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Seele, Körper und Geist im Fokus

Psychosomatisches Dienstagskolloquium „Seele – Körper – Geist“ des Universitätsklinikums Freiburg startet am 10. November 2020

Interessierte können sich bei der Online-Vortragsveranstaltung über verschiedene Themen aus der Psychosomatik informieren

Wie hängen Seele, Körper und Geist zusammen? Diese übergeordnete Fragestellung verbindet die Vorträge des Psychosomatischen Dienstagskolloquiums der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. Unter anderem stehen in diesem Jahr die Themen „Klima, Psyche und Psychotherapie“, „Empathie und Achtsamkeit“ und „Hypnosystemische Psychosomatik: Wie der Organismus und Symptome für die Gesundung genutzt werden können“ im Fokus.

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Die Feldenkrais-Methode sorgt für mehr Beweglichkeit

„Wenn du weißt, was du tust, kannst du tun, was du willst“: die Feldenkrais-Methode

Es gibt viele Methoden und Konzepte, um etwas für Körper und Seele, kurz für das Wohlbefinden insgesamt zu tun. Eine landläufig weniger bekannte, von Kennern jedoch sehr geschätzte Art von Übungen, die helfen sollen, krank machende Bewegungs- und Verhaltensmuster aufzuspüren und zum Positiven zu verändern, ist die Feldenkrais-Methode. Diese von dem Physiker und Judolehrer Moshé Feldenkrais entwickelte und nach ihm benannte Therapie versteht sich eigentlich nicht als eine Behandlungsform, sondern mehr als eine Art Unterricht. Deshalb ist bei Feldenkrais auch nicht von Patienten die Rede, sondern von Schülern. Sie sollen sich ihrer eigenen Bewegungen bewusst werden und sie so zu verbessern lernen.

Doch der Feldenkrais-Ansatz greift noch weiter: Er will erreichen, dass die Schüler durch Veränderung der eigenen Wahrnehmung, also des Bildes, das sie sich im Laufe ihres Lebens von sich selbst gemacht haben, in die Lage versetzt werden, ihr Verhalten zu korrigieren und so neue Lösungen für Probleme in ihrem Leben zu finden. Dieses Konzept mag auf den ersten Blick recht esoterisch erscheinen, doch Feldenkrais wollte es so nicht verstanden wissen. Er sah in seiner Methode vielmehr eine pädagogische Bewegungstherapie, um Erkrankungen zu lindern bzw. vorzubeugen, die mit einer falschen Körperhaltung einhergehen. Dieser schädlichen Bewegungsmuster sollen sich die Feldenkrais-Schüler bewusst werden, sie durch „Umlernen“ gezielt verbessern und sich auf diese Weise neue körperliche Fähigkeiten erschließen. Allerdings meint Feldenkrais ein sehr umfassendes „Lernen“, ein „organisches Lernen“, wie er es nennt – so wie Kinder beim Entwickeln ihrer Bewegungsfähigkeiten lernen.

Es geht also um ein nicht-akademisches Lernen, bei dem Bewegung als Medium dient. Dabei sollen jedoch nicht nur schädliche Bewegungsmuster durch bessere ersetzt, sondern gleichzeitig auch geistige Fähigkeiten weiterentwickelt werden, etwa um die negativen Folgen von schlechten Angewohnheiten oder Zwängen zu erkennen, ihnen entgegenzuwirken und dabei zugleich die eigenen Grenzen zu erweitern.

Die Feldenkrais-Übungen zielen darauf ab, durch das Aufzeigen von Alternativen zu nachteiligen Bewegungs- (und Verhaltens-)mustern die Beweglichkeit von Körper und Geist gleichermaßen zu optimieren. Denn Feldenkrais geht davon aus, dass Bewegung Ausdruck einer gesamten Person ist und daher der geeignetste Ansatz für Verbesserungen: Sprich, wer seine Bewegungsdefizite erkennt und gezielt daran arbeitet, erlangt durch die Fähigkeit zur Selbstreflexion ebenfalls mehr Bewusstheit über sein Denken, Fühlen, Wahrnehmen und Handeln. Im Wesentlichen ist es die Anleitung zur Verbesserung der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit, welche die Feldenkrais-Methode von anderen Körpertherapieformen, wie etwa Pilates oder Yoga, unterscheidet. Getreu dem Motto ihres „Erfinders“: „Wenn du weißt, was du tust, kannst du tun, was du willst!“

Konkret wird die Feldenkrais-Methode zur Behandlung von Haltungsschäden aller Art eingesetzt sowie von orthopädischen Defiziten, speziell von Rückenleiden. Die Übungen haben sich jedoch auch als Therapie bei Nervenleiden, bei chronischen Schmerzen sowie zum Stressabbau bewährt. Wobei erwähnt werden muss, dass es für die Wirksamkeit der Feldenkrais-Übungen bislang keinerlei wissenschaftliche Belege gibt. Doch aus Sicht seiner Schüler geben die positiven Erfahrungen mit der Methode dem „Therapeuten“ recht. Zudem fußt das Konzept auf den nachgewiesenen Erkenntnissen von Gehirnforschern zu der untrennbaren Verbindung zwischen Körper und Geist: Deshalb kann das Gehirn auch durch Bewegungsabläufe beeinflusst werden.

