Freiburg: Probanden für Studie gesucht

Mit Gleichstrom das Gedächtnis fördern

Mit zunehmendem Alter treten häufig leichte Gedächtnisprobleme auf. Ob sich eine leichte elektrische Stimulation des Gehirns positiv auf das Erinnerungsvermögen auswirkt, wird derzeit am Universitätsklinikum Freiburg erforscht. Für die Studie der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie werden ab sofort gesunde Probandinnen und Probanden zwischen 60 und 80 Jahren gesucht.

Vorherige Studien konnten bereits zeigen, dass die sogenannte transkranielle Gleichstromstimulation bei jungen Erwachsenen die Gedächtnisleistung steigert. In der aktuellen Studie füllen die Teilnehmer zunächst einige Fragebögen aus. Anschließend bearbeiten sie eine Gedächtnisaufgabe, während ein geringfügiger, nicht spürbarer Strom den vorderen Bereich ihres Gehirns stimuliert. Dazu werden zwei Elektroden außen auf der Kopfhaut angebracht. Probanden müssen sich nicht um ihre Haare sorgen: eine Rasur der Kopfhaut ist nicht notwendig.

Interessenten sollten sehr gut deutsch sprechen, Rechtshänder sowie Nichtraucher sein. Sie sollten nicht an neurologischen und/oder psychischen Vorerkrankungen leiden und es sollten sich keine metallischen Teile am oder im Kopf befinden (z.B. Metallsplitter, Metallplatten).

Die Untersuchung dauert etwa zwei Stunden und findet an einem Vormittag im Neurozentrum des Universitätsklinikums Freiburg statt (Breisacher Str. 64; Straßenbahn-Linie 4, Haltestelle Killianstraße). Für die Teilnahme erhalten die Probanden ein Profil ihrer Gedächtnisleistung sowie eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 24 Euro.

Kontakt und Terminvereinbarung:
Dr. Dipl.-Psych. Jessica Peter
Freiburg Brain Imaging
Telefon: 0761 270-54777
Bitte hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer auf dem Anrufbeantworter. Sie werden zurückgerufen.

Gehirn räumt im Schlaf auf

Gehirn räumt im Schlaf auf – und bleibt dadurch lernfähig

Die wesentliche Funktion von Schlaf ist geklärt

Schlaf reduziert die Übertragung zwischen Nervenzellen und schafft dadurch Platz für Neues und Wichtiges

Publikation in Nature Communications

Noch immer ist nicht eindeutig geklärt, weshalb Menschen und Tiere schlafen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg zeigen in einer am 23. August 2016 im Fachmagazin Nature Communications veröffentlichten Studie, dass im Schlaf die allgemeine Aktivität der als Synapsen bezeichneten Nervenzell-Verbindungen reduziert wird. Die meisten Verbindungen werden geschwächt, manche sogar ganz abgebaut. Nur wichtige Synapsen bleiben bestehen oder werden gestärkt. Dadurch schafft das Gehirn wieder Platz, um neue Informationen zu speichern. Diese als synaptische Plastizität bezeichnete Anpassungsfähigkeit ist eine wichtige Grundlage für Lernen und eine flexible Informationsverarbeitung. Der Abbau dürfte zudem Platz und Energie sparen, da beides im Gehirn zu einem Großteil von den Verbindungsstellen benötigt wird.

Nehmen wir tagsüber Informationen auf, werden im Gehirn Synapsen gestärkt oder neu angelegt. „Wir konnten jetzt erstmals beim Menschen zeigen, dass Schlaf die Synapsen wieder heruntergeregelt und damit Platz für neue Informationen schafft. Das Gehirn räumt also im Schlaf auf“, sagt Studienleiter Prof. Dr. Christoph Nissen, Ärztlicher Leiter des Schlaflabors an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. „Wird dieser Prozess durch Schlafmangel unterbunden, gerät das Gehirn in einen Sättigungszustand. Synapsen können dann nicht mehr ausreichend verstärkt oder neu aufgebaut werden. Entsprechend schwer fallen auch Lernen und flexible Informationsverarbeitung.“

Schlaf senkt die tagsüber gestiegene Aktivität der Synapsen

Zunächst untersuchten die Forscher die allgemeine Aktivität der Synapsen im Gehirn, die auch als Gesamtverbindungsstärke bezeichnet wird. Mit Hilfe einer Magnetspule über dem Kopf der Probanden reizten sie einen Bereich im Gehirn, der für die Steuerung eines Daumenmuskels zuständig ist. Dieses Vorgehen wird als Transkranielle Magnetstimulation (TMS) bezeichnet. Nach Schlafentzug löste bereits ein deutlich schwächerer Reiz eine Kontraktion des Muskels aus, was ein Zeichen für eine hohe synaptische Verbindungsstärke ist.

Außerdem werteten die Forscher mittels Elektroenzephalografie-Messungen (EEG) die unterschiedlichen Frequenzen der Hirnströme aus. Schlafentzug führte dabei zu einem deutlichen Anstieg sogenannter Theta-Wellen. Vorangegangenen Tier- und Humanstudien zufolge ist dies ein weiteres Anzeichen erhöhter synaptischer Gesamtstärke. „Schlaf senkt die tagsüber gestiegene Gesamtstärke der Synapsen im Gehirn. Nach Schlafentzug bleibt die Aktivität dagegen auf einem hohen Niveau“, sagt Prof. Nissen.

