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Frauengesundheit im Fokus

Die Online-Seminarreihe „Wissen hilft“ des Universitätsklinikums Freiburg informiert rund um gynäkologische Gesundheitsthemen

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Schmerzhafte Perioden, aktuelle Therapiemöglichkeiten bei Brustkrebs, unerfüllter Kinderwunsch – es gibt viele gesundheitliche Themen und Krankheitsbilder, bei denen fundierte Informationen für Betroffene entscheidend sind. Das Gesundheitszentrum für Frauen der Klinik für Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg veranstaltet daher die Online-Seminarreihe „Wissen hilft“ mit Vorträgen zu Fragen, die viele Frauen bewegen. „Mit unserer Seminarreihe schaffen wir ein informatives digitales Angebot für Betroffene, Angehörige und Interessierte, die sich auch unter Pandemiebedingungen informieren möchten. Meine Kolleg*innen und ich freuen uns auf den Austausch“, sagt Prof. Dr. Ingolf Juhasz-Böss, Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg.

Teilnehmer*innen erhalten in einem einstündigen Vortrag wichtige Informationen und haben anschließend die Möglichkeit Fragen zu stellen und mit den Expert*innen ins Gespräch zu kommen. Die Teilnahme an den Online-Vorträgen ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist erforderlich. Die Anmeldelinks sowie weitere Informationen zur Anmeldung finden Sie unter: bit.ly/ukf_Wissenhilft

Die Vorträge „Wissen hilft“ im Einzelnen:

  • Mittwoch, 16. September 2020, 18 Uhr bis 19 Uhr
    Probleme mit dem Beckenboden – was hilft?
    Prof. Dr. Ingolf Juhasz-Böss, Ärztlicher Direktor, PD Dr. Juliane Farthmann, Ärztliche Leitung Urogynäkologie
  • Mittwoch, 23. September 2020, 18 Uhr bis 19 Uhr
    Schmerzhafte Tage? Nicht die Regel!
    Prof. Dr. Ingolf Juhasz-Böss, Ärztlicher Direktor, Dr. Juliane Grimm, Sprecherin Endometriosezentrum, Dr. Katia Lambers, Funktionsoberärztin
  • Mittwoch, 21.Oktober 2020, 18 Uhr bis 19 Uhr
    Unerfüllter Kinderwunsch – was tun?
    Prof. Dr. Ingolf Juhasz-Böss, Ärztlicher Direktor, Dr. Philipp Wiehle, Oberarzt
  • Dienstag, 3. November 2020, 18 Uhr bis 19 Uhr
    Aktuelle Therapiemöglichkeiten bei Brustkrebs
    Prof. Dr. Ingolf Juhasz-Böss, Ärztlicher Direktor, PD Dr. Thalia Erbes, Ärztliche Leitung Brustzentrum
  • Mittwoch, 18. November 2020, 18 Uhr bis 19 Uhr
    Schlüssellochchirurgie in der Frauenheilkunde / bei Genitalkarzinomen
    Prof. Dr. Ingolf Juhasz-Böss, Ärztlicher Direktor, Prof. Dr. Maximilian Klar, Ärztliche Leitung Gynäkologische Onkologie/Dysplasie, PD Dr. Michaela Bossart, Ärztliche Leitung Gynäkoonkologisches Krebszentrum
  • Mittwoch, 2. Dezember 2020, 18 Uhr bis 19 Uhr
    Nebenwirkungen einer Krebstherapie lindern und verhindern – was kann ich selbst tun?
    Prof. Dr. Ingolf Juhasz-Böss, Ärztlicher Direktor, Dr. Beate Rautenberg, Ärztliche Leitung Gesundheitszentrum für Frauen

Innovative Bestrahlungskontrolle

Tief einatmen – 100. Brustkrebs-Patientin profitiert von innovativer Bestrahlungskontrolle

Mit tiefem Einatmen und einem 3D-Oberflächen-Scan in Echtzeit kann die Strahlenbelastung des Herzens deutlich reduziert werden / Klinik für Strahlenheilkunde setzt das System als einzige Einrichtung in Südbaden ein / 360°-Video

