Quarks & Co: Todkrank – Wem hilft die Sterbehilfe?

Wem hilft Sterbehilfe?

Dienstag, 21.04.2015, 21:00 Uhr, WDR Fernsehen

Das Thema Sterbehilfe beschäftigt die Menschen in Deutschland und ruft bei vielen persönliche Erfahrungen mit dem Tod von Verwandten, Angehörigen oder Freunden hervor. Doch welche Vorstellungen machen sich Menschen vom Sterben und vom Lebensende? Und welche stehen hinter dem Wunsch nach Sterbehilfe?

© WDR/Klaus Görgen/Mauritius Images (M: A.Raaff)

Rangar Yogeshwar, © WDR/Klaus Görgen/Mauritius Images (M: A.Raaff)

Kann ein Gesetz das Sterben regeln?
In großen Meinungsumfragen äußern 70 Prozent aller Deutschen den Wunsch, selbst über den eigenen Tod, den Todeszeitpunkt und die Begleitumstände zu entscheiden. Auf keinen Fall wollen die meisten an ihrem Lebensende einem langsamen Tod ausgeliefert sein. Politiker lehnen über alle Parteigrenzen hinweg die aktive Sterbehilfe und den sogenannten Suizid auf Verlangen ab. Demgegenüber fordern einige Mediziner und Ärzte eine gesetzliche Regelung für die Sterbehilfe in Deutschland und haben eigene Gesetzesvorlagen eingebracht, die noch in diesem Jahr beraten werden sollen.

Sterben in Würde ?
Im Gespräch mit Menschen, die für sich Sterbehilfe in Anspruch nehmen wollen, erfährt Quarks Co, dass die Angst vor dem Verlust von Würde ein Faktor bei der Entscheidung für die Sterbehilfe sein kann. Auch der Verlust der Kontrolle über das eigene Leben kann den Wunsch nach Sterbehilfe verstärken. In einem Forschungsprojekt untersuchen Kölner Palliativmediziner die Bedingungen und Faktoren, die zum Todeswunsch führen können.

Geschäft mit dem Tod oder Nächstenliebe ?
Bekannt sind Vereine und Organisationen aus der Schweiz, wie Dignitas oder EXIT, die für ihre Hilfeleistungen bei der Sterbehilfe schon oft rechtlich belangt wurden. In Belgien und Holland hat sich eine staatlich legitimierte Praxis der Sterbehilfe etabliert, die nicht nur bei Kritikern umstritten ist, weil sie zu schnell und ohne tiefgehende und unabhängige Beurteilung erlaubt, ein Leben zu beenden. Ein weiteres Beispiel für eine gesetzliche Regelung der Sterbehilfe findet Quarks Co im US-Bundesstaat Oregon. Dort ist seit über 20 Jahren Sterbehilfe als sogenannter „assistierter Suizid“ gesetzlich erlaubt. Ein Modell für Deutschland, wie viele meinen.

http://www1.wdr.de/fernsehen/wissen/quarks/sendungen/uebersichtsterbehilfe102.html

Krankenkassen könnten viel Geld sparen

Vor dem Kauf aus- oder anprobieren

Wenn man sich ein Kleidungsstück kaufen möchte, dann probiert man es in der Regel vorher an. Man will ja schließlich wissen, ob es auch wirklich passt. Mit Schuhen macht man es genau so. Selbst Matratzen kann man sich zum Probeschlafen liefern lassen. Niemand würde gar ein Auto kaufen, ehe er oder sie nicht eine Probefahrt machen durfte.

Nur bei teurem Gesundheitszubehör muss man erst kaufen, um es auszuprobieren. Meist kauft man es nicht selbst, sondern lässt es sich vom Arzt verordnen, damit es von der Krankenkasse bezahlt wird. Und hier liegt auch der Fehler im System. Die Kasse zahlt, wenn es nicht das gewünschte Ergebinis bringt, dann wird das Produkt weggelegt. Irgendwann wirft man es weg. Man kann nur ahnen, was das die Krankenkassen und andere Versicherungsträger jährlich kostet.

