstärkte Penis steht. Das jedoch kann vom eigentlichen Spaß am Sex ablenken – und darüber hinaus kann dieses `Phallus-Bewundern ́ das sympathische Nervensystem akti- vieren, das normalerweise bei sexueller Aktivität runtergefahren wird, damit man entspannt Sex haben kann“, so Bermes. Auch wenn Männer trotz der versagensangst-gesteuerten Einnahme von PDE 5-Hemmern guten Sex haben, kann dies zu Beziehungsproble- men führen, wenn die Pillen heimlich eingenommen werden: „Frau- en reagieren, wenn sie es erfahren, meist mit Unverständnis und Irritation – weil sie vermuten, dass der Mann eher sein Ego bezüg- lich seiner Manneskraft auslebt, als dass er den Sex mit ihr in den

Vordergrund stellt“, erklärt Dr. med. Carla Thiele, Fachärztin für Innere Medizin/Sexualmedizin und Sexualtherapeutin aus Leipzig.

Original und Fälschung

Lifestyle-Einnahme von Sildenafil kann Krankheiten kaschieren

Zu den genannten Folgen gesellt sich noch ein weiteres Problem, wenn Männer PDE 5-Hemmer häufig „just for fun“ einsetzen: „Eine nachlassende Erektion ist nicht selten auch Vorbote für Gefäßer- krankungen oder Diabetes“, erklärt Dr. med. Wolfgang Bühmann, Pressesprecher des Bundesverbands der Urologen e.V und Urologe aus Sylt, „und diese Erkrankungen werden nicht rechtzeitig erkannt, weil die permanent eingenommen Potenzpillen eine gesunde Erekti- on vortäuschen können.“ Bühmann rät daher allen Freizeit- Verwendern von Sildenafil & Co. unbedingt pillenfreie Sexphasen einzulegen. „So kann Mann sich davon überzeugen, dass die Erekti- on noch natürlich hart steht. Wird man hingegen mehrfach von ei- nem schwächelnden besten Stück überrascht, sollte dringend ein Urologe aufgesucht werden, damit die Gründe der Erektionsschwä- che untersucht werden können. Und dabei geht es nicht um banale `Wehwehchen ́ – denn eine ED kann schlimmstenfalls Vorbote eines Herzinfarkts sein, weil die Gefäße verkalkt sind.“

Unabhängig davon seien alle PDE 5-Hemmer als verschreibungspflichtige Arzneimittel ausschließlich mit einem Rezept vom Arzt erhältlich: „Woher auch immer junge gesunde Männer ihre Potenzpillen beziehen – von einer Einnahme ohne vorherigen Arztbesuch ist aus gesundheitlichen Gründen abzuraten“, warnt Verbandsspre- cher Bühmann, „denn nur PDE 5-Hemmer, die mit einem Rezept vom Arzt in der Apotheke abgeholt oder bestellt werden, sind garan- tiert echt. Alles andere können Fälschungen mit unbekannten In- haltsstoffen sein.“

[1] Harte CB and Meston CM. Recreational use of erectile dysfunction medications and its adverse effects on erectile function in young healthy men: The mediating role of confidence in erectile ability. J Sex Med 2012;9:1869–1876.

 

Prof. h.c. Dr. Bermes, Dr. Potempa und Dr. Thiele sind ehrenamtliche Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats  Infoportals www.sildenafil-generika.de, das alles Wissenswerte zu den neu en „günstigen Viagra-Klonen“ für jedermann (und –frau) leicht ver- ständlich vermittelt. Die Website ist HONcode-zertifiziert, d.h. die Homepage erfüllt den offiziellen HONcode-Standard für vertrauens- würdige Gesundheitsinformationen.

 

Jetzt gibt es auch eine Väter-Kur

Pilotprojekt: Im Rahmen der Müttergenesung bietet die KAG erstmals eine Väter-Kur an

Vater werden ist nicht schwer! Vater sein dagegen sehr, sagt der Volksmund.