Die Feldenkrais-Bewegungsmuster können im Einzel- oder Gruppenunterricht erlernt und geübt werden. Die Übungen sind nicht anstrengend und daher von jedermann gut erlernbar.

 

„Medizinwissen für Kinder“: Wie funktioniert die Lunge ?

Die Lunge versorgt den Körper rund um die Uhr mit lebenswichtigem Sauerstoff

ukf_medizinwissen_fuer_kinder_03Wie sie genau funktioniert und was zum Beispiel beim Husten passiert, erklären zwei Ärztinnen des Uniklinikums Freiburg am 3. Dezember bei „Medizinwissen für Kinder“

Schwierige medizinische Themen für Schulkinder verständlich machen und sie für dieses Feld begeistern, das sind die Ziele der Vorlesungsreihe „Medizinwissen für Kinder“ des Universitätsklinikums Freiburg. Am Samstag, den 3. Dezember 2016, findet um 15 Uhr im Hörsaal der Universitäts-Frauenklinik (Hugstetter Straße 55, Freiburg) die fünfte Vorlesung der Reihe mit dem Titel „Wie funktioniert die Lunge?“ statt.

Luft ist lebenswichtig für Menschen und Tiere. Mit dem Sauerstoff, der beim Atmen aus der Luft aufgenommen wird, werden alle Zellen des Körpers versorgt. Nur so können sie überhaupt arbeiten. Das Organ, das dafür verantwortlich ist, ist die Lunge. Bis zu 20 Mal in der Minute atmet ein Schulkind. Da der Körper keinen Sauerstoff speichern kann, arbeitet die Lunge unentwegt – auch in der Nacht. Während Menschen etwa 40 Tage ohne Essen auskommen und ohne Trinken circa vier Tage, überleben sie ohne Luft nur wenige Minuten. Deshalb ist es so wichtig, dass die Lunge gesund ist.

medizinwissenfuerkinder_lunge_2016_bildWie die Lunge und die Atmung genau funktionieren und was passiert, wenn man einen Husten hat oder die Lunge krank ist, erklären Prof. Dr. Andrea Heinzmann und Dr. Mirjam Elze bei „Medizinwissen für Kinder“. Andrea Heinzmann ist Fachärztin für Lungenheilkunde am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg und auf die Behandlung von Lungenerkrankungen wie beispielsweise Asthma bei Kindern spezialisiert. Mirjam Elze arbeitet als Lungenfachärztin in der Klinik für Thoraxchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg. Dort behandelt sie hauptsächlich Menschen mit bösartigen Erkrankungen der Atemwege und der Lunge, aber auch mit Erkrankungen, Fehlbildungen und Verletzungen der Brustwand, des Zwerchfells und der Lunge selbst.

Die Kinder haben während der Vorlesung die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an die beiden Expertinnen zu richten.

Bitte beachten: Teilnehmen können nur Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren. Kinder können alleine kommen, dürfen aber auch eine erwachsene Begleitperson mitbringen.

Nach der 45-minütigen Vorlesung gibt es einen kleinen Imbiss.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Dein Körper lügt nie

978-3-426-65782-9_Druck.jpg.34900773Das 3-Wochen-Programm zur Schmerzbehandlung – nicht zur Schmerzlinderung, sondern zur dauerhaften Befreiung vom Schmerz. So lautet der ganze Buchtitel.

Rückenprobleme, Kopfschmerzen, verspannte Schultern, Schmerzen in den Füßen – Vicky Vlachonis weiß durch die jahrenlange Arbeit mit Schmerzpatienten, dass Schmerzen keine Feinde, sondern Signale des Körpers sind, die man ernst nehmen muss. Wer die eigentliche Ursache des Schmerzes kennt, versteht auch die Körperreaktion und kann so den Schmerz loslassen. Ihr Selbstheilungskonzept setzt genau dort an und verspricht eine dauerhafte Heilung.

Vicky Vlachonis verspricht in ihrem Buch, dass man mit ihrem 3-Wochen-Programm die nötigen Mittel an die Hand bekommt, mit der man jede Art von Schmerz behandeln kann. Dabei geht es u. a. um Ernährungsumstellung zur Behandlung von Entzündungen, Körperübungen zur Steigerung des Sauerstoffgehaltes im Blut und Beschreibungen der heilenden Triggerpunkte.