BandageDiese Bandage kostet 226 €. Da wäre es doch sinnvoll gewesen, wenn der Patient die Bandage hätte vor der Anschaffung ein bis zwei Wochen ausprobieren können. Sie soll zwar in sehr vielen Fällen helfen, aber leider nicht für jeden Patienten ist sie geeignet. Und nun liegt das gute Stück ungenutzt herum. Zurückgeben geht nicht. Man kann es allenfalls noch für einen Hilfstransport in ein Krisengebiet spenden.

Ähnlich verhält es sich, wenn ungenutzte Hör- oder Blutdruckmeßgeräte in Kellern oder auf Dachböden verstauben, weil die Patienten mit der Bedienung nicht zurechtkommen.

 

PIP-Brustimplantate müssen entfernt werden!

Presseinformation
Dr. med. Martin Elsner

Viele Frauen leben immer noch im Ungewissen:

PIP-Brustimplantate müssen entfernt werden!
Im Schadensersatzstreit um minderwertige Brustimplantate des französischen Herstellers PIP wird nun der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheiden. Der Bundesgerichtshof setzte ein entsprechendes Verfahren aus und legte es den Luxemburger Richtern zur Klärung europarechtlicher Fragen vor. Eine 65-jährige Patientin klagt auf Schmerzensgeld vom TÜV Rheinland, weil dieser das – inzwischen insolvente – Unternehmen Poly Implant Prothèse (PIP) nicht ausreichend überprüft habe.

Der international renommierte Plastische Chirurg Dr. med. Martin Elsner aus Köln bewertet den Fall aus seiner täglichen Praxis: „Ich habe die PIP-Implantate nie verwendet, weiß aber, dass viele britische Privatklinik-Ketten diese Implantate benutzt haben. Leider verbergen sich auch unter einigen Rofill-Implantaten PIP-Silikon-Implantate, und viele Frauen wissen noch immer nicht, ob sie Skandal-Implantate tragen.“

„Viele betroffene Frauen wurden von mir nachoperiert. Dabei kam ich zu erschreckenden Befunden. Meistens waren die Implantate aufgelöst und undicht, und es trat eine gelblich-milchige Flüssigkeit aus. So etwas habe ich vorher in mehr als 18 Jahren Plastische Chirurgie nicht gesehen. Ich habe diese Flüssigkeit in einem Speziallabor untersuchen lassen und es kam ein 10.000-facher höherer Silkatbestandteil heraus, d.h. das Risiko Krebs auszulösen ist damit um ein vielfaches erhöht. Ich weiß von anderen Chirurgen, dass diese die Flüssigkeit wahrscheinlich mit einem Infekt verwechselt und von einer Reimplantation abgesehen haben.“

Aus Dr. Elsners Sicht gäbe es für die betroffenen Frauen aber keinen Grund zur Panik, da es sich hierbei in der Regel nicht um akute Notfälle handele. Grundsätzlich sollte aber ein Austausch der Implantate durch einen auf diesem Gebiet erfahrenen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie ohne unnötige Verzögerung erfolgen. Dr. med. Martin Elsner: „Dabei besteht zugleich auch die Chance, das ästhetische Ergebnis deutlich zu verbessern, da bei PIP-Implantaten die Modell-Formen unschön und deutlich eingeschränkt waren. Moderne Qualitätsimplantate haben nicht nur mehr Sicherheitshüllen, sondern sind für die individuellen unterschiedlichsten Anforderungen maßgeschneidert verfügbar.“ Jede seiner Patientinnen bekommt direkt nach der Operation ein authentisches Sicherheits-Zertifikat des seit 30 Jahren etablierten Brustimplantat-Herstellers.

Der französische Hersteller PIP hatte mehrere Jahre auf kriminelle Weise Brustimplantate mit dem billigen Industriesilikon gefüllt. Die Kissen reißen schneller und können Entzündungen und schwere Erkrankungen auslösen. Diese Implantate waren weltweit eingesetzt worden. Allein in Deutschland sind mehr als 10.000 Frauen, in Frankreich über 40.000 Frauen und weltweit mehrere 100.000 Frauen betroffen. Der Skandal wurde 2010 in Frankreich aufgedeckt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte veröffentlichte später die Empfehlung, die Kissen herausoperieren zu lassen.