Gehirn wehrt sich gegen Überladung

Außerdem fanden die Forscher erstmals beim Menschen Hinweise für ein Prinzip, das eine dauerhafte Reizverarbeitung gewährleistet, die sogenannte homöostatische Plastizität. Sind die Synapsen durch lange Wachphasen bereits maximal aktiv, führen neue Reize oder Informationen nicht zu einer Stärkung, sondern zu einer Schwächung der Nervenzell-Verbindungen. Neu ankommende Reize können dann wieder normal verarbeitet werden. „Es ist anzunehmen, dass praktisch alle Funktionen des Gehirns dadurch beeinflusst werden, wie etwa Emotionsregulation, Konzentration oder Lernen“, sagt Prof. Nissen.

Im Experiment kombinierten die Forscher wiederholt die Reizung des motorischen Gehirn-Areals mit einem elektrischen Reiz am Arm, der ins Gehirn weiter geleitet wird. Findet eine Stärkung der Verknüpfung von Nervenzellen statt, kontrahiert sich der Daumenmuskel stärker als zuvor. Dieser Effekt zeigte sich nach Nachtschlaf. Nach Schlafentzug dagegen war die Kontraktion des Daumenmuskels sogar schwächer. Auf Verhaltensebene beobachteten die Freiburger Forscher zudem ein schlechteres Neulernen von Wortpaaren nach Schlafentzug.

Möglicher Grund, warum Menschen Schlafmangel unterschiedlich gut vertragen

Weiterhin fanden sie Hinweise darauf, dass der Wachstumsfaktor BDNF (brain derived neurotrophic factor) bei der Regulation der synaptischen Aktivität eine wichtige Rolle spielt. Es ist bekannt, dass BDNF nach normalem Schlaf die Neuverknüpfung von Nervenzellen und damit Lernen fördert. Die Forscher konnten nun zeigen, dass eine anhaltend hohe BDNF-Konzentration im Blut unter Schlafentzug eher zu einer Sättigung von Synapsen führte. „Das könnte erklären, warum manche Menschen Schlafmangel besser verkraften als andere“, sagt Prof. Nissen.

Therapieansätze für Depression und Schlaganfall

Die Erkenntnisse könnten zur Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten beitragen, etwa nach Schlaganfall oder bei depressiven Störungen. Bei diesen Erkrankungen ist es wichtig, Verschaltungen im Gehirn zu verändern. Hierzu könnten eine gezielte Beeinflussung des Schlaf-Wach-Verhaltens, aber auch andere Verfahren wie die transkranielle Gleichstromstimulation oder Medikamente mit neuen Wirkmechanismen auf Plastizität genutzt werden.

Original-Titel der Arbeit: Sleep recalibrates homeostatic and associative synaptic plasticity in the human cortex

DOI: 10.1038/ncomms12455

Medizinische Zweitbegutachtung vor Knie-OP

Orientierungshilfe durch Modellvorhaben

Jedes Jahr werden rund 175.000 künstliche Kniegelenke in Deutschland eingesetzt. Damit ist die sogenannte Knieendoprothese nach der Hüftprothese die zweithäufigste Operation in Deutschland. Schwere, fortgeschrittene Verschleißerscheinungen im Kniegelenk – beispielsweise durch Arthrose – machen bei vielen Patienten eine solche Prothese erforderlich. Allerdings ist nicht bei jedem Verschleiß eine Operation nötig. Die AOK Bayern bietet daher allen betroffenen Versicherten eine medizinische Zweitbegutachtung an. Ein entsprechendes Modellvorhaben wurde mit der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Physikalische Medizin und Rehabilitation der Universität München gestartet. „Wir geben AOK-Versicherten eine zusätzliche Orientierungshilfe, damit sie für sich persönlich den optimalen Behandlungsweg finden“, sagt Dr. Helmut Platzer, Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern.

Erfahrene Orthopäden des Klinikums der Universität München sichten die Unterlagen und untersuchen das Knie erneut. Dazu ist ein persönliches Erscheinen notwendig. Die Patienten werden über Chancen und Risiken verschiedener Behandlungsmethoden – Operation oder konservative Therapie – aufgeklärt. Die ärztliche Zweitmeinung kann die vorliegende Empfehlung bestätigen oder Alternativen aufzeigen. Das Angebot ist für AOK-Versicherte kostenlos.

Die Möglichkeit, eine ärztliche Zweitmeinung einholen zu können, ist vielen Versicherten wichtig: Knapp 90 Prozent der Deutschen schätzen eine zweite ärztliche Meinung. Jeder Vierte nutzt die Möglichkeit bereits. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. Mit der ärztlichen Zweitmeinung bei künstlichen Kniegelenken erweitert die AOK Bayern ihr Angebot. Auch bei der Diagnose Krebs können AOK-Versicherte kostenlos eine ärztliche Zweitmeinung einholen. Kooperationspartner ist die Universitätsklinik Erlangen, die zu den onkologischen Spitzenzentren in Bayern zählt.

Vergiftungsgefahr durch selbst gesammelte Pilze

Pilze sammeln wird immer bliebter

Vorsicht: Es besteht Vergiftungsgefahr

Folgen reichen von Übelkeit bis zu tödlichem Organversagen / Nicht-einheimische Sammler sind besonders gefährdet / Vergiftungs-Informations-Zentrale am Universitätsklinikum Freiburg berät rund um die Uhr

Pilze sammeln ist längst kein Exoten-Hobby mehr. Seit einigen Jahren steigt die Zahl derer, die in den Wäldern um Freiburg und ganz Baden-Württemberg eifrig Pilze sammeln – mit Pilzlexikon und Körben bewaffnet. Mindestens 2000 verschiedene Arten können unterschieden werden. Neben dem Steinpilz und den Morcheln sind über 600 weitere Arten im Schwarzwald um Freiburg vertreten. Wie viele davon tatsächlich essbar sind, weiß keiner genau. Denn das vorhandene Wissen rührt vor allem von Vergiftungsfällen her.

