Einen Tag lang Pflegeluft schnuppern

boys dayAm 28. April 2016 findet zum zweiten Mal das Tagespraktikum „Boys Day“ für Jungen in der Pflege und Patientenversorgung am Universitätsklinikum Freiburg statt

Die Frage nach dem späteren Beruf beschäftigt fast alle Schüler. Nach der Schulzeit entscheiden sich viele Jungen leider oft für Berufe, die abseits von Pflege- und Fürsorge-Tätigkeiten stehen. „Gerade im Bereich der Pflege und Krankenversorgung werden männliche Fachkräfte gesucht“, sagt Bettina Steinle-Feser, Pflegedienstleitung am Universitätsklinikum Freiburg. Um Jungen die Möglichkeit zu geben, genau diese Berufe kennenzulernen und sie für die Arbeit im Gesundheitswesen zu begeistern, nimmt das Universitätsklinikum Freiburg dieses Jahr zum zweiten Mal am bundesweiten Boys Day teil.

Nach dem erfolgreichen Start des Boys Day im letzten Jahr, sollen auch in diesem Jahr jungen Männern verschiedene Gesundheits- und Pflegeberuf am Universitätsklinikum Freiburg gezeigt werden. Gemeinsam mit den Jungen werden viele praktische, aber auch einige theoretische Fragen geklärt: Wie sieht es auf einer Pflegestation aus? Welche Aufgaben hat ein Arzt oder ein Pfleger? Wie führt man eine Untersuchung am menschlichen Körper durch? Was ist eigentlich Blut und wie bestimme ich ein Blutbild? Wie funktioniert richtige Händehygiene?

Der Boys Day am Universitätsklinikum Freiburg am 28. April 2016 beginnt um 7.50 Uhr und endet um 12.30 Uhr. Interessierte Jungen im Alter von 14 bis 17 Jahren können sich ausschließlich über den Boys Day-Radar im Internet für den Aktionstag am Universitätsklinikum Freiburg anmelden. Nach erfolgreicher Anmeldung, erhalten die Teilnehmer detaillierte Hinweise zum Treffpunkt und zum Ablauf. Der Boys Day-Radar und weitere Informationen, wie beispielsweise über die Unterrichtsfreistellung, sind auf der Internetseite www.boys-day.de zu finden.

Seit 2011 haben mehr als 164.000 Jungen an rund 25.000 Boys Day-Angeboten teilgenommen. Gefördert wird dieser bundesweite Aktionstag vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Kontakt:
Bettina Steinle-Feser
Pflegedienstleiterin
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
Telefon: 0761 270-43200
bettina.steinle-feser@uniklinik-freiburg.de

Gesundheit von Verbrauchern für BLL scheinbar nicht wichtig

Pressemitteilung – Thema: Mineralöl in Lebensmitteln

Streit zwischen Aldi Süd und Lobbyverband über Mineralölverunreinigungen: Original-Briefe auf foodwatch-Internetseite abrufbar

Labor1Berlin, 7. März 2016. Im Streit zwischen Aldi Süd und dem Lobbyverband der Lebensmittelindustrie über Mineralölverunreinigungen sind die Original-Schreiben auf der Internetseite der Verbraucherorganisation foodwatch abrufbar. In einer am gestrigen Sonntag, 6. März 2016, verbreiteten Pressemitteilung äußerte sich der „Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde“ (BLL) über seine Auseinandersetzung mit Aldi Süd. Der Discounter hatte von den Produzenten seiner Eigenmarken verlangt, in Zukunft ausschließlich Lebensmittel ohne nachweisbare Mineralölbestandteile zu  liefern. Daraufhin forderte der BLL den Handelskonzern schriftlich auf, seine Lieferantenvorgaben wieder zurückzunehmen. foodwatch hatte den Vorgang vergangene Woche publik gemacht. Sowohl das entsprechende Schreiben des Lobbyverbandes an Aldi Süd als auch der Original-Brief von Aldi Süd an seine Lieferanten sind auf der Homepage der Verbraucherorganisation veröffentlicht.

„Aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher ist der Vorstoß von Aldi Süd unbedingt zu begrüßen – die seit Jahren andauernde Debatte um gesundheitlich bedenkliche Mineralölbelastungen in Lebensmitteln kommt dadurch einem überfälligen,  ganzheitlichen Lösungsansatz entschieden näher. Anders als der BLL behauptet, lassen die wissenschaftliche Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sowie des Bundesinstituts für Risikobewertung keinen Zweifel daran: Insbesondere aromatische Mineralölgemische (MOAH) haben in unserem Essen nichts zu suchen. Wir empfehlen allen Mitgliedern des BLL, diese Dokumente selbst aufmerksam zu lesen, um sich so ein qualifiziertes Urteil über die Sachlage zu bilden“, so Luise Molling von foodwatch.

Mineralöle sind die größte Verunreinigung im menschlichen Körper. Insbesondere die aromatischen Mineralöle (MOAH) stehen unter Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein; die sogenannten gesättigten Mineralöle (MOSH) reichern sich in den Körperorganen an und können diese schädigen.

Link:
– E-Mail-Protestaktion von foodwatch für einen besseren Schutz vor Mineralölbelastungen: www.mineraloel-aktion.foodwatch.de

Quellen und weiterführende Informationen:
– Schreiben des Lobbyverbandes BLL an Aldi Süd: tinyurl.com/zfwp45a
– Schreiben von Aldi Süd an Zulieferbetriebe: tinyurl.com/huzkgy7
– Pressemitteilung des BLL vom 6. März 2016: www.bll.de/de/presse/pressemitteilungen/pm-20160306-foodwatch-mineraloel
– foodwatch-Hintergrundpapier zu Mineralöl: www.mineraloel-hintergrund.foodwatch.de
– Testergebnisse von foodwatch: www.mineraloel-test.foodwatch.de
– Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu Mineralöl: tinyurl.com/ovgvtkz

Pneumokokken sind die häufigste Ursache für Lungenentzündungen

Pneumokokken-Impfung – Mit Blick auf ältere Patienten wird falscher Impfstoff favorisiert

 

Female doctor preparing syringe for injection

Female doctor preparing syringe for injection

(02.03.2016) Pneumokokken sind die häufigste Ursache für Lungenentzündungen. Menschen über 60 Jahre sind besonders gefährdet: Bei ihnen sind 80 Prozent der Erkrankungen auf die Bakterien zurückzuführen. Seit Jahren wird daher zu einer Impfung geraten. Nun ist jedoch eine Diskussion um das Vakzin entbrannt: In einem Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widersprechen Experten der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO). Co-Autor Prof. Dr. Hans Jürgen Heppner, Sprecher der AG-Impfen der DGG, Chefarzt der Geriatrischen Klinik und Tagesklinik am Helios Klinikum Schwelm und Inhaber des Lehrstuhls für Geriatrie an der Universität Witten/Herdecke, erläutert die Hintergründe.

Es ist ein Disput, der weitreichende Konsequenzen für die Gesundheit älterer Patienten haben könnte: Wie zum Jahreswechsel aus Kreisen der STIKO verlautete, soll der Konjugatimpfstoff PCV 13 nicht mehr neben der Standardimpfung mit dem Polysaccharidimpfstoff PPSV23 empfohlen werden. Bislang wurde dieser gleichberechtigt neben dem Konjugatimpfstoff PCV13 genannt.

Dies entspricht nicht der aktuellen Datenlage, sind sich Experten der DGG und DGP einig. Gemeinsam haben sie nun ein Positionspapier veröffentlicht, das nicht nur darauf drängt, weiterhin PCV13 für die Impfung von Patienten über 60 Jahren zu empfehlen – sondern ihm sogar möglichst den Vorzug zu geben.