Mehr Informationen zu Dr. med. Martin Elsner unter: www.praxis-me.de

 

Sport kann man auch mit Kunstgelenken machen

Endoprothetik-Experten raten Trägern zu „Wohlfühl“-Sportarten

Kein Sportverbot bei Kunstgelenken

Freiburg – Die Hälfte der Deutschen treibt Sport – Träger von Kunstgelenken gehörten lange nicht dazu. Wenn die ersten warmen Frühlingstage wieder Radfahrer und Nordic Walker ins Freie locken, hindern jedoch auch eine künstliche Hüfte oder ein neues Kniegelenk nicht an sportlichen Aktivitäten. Studien zeigen, dass bestimmte Sportarten wie Radfahren und Schwimmen sich mit Kunstgelenken gut vertragen, und die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik e.V. (AE) rät den Patienten dazu, regelmäßig Sport zu treiben. Einige Regeln sollten sie dabei beachten und sich zuvor mit ihrem Arzt abstimmen, so die AE.

Träger eines neuen Kunstgelenks sind damit oft nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder schmerzfrei. Viele Aufgaben des Alltags lassen sich wieder leichter erledigen und die Freude an der Bewegung kehrt zurück. Orthopäden und Unfallchirurgen unterstützen sie dabei, nach der Devise: Wer gehen kann, kann auch Sport treiben. Untersuchungen der letzten Jahre zeigen, dass Menschen mit Kunstgelenken sogar belastungsintensive Sportarten wie Skifahren, Tennis, Bergwandern oder Rudern sicher betreiben können. In den ersten sechs Monaten nach der Operation müssen insbesondere die Patienten, welche mit zementfrei implantierten Prothesen versorgt wurden, zurückhaltend sein, meint Professor Dr. med. Karl-Dieter Heller, Chefarzt an der Orthopädischen Klinik Braunschweig: „Der Knochen braucht die Zeit, um eine feste Verbindung zur Endoprothese aufzubauen“, sagt der Generalsekretär der AE. Er rät Patienten, diese Zeit für Krankengymnastik und Muskelaufbautraining zu nutzen. Zunächst sollten Menschen mit Kunstgelenken jene Sportarten vorziehen, die sie aus früheren Zeiten kennen, denn, so Heller: „Routine und Erfahrung mit vertrauten Bewegungsabläufen verhindern, dass es zu Verletzungen kommt und oft sind das das auch die Sportarten, in denen sich Patienten sicher und wohl fühlen.“ Körperliches Training und Muskelaufbau haben einen sehr hohen Stellenwert, um dem alterungsbedingten Muskelabbau vorzubeugen.

Bisher fürchteten Ärzte, dass Kunstgelenke sich durch Sport lockern und schneller verschleißen. „Wir gingen lange davon aus, dass körperliche Schonung die Stabilität des Kunstgelenks verbessert und die Tragezeiten verlängert“, sagt Heller. Wissenschaftlich belegt war dies jedoch nicht. Studien haben jedoch gezeigt, dass der Verzicht auf Sport die Gesundheit der Patienten nicht fördert. „Bewegungsmangel ist eine wichtige Ursache für chronische Erkrankungen, die auch den Knochen betreffen“, sagt auch Professor Dr. med. Heiko Reichel, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik am RKU Ulm. Dazu gehört auch Knochenschwund im Alter, Osteoporose. Sie gefährdet die Verankerung der Kunstgelenke im Knochen. „Sport kann sich hier günstig auswirken und möglicherweise sogar die Tragezeit der Kunstgelenke verlängern“, fügt der Präsident der AE hinzu. Hinzu kommt, dass mangelnde Fitness eine häufige Ursache für Stürze und Knochenbrüche ist. Schon Stolpern belaste die Kunstgelenke stärker als die meisten Sportarten, erklärt der Orthopäde: „Am besten ist das Kunstgelenk geschützt, wenn trainierte Muskeln und straffe Bänder es umgeben.“