Essbare und Giftpilze sehen sich oft sehr ähnlich

Viele Giftpilze sehen essbaren Pilzen zum Verwechseln ähnlich. Für den Laien sind die meisten Pilzarten nicht zu unterscheiden. „Daher reicht es nicht aus, mit dem Pilzbuch in den Wald zu gehen“, sagt Dr. Uwe Stedtler, stellvertretender Leiter der Vergiftungs-Informations-Zentrale am Universitätsklinikum Freiburg, „weil das Aussehen der Pilze sehr unterschiedlich sein kann, wenn man nicht genau weiß, auf welche Kennzeichen man achten muss.“ Pro Jahr sterben allein in Baden-Württemberg zwei bis drei Menschen an Pilzvergiftungen. In Zweifelsfällen sollten Sammler bei Pilzausbildern oder Sachverständigen nachfragen und die Finger von den unbekannten Pilzen lassen.

Finger weg vom falschen „Wiesenchampignon“

Einer der giftigsten Pilze Europas ist der Knollenblätterpilz, der von August bis Oktober wächst. Fast 95 Prozent aller tödlich endenden Pilzvergiftungen gehen auf diesen Pilz zurück. Bereits kleine Mengen sind lebensgefährlich. „Besonders gefährdet sind Mitbürgerinnen und Mitbürger, die aus anderen Ländern, insbesondere aus dem östlichen Europa, nach Deutschland gezogen sind, da Pilze aus der alten Heimat dem hiesigen Knollenblätterpilz zu ähneln scheinen“, sagt Dr. Stedtler. Schuld an einer Vergiftung ist meist Amatoxin, ein giftiger Eiweißstoff, der in manchen Pilzen vorhanden ist. Der lässt sich weder durch Kochen noch durch Trocknen unwirksam machen.

Was tun, wenn kleine Kinder unbekannte Pilze probieren?

Mehr als die Hälfte der Anfragen zu Pilzvergiftungen erhält die Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg von besorgten Eltern, deren Kleinkinder von einem unbekannten Pilz probiert haben. „Zum Glück essen die Kinder meist nur sehr wenig Pilz, was selten schwere Folgen hat“, sagt Dr. Maren Hermanns-Clausen, Leiterin der Vergiftungs-Informations-Zentrale am Universitätsklinikum Freiburg.

Wichtig ist, vorhandene Reste des Pilzes aufzubewahren, um ihn gegebenenfalls bestimmen lassen zu können. „Durch unsere Beratung können wir den Kindern in den meisten Fällen einen Krankenhaus-Aufenthalt ersparen.“

Eine Vergiftung kann sich 15 Minuten bis mehrere Tage nach dem Pilzverzehr äußern

Pilzvergiftungen können Magen-Darm-Beschwerden auslösen, aber auch zu Leber- und Nierenversagen führen. Dann hilft, wenn überhaupt, nur noch eine Organtransplantation. Bei Kindern verläuft eine Pilzvergiftung häufig schwerer als bei Erwachsenen. Es gibt aber kaum eindeutige Vergiftungssymptome. Leichte Pilzvergiftungen, die nicht lebensgefährlich sind, können schon zwischen 15 Minuten und vier Stunden nach dem Pilzessen auftreten und mehrere Tage anhalten. Bei einer schweren und lebensbedrohenden Vergiftung können die ersten Anzeichen Tage auf sich warten lassen. „Oft werden die Beschwerden wie beispielsweise Muskelschmerzen, Flankenschmerzen und Harnbluten dann gar nicht mehr mit dem Pilzkonsum in Verbindung gebracht“, so Dr. Stedtler.

Im Verdachtsfall schnell zum Arzt – mit Speiseresten

Wenn die ersten Anzeichen einer Vergiftung zu erkennen sind, sollte man schnellst möglich zum Arzt oder ins Krankenhaus fahren. Wenn noch Reste der Pilze übrig sind, sollte man diese zur Identifizierung mit zum Arzt nehmen. „Die Bestimmung ist wichtig, um die Giftigkeit einzuschätzen. Und je präziser der Pilz beschrieben werden kann, desto genauer kann die erforderliche Behandlung sein“, erklärt Dr. Uwe Stedtler. Wird eine Vergiftung rechtzeitig behandelt, kann sie in den meisten Fällen ohne bleibende Schäden ausheilen.

Die Vergiftungs-Informations-Zentrale Freiburg ist rund um die Uhr erreichbar unter: Telefon: 0761 19240

Wege aus der Schmerzfalle

Patientenforum „Chronischer Schmerz“

Schmerzexperten der UMG und Patientenorganisation „SchmerzLOS e.V.“ informieren im Universitätsklinikum Göttingen.

Öffentliche Vortragsveranstaltung für Patienten. Samstag, 27. August 2016, 11:00 bis 13:00 Uhr. Auftakt zur Gründung einer Selbsthilfegruppe

(umg) Chronische Schmerzen sind sehr häufig, etwa 23 Millionen Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Dabei wirken Schmerzen unterschiedlich. Sechs Millionen Menschen empfinden ihre Schmerzen als schwere körperliche Beeinträchtigung. Der Schmerz kann auch lebensbestimmend werden und zu psychischen Beeinträchtigungen führen. Geschätzt zwei Millionen Menschen sind davon betroffen: Alles dreht sich dann noch nur um den Schmerz.