Ältere Patienten bei der Empfehlung nicht wirklich bedacht

Prof._Dr._Hans_Juergen_Heppner_web„Der Konjugatimpfstoff ist wirksamer für ältere Menschen als der Polysaccharidimpfstoff“, sagt Prof. Hans-Jürgen Heppner. Gemeinsam mit Prof. Dr. Santiago Ewig (Herne/Bochum), Prof. Dr. Mathias Pletz (Jena) und Prof. Dr. Tobias Welte (Hannover) ist er überzeugt, das die STIKO zu viel Gewicht auf die Rate der invasiven Infektionen durch Pneumokokken legt. Stattdessen müsste beachtet werden, dass Pneumokokken Auslöser bei 80 Prozent der Lungenentzündungen sind. „Eine Lungenentzündung ist für ältere Menschen eine Katastrophe. Auch wenn diese Patienten erfolgreich behandelt werden, verlieren sie oft an Selbständigkeit und Funktionalität, wodurch die Mortalität auch ein halbes Jahr später noch hoch bleibt.“
Gestützt auf eine breite Datenbasis, kommen die Experten darüber hinaus zu dem Schluss, dass eine Impfung mit PPSV23 eine geringere Wirkung hat – auch was die Dauer des Schutzes angeht. Studien zufolge scheint dieser bereits nach zwei Jahren abzunehmen. Bei PCV13 hält er dagegen sogar nach vier Jahren an.
Starker Impfstoff und schwacher Impfstoff – es wird der falsche favorisiert

Auch der Effekt, wenn die zwei unterschiedlichen Impfstoffe nacheinander gegeben werden, fällt demnach unterschiedlich aus. Wird nach einer PPSV23-Impfung mit dem gleichen Vakzin oder PCV13 „aufgefrischt“, ist die Wirkung schwächer als zuvor. Wird erst PCV13 gegeben und später mit PPSV23 geimpft, ergibt sich den Experten zufolge eine „Booster-Reaktion“.
„Für uns sind das eindeutige Gründe, warum wir PCV13 favorisieren“, sagt Prof. Heppner, der sich auch in der Arbeitsgruppe Impfen der DGG unter der Leitung von Frau Dr. Anja Kwetkat engagiert. Er erhofft sich, dass das Positionspapier ein Signal an andere Geriater ist. „Wir wollen damit die Kollegen wachrütteln: Sie sollen zum einen die Gefahr der Pneumokokken-Pneumonie stärker wahrnehmen. Und zum anderen sollen sie vermehrt das Gespräch mit den Patienten suchen – laut Zahlen von 2010 sind bislang nur 20 Prozent in der Altersgruppe geimpft. Dank des Positionspapiers haben die Kollegen nun die wissenschaftliche Grundlage, warum eine Impfung sinnvoll ist und welcher Impfstoff hierfür optimaler Weise ausgewählt werden sollte.“

„Stellungnahme zur Empfehlung der Pneumokokken-Impfung für Erwachsene
– Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG)“

10 Jahre Patiententag in Wiesbaden

Gut informiert: Von Herz bis Hormon
10 Jahre Patiententag in Wiesbaden

Wiesbaden – Der Patiententag der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) und der Stadt Wiesbaden bietet aktuelle Themen des 122. Internistenkongresses − anschaulich, praxisnah und verständlich. Ärzte und Selbsthilfeorganisationen informieren über Erkrankungen innerer Organe wie Herz, Lunge, Magen und Darm. Ein Themenschwerpunkt widmet sich – analog  zum in Kürze stattfindenden Jahreskongress der DGIM in Mannheim – der Herzschwäche. Auf dem mittlerweile 10. Informationstag für Betroffene, ihre Angehörigen und medizinisch Interessierte begrüßen die Veranstalter in diesem Jahr zudem den Theologen und Publizist Eugen Drewermann, der zum Thema „Selbstbestimmte Medizin im Alter“ sprechen wird. Der Patiententag findet am 2. April 2016 im Rathaus und auf dem Schlossplatz statt, der Eintritt ist kostenfrei.

Die stetig steigende Lebenserwartung ist nicht zuletzt Folge einer immer besser werdenden medizinischen Versorgung. Eine Vielzahl an Behandlungsmöglichkeiten stellt Ärzte und Patienten damit vor die Entscheidung, was sinnvoll und notwendig ist, wo Ärzte zu viel oder zu wenig behandeln. „Ein informierter Patient kann viel besser gemeinsam mit dem Arzt agieren und Entscheidungen treffen“, sagt Professor Dr. med. Gerd Hasenfuß, der Vorsitzende der DGIM und Präsident des 122. Internistenkongresses. Da der Patiententag seit Jahren gut angenommen werde, sieht sich die DGIM in ihrem Engagement bestätigt, das beim Internistenkongress präsentierte medizinische Wissen auch zukünftig im Rahmen des Patiententages mit Betroffenen und Interessierten zu teilen.