Gut geeignet sind sogenannte „Low-Impact“-Sportarten, die das Kunstgelenk nicht durch plötzliche Stöße belasten. Hierzu gehören Wandern, Nordic Walking, Schwimmen, Skilanglauf, Radfahren, Gymnastik, Rudern und Golf. Bedingt geeignet sind Tennis, Tischtennis, Kegeln, Bergwandern, alpiner Skilauf in Schontechnik und nur unter bestimmten Voraussetzungen leichtes Jogging. Ungeeignet sind Sportarten, bei denen es zu plötzlichen Drehbewegungen, extremen Abspreizungen, plötzlichen oder dauerhaften Belastungsspitzen kommt. Dazu gehören Marathon, Fußball, Handball, Basketball oder Volleyball. Auch Kampfsportarten, Hoch- und Weitsprung, Wasserski und Felsklettern sind nichts für Menschen mit Kunstgelenken.

Komm, wie du willst

Buchankündigung

image002In ihrem populärwissenschaftlichen Standardwerk Komm, wie du willst macht sich die Sexualwissenschaftlerin Emily Nagoski an die große Aufgabe, mit sämtlichen überholten Vorstellungen darüber aufzuräumen, wie Frauen fühlen und begehren, und den Weg frei zu räumen für ein echtes, fundiertes Verständnis von weiblicher Sexualität.

Sex ist für Frauen dann erfüllend, wenn sie ihren Körper genau kennen und wissen, was sie brauchen und besonders mögen. Basierend auf neuesten wissenschaftlichen Studien unterstützt Emily Nagoski ihren Leserinnen (und Lesern) mit so eingängigen wie verblüffenden Erklärungen und Beispielen dabei, den weiblichen Körper in all seiner Vielfalt zu verstehen. Denn anders als bei Männern sind bei Frauen die anatomischen Unterschiede sehr viel größer – jede Frau empfindet anders und reagiert individuell auf sexuelle Reize. Und Sex hat für Frauen immer auch mit ihrem Umfeld zu tun: Alltag, Probleme, Stress spielen eine Rolle, wenn es um Erregung, Lust und Orgasmus geht. Dieses Buch zeigt auf, wie Frauen zu ihrer eigenen Sexualität finden können, mit der sie sich wohl fühlen und identifizieren können.
 
Einige Beispiele – diese gängigen Überzeugungen sind falsch:

  • Sex ist eine Sache des Körpers. > Nein, bei ca. 50 % der Männer und 90 % der Frauen ist Sex vor allem eine Sache des Kopfes. Die Erregung entsteht dort.
  • Sex ist ein Trieb. > Nein, Sex funktioniert als Belohnungsystem des Körpers. Das Vorurteil vom Trieb hält sich hartnäckig und rechtfertigt u.a. männliche Übergriffigkeit.
  • Frauen haben ein schwächeres Bedürfnis nach Sex als Männer. > Nein, das Geschlecht sagt nichts über das Bedürfnis nach Sex aus, Frauen beziehen nur mehr äußere Faktoren in ihr Begehren mit ein als Männer.

Emily NagoskiEmily Nagoski leitet den Fachbereich Wellness Education am Smith College in Northampton. Sie hat in Health Behaviour ihre Doktorarbeit geschrieben, während ihres Studiums forschte sie am Kinsey Institute. Ihre Kerngebiete sind: Weibliche Sexualität, Beziehungen und Kommunikation und sexuelle Aufklärung. In ihrem Blog www.thedirtynormal.com beantwortet sie Fragen und gibt Ratschläge für sexuelles Wohlbefinden.

Das Buch ist ab 1. Juni 2015 im Buchhandel erhältlich.

Richtige Ernährung kann Symptome von Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung verbessern

Informationsveranstaltung am 16. April 2015 zur „Oligoantigenen Diät“ bei Kindern mit Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störungen

Verschiedene Stoffe in Nahrungsmitteln können Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen. Einige dieser Stoffe stehen im Verdacht mit den Symptomen von Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) in Verbindung zu stehen, beziehungsweise sie zu verstärken. Forscherinnen und Forscher aus der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter des Universitätsklinikums Freiburg untersuchen derzeit bei Kindern mit diagnostizierter ADHS im Alter von 7 bis 18 Jahren, ob individuelle Lebensmittelunverträglichkeiten bestehen und welche Auswirkungen diese dann auf die Symptome haben. Durch eine auf jeden Patienten speziell zugeschnittene Diät sollen die Symptome der neurobiologischen Erkrankung verbessert werden oder sogar ganz verschwinden. Die „Oligoantigene Diät“, auch Eliminationsdiät genannt, zeichnet sich durch den Verzicht auf Lebensmittel aus, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können.