 

Auch Väter können unter der Belastung von Familie und Beruf leiden. Erstmals gibt es in Deutschland nun eine reine Väter-Kur im Rahmen der Müttergenesung

Auch Väter können unter der Belastung von Familie und Beruf leiden. Erstmals gibt es in Deutschland nun eine reine Väter-Kur im Rahmen der Müttergenesung

rFreiburg, 06.03.2014 – Im April statet die erste Väter-Kur Deutschlands. Auch wenn sich Väter im traditionellen Begriff „Müttergenesung“ nicht direkt wiederfinden, hab

en sie seit 2002 Anspruch auf die gesetzlichen Vorsorge- und Rehamaßnahmen der Müttergenesung. Doch bisher gab es nur Kurangebote, die Väter gemeinsam mit ihren Kindern nutzen konnten. „Bei der Väter-Kur steht allein die Gesundheit des Vaters im Mittelpunkt, ohne dass die Kinder dabei sind“, beschreibt Margot Jäger von der Katholischen Arbeitsgemeinschaft (KAG) Mütt

ergenesung das gemeinsame Pilotprojekt mit den Kneipp’schen Stiftungen in Bad Wörishofen und den Krankenkassenverbänden in Bayern. Anmeldungen sind noch möglich.

Wenn die Trennung von der Familie für den Gesundungsprozess sinnvoll und wichtig ist und die Kinder zu Hause versorgt sind, haben jetzt auch Väter die Möglichkeit, die Angebote einer dreiwöchigen Vorsorgemaßnahme zu nutzen. Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenkasse getragen. Die Väter werden entsprechend ihren Erkrankungen und psycho-sozialen Belastungen behandelt. Frei vom Druck durch den Alltag, Beruf, Partner und die Kindeserziehung können sie sich ganz auf ihre Gesundheit konzentrieren. „Gerade für Männer mit Erschöpfungssyndrom, Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit und einem ausgeprägtem Verantwortungsgefühl bietet die ganzheitliche, väter-spezifische Therapie effektive und nachhaltige Hilfe“, erklärt Thomas Hilzensauer, Leiter Familien

& Kind Haus in Bad Wörishofen.

Die Erziehung eines Kindes kann für viele Menschen eine große psychische und körperliche Belastung darstellen. Nicht selten wird dann eine Vorsorge-Maßnahme in einer Einrichtung der Müttergenesung benötigt, um wieder zu Kräften zu kommen und das Leben ins Gleichgewicht zu bringen. „Weil immer mehr Männer Erziehungsverantwortung übernehmen, wächst der Bedarf an männerspezifischen Angeboten“, sagt Margot Jäger. Die KAG Müttergenesung ist der größten Klinikzusammenschluss für Mutter- Kind Vorsorge und Rehabilitation im Müttergenesungswerk und geht mit diesem Angebot neue Wege.

Die erste Väter-Kur startet im April. Im O

ktober und November werden weitere Kuren angeboten. Das Service-Telefon der KAG Müttergenesung informiert über die Möglichkeiten einer Väter-Kur: Telefon 0180/ 140 0 140 (3,9 Cent pro Minute).

 

Alte AKW in Europa abschalten

WDR exklusiv: Greenpeace warnt vor Alt-AKW in Europa

Durch das hohe Alter vieler Atomkraftwerke wächst auch in Europa das Risiko einer Reaktor-Katastrophe. Zu diesem Ergebnis kommt eine von Greenpeace in Auftrag gegebene internationale Studie, die dem WDR vorliegt und die heute (5. März) der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Greenpeace Kampaigner Tobias Riedl© Bente Stachowske / Greenpeace

Greenpeace Kampaigner Tobias Riedl© Bente Stachowske / Greenpeacekommt eine von Greenpeace in Auftrag gegebene internationale Studie, die dem WDR vorliegt und die heute (5. März) der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Demnach sind 66 der 151 in Europa (ohne Russland) betriebenen  Atomreaktoren älter als 30 Jahre – sieben davon sogar älter als 40 Jahre. Trotz Reparaturen und technischer Nachrüstung verschlechtere sich der Gesamtzustand der Anlagen mit zunehmendem Alter, so die Autoren.

