Gesundheits-Startups auf dem WHS

Internationale Gesundheits-Startups auf dem World Health Summit:
30 Ideen aus aller Welt zur Zukunft der Gesundheitsversorgung

WHSIntelligente Spritzen, Roboterbeine, interaktive Medikamenten-Datenbanken für strukturschwache Länder, Smartphones als medizinische Werkzeuge – mit diesen Ideen bewerben sich Startups beim WHS Startup Track des World Health Summit (11.-13. Oktober 2015) um den ersten Platz.

Insgesamt über 70 Startups aus 17 Ländern haben ihre Ideen eingereicht, die 30 vielversprechendsten sind zum World Health Summit eingeladen, die 10 besten präsentieren ihre Konzepte dem Publikum und einer hochkarätig besetzten Jury.

Der Startup-Pitch findet am Montag den 12. Oktober um 13:00 Uhr im Europasaal des Auswärtigen Amtes statt, die Preisverleihung am Abend während der WHS-Night im Allianz Forum.

Die zehn Finalisten sind:

  • Give Vision (UK)
  • Heart Genetics (Portugal)
  • Mediteo (Deutschland)
  • mPharma (Ghana)
  • NG Needle (Israel)
  • Rewalk Robotics (Israel)
  • Tinnitracks (Deutschland)
  • Tissue Analytics (USA)
  • Viomedo (Deutschland)
  • VivoSensMedical (Deutschland)

Der Gewinner erhält exklusive Kontakte zu führenden internationalen Akteuren in seinem Bereich und Zugang zum globalen Netzwerk des World Health Summit. Der WHS gilt als das wichtigste strategische Forum für weltweite Gesundheitsfragen und bringt Gewinner und Finalisten in Kontakt zu Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Eine einmalige Gelegenheit für junge Unternehmen, um Kontakte zu Mentoren und Sponsoren zu knüpfen.

In Partnerschaft mit dem Auswärtigen Amt steht der WHS Startup Track in diesem Jahr im Zeichen des 50. Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehung zwischen Israel und Deutschland.

Mehr Informationen zum WHS Startup Track, zu den Finalisten und der Jury:
www.worldhealthsummit.org/the-summit/startup-track

Der World Health Summit findet vom 11.-13. Oktober im Auswärtigen Amt statt und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident François Hollande und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Zentrale Themen sind die Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge, Antibiotika-resistente Keime, Big Data, sowie die gesundheitlichen Folgen der weltweiten Klimaveränderung (in Vorbereitung auf die UN-Klimakonferenz im Dezember in Paris).

Mehr Informationen zu Themen und Sprechern des World Health Summit 2015:
www.worldhealthsummit.org/the-summit/program
www.worldhealthsummit.org/the-summit/speakers

DGVS Medienpreis für „Darm mit Charme“

Giulia und Jill Enders erhalten für „Darm mit Charme“ DGVS Medienpreis

Leipzig/Berlin – Wie schafft es unser Darm eigentlich, aus den verschiedensten Nahrungsmitteln – vom Brötchen bis zur 51OUBmvfEwL._AA160_Tofuwurst – Energie zu holen, während ein Auto immer die gleiche Sorte Treibstoff benötigt? Kann man tatsächlich „falsch“ auf dem Klo sitzen? Und was passiert im Körper, wenn wir erbrechen müssen? In heiterem und leicht verständlichem Ton nimmt sich Doktorandin Giulia Enders in ihrem Buch „Darm mit Charme“ einem der komplexesten, sensibelsten und doch oft stiefmütterlich behandelten Organe an – und sorgte damit bei ihren Lesern für ein ganz neues „Darm-Bewusstsein“. Im Rahmen des Kongresses Viszeralmedizin 2015 erhalten Autorin Giulia und ihre Schwester Jill Enders, Illustratorin des Buches, für „Darm mit Charme“ den DGVS Medienpreis.