Zum aktuellen Stand der Studie „Oligoantigene Diät bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit oder Hyperaktivitätsstörungen – Durchführbarkeit und Wirksamkeit“ findet am Donnerstag, den 16. April 2015, von 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr, eine Infoveranstaltung im Hörsaal der Zoologie (Hauptstraße 1, Freiburg) statt. Betroffene und Interessierte sind dazu herzlich eingeladen. Erste Ergebnisse der seit einem halben Jahr laufenden Studie werden vorgestellt. Kinder und ihre Eltern, die an der Studie teilgenommen haben, werden von ihren Erfahrungen berichten.

Bei etwa 60 Prozent der Kinder mit der Diagnose Informationsveranstaltungwurde in zahlreichen vorherigen Studien eine Unverträglichkeit auf einzelne Lebensmittel gezeigt. „Da die Medikamente, die bei ADHS verabreicht werden, viele Begleiterscheinungen haben, ist die Nachfrage von betroffenen Eltern nach alternativen Behandlungsmethoden groß“, sagt Dr. Christina Clement, Ökotrophologin an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter des Universitätsklinikums Freiburg. „Mit der oligoantigenen Diät soll zukünftig eine weitere Behandlungsmethode für ADHS etabliert werden.“

In den vergangenen Jahren konnten Patientenstudien, in denen es um die praktische Umsetzung einer Ernährungsumstellung im Alltag von ADHS Patienten geht, nicht in Deutschland angeboten werden. Im Rahmen der Studie am Universitätsklinikum Freiburg wird die ambulante Durchführbarkeit der Diät geprüft und für jedes teilnehmende Kind, bei dem eine Ernährungskomponente die Symptomatik der ADHS beeinflusst, eine individuelle Ernährungsempfehlung erstellt. Diese Durchführbarkeitsstudie ist deutschlandweit einmalig.

Weitere Informationen finden im Internet unter: www.uniklinik-freiburg.de/kijupsych/forschung/studienteilnehmer-gesucht.html 

Ein ungebetener Gast im Darm

Bakterium E. coli-536 – ein ungebetener Gast im Darm
Kleine Löcher in der Darmwand führen zu entzündlichen Darmerkrankungen

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin entschlüsseln einen bislang unbekannten Mechanismus im Kontext chronisch entzündlicher Darmerkrankungen. Kolibakterien, die das Protein Alpha-Hämolysin produzieren, sind wesentlich an entzündlichen Vorgängen im Darm beteiligt. Wie die Mediziner und Biologen des Instituts für Klinische Physiologie der Charité jetzt festgestellt haben, führt der Giftstoff Alpha-Hämolysin zu kleinen Löchern in der Darmwand – Kanäle für entzündungsauslösende Stoffe. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Gut* veröffentlicht.

Die meisten Bakterienstämme der Escherichia coli werden als symbiotische Gäste in der Darmflora angesehen, einige besitzen probiotische, gesundheitsförderliche, Eigenschaften. Andere Kolibakterien hingegen, insbesondere solche, die Harnwegserkrankungen auslösen – beispielsweise E. coli-536, besitzen Eigenschaften, die zu entzündlichen Darmerkrankungen führen oder diese verstärken. Wie die Forscher um Prof. Dr. Jörg-Dieter Schulzke im Tiermodell und anhand menschlicher Zellproben nachweisen konnten, verursacht das Zellgift Alpha-Hämolysin dieser Kolibakterien kleine Löcher in der Darmwand. Die Wissenschaftler nennen sie »focal leaks«. Durch die focal leaks können in der Folge Stoffe aus dem Darm in den Körper übertreten und somit Entzündungen begünstigen.