Wege aus der Schmerzfalle, neue Behandlungsansätze gegen chronischen Schmerz und neue Erkenntnisse aus der Schmerzforschung – das sind die Themen eines gemeinsamen Patientenforums, zu dem die Schmerzmedizin der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und die Vereinigung aktiver Schmerzpatienten SchmerzLOS e.V. einladen. Die Veranstaltung findet statt am Samstag, dem 27. August 2016, von 11:00 bis 13:00 Uhr in der Osthalle des Universitätsklinikums Göttingen, Robert-Koch-Straße 40. Es referieren die UMG-Schmerzexperten Prof. Dr. Frank Petzke und Prof. Dr. Michael Pfingsten aus der Klinik für Anästhesiologie sowie Heike Norda, Vorsitzende der Vereinigung aktiver Schmerzpatienten SchmerzLOS e.V. Im Anschluss an die Vorträge kann mit den Experten diskutiert werden. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

In Kooperation mit der Schmerzmedizin der UMG bietet der Verein SchmerzLOS e.V. eine neue Selbsthilfegruppe für Schmerzpatienten in Göttingen an. Das erste Treffen ist am Montag, dem 29. August 2016, um 18:00 Uhr im „Roten Salon“ im Bet-tenhaus 1, Ebene 0 im Bereich der Schmerz-Tagesklinik. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Patientenforum „Chronischer Schmerz“
Öffentliche Vortragsveranstaltung für Patienten
Samstag, 27. August 2016, 11:00 bis 13:00 Uhr
Osthalle, Universitätsklinikum Göttingen, Robert-Koch-Straße 40

Gründungstreffen Selbsthilfegruppe für Schmerzpatienten
Montag, 29. August 2016, 18:00 Uhr
„Roter Salon“ der Schmerz-Tagesklinik, Bettenhaus 1, Ebene 0
Universitätsklinikum Göttingen, Robert-Koch-Straße 40

„In der Behandlung von chronischem Schmerz kommt dem Patienten selbst die zentrale Rolle zu. Ohne seine aktive Mitarbeit und eine gute Zusammenarbeit von Patient und Behandlerteam ist nur wenig zu erreichen“, sagt Prof. Dr. Frank Petzke, Leiter der Schmerzmedizin in der Klinik für Anästhesiologie der UMG. In dem Vortrag „Multimodal gegen Schmerz“ referiert Prof. Dr. Michael Pfingsten, leitender Psychologe der Schmerz-Tagesklinik der UMG, darüber, warum die Kombination von körperlicher, psychologischer und medikamentöser Behandlung der wirksamste Therapieansatz bei chronischem Schmerz ist und welche Rolle dabei besonders die Zusammenarbeit von Patient und Therapeut spielt. „Neues aus der Forschung“ stellt Prof. Petzke vor. Er erläutert an aktuellen Erkenntnissen, auf welche Weise diese kombinierte Behandlung wirkt und verdeutlicht die komplexen Vorgänge bei der Entstehung chronischer Schmerzen. Über „Wege aus der Schmerzfalle“ spricht Heike Norda, Vorsitzende der Patientenorganisation SchmerzLOS e.V.. Sie betrachtet die vorgestellten Behand-lungsstrategien gegen Schmerz aus Patientensicht und möchte Betroffene motivieren, sich auf genau diesen Weg zu machen.

VORTRÄGE IM ÜBERBLICK

11:00 Uhr Begrüßung
Prof. Dr. Frank Petzke, ärztlicher Leiter der Schmerz-Tagesklinik, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsmedizin Göttingen
11:10 Uhr Multimodal gegen chronischen Schmerz
Prof. Dr. Michael Pfingsten, leitender Psychologe der Schmerz-Tagesklinik, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsmedizin Göttingen
11:40 Uhr Chronischer Schmerz: Neues aus der Forschung
Prof. Dr. Frank Petzke, ärztlicher Leiter der Schmerz-Tagesklinik, Klinik für Anäs-thesiologie, Universitätsmedizin Göttingen
12:10 Uhr Wege aus der Schmerzfalle
Heike Norda, Vorsitzende der Patientenorganisation SchmerzLOS e.V.
Im Anschluss an die Vorträge: Diskussion, Fragen und Antworten
13:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Der Verein SchmerzLOS e.V. ist ein Zusammenschluss von aktiven Schmerzpatienten. Zweck des Vereins ist die Entwicklung und Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Situation schmerzkranker Menschen sowie die Aufklärung der Bevölkerung in Deutschland über Vorbeugung und Behandlung von Schmerzen mit dem Ziel, deren Chronifizierung zu verhindern und Leiden bei bestehenden Schmerzerkrankungen zu lindern. „SchmerzLOS e.V.“ unterstützt die Gründung von Selbsthilfegruppen und deren Selbsthilfearbeit. SchmerzLOS e.V. arbeitet gemeinnützig, ehrenamtlich, unabhängig und transparent und verzichtet auf jegliche Zusammenarbeit mit Herstellern von Medizinprodukten, um Interessenkonflikte und Glaubwürdigkeitsverluste von vornherein zu vermeiden. Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden, Mitgliedsbeiträge und über Zuwendungen im Rahmen der Selbsthilfeförderung der gesetzlichen Krankenkassen und der Deutschen Rentenversicherung.