Foto: Franziska Werner

Kongresspräsident Professor Joachim Labenz überreicht den DGVS Medienpreis an Jill und Giulia Enders (von links: Jill Enders, Giulia Enders, Joachim Labenz)
Foto: Franziska Werner

„Der Darm und dass, was er tagtäglich leistet – damit beschäftigen sich und darüber reden die meisten Menschen so wenig wie möglich“, sagt Professor Dr. med. Joachim Labenz, Gastroenterologe und Kongresspräsident der Viszeralmedizin 2015. „Dass es anders geht, hat Giulia Enders mit ihrem Buch bewiesen. Mit der richtigen Mischung aus Humor, Spannung und fachlicher Fundiertheit zeigt sie, was für ein komplexes Organ unser Darm ist und dass man in allen Facetten über ihn reden kann und sollte.“ Und das mit großer Resonanz: Das Buch avancierte zur Nummer eins der Spiegel-Bestsellerliste Sachbuch.

Im Rahmen der Viszeralmedizin 2015 erhalten Giulia und Jill Enders für ihr Buch „Darm mit Charme“ den DGVS Medienpreis. Er wird in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben und zeichnet Personen aus, die in besonderer Weise die öffentliche Wahrnehmung und Darstellung gastroenterologischer Themen beeinflusst haben.
Der Preis wurde im Rahmen der Eröffnungssitzung des Kongresses am Mittwoch, den 16. September 2015, an Giulia und Jill Enders überreicht.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) mit der Sektion für gastroenterologische Endoskopie veranstaltet in diesem Jahr ihre 70. Jahrestagung. Der Kongress wird gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) ausgerichtet.  Die Jahrestagung findet vom 16. bis 19. September 2015 in Leipzig statt. Informationen zum Kongress erhalten Interessierte unter: www.viszeralmedizin.com

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wurde 1913 als wissenschaftliche Fachgesellschaft zur Erforschung der Verdauungsorgane gegründet. Heute vereint sie mehr als 5.000 Ärzte und Wissenschaftler aus der Gastroenterologie unter einem Dach. Die DGVS fördert sehr erfolgreich wissenschaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und Fortbildungen und unterstützt aktiv den wissenschaftlichen Nachwuchs. Ein besonderes Anliegen ist der DGVS die Entwicklung von Standards und Behandlungsleitlinien für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Verdauungsorgane ‒ zum Wohle des Patienten. Mehr unter www.dgvs.de

Mit den Händen gegen chronische Schmerzen

Manuelle Medizin kann umfangreiche Diagnostik und Medikamente ersparen

Berlin – Bei jedem zweiten Patienten mit Schmerzen am Bewegungsorgan können Orthopäden und Unfallchirurgen keine strukturelle Ursache finden. Ihnen soll die manuelle Medizin, die auch die Osteopathie beinhaltet, helfen. Bisher kommt das alternative Verfahren, bei denen der Arzt ausschließlich mit den Händen behandelt, vor allem bei Kreuzschmerzen zum Einsatz. Experten zufolge könnten weit mehr Schmerzpatienten davon profitieren. Ihnen bleiben zudem aufwändige Diagnosemethoden wie etwa Röntgen- und Kernspin-Untersuchungen erspart. Bei welchen Beschwerden die ärztliche Handgrifftechnik nachweislich hilft, erörtern Experten am 22. Oktober 2015 anlässlich des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU).

Chronische Schmerzen an Muskeln und Skelett sind der häufigste Grund für Arbeitsausfälle. Allein die Diagnose Rückenschmerz verursacht laut Angaben der Techniker Krankenkasse bis zu 40 Millionen Fehltage im Jahr. Bei der Hälfte der Patienten mit Schmerzen am Bewegungsorgan liegt jedoch keine strukturelle Ursache vor – wie zum Beispiel ein eingeklemmter Wirbel oder ein Bandscheibenvorfall.

„Mithilfe spezieller Handgriffe, die sich an der Neurophysiologie des Körpers orientieren, erkennt der ausgebildete Orthopäde die eigentliche Ursache“, erklärt Dr. med. Hermann Locher, Leiter der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe Manuelle Medizin in der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). Oft handle es sich um übertragene Schmerzen aus Fehlfunktionen der Wirbelsäule oder Blockaden des Gewebenetzes, das alle Knochen, Muskeln und inneren Organe verbindet. „Diese Funktionsstörungen können manuell aufgelöst werden“, so Locher, der allein in den letzten 30 Jahren bereits mehr als 50.000 Rückenschmerz-Patienten behandelt hat. Aufwändige Untersuchungen wie etwa einen Herzkatheter, eine Angiografie oder Röntgen würden in manchen Fällen dadurch unnötig. „Auch Schmerz-Medikamente, Muskelrelaxantien oder Psychopharmaka können so eingespart werden“, sagt Locher.