»Bei Patienten mit Colitis ulcerosa, einer häufigen, chronisch entzündlichen Darmerkrankung, konnten wir ein vermehrtes Auftreten des Alpha Hämolysins in der Darmwand nachweisen. Das zeigt, dass diese Kolibakterien zum Krankheitsgeschehen beitragen, zusätzlich zu gegebener genetischer Veranlagung«, sagt Dr. Roland Bücker, Erstautor der Studie. Bakterien, die die abdichtende Funktion der Darmschleimhaut schädigen, wie Alpha-Hämolysin tragende E. coli, werden bei der künftigen Betrachtung entzündlicher Darmerkrankungen von größerer Bedeutung sein. Die vorliegende Studie liefert zudem Grundlagenwissen, um neue Therapiemethoden wie die Bakteriotherapie oder gezielte Impfungen zu entwickeln.

*Roland Bücker, Emanuel Schulz, Dorothee Günzel, Christian Bojarski, In-Fah Lee, Lena J. John, Stephanie Wiegand, Traute Janßen, Lothar H. Wieler, Ulrich Dobrindt, Lothar Beutin, Christa Ewers, Michael Fromm, Britta Siegmund, Hanno Troeger, Jörg-Dieter Schulzke: ?-Haemolysin of Escherichia coli in IBD: a potentiator of inflammatory activity in the colon. Gut, Dec. 2014. doi: 10.1136/gutjnl-2013-306099.

Am 23. April ist Boys Day

Boys Day am Universitätsklinikum Freiburg

Tagespraktikum für Jungen in der Pflege und Krankenversorgung am 23. April 2015

Die Frage nach dem späteren Beruf beschäftigt fast alle Schüler. Nach der
Schulzeit entscheiden sich viele Jungen leider oft für Berufe, die abseits
von Pflege- und Fürsorge-Tätigkeiten stehen. Doch gerade in der Pflege und
Krankenversorgung werden männliche Fachkräfte und Bezugspersonen gesucht.
Um Jungen die Möglichkeit zu geben, genau diese Berufe kennenzulernen und
sie für die Arbeit im Gesundheitswesen zu begeistern, nimmt das
Universitätsklinikum Freiburg dieses Jahr am Donnerstag, den 23. April 2015
, zum ersten Mal am bundesweiten Boys Day teil.

„Wir haben ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, um den Jungen
an diesem Tag zu zeigen, wie spannend die verschiedenen Behandlungs- und
Pflegeberufe am Universitätsklinikum Freiburg sind und wie wichtig Männer
in medizinisch-pflegerischen Bereichen sind“, sagt Bettina Steinle-Feser,
Pflegedienstleitung am Universitätsklinikum Freiburg. Gemeinsam mit den
Jungen sollen viele praktische, aber auch einige theoretische Fragen
geklärt werden: Wie sieht es auf einer Pflegestation aus? Welche Aufgaben
hat ein Arzt oder ein Pfleger? Wie führt man eine Untersuchung am
menschlichen Körper durch? Was ist eigentlich Blut und wie bestimme ich ein
Blutbild? Wie funktioniert richtige Händehygiene?

Der Boys Day am Universitätsklinikum Freiburg am 23. April 2015 beginnt um
8.00 Uhr und endet um 12.30 Uhr. Interessierte Jungen im Alter von 14 bis
17 Jahren können sich ausschließlich über den Boys Day-Radar
(www.boys-day.de/Boys_Day-Radar) im Internet für den Aktionstag am
Universitätsklinikum Freiburg anmelden. Nach erfolgreicher Anmeldung,
erhalten die Teilnehmer detaillierte Informationen zum Treffpunkt und zum
Ablauf. Der Boys Day-Radar und weitere Informationen, wie beispielsweise
über die Unterrichtsfreistellung, sind auf der Internet-Seite
www.boys-day.de zu finden.

Seit 2011 haben schon mehr als 130.000 Jungen an rund 20.000 Boys
Day-Angeboten teilgenommen. Gefördert wird dieser bundesweite Aktionstag
vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Dicksein ist ’ne Quälerei ….

… singt Marius-Müller Westernhagen in seinem Song „Dicke“.