Weitere Informationen zu „SchmerzLOS e.V.“: www.schmerzlos-ev.de

Komplett-Notrufsystem auf dem Mobiltelefon

Bundesweit erstes Komplett-Notrufsystem auf dem Mobiltelefon

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Kurzes Drücken des Displays reicht aus, um Rettungsdienst zu alarmieren: Charisma 4 Life stellt innovative Smartphone-Technologie vor

Rastede/Berlin – Wenn im Notfall schnelle Hilfe nötig ist, zählt jede Sekunde. Mit dem neuen Notruf-System Charisma Lifeguard können Smartphone-Nutzer mit nur einer Berührung des Displays Rettungskräfte alarmieren: Das Entsperren des Handys, die Aktivierung von Apps oder das Wählen von Notruf-Nummern entfällt dabei. Die komplett neue Technologie für das Smartphone wurde von der Charisma 4 Life GmbH aus Rastede bei Bremen entwickelt. Der angeschlossene Rettungsdienst wird bundesweit von den Johannitern umgesetzt.

One-Touch-Technologie ermöglicht Notruf ohne Umweg

Senior couple at home using smartphoneDer Charisma Lifeguard ermöglicht den schnellen und unkomplizierten Notruf, gerade wenn es um Leib und Leben geht. Dank der geschützten One-Touch-Technologie können Nutzer durch intuitives 3-sekündiges Drücken auf dem Smartphone-Display den Kontakt zur Zentrale der Johanniter herstellen – und das sogar bei gesperrtem Startdisplay.

Das Team um Charisma 4 Life-Geschäftsführer Ralf Lohmann geht mit dem Charisma Lifeguard neue Wege im Bereich mobiler Notfallsysteme: Während Notruf- Apps nach dem häufig komplizierten Entsperren des Smartphones und Aktivierung der App einfach nur SMS an hinterlegte Kontakte senden und diese in Notfällen häufig nicht direkt reagieren können, steht der Charisma Lifeguard für ein ganzes Rettungssystem auf dem Mobiltelefon. „Die völlig neuartige Technologie namens ‚One-Touch’ ermöglicht das Auslösen in nahezu jeder Situation. Es entfällt dadurch das Entsperren des Gerätes, das Suchen nach einer Notruffunktion oder einer App und das Durchklicken von Menus“, unterstreicht Lohmann.

Basis für das Rettungssystem ist das Charisma Smart-Rescue-Prinzip: Neben dem einfachen Auslösen des Alarms können Nutzer in Gefahrensituationen von der Übermittlung der metergenauen GPS-Daten an die Notfallzentrale über ihr handelsübliches Smartphone profitieren, um schnell und sicher durch Rettungskräfte gefunden zu werden.

Partner für das Projekt sind auf technologischer Seite das renommierte internationale Technologieunternehmen Verklizan B.V. und als bundesweit kompetenter Rettungsdienstleister die Johanniter.

Ein ganzes Notrufsystem auf dem Mobiltelefon

Und so funktioniert das Notrufsystem: Der Charisma Lifeguard baut eine Sprachverbindung zwischen Nutzer und Disponent auf – die Freisprechfunktion des Smartphones wird automatisch aktiviert. Zusätzlich werden per Datentransfer wichtige Informationen zur Identität des Nutzers und speziellen Gesundheitsanforderungen, gekoppelt mit Vitaldaten (zum Beispiel die Herzfrequenz via Smartwatch), dem Disponenten in der Zentrale der Johanniter bei der Alarmauslösung automatisch bereitgestellt. Der Charisma Lifeguard stellt, in Verbindung mit dem Rettungsdienst, den Betroffenen fachlich kompetente Hilfe, bundesweit 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Somit kann die schnelle, sichere und mitunter lebensrettende Hilfe für den Betroffenen sichergestellt werden.

Steht die Sprachverbindung, kann der Smartphone-Nutzer schnelle Hilfe rufen. Ist das Sprechen nicht möglich, können die Rettungskräfte einen Notfalleinsatz selbständig starten und den Betroffenen per GPS orten.

„Ich sehe in den Charisma Lifeguard-Lösungen eine zukunftsweisende und hoch innovative Auslösetechnologie. So können Nutzer zukünftig in einer Notsituation noch intuitiver mit uns Kontakt aufnehmen. Wir kümmern uns dann um eine schnelle Lösung und leiten direkt die notwendigen Hilfemaßnahmen für den jeweiligen Notfall ein“, erklärt Lars Lühmann, Fachbereichsleiter Notrufsysteme und Hausnotrufzentrale der Johanniter im niedersächsischen Berne.

Innovative Technologie –  Anbindung des Charisma Lifeguard an die zuverlässige Verklizan UMO Plattform

Der Charisma Lifeguard wird schnell und einfach aus dem Internet auf das Handy geladen, anschließend können persönliche Kontaktdaten eingegeben werden. Weitere Angaben zu Notfallkontakten und medizinischen Besonderheiten können auf Wunsch bei der erweiterten Funktion Charisma Lifeguard Med hinterlegt werden.

Die Daten werden in Echtzeit mittels der sogenannten UMO Schnittstelle, einer jahrelang erprobten unabhängigen technischen Plattform für Rufzentralen die Notruf, Telemedizin oder Services für eine verbesserte Lebensqualität und Sicherheit anbieten, mit der Notrufzentrale der Johanniter im Auslösefall synchronisiert.

Erhältlich ist der Charisma Lifeguard ab sofort im Google App Store. Weitere Infos unter www.charisma4life.com und als Video unter https://youtu.be/W4YjKOhm2GY.

Wir haben nachgefragt. Hier die Antworten:

Eine iOS- Lösung ist in Vorbereitung.

Datensicherheit:

Die Nutzerdaten werden im Auslösefall direkt an unseren Servicepartner, die Johanniter Unfallhilfe, geleitet.
Unser Servicepartner hat eine autarke, eigenständige Serverlösung, die lediglich auf der UMO- Plattform Verklizan aufsetzt.