Auslöser der Blockierungen seien häufig eine Überbelastung beim Sport oder Bewegungsmangel durch überwiegend sitzende Tätigkeit. Aber auch psychosoziale Faktoren wie Stress oder Konflikte können zur Schmerzquelle werden. „Deswegen ist es wichtig, dass wir den Menschen als Ganzes betrachten und seine Lebenssituation in die Behandlung mit einbeziehen“, betont Locher im Vorfeld des DKOU.

Die Manuelle Medizin ist ein fester Bestandteil in der Orthopädie und Unfallchirurgie. Mehr als die Hälfte der Orthopäden und Unfallchirurgen absolvieren zudem eine Zusatzweiterbildung „Manuelle Medizin/Chirotherapie“. Niedergelassene Orthopäden wenden die Methode bei jedem dritten Patienten an. „Weniger häufig findet die Manuelle Medizin derzeit noch in den anderen Fächern wie etwa der Allgemeinmedizin oder der Kinderheilkunde Anwendung“, so Locher.

Die nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz empfiehlt die Manuelle Medizin bereits bei nicht spezifischen, akuten als auch bei chronischen Kreuzschmerzen. Auch in den Leitlinien zur Kopf- und Brustschmerztherapie ist die manuelle Medizin verankert. „Es wäre wünschenswert, die Manuelle Medizin und somit auch die Osteopathie in weitere Leitlinien mit aufzunehmen, vor allem die, die Schmerzen am Bewegungsorgans betreffen“, so Locher. Denn zahlreiche Funktionsstörungen im Kopfbereich könnten ebenfalls manuell therapiert werden, beispielsweise Gleichgewichtsstörungen oder Schluckstörungen.

Bei welchen Krankheiten die manuelle Medizin nachweislich hilft und auch präventiv eingesetzt werden sollte, diskutieren Orthopäden und Unfallchirurgen anlässlich des DKOU 2015 in Berlin, der von der DGOOC, der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) sowie dem Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) ausgerichtet wird.

Leider wird Osteopathie von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt, obwohl es nachweislich hohe Kosten für Röntgenaufnahmen und MRT’s einsparen kann.

 

EHEC-Studie geht in die nächste Runde

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Institut für Epidemiologie setzt EHEC-Studie fort

Die Folgestudie soll klären, wie es den Patienten und Patienentinnen fast 4 Jahre nach der EHEC-/HUS-Erkrankung geht. Auf diese Ergebnisse darf man gespannt sein.

2014 antwortet das Bundesgesundheitsministerium nach langer Zeit auf meine Anfrage. Darin hält das Ministerium an der Sprossen-Theorie von damals fest.

http://patientenkompetenz.info/324/ehec-ausloeser-immer-noch-ungeklaert/

Manche Krankenhäuser nehmen es mit der Hygiene nicht so genau. Diese Fotos zeigen das Krankenzimmer einer EHEC-Patienten 2011 auf der Privatstation eines Freiburger Krankenhaus. Das Zimmer war sehr klein. Bad gab es keines. Nur eine Toilette mit sehr kleinem Waschbecken, die allerdings mit angehängter Infusion nicht zu betreten war, weil die Tür so schmal war. Und das bei einer Durchfallerkrankung.

In diesem Zimmer war 2011 eine EHEC-Patientein auf der Privatstation untergebracht

In diesem Zimmer war 2011 eine EHEC-Patientein auf der Privatstation untergebracht

 

Ein Badezimmer gab es nicht. Lediglich Toilette mit Waschbecken. Allerdings alles total siffig.

Ein Badezimmer gab es nicht. Lediglich Toilette mit Waschbecken. Allerdings alles total siffig.

 

 

 

 

 

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Ich werde versuchen, ob ich Bundesgesundheitsminister Gröhe beim World Health Summit 2015 in Berlin dazu befragen kann.