Gerade ältere Menschen, die nicht selten unter mehreren Krankheiten leiden und eine Vielzahl an Medikamenten nehmen müssen, haben oftmals Zweifel an bestimmten Behandlungen oder Medikationen. Unter dem Titel „Maßvolle Medizin − Selbstbestimmte Medizin im Alter“ referiert der renommierte Theologe und Publizist Dr. Eugen Drewermann zu der Frage, wie Patienten mit diesen Zweifeln umgehen können und welche Möglichkeiten einer maßvollen Medizin gegeben sind. „Wir freuen uns, Dr. Drewermann beim Patiententag begrüßen zu dürfen. „Denn gerade in Zeiten eines fortschreitenden demografischen Wandels ist die Frage nach dem richtigen Maß für Patient und Mediziner eine zentrale“, sagt Dr. Norbert Schütz, Chefarzt und stellvertretender Ärztlicher Direktor der Hochtaunus-Kliniken. Schütz verantwortet von Seiten der DGIM das Programm des 10. Patiententages, das in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Wiesbaden entstanden ist.

Ein weiteres Thema des Patiententages wird die Herzschwäche sein. „Keine Krankheit wird öfter in Kliniken diagnostiziert, daher sollte jeder Warnzeichen, die darauf hindeuten, erkennen können“, sagt Professor Hasenfuß, der die Klinik für Kardiologie und Pneumologie und das Herzzentrum an der UMG, Universitätsmedizin Göttingen leitet. Die Vortragsreihe befasst sich damit, an welchen ersten Anzeichen Patienten eine Herzschwäche erkennen können, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie der Patient durch Lebensstiländerungen einer Herzschwäche begegnen kann. Das Spektrum des Patiententages ist vielfältig und richtet sich an ein breites Publikum. Beispielsweise befasst sich eine Vortragsreihe, die die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie ausrichtet, mit Krankheiten, die durch einen gestörten Hormonhaushalt entstehen können, wie Schilddrüsenknoten und Osteoporose. Um die Arbeit der Selbsthilfegruppen zu würdigen, verleiht die Marion und Bernd Wegener-Stiftung den Förderpreis für Selbsthilfegruppen – gemeinsam mit der DGIM und der Stadt Wiesbaden. Ausgezeichnet werden gesundheitsbezogene Selbsthilfegruppen aus dem gesamten Bundesgebiet, die besonderes Engagement und Kreativität auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit bewiesen haben. Bei der Pressekonferenz am 23. März 2016 anlässlich des Patiententages erläutern Vertreter der DGIM und der Stadt Wiesbaden, was die Besucher erwartet und diskutieren Themenschwerpunkte der Veranstaltung.

Mikrosensoren für die personalisierte Krebstherapie

Forscher der Universität und des Universitätsklinikums Freiburg entwickeln Alternativen zu Tierversuchen

Zellkulturgefäß mit integrierten Mikrosensoren. Foto: Dr. Andreas Weltin

Zellkulturgefäß mit integrierten Mikrosensoren. Foto: Dr. Andreas Weltin

Das Land Baden-Württemberg fördert im Programm „Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch“ ein gemeinsames Projekt der Arbeitsgruppe Sensoren von Prof. Dr. Gerald Urban, Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Albert-Ludwigs-Universität, und der Arbeitsgruppe Molekulare Onkologie von Dr. Jochen Maurer vom Universitätsklinikum Freiburg/Deutschen Krebsforschungszentrum für zwei Jahre mit 160.000 Euro. Ziel des Projekts ist die Etablierung einer Methode für die personalisierte Medizin, basierend auf dreidimensionalen (3D) Zellkulturen, die mittels Mikrosensortechnologie überwacht werden.

Für das Forschungsprojekt werden 3D-Zellkulturen von Triple negativem Brustkrebs verwendet, einer häufigen, extrem aggressiven Form von Mammakarzinomen, die besonders stark zur Metastasierung neigt. Im Kulturgefäß eingebaute, miniaturisierte Bio- und Chemo-Sensoren, ähnlich groß wie die Zellen selbst, erfassen den Stoffwechsel der Tumorzellen und zeigen die patientenspezifische Reaktion auf zugegebene Therapeutika nahezu in Echtzeit an. Die in der Arbeitsgruppe Sensoren für diesen Einsatz entwickelte Technologie erlaubt es, den zellulären Stoffwechsel, anhand des Sauerstoff- und Glucoseverbrauchs in der unmittelbaren Umgebung der Zellen gemessen, kontinuierlich und präzise zu überwachen.