Eine Weiterleitung der Daten an Verklizan B.V. erfolgt nicht.

Ralf Lohmann GF C4L GmbH

Ralf Lohmann GF C4L GmbH

Über Charisma Lifeguard:
Die im Jahr 2015 gegründete und im oldenburgischen Rastede ansässige Charisma 4 Life GmbH wurde von Ralf Lohmann mit dem Anspruch aufgebaut, einfache Kommunikation mittels innovativer Technologie zu ermöglichen. Mit der geschützten Technologie des Charisma Lifeguard kann schnelle Hilfe für Jedermann durch die Nutzung heutiger Smartphones ermöglicht werden. Das interdisziplinär besetzte Team aus Wissenschaftlern und Technikern sieht großen Bedarf, gerade die Rettungskette vor dem Hintergrund der zunehmenden Mobilität zu optimieren. Der Charisma Lifeguard ermöglicht auf gängigen Android-Smartphones und zertifizierten Wearables die schnelle Kontaktaufnahme mit der Notfallzentrale des Rettungsdienstes und die direkte Ortung des Nutzers, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag.

Warum wir alt aussehen – oder eben nicht

Dem Alter kann man kein Schnippchen schlagen

Menschen altern unterschiedlich: Der eine bemerkte schon im Studium das erste graue Haar, der andere wirkt noch als Rentner jugendlich-sportlich. Doch was sind die Gründe dafür? Wie lässt sich das biologische Alter einer Person bestimmen und welche Rückschlüsse ergeben sich daraus für den weiteren Alterungsprozess? Um den Antworten auf diese Fragen näher zu kommen, hat Professor Dr. Alexander Bürkle fünf Jahre lang die Gesundheitsdaten von 3.300 Probanden im Alter von 35 bis 74 Jahren protokolliert. Ein Datenschatz, der noch unter vielen anderen Gesichtspunkten Erkenntnisse liefern wird. In drei Jahren wissen wir mehr – so hoffen die Wissenschaftler.

„Um wahrzunehmen, dass Menschen unterschiedlich altern, muss man kein Wissenschaftler sein“, so Professor Bürkle. Jeder kenne aus seinem Bekanntenkreis Männer oder Frauen, denen man ihr kalendarisches Alter nicht ansehe. „Kürzlich war ich beim Klassentreffen zur Feier von 40 Jahren Abitur. Dort traf ich einige Schulkameraden, die deutlich älter wirkten. Es gab aber auch eine Mitschülerin, die man für zehn bis 15 Jahre jünger gehalten hätte.“ Warum nur? Was ist der Jungbrunnen? Was lässt andersherum einen Menschen rasant altern? Diese Fragen beschäftigen Bürkle, der Molekulare Toxikologie im Fachbereich Biologie an der Universität Konstanz lehrt, seit vielen Jahren. Was er mit Sicherheit sagen kann: „Man kann dem Alter kein Schnippchen schlagen bezüglich Gesundheit und kognitiver Fähigkeiten!“

Rund 400 Biomarker auf Aussagekraft untersucht

Woran es aber liegt, dass einige bis ins hohe Alter rege und von gravierenden Krankheiten verschont bleiben, während andere schon in mittleren Jahren deutlich verbraucht wirken – hierauf hat die Forschung bisher keine eindeutigen Antworten gefunden. Einzelne Biomarker, die Auskunft über das tatsächliche biologische Alter einer Person und ihren weiteren Alterungsprozesses geben könnten, erwiesen sich in der Vergangenheit als nicht haltbar.

Dies könnte sich jetzt ändern! Gefördert von der EU-Kommission, haben sich 26 Arbeitsgruppen aus 14 Ländern an der multizentrischen Studie MARK-AGE beteiligt. Fünf Jahre lang wurden die Gesundheitsdaten von rund 3.300 Probanden im Alter von 35 bis 74 Jahren protokolliert.

Besonders spannend: Unter den Teilnehmern befanden sich die Nachkommen von Personen, die zuvor an dem so genannten GEHA-Projekt (Genetics of Healthy Aging) beteiligt waren. Damalige Probanden mussten mindestens 90 Jahre alt und überdurchschnittlich gesund sein sowie Geschwister vorweisen, die gleichermaßen langlebig und fit waren. „Uns interessierte, ob man bei diesen ‚genetisch begünstigten‘ Menschen schon im mittleren Lebensalter eine Verlangsamung des Alternsprozesses feststellen kann“, so Bürkle. „Denn es deutet alles darauf hin, dass Altern eine Mischung aus Genetik und Umwelteinflüssen ist.“

Knapp drei Jahre dauerte die Erstauswertung der Daten bisher. Rund 400 Biomarker wurden auf ihre Aussagekraft geprüft. Die zehn relevantesten wird Professor Bürkle auf dem größten deutschsprachigen Kongress für Altersmedizin in Stuttgart Anfang September vorstellen. Bis dahin will er noch nichts zu den Ergebnissen der Studie verraten. „Aber das ist nur der Anfang“, ist er überzeugt. „Das ist ein Datenschatz, der noch unter vielen anderen Gesichtspunkten Erkenntnisse liefern wird.“

Zur Person:

Prof. Dr. Alexander Bürkle

Prof. Dr. Alexander Bürkle

Prof. Dr. Alexander Bürkle studierte Medizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo er auch promovierte. Von 1984 bis 2000 war er am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg tätig. Die Habilitation erfolgte 1995 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Von 2000 bis 2002 war er Senior Lecturer am Department of Gerontology an der University of Newcastle upon Tyne in Großbritannien. Seit 2002 lehrt er Molekulare Toxikologie im Fachbereich Biologie an der Universität Konstanz.
Bürkle ist unter anderem Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Toxikologie und Mitglied des Fachkollegiums Medizin der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2011 wurde er mit dem GT-Toxicology-Preis für seine Forschung zur biochemischen Wirkung des Enzyms „Poly[ADP-Ribose]Polymerase“ (PARP), das die Erbgutreparatur beeinflusst, ausgezeichnet.