Das Robert-Koch-Institut informiert im RKI-Ratgeber für Ärzte über den

Infektionsweg

EHEC-Infektionen können auf vielfältige Art und Weise übertragen werden. Dabei handelt es sich stets um die unbeabsichtigte orale Aufnahme von Fäkalspuren, wie z.B. bei Kontakt zu Wiederkäuern oder beim Verzehr kontaminierter Lebensmittel. Darüber hinaus können EHEC durch kontaminiertes Wasser (z.B. beim Baden) übertragen werden. Auch Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind im Gegensatz zu anderen bakteriellen Gastroenteritis-Erregern ein bedeutender Übertragungsweg – wahrscheinlich begünstigt durch die sehr geringe Infektionsdosis von EHEC (< 100 Erreger für EHEC O157).

In Deutschland sind gemäß einer vom RKI durchgeführten Fall-Kontroll-Studie die Übertragungswege für sporadische EHEC-Erkrankungen altersabhängig. Demnach birgt bei Kindern unter drei Jahren – der Altersgruppe mit der höchsten Meldeinzidenz für EHEC- und HUS-Erkrankungen – der direkte Kontakt zu einem Wiederkäuer (Rind, Schaf oder Ziege) das höchste Erkrankungsrisiko. Weitere Risikofaktoren sind der Konsum von Rohmilch und das Vorkommen von Durchfall bei Familienmitgliedern. Bei Kindern über neun Jahren und Erwachsenen hingegen handelt es sich wahrscheinlich in erster Linie um eine lebensmittelbedingte Erkrankung, wobei insbesondere der Verzehr von Lammfleisch und von streichfähigen Rohwürsten (Zwiebelmettwurst, Streichmettwurst, Teewurst) mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko behaftet ist. Ungefähr die Hälfte aller EHEC-Isolate aus Lebensmitteln in Deutschland tragen die mit erhöhter Virulenz für den Menschen assoziierten Toxine Stx 2, Stx 2c und/oder Stx 2d. Unter diesen sind die häufigsten Serogruppen O113 und O91.

International wurden seit der Erstbeschreibung der Erreger im Jahr 1977 insbesondere durch Ausbruchsuntersuchungen eine Vielzahl von Vehikeln bzw. Übertragungswegen für menschliche EHEC-Erkrankungen nachgewiesen. In den USA beispielsweise waren über 50 % der Ausbrüche lebensmittelbedingt, und Rinderhackfleisch (z.B. in Hamburgern) war das am häufigsten identifizierte Lebensmittel. Aber auch andere Lebensmittel wie Salami, Mettwurst, Rohmilch, nicht pasteurisierter Apfelsaft und roh verzehrtes grünes Blattgemüse (z.B. Sprossen, Spinat) waren für Ausbrüche verantwortlich, wie epidemiologische und mikrobiologische Untersuchungen gezeigt haben.

In Deutschland ereigneten sich in den letzten Jahren mehrfach größere Häufungen von HUS-Erkrankungen, sämtlich verursacht durch eine sorbitol-fermentierende Variante von EHEC der Serogruppe O157, ohne dass bislang eine Infektionsursache ermittelt werden konnte. Hingegen sind hierzulande traditionelle EHEC-Ausbrüche (bei denen nicht überwiegend HUS-Erkrankungen beobachtetet werden) nach aktueller Datenlage selten. Zudem konnte die Infektionsquelle nur in den wenigsten Fällen aufgeklärt werden.

 

EU will Grenzwerte für Quecksilber in Fisch lockern

Pressemitteilung

Verbrauchern soll höhere Dosis des Nervengifts zugemutet werden – foodwatch fordert Stopp der Pläne

Berlin, 16. September 2015. Die Europäische Kommission plant eine Lockerung der Grenzwerte für Quecksilber in Fisch. Bei ohnehin schon hochbelasteten Raubfischen soll den Verbrauchern künftig eine deutlich höhere Dosis des Nervengifts zugemutet werden. Dies geht aus einem Arbeitspapier der Europäischen Kommission vom 29.05.2015 hervor, das der Verbraucherorganisation foodwatch vorliegt. Die Grenzwertentscheidung soll nach foodwatch-Informationen zuvor noch am 21. September mit einer Expertenkommission beraten werden.