Eine von acht Frauen erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs. Mit Hilfe hochpräziser Spezialkameras und einem innovativen Verfahren macht die Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg die Behandlung von Brustkrebs-Patientinnen noch sicherer und effizienter. Das eingesetzte „Deep Inspiration Breath Hold“-Verfahren (DIBH) basiert auf einem einfachen, aber wirkungsvollen Trick. Die Patientin atmet tief ein, wodurch sich die Brust hebt und sich etwas vom darunter liegenden Herzen entfernt. Über Spezialkameras wird die dreidimensionale Körperoberfläche der Patientin vermessen. Nur in der optimalen Liegeposition beginnt die Hochpräzisionsbestrahlung. Die Klinik für Strahlenheilkunde ist die einzige Einrichtung der Region, die das System einsetzt. Nun ist die 100. Patientin unter Kontrolle des 3D-Scans erfolgreich bestrahlt worden.

„Bei linksseitiger Brustbestrahlung konnten wir die Strahlenbelastung des Herzens im Schnitt um etwa 40 Prozent verringern im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden. Das ist ein enormer Fortschritt“, sagt Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu, Ärztliche Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg. Die Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg gehört, mit mehr als 2.700 behandelten Patientinnen und Patienten pro Jahr, zu den führenden Zentren für Strahlenheilkunde in Deutschland und Europa.





Grünes Licht für die Behandlung: Nur wenn die Patientin in der zuvor ermittelten optimalen Position den Atem anhält, beginnt die Bestrahlung. Bei rotem Raumlicht muss die Patientin die Luft etwas weniger tief anhalten. Bildquelle: Britt Schilling / Universitätsklinikum Freiburg

Farbige Rückmeldung für die Liegeposition

Gerade bei der brusterhaltenden Therapie ist die Bestrahlung heute nicht mehr wegzudenken. Zunächst wird bei der DIBH-Methode ein computertomografisches Bild (CT) erstellt, auf dem die optimale Liege- und Atemposition festgehalten wird. „Diese CT-Aufnahme vergleicht das System dann mit der realen Position und erkennt so geringste Abweichungen, die für das menschliche Auge kaum zu erkennen sind“, sagt Dr. Jördis Lübke, Medizinphysikerin an der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Rote und grüne Licht-Projektionen auf der Körperoberfläche der Patientin helfen den medizin-technischen Assistentinnen und Assistenten bei der korrekten Lagerung der Patientin.




Bildquelle: Britt Schilling / Universitätsklinikum Freiburg

Über die erforderliche Atemtiefe erhält die Patientin selbst visuelle Rückmeldung. Dies kann über eine halbtransparente Datenbrille geschehen, in der Symbole helfen, die richtige Atemtiefe zu finden. Alternativ kann die Rückmeldung auch über farbiges Raumlicht erfolgen. Rotes Licht zeigt eine Abweichung an, grünes Licht erstrahlt bei optimaler Atemtiefe. Wenn die Patientin die Luft anhält, beginnt die Bestrahlung. „Das Verfahren ist extrem sensibel. Sobald die Patientin ausatmet, wird die Bestrahlung sofort gestoppt“, sagt Dr. Lübke.

Auch wenn das Prinzip der DIBH einfach erscheint, erfordert die Umsetzung viel Erfahrung. „Die Strahlentherapie ist eine extrem wirksame Waffe gegen Krebs, sie ist aber auch sehr komplex“, sagt Prof. Grosu. An der Klinik für Strahlenheilkunde erarbeitet darum eine eigene Abteilung für Medizinphysik gemeinsam mit Strahlentherapeuten den richtigen Behandlungsplan für alle Patienten. „Wir freuen uns, dass wir nun schon der 100. Patientin die schonende Therapie anbieten konnten“, sagt Prof. Grosu.

Zweimal Tag der Offenen Tür am Universitätsklinikum Freiburg

Vorträge, Führungen und persönliche Gespräche mit Experten

Am Samstag, 10. März 2018, öffnen die Klinik für Strahlenheilkunde und das Interdisziplinäre Schmerzzentrum des Universitätsklinikums Freiburg ihre Tore für Interessierte

Tag der offenen Tür Uni Klinik Freiburg

Tag der Offenen Tür: Klinik für Strahlenheilkunde – Schwerpunkt Brustkrebs

Die Strahlentherapie bei Krebs hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Mit den Bestrahlungsgeräten der neuesten Generation können Tumore oft bekämpft werden, ohne gesundes Gewebe zu schädigen.