„Mit jedem Tag, den diese alten Atomkraftwerke laufen, steigt das Risiko, dass es zu einem so schweren Unfall wie in Fukushima auch in Europa kommt“, erklärte Greenpeace-Atomexperte Tobias Riedl im WDR-Radio.

Das Risiko werde zusätzlich erhöht, indem bei vielen überalterten Anlagen aus wirtschaftlichen Gründen die Laufzeit auf bis zu 60 Jahre verlängert und zugleich die Leistungskapazität ausgebaut werden soll. Hinzu komme der Verlust von Fachwissen und Motivation durch Routine und Pensionierung von Personal.

„Wir stehen am Beginn einer neuen Ära des atomaren Risikos“, lautet die dramatische Schlussfolgerung der Autoren. Greenpeace-Atomexperte Riedl forderte im WDR, angesichts dieser Erkenntnisse das Tempo beim deutschen Atomausstieg zu beschleunigen und weltweit sämtliche Atomkraftwerke, die ihre Auslegungslebensdauer überschritten haben, sofort abzuschalten.

Der Schnarcher von nebenan schläft sanft wie ein Lamm

Gute Aussichten für Schlafapnoiker

Dr. Eva Maria Wellnitz Wissenschaftskommunikation der Medizinischen Fakultät
Universitätsmedizin Mannheim

Wissenschaftliche Studie zur Wirksamkeit einer neuen Therapie gegen Atempausen im Schlaf liefert ermutigende Ergebnisse

 

Die neue Technologie, ein Stimulator der oberen Luftwege, mit einem implantierbaren Pulsgenerator, Atmungssensor sowie einer Stimulationselektrode.

Die neue Technologie, ein Stimulator der oberen Luftwege, mit einem implantierbaren Pulsgenerator, Atmungssensor sowie einer Stimulationselektrode.

Die Hals-Nasen-Ohrenklinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) ist an der Einführung eines neuen Systems beteiligt, das Schnarchern mit Atemaussetzern (obstruktive Schlafapnoe, OSA) künftig zu einem erholsameren Schlaf verhelfen könnte. Es handelt sich dabei um ein vollständig implantiertes Schrittmachersystem, das durch eine milde Stimulation der Muskeln der oberen Luftwege dafür sorgt, dass der Patient gleichmäßig atmet._

Wenn das nächtliche Schnarchen mit regelmäßigen Atemaussetzern einhergeht, ist das nicht mehr nur ein Thema zwischen zwei Menschen, die das nächtliche Lager miteinander teilen, sondern dann geht es um die Gesundheit des Betroffenen. Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe ringen über Nacht ständig nach Atem. Ursache ist die Erschlaffung der Muskulatur, die dazu führt, dass die Zunge während des Schlafs in den Rachen fällt und dabei die Atemwege verengt oder sogar verschließt.

Was unangenehm für den Bettnachbarn ist, belastet den Körper des Schnarchers schwer: Durch die Atemaussetzer fällt die Sauerstoffkonzentration im Blut ab, Stresshormone werden freigesetzt und eine Weckreaktion ausgelöst, die den Atemweg wieder eröffnet und das Ersticken verhindert. An tiefen, erholsamen Schlaf ist nicht zu denken, die Folgen sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsschwächen am Tage. Auch das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und hohen Blutdruck ist erhöht.

Die Standardtherapie der obstruktiven Schlafapnoe ist ein Beatmungssystem (Continuous Positive Airway Pressure, CPAP), das über einen Schlauch und eine Gesichtsmaske einen Überdruck erzeugt, wodurch die Atemwege auch im Schlaf offengehalten werden. Diese so genannte CPAP-Beatmung ist zwar wirksam, wird jedoch von vielen Betroffenen nicht angenommen: Fast Die Hälfte der Patienten ist daher nicht ausreichend oder überhaupt nicht behandelt.