Die Verknüpfung von Mikrosystemtechnik mit 3D-Zellkulturen anstatt eines Tiermodells ist der Kernaspekt einer Perspektive, die weit über die geplante Anwendung hinaus Tierversuche in der klinischen Routine vermeiden sowie neue, schnellere und schonende Therapien für Patientinnen und Patienten mit verschiedenen Krankheiten ermöglichen soll. „In diesem Projekt profitieren wir von der Zusammenarbeit zweier hochspezialisierter Gruppen in der Onkologie und in der Mikrosystemtechnik. Wir hoffen damit sowohl zur personalisierten Krebstherapie als auch zum Tierschutz wichtige Beiträge zu leisten“, fasst Dr. Jochen Kieninger, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am IMTEK, die Bedeutung der Arbeiten zusammen.

Psycho-Tests, die Laune machen

Warum denken, fühlen und handeln wir so, wie wir es tun?

Das Psycho-Test BuchDas Psycho-Test-Buch

Mit interaktiven Tests, Spielen und Rätseln zeigt uns der renommierte britische Psychologe Ben Ambridge in seinem Buch Das Psycho-Test-Buch wie wir unsere Persönlichkeit entdecken. Und ganz nebenbei erklärt er die erstaunlichen Forschungsergebnisse der Psychologie. Das tut er nicht in Form von langatmigen Theorien, komplizierten Experimenten und übersichtlichen Statistiken sondern spielerisch.

Die Tests machen wirklich richtig Spaß. 

Ein Buch, das man nicht einfach nur liest und dann weglegt, sondern sich genüsslich in Etappen zu Gemüte führt.

Ein tolles Buch für alle, die sich gerne mit psychologischen Tests befassen.
Es ist nicht nur sehr informativ, sondern auch sehr unterhaltsam geschrieben.
Ich mag Bücher dieser Art, weil so das Lesen mehr Spaß macht, aber auch weil ich dadurch viel mehr Informationen aufnehmen und vor allem behalten kann.

Bei manchen Tests vermisste ich die Erklärung, weshalb ich gerade nicht der Norm entsprochen habe. So z. B. bei den chinesischen Schriftzeichen.
Mein Ergebnis ist das Gegenteil dessen, was der „normale“ Durchschnittstester angegeben hat.

Gut gefallen hat mir auch die Frage nach dem Unterschied zwischen einem Psychiater und einem Psychologen. Die Antwort verrate ich hier natürlich nicht, denn ich will Ihnen ja nicht den Spaß verderben. Gleiches gilt für die Frage, wie viele klinische Psychologen es braucht, um eine Glühbirne zu wechseln.

Man kann die Tests auch im Freundes- oder Familienkreis machen. Allerdings nur, wenn kein „Besserwisser“ oder „Dauerhinterfrager“ dabei ist. Diese würden den anderen die Freude an den Auswertungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vermiesen.

Das Psycho-Test-Buch

von Ben Ambridge

Originaltitel PSY-Q

Aus dem Englischen von Christa Broermann

Knaur Verlag, 380 Seiten, Klappenbroschur [D] € 19,99 / [A] € 20,60//[sFr] 30,50*

ISBN 978-3-426-65564-1

Deutscher Krebskongress und Patiententag laden ein

Präzisionsmedizin in der Krebstherapie: Deutscher Krebskongress und Patiententag laden ein

Berlin, 17.02.2016 Der Deutsche Krebskongress ist die größte Fachtagung zu Diagnostik und Therapie im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr werden mehr als 10.000 Expertinnen und Experten in der Hauptstadt erwartet. Mit Prof. Dr. Angelika Eggert und Prof. Dr. Ulrich Keilholz stellen zwei führende Onkologen der Charité – Universitätsmedizin Berlin das Präsidium. Ergänzt wird der Kongress durch den Krebsaktionstag – ein Forum für Betroffene, Angehörige und Interessierte.