Am Samstag, 10. März 2018, von 11 Uhr bis 15 Uhr öffnet die Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg, Robert-Koch-Straße 3 in Freiburg, ihre Pforten. Der Eintritt der Veranstaltung ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Alle Interessierten erhalten Einblicke in die Funktionsweise einer Strahlentherapie. Bei Führungen durch die Klinik können die Besucher modernste Bestrahlungsgeräte besichtigen. In Kurzvorträgen erklären Experten der Klinik für Strahlenheilkunde, wie die Diagnose und Therapie nach aktuellem Forschungsstand abläuft – speziell bei Brustkrebs. Die Veranstaltung ist aber auch für Patienten mit anderen Krebserkrankungen geeignet. Die Experten stehen jederzeit für Fragen bereit. „Die Besucher werden viel über die neuesten, vielversprechenden Behandlungsmethoden bei der Bekämpfung von Krebs erfahren. Zusätzlich werden wir psychoonkologische Angebote und Möglichkeiten der Komplementärmedizin und der unterstützenden Naturheilkunde bei Strahlentherapie vorstellen“, sagt Prof. Dr. Anca-L. Grosu, Ärztliche Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Flyer und ausführliche Informationen…

Tag der Offenen Tür: Interdisziplinäres Schmerzzentrum in neuen Räumlichkeiten – Schwerpunkt chronische Schmerzen

Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen. Bei etwa 2,2 Millionen Deutschen kann eine sogenannte Schmerzkrankheit mit starker körperlicher und psychischer Beeinträchtigung diagnostiziert werden. Um diesen Patienten noch besser helfen zu können, ist das Interdisziplinäre Schmerzzentrum (ISZ) des Universitätsklinikums Freiburg Ende 2017 in neue Räumlichkeiten gezogen.

 Interdisziplinäres Schmerzzentrum in neuen RäumlichkeitenAm Samstag, 10. März 2018, von 9 Uhr bis 12 Uhr, findet im Interdisziplinären Schmerzzentrum des Universitätsklinikums Freiburg, Breisacher Straße 117 (Gebäude „Klinik für Tumorbiologie“) in Freiburg, ein Tag der Offenen Tür statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Besucher werden die Möglichkeit haben, die neu eingeweihten tagesstationären Behandlungszimmer zu besichtigen. Außerdem werden Experten des Interdisziplinären Schmerzzentrums in Vorträgen über Ursachen und mögliche Therapien bei dauerhaften Schmerzen berichten. „Wir sind sehr froh, dass wir mit dem Umzug in die neuen Räume noch mehr Patienten mit den modernsten Verfahren behandeln können“, sagt Dr. Kristin Kieselbach, Ärztliche Leiterin des Interdisziplinären Schmerzentrums am Universitätsklinikum Freiburg. Das ISZ ist überregionales Schmerzzentrum des Landes Baden – Württemberg. Flyer und ausführliche Informationen…

Flyer Schmerzzentrum Uni Klinik Freiburg

Ernährung und Lebensstil signifikante Risikofaktoren

Das erste Kochbuch, das zur Brustkrebsvorsorge und Therapiebegleitung dienen soll

Brustkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen und betrifft 1 von 10 Frauen in Deutschland. Es ist bekannt, dass Ernährung und Lebensstil signifikante Risikofaktoren bei der Entwicklung der Krankheit darstellen. Eine spezielle Ernährung kann das Risiko von Brustkrebs daher reduzieren sowie die Heilungschancen für Frauen während der Therapie und der Nachsorge erhöhen. Der renommierte Brustkrebs-Spezialist aus England, Professor Mohammed Keshtgar, zeigt in diesem fundierten Kochbuch, welche Lebensmittel Betroffene ausreichend zu sich nehmen, vermeiden oder nur in Maßen essen sollten. Basierend auf seiner langen wissenschaftlichen Expertise sowie klinischen Erfahrung stellt der Onkologe über 100 heilsame Rezepte vor, die zur Stärkung des Immunsystems, zur Entzündungshemmung oder Proteinversorgung beitragen. Sie werden ergänzt um Hintergrundinformationen über die neuesten Forschungsergebnisse zur Wirkung von Lebensmitteln speziell bei Krebs.