Die Verbraucherorganisation forderte die Europäische Kommission auf, von einer Lockerung der Grenzwerte abzusehen. Dazu startete foodwatch heute unter www.quecksilber-aktion.foodwatch.de eine Unterschriften-Aktion an die EU-Kommission. „Die Pläne sind das Gegenteil von gesundheitlichem Verbraucherschutz. Die Kommission verfährt nach dem Motto: Risiken und Nebenwirkungen verfehlter Industrie- und Umweltpolitik werden mit voller Wucht an Schwangere und Kleinkinder weitergereicht“, kritisierte Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer von foodwatch. „Die zulässigen Quecksilber-Höchstwerte für Raubfische sind schon heute deutlich höher als bei anderen Lebensmitteln – sie dürfen auf keinen Fall erhöht werden.“

Die Höhe der Quecksilber-Grenzwerte orientiert sich an wirtschaftspolitischen Zielen und damit an der tatsächlichen Belastung der Fische: Trotz der hohen Quecksilber-Messwerte soll ausreichend Fisch für den Markt zu gelassen werden. Dem Arbeitspapier der Kommission zufolge will soll nun einerseits der zulässige Quecksilber-Höchstwert bei Raubfischen von einem auf zwei Milligramm pro Kilogramm Fisch verdoppelt werden. Im Gegenzug plant die EU-Kommission eine Verschärfung der Grenzwerte bei anderen Fisch-Arten von derzeit 0,5 auf 0,1 Milligramm pro Kilogramm Fisch. Aus Sicht von foodwatch ist dies ein „Trick“, um die De-facto-Lockerung der Höchstgrenzen zu verschleiern. Denn kleinere, nicht-räuberische Fische sind meist so niedrig belastet, dass sie die geplanten, künftigen Höchstwerte bereits heute einhalten – eine Verschärfung der Grenzwerte würde also nicht zu einer niedrigeren Belastung der Konsumenten führen. Andererseits führte die geplante Lockerung der Grenzwerte für Raubfische dazu, dass künftig noch höher belastete Schwert- oder Haifischprodukte für den Markt zugelassen würden.

„Unter dem Strich wird die Quecksilberaufnahme der Verbraucher steigen. Die Verschärfung der Grenzwerte für kleine Fische bringt nur auf dem Papier eine Verbesserung des Verbraucherschutzes – die Lockerung der Grenzwerte für Raubfische bringt aber de facto eine höhere Belastung für die Menschen. Das ist ein perfides Ablenkungsmanöver, das allein der Wirtschaft hilft, zum Schaden der Gesundheit von uns Verbrauchern“, so Matthias Wolfschmidt von foodwatch.

Untersuchungen der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA zeigen, dass insbesondere große Raubfische am Ende der Nahrungskette wie Schwert- und Thunfische oft deutlich höher mit Quecksilber belastet sind, als es die derzeit geltenden Grenzwerte eigentlich erlauben. Die Folge: Heute dürfen etwa 50 Prozent des Fangs nicht verkauft werden – nach der geplanten Lockerung der Grenzwerte würden aufgrund ihrer Belastung nur noch 14,5 Prozent des Fangs als unverkäuflich eingestuft, wodurch sich die gesundheitlichen Risiken für die Verbraucher deutlich erhöhen würden.

Quecksilber ist ein für den Menschen hochgiftiges Schwermetall. Es wird etwa von Kohlekraftwerken in die Luft oder als Bestandteil von Agrochemikalien in Böden und Gewässer freigesetzt. Im Meer wird daraus das 100-fach giftigere Methyl-Quecksilber, welches von Fischen aufgenommen wird. Die Verschmutzung der Weltmeere mit dem Nervengift birgt ein gravierendes gesundheitliches Risiko, vor dem die deutsche Bundesregierung insbesondere Schwangere und (Klein-) Kinder warnt. Das Schwermetall kann zu Entwicklungsstörungen des Fötus führen und bei Erwachsenen für eine Reihe von Nervenstörungen verantwortlich sein. Besonders hoch mit Quecksilber belastet sind Raubfische, die am Ende der Nahrungskette stehen, wie Hai-, Schwert- und Thunfische.

foodwatch forderte die EU-Kommission auf, auf die Lockerung der Grenzwerte zu verzichten und stattdessen Maßnahmen zu ergreifen, um die Belastung der Menschen zu senken. So solle der Einsatz von schwermetallhaltigen Pflanzenschutzmitteln schnellstmöglich verboten und der Quecksilberausstoß durch die Verbrennung von Kohle zur Energiegewinnung konsequent und maximal reduziert werden.