Die KalorienlügeEinst waren Dicke nicht angesagt. Heute beherrschen sie das Straßenbild. Es ist weder eine Glaubensfrage noch geht es um ein Schönheitsideal. Dicke sind anfälliger für Krankheiten aller Art, so jedenfalls behaupten immer mehr Ärzteverbände, die nicht müde werden, auf die Gefahren der Fettleibigkeit hinzuweisen. Abgesehen von den unbezahlbaren Kosten, die noch auf uns zukommen werden, sollte schnellstens ein Umdenken in Sachen Ernährung stattfinden. Diäten, die jetzt zum Frühjahr wieder allerorts propagiert werden, sind nicht die Lösung. Längst weiß man, dass Diäten einen JoJo-Effekt hervorrufen. Gefragt ist Verhaltensänderung. Bewusste und gesunde Ernährung, keine Fertiggerichte oder gar Fast Food. Süße Getränke, Süßigkeiten und jegliches Knabbergebäck sollten vom Speiseplan verbannt werden, wenn man abnehmen will. Wer mit einem kritischen Blick auf die Zutatenliste von Fertigprodukten im Supermarkt schaut, stellt sehr schnell fest, dass sich in fast allen Produkten sehr viel Zucker befindet. Und im Bioladen ist man davor keineswegs sicher. Frisches Obst und Gemüse, Milchprodukte, wenn man sie mag, frischen oder gefrorenen Fisch, (hier genau lesen, ob Zusatzstoffe enthalten sind) frisches Fleisch vom Metzger kaufen und dann ab in die Küche und selbst leckere Gerichte kochen. Natürlich kann man auch vegetarisch und vegan kochen, wenn man das mag.

Hans-Ulrich Grimm erklärt in seinem Buch „Die Kalorien Lüge“, dass Lightprodukte nicht tauglich sind, um ein gesundes Körpergewicht zu erlangen. Er zeigt auch auf, dass wir seit Jahrzehnten einer falschen Ideologie folgen: Fett macht dick und ist ungesund. Das stimmt so nicht, haben viele Wissenschaftler inzwischen belegt. Aber der Irrglaube hält sich hartnäckig. Besonders absurd ist die Essempfehlung für Gummibärchen. Sie enthalten kein Fett – das steht manchmal sogar auf der Verpackung – stimmt zwar, aber dafür jede Menge Zucker, der nicht nur ungesund ist, sondern auch dick macht.

Fettleibigkeit verursacht bald mehr Krebs als Rauchen

Zusammenhänge von Adipositas und Tumorleiden erforschen

Fettleibige Menschen erkranken häufiger an Krebs als Normalgewichtige, belegen neuere Untersuchungen. Übergewicht gilt damit als bedeutender Risikofaktor für eine Turmorerkrankung, warnt die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). Beteiligt sind daran vor allem Botenstoffe, die Appetit, Gewicht und Blutzucker regulieren und auch Geschlechtshormone. Die Zusammenhänge von Fettleibigkeit und Krebs sind ein Thema der diesjährigen Jahrestagung der DGIM in Mannheim. Der 121. Internistenkongress findet vom 18. bis 21. April in Mannheim im Congress Center Rosengarten statt.

Bringt der menschliche Körper zu viel auf der Waage, belastet das auch die Gesundheit schwer. Mit den Pfunden nimmt nicht jedoch nur das Risiko für Herz- und Kreislaufleiden und Diabetes zu. Forscher der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) haben jüngst ausgerechnet, dass Übergewicht und Fettleibigkeit an der Entstehung von 17 der 22 häufigsten Krebserkrankungen beteiligt sind. In Großbritannien sind sie gemäß der in Lancet Oncology veröffentlichten Studie für 43 Prozent der Tumore der Gebärmutter und für mindestens 10 Prozent der Tumore in Gallenblase, Niere, Leber und Dickdarm verantwortlich. „Die Ergebnisse legen nahe, dass Übergewicht physiologische Prozesse im Organismus so maßgeblich beeinflusst, dass in der Folge sogar Zellen entarten“, sagt der Vorsitzende der DGIM, Professor Dr. med. Michael Hallek, Direktor der Klinik I für Innere Medizin an der Uniklinik Köln.