Ich habe den Selbstversuch gerade gestartet. Bin schon sehr gespannt, ob und wie es funktionieren wird.

Hardcover, Knaur MensSana HC
01.03.2016, 384 S.

ISBN: 978-3-426-65782-9

19,99,  E-Book (€17,99)

Über die Autorin

Vicky Vlachonis ist gebürtige Griechin, die in Beverly Hills lebt und praktiziert. Sie wurde in London an der renommierten European School of Osteopathy ausgebildet. 2001 eröffnete die Körpertherapeutin ihre eigene Praxis mit Schwerpunkt ganzheitliche Schmerzbehandlung. Der nachhaltige Erfolg ihrer Methode zur Schmerzbefreiung hat sie international bekannt gemacht.

App zur Früherkennung von Depressionen

MOSS – Mit einer App depressive Verstimmungen erkennen und Betroffenen helfen

App zur DepressionserkennungForschende des UniversitätsSpitals Zürich haben in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich, der Universität St. Gallen und der makora AG eine App zur Früherkennung von Depressionen entwickelt. Betroffene werden damit mobil, alltagsnah und mit individuellen Verhaltensempfehlungen unterstützt.

​ Depressionen beginnen oft schleichend, das frühzeitige Erkennen erster Symptome ist jedoch für den Verlauf der Krankheit entscheidend. An diesem Punkt setzte das Entwicklerteam der MOSS App um die Psychiaterin Dr. Steffi Weidt (UniversitätsSpital Zürich) und Prof. Elgar Fleisch (ETH Zürich und Universität St. Gallen) an. Ziel der App ist es, eine beginnende Depression frühzeitig zu erkennen und individuelle Verhaltensempfehlungen zu geben, um die Depression abzuschwächen oder sogar zu vermeiden. MOSS wurde in Kooperation mit der ETH Zürich, der Universität St. Gallen (HSG) und der makora AG entwickelt und wird von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) finanziell unterstützt.

MOSS: Mobile Sensing and Support
Die MOSS App nutzt die zeitlich und örtlich unbeschränkte Verfügbarkeit (Mobile) von Smartphones, um Menschen mit einer depressiven Verstimmung möglichst alltagsnah und individuell zu unterstützen. Dafür erfasst, sammelt und analysiert (Sensing) MOSS laufend Daten, und gibt anhand von Algorithmen ermittelte individuelle, an die Situation angepasste Verhaltensempfehlungen ab (Support). Diese Empfehlungen basieren auf medizinischen und verhaltenstherapeutischen Grundlagen zur Behandlung von Depressionen und betreffen die vier Bereiche: Körper, Gedanken, Entspannung und Soziales.

Antriebslosigkeit erkennen und bekämpfen
Energie- und Antriebslosigkeit sind typische Begleiterscheinungen von depressiven Verstimmungen. Die App erfasst deshalb unter anderem Informationen zur körperlichen Aktivität (Bewegung zu Fuss) oder zu sozialen Kontakten (Anzahl Anrufe). Aus diesen Angaben erkennt MOSS, dass ein Nutzer in den letzten Tagen das Haus nur selten verlassen hat und keine sozialen Kontakte mehr pflegte. Basierend auf diesen Informationen würde MOSS beispielsweise empfehlen, wieder einmal einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen oder sich bei einer Freundin zu melden, um mit positiven Aktivitäten die Symptome zu überwinden oder sich präventiv vor einer Depression zu schützen.

Verbesserung der Versorgungssituation
«Da die App jederzeit und überall für Betroffene verfügbar ist, kann sie deutlich zur Verbesserung der Versorgungssituation beitragen. Die App läuft zudem bequem und selbständig im Hintergrund, die Nutzer müssen aktiv keine Eingaben machen. Für Menschen mit depressiven Verstimmungen oder Depressionen ist das eine wesentliche und hilfreiche Unterstützung», ist Steffi Weidt überzeugt.

Teststudie
Das UniversitätsSpital Zürich (USZ) führt unter der Leitung von Dr. Steffi Weidt die erste Teststudie der MOSS App durch. Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer können die neuartige Android App kostenlos testen. Der Schutz der persönlichen Daten ist dabei zentral; so werden alle Informationen verschlüsselt übermittelt und gespeichert und die Teilnehmenden sind nur über eine Identifikationsnummer erfasst. 

Information und Anmeldung unter: http://www.health-is.ch/MOSS

Ansprechpartner:
Dr. Steffi Weidt, Projektverantwortliche MOSS
UniversitätsSpital Zürich, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
044 255 52 80, mossde@usz.ch