Mach’s gut, mein Sohn

Empfehlung zum Welt-Alzheimertag am 21. September:

Tony Husband: Die Geschichte meines Vaters und seiner Demenz

 

Copyright: © Tony Husband

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Schlüssel vergessen, Brille verlegt, allgemeines Misstrauen, zunehmende Hilflosigkeit –Veränderungen im Leben von Alzheimerpatienten werden meist als schleichender Prozess wahrgenommen. Der Verlust der geistigen Fitness führt jedoch unaufhaltsam zu einem schrittweisen Abschied. Die stetige Aktualität des Themas bringt der Welt-Alzheimertag am 21. September 2015 zum Ausdruck, der unter dem Motto „Demenz – Vergiss mich nicht“ seine Aufmerksamkeit auf die 1,7 Millionen Demenzerkrankten und ihre Familien im deutschsprachigen Raum richtet.

Als Ron Husband, Vater des bekannten englischen Cartoonisten Tony Husband beginnt, vergesslich zu werden und zunächst Kleinigkeiten wie Namen und Termine, später auch wichtige Informationen vergisst, dauert es eine Weile, bis seiner Familie aufgeht, dass dies mehr ist als eine kleine Schusseligkeit. Es war nur das erste Anzeichen einer Demenzerkrankung, die ihn Stück für Stück seiner Familie wegnahm. In diesem liebevoll illustrierten Buch hat Tony Husband in Form eines heiter-melancholischen Dialogs den langsamen Abschied seines Vaters festgehalten, der durch die heimtückische Krankheit die Erinnerung an alles verliert, was ihm wichtig ist, und an alle, die ihm je

Copyright: © Tony Husband

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© Tony Husband

etwas bedeutet haben. Der Titel „Mach’s gut, mein Sohn!“ bezieht sich auf jene letzten Worte, die Ron Husband an Tony richtet, als er nach einer langen Zeit der Dunkelheit noch einmal erkennt.

Die extrem berührende und autobiographische Geschichte ist eine liebevolle Annäherung an das Thema Demenz in einzigartiger Form. Das Buch spricht allen Angehörigen von Demenz-Erkrankten aus der Seele und gibt ihnen Mut. Die stetige Aktualität dieses Themas hat bereits großes Verfilmungsinteresse aus England hervorgerufen.

Mach's gut mein Sohn Tony Husband

 

 

 

 

Tony Husband arbeitet seit 1984 hauptberuflich als erfolgreicher Zeichner. Seine Cartoons er-schienen in verschiedenen Zeitschriften, Zeitungen, Büchern und auf diversen Websites, in Fernseh- und Bühnenproduktionen. Er wurde mit mehr als 15 bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Tony Husband ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in Hyde.

„Ein herzzerreißendes illustriertes Buch, das mit nichts vergleichbar ist
und den Nerv der vielen Familien treffen wird,
die von dieser grausamsten aller Krankheiten betroffen sind.“, schrieb die  Daily Mail

Tony Husband
Mach’s gut, mein Sohn
Die Geschichte meines Vaters und seiner Demenz

Hardcover, Knaur HC
01.09.2015, 64 S.
ISBN: 978-3-426-65372-2  –  € 12,90

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Neues Modul „Darmkrebs“ ist online

Die Internetplattform www.krankheitserfahrungen.de bietet Informationen für Patienten und Angehörige

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Die Internetplattform www.krankheitserfahrungen.de hat ein neues Modul: Es widmet sich dem Thema „Darmkrebs“, der zweithäufigsten Krebserkrankung in Deutschland. Eine Arbeitsgruppe am Institut für Psychologie der Universität Freiburg und an der Berlin School of Public Health der Charité-Universitätsmedizin Berlin hat die Inhalte erarbeitet. Das Bundesministerium für Gesundheit hat das Projekt innerhalb des Nationalen Krebsplans gefördert. Das Modul ergänzt die auf der Plattform vorhandenen Erfahrungssammlungen zu Diabetes, chronischem Schmerz, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Epilepsie, Brust- sowie Prostatakrebs.