(c) Kokos-Fisch-Curry mit Blumenkohlreis

(c) Kokos-Fisch-Curry mit Blumenkohlreis

 

Griechischer Salat mit Wassermelone (c) Jan Baldwin

Griechischer Salat mit Wassermelone
(c) Jan Baldwin

Brustkrebs-Spezialist Professor Mohammed Keshtgar erklärt in seinem neuen Buch leicht verständlich und wissenschaftlich fundiert, welche Faktoren unseres Lebensstils und welche Ernährung einen positiven Einfluss auf Prävention, Therapie und Nachsorge von Brustkrebs haben können. Dazu gehört etwa der Konsum von Phytoöstrogenen, die auf natürliche Weise den Hormonhaushalt regulieren. Im Mittelpunkt des Kochbuchs stehen 100 schmackhafte, leicht zuzubereitende und gesunde Rezepte, von Frühstück, Suppen und Salaten, über Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel und Fleisch bis zu vegetarischen Gerichten, Süßem und Getränken. Außerdem präsentiert Professor Kesthgar zusätzliche Ernährungstipps zu einzelnen Lebensmitteln wie zum Beispiel Tomaten, die als Entzündungshemmer eingesetzt werden, oder Lachs, der als natürlicher Helfer bei der Chemotherapie gereicht wird. Ein rundum kompetentes Kochbuch und ein wertvoller Begleiter mit praktischen Hilfestellungen.

Prof. Mohammed Keshtgar

Prof. Mohammed Keshtgar

Prof. Mohammed Keshtgar war chirurgischer Onkologe, spezialisiert auf die Behandlung von Brustkrebs am Royal Free und Whittington Hospitals in London. Er war ein führender Forscher in diesem Bereich und leistete Pionierarbeit in der Durchführung von Studien über die Ursachen der Krebserkrankung sowie in der Behandlung mit neuen Methoden. Er hat dieses Buch mit seinem Team von Expertinnen, der Ernährungswissenschaftlerin Dr. Claire Robertson, der Biochemikerin Dr. Miriam Dwek und der Hauswirtschaftsökonomin Emily Jonzen, geschrieben. Prof. Mohammed Keshtgar ist Ende 2017 verstorben

Mikrosensoren für die personalisierte Krebstherapie

Forscher der Universität und des Universitätsklinikums Freiburg entwickeln Alternativen zu Tierversuchen

Zellkulturgefäß mit integrierten Mikrosensoren. Foto: Dr. Andreas Weltin

Zellkulturgefäß mit integrierten Mikrosensoren. Foto: Dr. Andreas Weltin

Das Land Baden-Württemberg fördert im Programm „Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch“ ein gemeinsames Projekt der Arbeitsgruppe Sensoren von Prof. Dr. Gerald Urban, Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Albert-Ludwigs-Universität, und der Arbeitsgruppe Molekulare Onkologie von Dr. Jochen Maurer vom Universitätsklinikum Freiburg/Deutschen Krebsforschungszentrum für zwei Jahre mit 160.000 Euro. Ziel des Projekts ist die Etablierung einer Methode für die personalisierte Medizin, basierend auf dreidimensionalen (3D) Zellkulturen, die mittels Mikrosensortechnologie überwacht werden.

Für das Forschungsprojekt werden 3D-Zellkulturen von Triple negativem Brustkrebs verwendet, einer häufigen, extrem aggressiven Form von Mammakarzinomen, die besonders stark zur Metastasierung neigt. Im Kulturgefäß eingebaute, miniaturisierte Bio- und Chemo-Sensoren, ähnlich groß wie die Zellen selbst, erfassen den Stoffwechsel der Tumorzellen und zeigen die patientenspezifische Reaktion auf zugegebene Therapeutika nahezu in Echtzeit an. Die in der Arbeitsgruppe Sensoren für diesen Einsatz entwickelte Technologie erlaubt es, den zellulären Stoffwechsel, anhand des Sauerstoff- und Glucoseverbrauchs in der unmittelbaren Umgebung der Zellen gemessen, kontinuierlich und präzise zu überwachen.

Die Verknüpfung von Mikrosystemtechnik mit 3D-Zellkulturen anstatt eines Tiermodells ist der Kernaspekt einer Perspektive, die weit über die geplante Anwendung hinaus Tierversuche in der klinischen Routine vermeiden sowie neue, schnellere und schonende Therapien für Patientinnen und Patienten mit verschiedenen Krankheiten ermöglichen soll. „In diesem Projekt profitieren wir von der Zusammenarbeit zweier hochspezialisierter Gruppen in der Onkologie und in der Mikrosystemtechnik. Wir hoffen damit sowohl zur personalisierten Krebstherapie als auch zum Tierschutz wichtige Beiträge zu leisten“, fasst Dr. Jochen Kieninger, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am IMTEK, die Bedeutung der Arbeiten zusammen.