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft der Ärzte, die sich auf die Medizin der späten Lebensphase spezialisiert haben. Sie wurde 1985 gegründet und hat augenblicklich rund 1.700 Mitglieder.
Die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) unterstützt Gerontologen und Geriater aktiv in der Alternsforschung und alle in diesem Arbeitsfeld beteiligten Berufsgruppen bei der praktischen Umsetzung der Ergebnisse.

Herausgeber:
Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V., Kunibertskloster 11–13, 50668 Köln – vertreten durch den Kongresspräsidenten Prof. Dr. Jürgen M. Bauer
Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie, Seumestr. 8, 10245 Berlin – vertreten durch die Kongresspräsidentin Prof. Dr. Susanne Zank
Key Visual erstellt unter Verwendung eines Bildes von Werner Dieterich, Stuttgart-Marketing GmbH.

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Jahreskongress der DGG (Deutsche Gesellschaft für Geriatrie) und der DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie) in Stuttgart

7. bis 10. September 2016

Prof. Dr. Alexander Bürkle
Keynote-Lecture: „Die Messung des biologischen Alters beim Menschen – Ergebnisse des EU FP7 Projektes MARK-AGE “
Vortragssprache: Deutsch
Freitag, 09.09.2016
09.45 – 10.30 Uhr
Haus der Wirtschaft (Bertha-Benz-Saal)

Schweigepflicht unabdingbar im Heilungsprozess

BDP: Keine Einschnitte beim Geheimnisschutz

Im Vorfeld der angekündigten Aufweichung der Schweigepflicht auch für Psychologen mahnt der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) einen rationalen Umgang der Politik mit der Terrorgefahr an. „Einschränkung der Schweigepflicht bei Gefährdungen des Klienten oder Dritter bestehen schon lange“, erklärt BDP-Präsident Prof. Dr. Michael Krämer. „Für psychologische, psychotherapeutische und ärztliche Tätigkeiten ist der grundsätzliche Schutz persönlicher Geheimnisse ein unabdingbarer Wert. Nur dann öffnen sich die Menschen und ihre Probleme können aufgegriffen und bearbeitet werden.“
Bereits jetzt gibt es einen ausreichenden Schutz für die Bevölkerung. In ethischer Hinsicht sind Berufsgeheimnisträger, wie Psychologen, bereits heute bei Gefährdungen gehalten aktiv zu werden. Rechtlich besteht keine Verpflichtung zum Geheimnisschutz bei Gefahrenabwehr, bei schweren Straftaten und der Vorbereitung eines Angriffskrieges.
Die aktuelle Diskussion stört das Vertrauensverhältnis und birgt das Risiko, dass gesundheitliche Dienstleistungen gar nicht erst in Anspruch genommen werden. Wichtiger als ein Eingriff in das Vertrauensverhältnis ist die Bereitstellung von professionellen Dienstleistungen in ausreichender Zahl.
Aktionistisch geprägte Vorschläge im Anschluss an Terroranschläge führen zu erhöhter medialer Aufmerksamkeit, schränken die Freiheit in der Gesellschaft weiter ein und dienen somit den Zielen der Täter.
Psychisch angeschlagene Menschen benötigen unsere Hilfe und Solidarität. Vorschläge, die sie grundsätzlich als Gefährder erscheinen lassen, stigmatisieren und sind kontraproduktiv.
Prävention von Gewalt muss einen höheren Stellenwert als bisher bekommen. Psychologische Unterstützung in Schulen, für Eltern, die einen Rückzug und eine Radikalisierung ihrer Kinder erleben sowie in Flüchtlingsunterkünften kann wirksam Verzweiflungstaten verhindern. Es ist wichtig, dass wir frühzeitig die Ursachen erkennen, die Einzelne zu einer Gefahr für sich selbst oder andere werden lassen könnten. Nur dann kann man gegensteuern. Daneben kann jeder in seinem Umfeld dazu beitragen, dass Konflikte ohne Gewalt gelöst werden, und damit zeigen, dass wir trotz der Bedrohung handlungsfähig bleiben.

Wer Antibiotika nimmt, sollte Sonne meiden

Antibiotika und Sonnenbaden verträgt sich nicht.

 August 2016-  So sehr die Sonne auch lockt: Die Einnahme mancher Arzneimittel verträgt sich nicht mit einem Sonnenbad. Insbesondere wer Antibiotika einnimmt, sollte sich besser im Schatten aufhalten, rät Uwe Arlt, Vorstandsmitglied des Hessischen Apothekerverbandes.

Auch ein kurzer Aufenthalt in der Sonne kann während einer Therapie Hautausschläge oder Pigmentstörungen zur Folge haben. Insbesondere einige Antibiotika, die zur Behandlung von Akne, gegen akute Atemwegserkrankungen oder Blasenentzündungen verordnet werden, können solche Symptome auslösen. „Die Einnahme der Antibiotika darf dann aber nicht unterbrochen werden“, warnt Arlt. „Dies kann zu Resistenzen führen. Bei der nächsten Erkrankung helfen die Antibiotika dann nicht mehr.“

Vorsicht gilt auch bei dauerhaft eingenommenen Mitteln zur Empfängnisverhütung oder bei vermeintlich harmlosen Arzneimitteln, die in der Selbstmedikation erhältlich sind. So können sowohl manche Anti-Baby-Pillen als auch das stimmungsaufhellende Johanniskraut zu dunklen Flecken auf der Haut führen, die der Sonne ausgesetzt wird.