Der Deutsche Krebskongress greift mit dem Motto „Krebsmedizin heute: präventiv, personalisiert, präzise, partizipativ“ den Leitgedanken der modernen Präzisionsmedizin (P4-Medizin) auf. Dabei erörtern Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen jüngste Forschungsergebnisse und diskutieren gesundheitspolitische Aspekte der Patientenversorgung, wie beispielsweise die Fortschritte und Aufgaben beim Aufbau klinischer Krebsregister oder bei der Finanzierung der personalisierten Medizin.

Der Krebsaktionstag steht ganz im Zeichen des Patienten: In allgemein verständlicher Form informieren Experten aus der Krebsforschung, der medizinischen Versorgung und dem psychosozialen Bereich rund um das Thema Krebs. Charité-Mediziner beteiligen sich mit ihrer Expertise: So erklärt beispielsweise Prof. Dr. Diana Lüftner von der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Campus Benjamin Franklin, was genau personalisierte Medizin bedeutet. Prof. Dr. Peter Vajkoczy, Direktor der Klinik für Neurochirurgie, beantwortet Fragen zu Gliomen, einer Form von Hirntumoren. Über Therapiemöglichkeiten bei Ovarialkarzinomen berichtet Prof. Dr. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie am Campus Benjamin Franklin und am Campus Virchow-Klinikum. Zudem haben Betroffene und Interessierte die Möglichkeit, mit den Referenten ins Gespräch zu kommen oder sich mit anderen Patienten und Selbsthilfeorganisationen auszutauschen.

Der 32. Deutsche Krebskongress findet vom 24. bis 27. Februar im CityCube Berlin, Messedamm 26, Eingang Jafféstraße, in 14055 Berlin statt. Um Anmeldung wird gebeten.

Der 7. Krebsaktionstag findet am Samstag, den 27. Februar von 9 bis 17 Uhr im CityCube Berlin, Messedamm 26, Eingang Jafféstraße, in 14055 Berlin statt. Der Eintritt ist frei.

Gesundheitliche Folgen der Atomkatastrophen

Gesundheitliche Folgen der Atomkatastrophen
von Tschernobyl und Fukushima

30 Jahre Leben mit Tschernobyl – 5 Jahre Leben mit Fukushima

Ein Report von IPPNW Deutschland

Ärzte gegen den AtomkriegDer Report gebinnt mit einem Zitat unglaublichen von Hans Blix (1986 in seiner Funktion als Direktor der Internationale Atomenergie-Organisation, IAEO)

„Die Atomindustrie kann jedes Jahr eine
Katastrophe wie Tschernobyl verkraften.“

Ähnlich verhalten sich Wissenschaftler noch heute in Japan, wie ein aktueller Beitrag in der Ärztezeitung zeigt. http://bit.ly/20G0A2t

Dr. Masahiro Nakashima vom Atomic Bomb-Disease Institute der Universität Nagasaki behauptet, dass der Anstieg von Schilddrüsenkrebs bei Kindern in Nordostjapan nach der Atomkastrophe von Fukushima dem Screeningeffekt und nicht der radioaktiven Strahlung zu zuordnen sei. Dieser Behauptung widerspricht die Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung e. V. (IPPNW). In ihrem neuesten Bericht  zeigen die Ärzte den konkreten Zusammenhang zwischen den stark angestiegenen Schilddrüsenerkrankungen bei Kindern und der Atomkatstrophe von Fukushima auf.

Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen: IPPNW_Report_T30_F5_Folgen_web

 

Schrittmacher für geschädigtes Rückenmark

Elektrische Stimulation hilft Bewegungsabläufe zu regenerieren

Berlin, 12.02.2016 – Elektrische Impulse aktivieren das Rückenmark unterhalb der Verletzung.

Copyright: European Project NEUwalk.

Copyright: European Project NEUwalk.

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der ETH Lausanne haben Bewegungsabläufe nach einer Schädigung des Rückenmarks wiederhergestellt. Sie konnten zeigen, dass für ein koordiniertes Zusammenspiel der Muskeln, beispielsweise beim Gehen, alternierende Impulse des Rückenmarks verantwortlich sind. Neu entwickelte Implantate empfinden diese Signale durch elektrische Impulse nach. Damit konnten Abschnitte des Rückenmarks gezielt reaktiviert werden. Die Ergebnisse der Studie sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Medicine* veröffentlicht.