Brustkrebs-Diagnostik: Neue Methode weist Tumor über Urin nach

Test erkennt veränderten Zell-Stoffwechsel

Pilotstudie bringt über 90 Prozent Prognosesicherheit

 Mit Hilfe so genannter Microarrays können Wissenschaftler die Konzentration von Hunderten Molekülen, in diesem Fall von Mikro-RNA, gleichzeitig bestimmen. Jeder Punkt steht hierbei für ein Molekül, die Farbintensität wird durch die Konzentration bestimmt.   Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg

Mit Hilfe so genannter Microarrays können Wissenschaftler die Konzentration von Hunderten Molekülen, in diesem Fall von Mikro-RNA, gleichzeitig bestimmen. Jeder Punkt steht hierbei für ein Molekül, die Farbintensität wird durch die Konzentration bestimmt.
Bildrechte: Universitätsklinikum Freiburg

Forscherinnen und Forscher der Klinik für  Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg haben einen Ansatz entwickelt, Brustkrebs anhand von Urinproben nachzuweisen. Dafür ermittelten sie die Konzentration von Molekülen, die den Zell-Stoffwechsel steuern und in Krebszellen oft fehlreguliert sind. Diese als Mikro-RNA bezeichneten Moleküle gelangen über das Blut auch in den Urin. Anhand der Mikro-RNA- Zusammensetzung im Urin konnten die Wissenschaftler mit einer Sicherheit von 91 Prozent feststellen, ob eine Probandin gesund oder krank war. Für die Messung genügte die Bestimmung von nur vier Mikro-RNAs. Sollte sich das Verfahren in weiteren Studien bestätigen, könnte es künftig zur Kontrolle des Behandlungserfolgs und möglicherweise auch in der Früherkennung von Brustkrebs eingesetzt werden. Die Freiburger Wissenschaftler haben die Ergebnisse in der Fachzeitschrift BMC Cancer veröffentlicht und die Methode als Patent angemeldet.

Jede achte Frau in Deutschland erkrankt an Brustkrebs, der häufigsten Tumorart bei Frauen. Mehr als 17.000 Frauen sterben jährlich daran. Bislang wird die Erkrankung meist durch Mammografie oder Ultraschall festgestellt und mit einer Gewebeentnahme gesichert. Doch Strahlenbelastung, falsch-positive Befunde und die Belastung durch einen invasiven Eingriff bringen die Methoden immer wieder in die Kritik.

Experimenteller Test bringt bereits hohe Sicherheit

Prof. Dr. Elmar Stickeler, Ärztlicher Leiter der Senologie, Klinik für Frauenheilkunde und Leiter des Brustzentrums des Universitätsklinikums Freiburg, hat nun mit seinem Team einen Urin-Test entwickelt, mit dem der Tumor aufgrund des veränderten Stoffwechsels nachgewiesen werden kann. Die Forscher maßen die Konzentrationen von neun Mikro-RNAs im Urin, kurzen Erbgut-Abschriften, die den Zell-Stoffwechsel steuern. Vier der neun Moleküle wiesen zwischen Gesunden und Erkrankten deutliche Konzentrationsunterschiede auf.

„Wir konnten erstmals zeigen, dass bei Brustkrebs das Mikro-RNA-Profil im Urin charakteristisch verändert ist“, sagt Prof. Stickeler. „Mikro-RNAs dürften sich also grundsätzlich für einen Brustkrebs-Test eignen.“ Anhand des Mikro-RNA-Profils konnten die Forscher wiederum mit einer Sicherheit von 91 Prozent darauf schließen, ob eine Probandin gesund oder krank war. „Die Diagnose-Sicherheit unserer Methode war damit  sehr hoch“, sagt Prof. Stickeler.

Die Studie umfasste 24 gesunde Probandinnen und 24 Frauen, bei denen kürzlich ein Brusttumor diagnostiziert worden war. Die Patientinnen befanden sich in den Tumorstadien 1, 2 oder 3. In weiteren Untersuchungen muss die Methode nun mit größeren Patientengruppen bestätigt werden.