„Wer sich unsicher ist, sollte seinen Arzt oder Apotheker fragen“, rät Arlt und empfiehlt allen, die aus beruflichen oder persönlichen Gründen die Sonne nicht meiden können, einen Sonnenblocker mit LSF 50 zu verwenden.

Steigt die Lebensfreude durch Techniknutzung?

Technologie verbessert die Unabhängigkeit und Lebensqualität älterer Menschen erheblich!, sagt Frau Prof. Dr. Sara Czaja. Aber stimmt das wirklich?

Anmerkung d. Red.: Dass Frau Prof. Dr. Sara Czaja Pokémon GO und WhatsApp hier nennt, zeigt, dass sie eher wenig Bewusstheit für Datenschutz und Privatsphäre hat. Natürlich sollen auch ältere Menschen die neuen Techniken nutzen. Man muss sie aber auch über die Risiken aufklären. Das passiert jedoch in den seltensten Fällen. Schon jetzt werden ältere Menschen schnell Opfer von Kriminellen. Smartphones und Tablets könnten das noch begünstigen.

Pressemitteilung

Prof. Dr. Sara J. Czaja

Prof. Dr. Sara J. Czaja

Prof. Sara Czaja, Miami Pokémon GO ist das beste Beispiel: Wer spielt, sitzt weniger und bewegt sich deutlich mehr als früher. Technologie kann dazu beitragen, unmöglich Geglaubtes möglich zu machen. Und das gilt auch für die Generation 80+. „Wer keinen Zugang zu Technologie hat oder nicht in der Lage ist, sie zu nutzen, wird es extrem schwer haben, sich in der heutigen technologieorientierten Welt zurechtzufinden und alltägliche Herausforderungen zu bewältigen“, weiß Sara J. Czaja, wissenschaftliche Direktorin des Center on Aging und Professorin für Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften an der Leonard M. Miller School of Medicine der Universität von Miami. „Das fängt schon mit der WhatsApp-Nachricht an die Enkelin, der Suche nach Gesundheitsinfos und der Onlineüberweisung der nächsten Rechnung an.“ Technologie muss deshalb auch für alte und hochbetagte Menschen zugänglicher, nützlicher und nutzbarer werden, fordern die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und die Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG).

Technologie durchdringt heute die meisten Bereiche der Gesellschaft. Um also möglichst lange ein unabhängiges Leben führen zu können, wird es für immer mehr ältere Menschen zur Notwendigkeit, die rasant voranschreitenden technischen Entwicklungen nicht zu verpassen. „Im CREATE-Center haben wir zum Beispiel einfach zu nutzende Technologiesysteme für Senioren entwickelt, die ihren Zugang zum Internet verbessert haben und es Senioren erleichtern, mit Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben“, erklärt Frau Professor Czaja. Der Zugang zum WorldWideWeb bietet speziell für Menschen im ländlichen Raum oder mit Mobilitätseinschränkungen erhebliche zusätzliche Vorteile – von neuen Lernangeboten und Zugang zu Gesundheitsinformationen und -diensten über Bankgeschäfte bis hin zu Online-Bestellungen.

Zugang zur Technik muss erleichtert werden

Leider zeigen aktuelle Untersuchungen – obwohl die Nutzung von Technologie bei älteren Menschen insgesamt zunimmt – dass es eine digitale Kluft gibt. Speziell die älteren Jahrgänge und Senioren mit einem geringen sozio-ökonomischen Status bleiben zurück.

Anfang September wird Professor Czaja auf dem größten deutschsprachigen Kongress für Altersmedizin und Gerontologie in Stuttgart erwartet. Hier will sie ihre Forschungsergebnisse aus den USA mit den deutschen Kollegen teilen. „Das ist extrem wichtig und verspricht neue Möglichkeiten, um die Lebensqualität für uns alle zu verbessern“, so die Institutsleiterin aus Miami. „Denn Technologie durchdringt alle Aspekte des Lebens – speziell Gesundheitswesen und Kommunikation. Der von uns entwickelte Nutzen-orientierte Designansatz für technische Systeme bietet das Potenzial, die Unabhängigkeit und Lebensqualität älterer Menschen enorm zu verbessern.“

Zur Person:
Dr. Sara J. Czaja ist Professorin der Leonard M. Miller School für die Bereiche Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften und verfügt über zusätzliche Ernennungen in Psychologie, Neurologie und Industrial Engineering an der Miller School of Medicine der Universität von Miami. Sie ist Direktorin des Center on Aging und des Center on Research and Education for Aging and Technology Enhancement (CREATE), das vom amerikanischen National Institute on Aging gefördert wird. Es umfasst das Georgia Institute of Technology und die Florida State University. Prof. Czajas Forschungsgebiet schließt insbesondere den Bereich Altern und Kognition, Familie und Pflegeaufgaben sowie die Interaktion von Mensch und Computer ein. Kürzlich hat sie mit dem CREATE-Team ein Buch über Design von Technik für die ältere Bevölkerung herausgebracht.

Jahreskongress der DGG (Deutsche Gesellschaft für Geriatrie) und der DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie) in Stuttgart 
7. bis 10. September 2016