Für diese Patienten kann nun die so genannte Upper Airway Stimulation (UAS) Therapie mittels des von Inspire Medical Systems, Inc., entwickelten Systems eine Lösung sein. Es handelt sich dabei um einen implantierten Schrittmacher, der den Unterzungennerv stimuliert und damit die für die Atempausen verantwortliche Erschlaffung der Muskulatur direkt verhindert.

Die Wirksamkeit dieses Systems wurde in einer Studie geprüft, deren Ergebnisse jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurden. An der internationalen Studie waren 15 Kliniken in den USA und 7 Kliniken in Europa beteiligt. Eine herausragende Rolle spielt dabei die HNO-Klinik der Universitätsmedizin Mannheim, die die Operationstechnik erstmals in Deutschland eingesetzt und für die Studie wesentlich optimiert hat.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Inspire Therapie nicht nur die obstruktive Schlafapnoe signifikant verbessert, und zwar hinsichtlich der Atemaussetzer (um 68 Prozent) und der Sauerstoffabfälle im Blut (um 70 Prozent), sondern auch die damit verbundene Lebensqualität und Tagesschläfrigkeit.

Für Patienten mit CPAP-Unverträglichkeit liegen die Vorteile des Systems auf der Hand: Vor dem Einschlafen wird die Stimulation aktiviert, nach dem Aufwachen am Morgen ausgeschaltet. Durch die Operation entstehen keine irreversiblen Veränderungen der oberen Atemwege, Schlucken und Sprechen sind unbeeinträchtigt.

Die Therapie mit dem Schrittmachersystem von Inspire Medical Systems ist zertifiziert und in Europa zur Verwendung zugelassen. Ende 2013 wurde die Therapie an der Universitätsmedizin Mannheim als erster Klinik in Deutschland erstmals von den Krankenkassen erstattet.

Publizierte Studie
Upper-Airway Stimulation for Obstructive Sleep Apnea
Patrick J. Strollo, Jr., M.D., Ryan J. Soose, M.D., Joachim T. Maurer, M.D., et al.
New England Journal of Medicine 2014; 370:139-149
January 9, 2014
DOI: 10.1056/NEJMoa1308659

Stellen Sie sich nicht so an!

„Meine Odyssee durch das deutsche Gesundheitssystem“ – ein Buch  von Lioba Werrelmann

„Die Krankheit hat mir etwas geschenkt, das unbeschreiblich kostbar ist: Die unbändige Freude lebendig zu sein. Sie hat mir Dankbarkeit geschenkt. Und Leichtigkeit“, sagt Lioba Werrelmann.

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Es ist nicht Jedermanns Sache, ein Buch über die Krankheit eines anderen zu lesen.

Das geht mir normalerweise auch so. Mit diesem Buch ist es anders. Schon der Titel hat mich neugierig gemacht. Und so begann ich zu lesen und zu lesen und zu lesen.

Das Schicksal von Lioba Werrelmann, die von Geburt an einen Herzfehler hat,

hat mich berührt. Das Buch hat mich gefesselt. Man kann Anteil nehmen am ihrem Schicksal, ohne sich selbst dabei als Voyeur zu fühlen. An der einen oder anderen Stelle mag man Lioba Werrelmann rütteln und ihr sagen: „Hey, lass’ dir das doch nicht alles gefallen“. Aber wer selbst einmal an einer längeren und vor allem schweren Krankheit gelitten hat, weiß, dass das nicht ganz so einfach ist.

Unser Gesundheitssystem folgt Regeln, die man als Patient meist nicht durchschaut. Oft ergeben die Entscheidungen von Ärzten und Krankenkassen auch nicht wirklich einen Sinn. Und am Ende bleibt man auf sich alleine gestellt, wenn man Pech hat, sogar für längere Zeit.