Das kostenfreie Angebot präsentiert nach einem wissenschaftlichen Konzept erhobene Krankheitserfahrungen von Betroffenen. Forscherinnen und Forscher erfragen die Inhalte bundesweit in Interviewstudien und präsentieren sie mittels ausgewählter Texte, Audiodateien und Videos. Die Betroffenen erzählen von ihrem Leben mit einer Erkrankung sowie den Folgen und Veränderungen im Alltag. Im Vordergrund stehen persönliche Erlebnisse mit der Diagnose, Therapiemöglichkeiten, Behandlungen und Nebenwirkungen, medizinischer Versorgung und Bewältigung der Krankheit. Die Inhalte dienen der Information und Unterstützung von Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen, bieten Anschauungsmaterial für die Ausbildung von Ärztinnen, Ärzten und medizinischem Personal. Das Team wertet das Material zudem in wissenschaftlichen Studien zur Perspektive von Betroffenen auf das Leben mit einer Erkrankung weiter aus.
Die Internetplattform ist werbefrei, kommerziell unabhängig und wird von der Arbeitsgruppe DIPEx (Database of Individual Patients’ Experiences) Germany an der Abteilung für Rehabilitationspsychologie und Psychotherapie der Universität Freiburg sowie am Institut für Allgemeinmedizin der Universität Göttingen betreut. DIPEx International ist der Dachverband, in dem sich Arbeitsgruppen, die Online-Portale zum Thema Krankheitserfahrungen betreiben, aus derzeit 13 Ländern zusammengeschlossen haben. Koordinatorin von DIPEx Germany ist die Freiburger Psychologin Prof. Dr. Gabriele Lucius-Hoene.

Außerdem untersucht ein Team um Dr. Christine Holmberg von der Berlin School of Public Health der Charité in einer Online-Studie, inwieweit das Portal Patienten den Umgang mit einer Erkrankung erleichtern kann. Mit den Ergebnissen ist in den kommenden Monaten zu rechnen.

Weitere Informationen:
www.krankheitserfahrungen.de

Kinderbilder verschönern Tumor-Station

Die Bilder der Zartener Kindergartenkinder verschönern Patientenzimmer und Flure der Station Schönheimer im Universitätsklinikum Freiburg Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg

Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg

Fröhliche Farbkleckse im Klinikalltag – das sollen die Bilder sein, die die Kinder des Kindergartens Zarten in ihrer Malwerkstatt eigens für das Universitätsklinikum Freiburg angefertigt haben. Sie verschönern ab sofort die Station Schönheimer in der Klinik für Innere Medizin I, auf der Patienten mit Krebserkrankungen, wie Lymphom, Multiplem Myelom oder soliden Tumorerkrankungen versorgt werden.

Die Idee zur Kooperation entstand, als sich ein Patient Ersatz für die in die Jahre

Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg

Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg

gekommenen Bilder wünschte, die bislang auf der Station hingen. Auf der Suche nach neuem Wandschmuck für Flure und Patientenzimmer stießen Prof. Dr. Monika Engelhardt, Oberärztin in der Klinik für Innere Medizin I, Maren Dietrich, Qualitätsmanagementbeauftragte der Klinik für Innere Medizin I, und Gerd Bauer, Stationsleiter der Station Schönheimer, auf die Malwerkstatt des Kindergartens Zarten. Dort war man hellauf begeistert von der Idee: Zahlreiche kleine Künstler

Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg

Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg

machten sich mit ihrer Erzieherin Kerstin Glodde ans Werk. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Auf rund 20 farbenfrohen Kunstwerken schmücken nun Prinzessinnen, Fabeltiere, bunte Blumenwälder und abstrakte Formen die Wände der Station. „Wir freuen uns, unseren Patienten, Besuchern und Mitarbeitern nun einen so erfrischenden Anblick bieten zu können“, sagt Prof. Engelhardt. „Den Zartener Kindergartenkindern sind wir sehr dankbar, dass ihre Bilder eine gesundheitsfördernde Atmosphäre für unsere Patienten schaffen.“

Die Bilder der Zartener Kindergartenkinder verschönern Patientenzimmer und Flure der Station Schönheimer im Universitätsklinikum Freiburg Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg

Die Bilder der Zartener Kindergartenkinder verschönern Patientenzimmer und Flure der Station Schönheimer im Universitätsklinikum Freiburg
Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg

Studienteilnehmer gesucht

Erhöhen Schlafstörungen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sucht Teilnehmer für Studie zum Zusammenhang von Schlaf und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter Ein- oder Durchschlafstörungen. Häufig sind diese mit einer relevanten Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit oder Tagesbefindlichkeit verbunden. Neuere Studien legen nahe, dass die betroffenen Menschen ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. So ergab eine Analyse von Studien, in denen Patienten mit Schlafstörungen über drei bis 20 Jahre beobachtet wurden, dass diese Patienten ein um 45 Prozent erhöhtes Risiko hatten, eine kardiovaskuläre Erkrankung zu entwickeln, beziehungsweise daran zu versterben. Zu einem vergleichbaren Ergebnis kam eine vor kurzem publizierte, sehr große Einzelstudie an über 50.000 Versuchspersonen.

Bislang ist jedoch völlig unklar, ob eine erfolgreiche Behandlung von Schlafstörungen folgerichtig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert. Forscher von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Freiburg untersuchen deshalb zurzeit in einem von der Deutschen Stiftung für Herzforschung geförderten Projekt, ob die Behandlung von Menschen mit Schlafstörungen dazu führt, dass diese Menschen ein geringeres Risiko haben, langfristig eine kardiovaskuläre Erkrankung zu entwickeln.

Dafür werden noch Studienteilnehmer im Alter von 18 bis 65 Jahren, die schlecht schlafen und keine kardiovaskuläre Erkrankung haben, gesucht.

Sollten Sie Interesse an dieser am Universitätsklinikum Freiburg durchgeführten Studie haben, dann melden Sie sich für nähere Informationen bitte bei PD Dr. Dr. Kai Spiegelhalder per E-Mail: kai.spiegelhalder@uniklinik-freiburg.de

Kontakt:
PD Dr. Dr. Kai Spiegelhalder
Psychologe
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Freiburg
kai.spiegelhalder@uniklinik-freiburg.de

Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge

World Health Summit 2015: 200 Sprecher – 40 Sessions – 3 Tage

WHSVom 11. – 13. Oktober findet im Auswärtigen Amt in Berlin der World Health Summit statt, eines der international bedeutendsten Foren für globale Gesundheitsfragen. Auch in diesem Jahr kommen Top-Wissenschaftler aus aller Welt, Politiker, und hochrangige Vertreter aus Industrie und Zivilgesellschaft zum World Health Summit und diskutieren die Zukunft der internationalen Gesundheitsversorgung.

Zentrale Themen des siebten World Health Summit sind die Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge, Antibiotika-resistente Keime, Big Data, sowie die gesundheitlichen Folgen der weltweiten Klimaveränderung (in Vorbereitung auf die UN-Klimakonferenz im Dezember in Paris).

Zu den Sprechern gehören:

Hermann Gröhe (Bundesgesundheitsminister, Deutschland)
Saïd Aïdi (Gesundheitsminister, Tunesien)
Günther H. Oettinger (EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Belgien)
Margaret Chan (Generaldirektorin, WHO, Schweiz)
Victor Dzau (Präsident, Institute of Medicine, USA)
Ada Yonath (Nobelpreisträgerin, Israel)
Thomas C. Südhof (Nobelpreisträger, Deutschland/USA)
Otmar D. Wiestler (Präsident, Helmholtz-Gemeinschaft, Deutschland)
Joseph Jimenez (CEO, Novartis International AG, Schweiz)
Dame Sally C. Davies (Chief Medical Officer for England, UK)
Mark Dybul (Geschäftsführer, The Global Fund, Schweiz)
Dagfinn Høybråten (Vorstandsvorsitzender, Gavi, the Vaccine Alliance, Schweiz)
Joe Cerrell (Geschäftsführer, Global Policy and Advocacy, Bill & Melinda Gates Foundation, USA)
Lothar H. Wieler (Präsident, Robert Koch Institut, Deutschland)

Mehr Informationen zu den Themen:
www.worldhealthsummit.org/the-summit/program

Mehr Informationen zu den Sprechern:
www.worldhealthsummit.org/the-summit/speakers