Eine Querschnittslähmung wird durch eine traumatische Schädigung des Rückenmarks verursacht. Die Kommunikation zwischen Gehirn und Rückenmark ist unterbrochen. Schwere Funktionsstörungen und lebenslange Lähmungen sind oft die Folge. Aus Studien ist bekannt, dass das Rückenmark die Eigenschaft besitzt, unabhängig von Signalen des Gehirns, bei einer elektrischen oder chemischen Stimulation koordinierte Bewegungen zu erzeugen. „Unser Ziel ist es, den Rückenmarkbereich unterhalb einer Verletzung durch elektrische Impulse zu reaktivieren. Das Potential, eigenständig Bewegungen zu generieren, wollen wir dabei steigern, indem wir den natürlichen Abläufen möglichst nahe kommen“, erklärt Dr. Nikolaus Wenger, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Klinik und Hochschulambulanz für Neurologie der Charité und des Berlin Institute of Health.

Im Tiermodell konnte das europäische Forscherteam zeigen, dass es während der Bewegung der Beine zu einer wellenförmigen Aktivität von Rückenmarkbereichen kommt. „Um diese Rückenmarkaktivität nach einer Querschnittslähmung zu reproduzieren, haben wir dauerhafte Implantate entwickelt, die eine selektive Rückenmarkstimulation ermöglichen“, sagt Dr. Wenger. Wird der richtige Rückenmarksbereich zum richtigen Zeitpunkt stimuliert, lassen sich Kraft und Balance während des Gehens verbessern. Die neuartigen Implantate und Stimulationstechnologien passen eine Aktivierung des Rückenmarks an die zeitliche Abfolge des Bewegungsvorgangs an.

Derzeit sind die aktuellen Erkenntnisse auf dem Weg der Übertragung in klinische Anwendungen, da auch das menschliche Rückenmark durch elektrische Stimulation zu Bewegungsvorgängen angeregt werden kann. Die neue Art der Rückenmarkstimulation kann in Zukunft zu einer besseren Therapie von querschnittsgelähmten Patienten beitragen. Ein weiteres Ziel ist hierbei, die therapeutischen Ansätze weiterzuentwickeln und auf den Bereich der Schlaganfallforschung zu übertragen.

*N. Wenger, E. M. Moraud, J. Gandar, P. Musienko, M. Capogrosso, L. Baud, C. G Le Goff, Q. Barraud, N. Pavlova, N. Dominici, I. R. Minev, L. Asboth, A. Hirsch, S. Duis, J. Kreider, A. Mortera, O. Haverbeck, S. Kraus, F. Schmitz, J. DiGiovanna, R. van den Brand, J. Bloch, P. Detemple, S. P. Lacour, E. Bézard, S. Micera & G. Courtine. Spatiotemporal neuromodulation therapies engaging muscle synergies improve motor control after spinal cord injury. Nat Med. 2016 Feb;22(2):138-145. doi: 10.1038/nm.4025. Epub 2016 Jan 18.

Immer grün: die Vitamin-Ampel

Ob rot, gelb oder grün: Egal in welcher „Ampelfarbe“ Sie Paprika bevorzugen. Alle Paprika-Sorten haben eines gemeinsam – sie sind wahre Schatzkammern für Ihre Gesundheit.

 Foto: obx-medizindirekt


Foto: obx-medizindirekt

Regensburg (obx-medizindirekt) – Welches Obst und Gemüse enthält am meisten Vitamin C? Die meisten Menschen antworten spontan: Orangen und Zitronen. Das ist falsch. Königin des Vitamin C ist die Paprika. Ihr Vitamin C pro 100 Gramm liegt zwischen 120 und 400 Milligramm. Bei Zitronen sind es lediglich 34. Deshalb liefern Paprikas selbst in gedünsteter Form noch mindestens viermal so viel Vitamin C wie Zitrusfrüchte. Paprika signalisiert in allen „Ampelfarben“, in grün, in gelb und selbst in rot: freie Fahrt für Gesundheit.