Lioba Werrelmann war bis zu ihrem 40. Geburtstag eine lebendige Frau, die einen tollen Job als Hauptstadtkorrespondentin in Berlin hatte. Sie liebte ihre Arbeit, genoss das Leben und war im Großen und Ganzen zufrieden mit ihrer Beziehung.

Das änderte sich alles schlagartig, als ihr angeborener Herzfehler sie regelrecht in die Knie zwang. „Von da an ging’s bergab“.

Nach einer langen Odyssee, die ein gutes Jahr dauerte, durfte sie für ein kurzes Jahr in ihr altes Leben zurückkehren, dann holte sie die Krankheit wieder ein. Jetzt war es endgültig aus mit ihrem aufreibenden Job in Berlin.
Sie hatte jedoch Glück, dass sie einen verlässlichen Freundeskreis hatte – nicht nur in Berlin, sondern auch in ihrer alten Heimat. Das machte ihr die Rückkehr leichter..

Das Buch von Lioba Werrelmann zeigt mehr als deutlich, dass unser Gesundheitssystem selbst krank ist. Wenn man dringend ärztliche Hilfe braucht, aber weder Ärzte noch Krankenkassen die Krankheit verstehen und einordnen können, dann hat man wirklich schlechte Karten. Und das geht nicht nur Menschen mit einem angeborenen Herzfehler so, obwohl bereits jedes 100. Kind in Deutschland mit einem Herzfehler geboren wird.

Vor 50 Jahren sind rund 90% dieser Kinder gestorben. Heute können sie – meist durch aufwendige Operationen – gerettet werden. Viele ahnen leider nicht, dass sie erneut schwer erkranken können.

Die sogenannten EMAH-Patienten sind für viele Ärzte vor allem dann ein „Buch mit sieben Siegeln“, wenn es sich um Erwachsene handelt. Bislang gibt es noch immer wenig Möglichkeiten, sich professionell gut im erwachsenen Alter behandeln zu lassen. Nicht selten müssen EMAH Patienten auf der Kinderstation eines Krankenhauses betreut werden, weil dort die einzigen Kardiologen mit einer Zusatzausbildung arbeiten.

Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen sind meist nur auf erwachsene Patienten mit erworbenen Herzfehlern vorbereitet.

Wenn man als Patient in kein festes Schema passt, dann wird man von unserem Gesundheitssystem ganz schön im Stich gelassen. Und das trifft nicht nur auf Erwachsene mit angeborenem Herzfehler zu, sondern auf alle Patienten, die sich nicht nach dem 08/15 Prinzip abfertigen lassen. Oft fängt es schon bei einer Unverträglichkeit von Medikamenten an, die von den meisten Ärzten nicht erkannt wird, weil diese angeblich gar nicht existiert. Und so antwortet eine Radiologin auf die Frage einer Patientin, weshalb man ihr genau das Präparat verordnet hat, auf das sie sehr heftig allergisch reagiert: „Es gibt ja kein Medikament gegen diese Krankheit, das einen anderen Wirkstoff enthält. Sie müssen das einfach mal ausprobieren, es wird schon nicht so schlimm werden“.

Und wer sich dann auch noch bei seiner Krankenkasse beschwert, der kann schnell als notorischer Querulant gelten.

„Stellen Sie sich nicht so an“, dann können Sie trotzt unseres Gesundheitssystems überleben, mag man da fast zynisch rufen.

Lioba Werrelmann legt in jedem Fall mit ihrem Buch den Finger in die Wunde eines Gesundheitssystems, das viele Fragen offen und so manchen Patienten mit seiner Krankheit alleine lässt.

Ratsuchende erwachsene EMAH-Patienten können inzwischen u. a. im Deutschen Herzzentrum in München und bei der EMAH Stiftung Karla Völlm Universitätsklinikum Münster e.V. Auskunft bekommen.

Hardcover, Knaur HC
03.03.2014, 288 S.

ISBN: 978-3-426-65538-2
€ 16,99E-Book (€14,99)