Methode bereits als Patent angemeldet

Das Verfahren wurde von den Wissenschaftlern bereits als Patent angemeldet. „Der große Vorteil unserer Methode ist, dass wir nur ein paar Milliliter Urin benötigen und kein Blut oder gar Gewebe“, sagt Prof. Stickeler. Das macht das Diagnose-Verfahren sehr attraktiv für kontinuierliche Messungen, etwa zur Kontrolle des Therapieerfolgs.  „Unser Verfahren könnte dazu führen, dass mehr Frauen eine solche Untersuchung wahrnehmen und so Brustkrebs früher erkannt wird“, so Prof. Stickeler weiter. Das hätte enorme Vorteile: „Je früher der Brustkrebs erkannt wird, desto besser können wir ihn behandeln. Frühzeitig festgestellt ist er heute in den meisten Fällen heilbar“, sagt Prof. Stickeler.

Nach einer Diagnose wird das bösartige Gewebe in der Regel operativ entfernt. Anders als früher können die Ärzte mittlerweile meist die Brust erhalten. An die Operation schließt oft eine Chemo-, Antihormon- oder Antikörpertherapie an. Bei inoperablen Tumoren kann eine Hochpräzisionsbestrahlung in Erwägung gezogen werden.

Original-Titel der Arbeit: Feasibility of urinary microRNA detection in breast cancer patients and its potential as an innovative non-invasive biomarker.

DOI: 10.1186/s12885-015-1190-4

Dies scheint wirklich ein enormer Fortschritt in der Brustkrebsdiagnose zu sein. Bleibt zu hoffen, dass sich die Ergebnisse mit einer größeren Anzahl von Probandinnen bestätigen werden.

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Ein Internetportal startet die neuen Module Brust- und Prostatakrebs und testet ein weiteres zum Thema Darmkrebs

ScreenshotErfahrungsberichte, Information, Unterstützung: Die kostenlose Internetseite „krankheitserfahrungen.de“ bietet zwei neue Module zu den Themen Brust- und Prostatakrebs. In Audio-, Video- oder Textdateien berichten Betroffene über ihren Alltag mit der Krankheit sowie ihre Erfahrungen mit Behandlungen und Nebenwirkungen. Zudem vermittelt das Portal Informationen zu Diagnose, Therapie und Unterstützungsmöglichkeiten. Krankheitserfahrungen.de richtet sich darüber hinaus an medizinisches Personal, das die Einblicke in Patientenerfahrungen zu Fort- und Weiterbildungszwecken nutzen kann. Weitere Angebote gibt es bereits zu den Themen chronischer Schmerz, Diabetes, Epilepsie und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für Psychologie der Universität Freiburg und vom Institut für Allgemeinmedizin der Universität Göttingen betreuen die Internetseite.
Ein weiteres Modul zum Thema Darmkrebs ist derzeit in Planung. Vor dem Start des Moduls soll eine Online-Studie Aufschluss darüber geben, inwieweit das Portal Patientinnen und Patienten den Umgang mit der Erkrankung erleichtern kann. An der Studie teilnehmen können Patienten, die entweder innerhalb der vergangenen drei Jahre erstmals an Darmkrebs erkrankt oder von Metastasen oder Rückfällen betroffen sind. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beantworten in einem Zeitraum von sechs Wochen Fragebögen am Computer. Außerdem haben sie zwei Wochen lang Zugang zu  dem noch nicht freigeschalteten Modul mit Erfahrungsberichten anderer Betroffener und Informationen zum Thema Darmkrebs. Ein Team von der Berlin School of Public Health der Charité – Universitätsmedizin Berlin  unter der Leitung von Dr. Christine Holmberg hat das Projekt in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe DIPEXGermany am Institut für Psychologie der Universität Freiburg um Prof. Dr. Gabriele Lucius-Hoene entwickelt.


Links:

www.krankheitserfahrungen.de
www.darmkrebsstudie-charite.de

Das Internetportal kann Menschen helfen, ihre Krankheit besser zu verstehen. Man sollte es sich aber sehr gut überlegen, ob man die eigene Krankheitsgeschichte mit vollem Namen im Internet veröffentlichen möchte. Vor allem jüngere Menschen sollten da vorsichtig sein. Arbeitgeber, aber auch Versicherungen informieren sich auf solchen Websites auch.