Paprikas kommen aus Ungarn – auch diese landläufige Meinung ist falsch. Paprika ist zwar aus der ungarischen Küche nicht mehr wegzudenken, die Ungarn haben die Paprika einst ebenfalls importiert: aus Mexiko. Heute zählt die Paprika als Gemüse und das Pulver als wichtigstes Würzmittel zu den klassischen Zutaten für berühmte ungarische Spezialitäten: von Kesselgulasch bis Pörkölt, von Schmorfleisch bis paprizierte Schweinerippen, Rostbraten und Letscho.

In Sachen Gesundheit ist die Paprika eine wahre Schatzkammer. Zu den Inhaltsstoffen zählt beispielsweise das Vitamin P, das heute nicht den Vitaminen, sondern den gesundheitlich wichtigen sekundären Pflanzenstoffen, den Oligomeren Procyanidinen (OPC) zugerechnet wird. OPC sollen die Gesundheit der Blutgefäße fördern, weil sie ihre Durchlässigkeit regeln.

Dieses „Vitamin P“ kann die Blut- und Lymphgefäße stärken, den Aufbau von Bindegewebe unterstützen, Entzündungen und Allergien entgegenwirken und den Hormonhaushalt normalisieren helfen. Im Zusammenspiel mit Vitamin C werden alle diese Wirkungen noch verstärkt. Und Paprika enthält beides reichlich.

Paprika gibt es heute in den unterschiedlichsten Formen – von spitz über dreieckig und trapezförmig bis kugelig – in allen Maßen – von der Größe eines Fingernagels bis zur Faustgröße – und allen Schärfegraden – von süß bis brennend scharf. Der Capsaicin genannte Stoff, der die Schärfe ausmacht, gilt als besonders anregend auf sämtliche Verdauungsdrüsen. In der Medizin wird er sogar als Schmerzmittel, zum Beispiel bei Gürtelrose, eingesetzt. Paprika-Gewürzpulver führt ebenso wie der Verzehr von Gemüsepaprika zur Verbesserung einer gesunden Bakterienbesiedelung im Darm.

Paprikas haben das ganze Jahr Saison, vor allem dann, wenn Freilandsalate nicht zu haben sind. Grüne Paprika sind noch unreife Schoten, die relativ wenig Aroma aufweisen. Gelbe, orangefarbene und rote bis auberginenfarbene Schoten sind reifer und werden wegen ihres aromatischen Geschmacks bevorzugt in Salaten verwendet.

In seiner Ursprungsheimat Mexiko lässt sich die Geschichte des auch in gemäßigten Zonen wachsenden tropischen Nachtschattengewächses bis auf tausend Jahre zurückverfolgen. Paprika gedeiht vor allem in Regionen, in denen ausreichend Licht und Wärme zur Verfügung stehen. Deshalb können nur fünf Prozent des deutschen Verbrauchs aus einheimischen Züchtungen gedeckt werden.

Das steckt in der Paprika (jeweils pro 100 Gramm)

Vitamin C 120 bis 400 mg
Vitamin B1 9,07 mg
Vitamin B2 0,07 mg
Niacin 0,40 mg
Vitamin E 0,70 mg
Kalium 213 mg
Kalzium 10 mg
Magnesium 12 mg
Kalorien 24 kcal

Was sie so scharf macht

Ein Stoff namens Capsaicin ist es, der den Chilischoten, einer Sonderform der Paprika, die Schärfe verleiht. Es sitzt vor allem in den weißlichen Scheidewänden im Inneren der Chilis, weniger im roten Fruchtfleisch. Der Schärfegrad von Paprikas wird auf einer Skala von 0 bis 10 eingeteilt: Gemüsepaprikas haben 0, Peperoni und Peperoncini 3 bis 6, Cayenne und Piripiri 7 bis 9. Zehnergrade wie die Sorten Habanero oder Scotch Bonnet sind hierzulande kaum gefragt.

Das Schärfegefühl beim Essen entsteht, weil das Capsaicin an den Schleimhautzellen Rezeptoren beeinflusst, die Hitzeschmerzen wie bei Verbrennungen auslösen. Allerdings entsteht nur das Gefühl einer Verbrennung, keine wirkliche Verletzung. Aber es stimmt dann natürlich, wenn man sagt: „Diese Chilis brennen wie die Hölle.“

Paprika aus Spanien ist immer wieder wegen hoher Belastungen von Pestiziden in die Kritik geraten. Es ist wichtig, dass man auf die Herkunft achtet.