Die Sorgen der Internisten angesichts einer rasch wachsenden Zahl von Übergewichtigen in Deutschland betrafen bisher vor allem die Folgen für den Fett- und Zuckerstoffwechsel. Geraten diese aus dem Gleichgewicht, entstehen bei den Betroffenen oft Herzkreislauferkrankungen. Bekannt war auch, dass fettleibige Frauen häufiger an Gebärmutter- und Brustkrebs erkranken. Doch die Mechanismen, über die Übergewicht das Krebswachstum fördert, sind wenig erforscht. „Bei Gebärmutter- und Brustkrebs spielen die weiblichen Geschlechtshormone eine wichtige Rolle, weshalb wir etwa beim Brustkrebs deren Signalwirkung medikamentös blockieren“, sagt Dr. med. Sebastian Theurich, Hämatologe und Onkologe an der Uniklinik Köln. Beim Darmkrebs vermuten Forscher Auslöser in der Nahrung, etwa in rotem Fleisch und in der Aufnahme mehrfach gesättigten Fettsäuren. Aber auch ernährungsbedingte Veränderungen der Darmflora könnten die Entstehung von Darmkrebs fördern.

Warum aber fettleibige Männer häufiger an einem aggressiven Prostatakrebs erkranken und Übergewicht bei Darmkrebs die Heilungschancen vermindert, ist noch wenig erforscht. Es gebe Hinweise, dass auch hier das Zuckerhormon Insulin oder Insulin-ähnliche Hormone eine Rolle spielen könnte, so Theurich: „Denn Insulin ist ein Wachstumsfaktor – auch für Tumore, und Menschen mit Diabetes oder dessen Vorstufen haben deutlich erhöhte Insulinspiegel.“ Zudem produziert das Bauchfett selbst Botenstoffe, die daran beteiligt sind, dass Krebs entstehen kann: Das „Hungerhormon“ Leptin etwa bewirkt, dass Krebsgeschwulste wachsen und weitere Tochtergeschwulste absiedeln. Und: Fettleibigkeit aktiviert das Immunsystem. Die Ausschüttung entzündungsfördernder Proteine aus den Fettzellen könnte ebenfalls die Bildung und das Wachstum von bösartigen Tumoren fördern, vermutet der Experte aus dem Team des 121. Internistenkongresses.

Die neuen Erkenntnisse seien ein Grund mehr für Betroffene, für Gesellschaft, Medizin und Politik, verstärkt und vorbeugend gegen Fettleibigkeit vorzugehen. „Es ist bekannt, dass eine Änderung des Lebensstils einem Typ 2-Diabetes vorbeugen kann, und wir vermuten, dass dies auch für Krebserkrankungen im Alter gilt“, erläutert Professor Hallek im Vorfeld seines Kongresses. Wenn Diäten nicht wirken, bräuchten diese Menschen professionelle Hilfe, um den Risiken ihres zu hohen Körpergewichts zu entkommen.

Quelle: Lancet Oncology; http://www.thelancet.com/journals/lanonc/article/PIIS1470-2045%2814%2971123-4/abstract

Hinweise auf Minderjährigen-Doping

WDR-Magazin sport inside:

Hinweise auf Minderjährigen-Doping mit System im westdeutschen Sport – Anabolikalieferungen für Nachwuchsradsportler aus Bundesmitteln finanziert – Vorwürfe gegen früheren Nada-Vorstand Clasing

© WDR/imago/Imagebroker/Theissen

© WDR/imago/Imagebroker/Theissen

Die Hinweise auf Minderjährigen-Doping mit System im westdeutschen Spitzensport der 70er und 80er Jahre verdichten sich. Das berichtete das WDR-Magazin »sport inside« in seiner Ausgabe vom Montag (16. März) nach Recherchen im Staatsarchiv Freiburg, wo die lange verschollenen Akten aus dem 1984 eingeleiteten Ermittlungsverfahren gegen den Freiburger Mediziner Armin Klümper lagern.

Nach Informationen von sport inside befindet sich in den Akten eine Rechnung für Medikamentenlieferungen, die Klümper am 28. Dezember 1977 an den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) schickte. Sie ist ausgestellt für Arzneien, die Chef-Verbandsarzt Klümper dem BDR ausdrücklich „für die gesamte Betreuung von Jugendlichen und Junioren“ zukommen ließ. Die beigefügte Medikamentenliste mit Präparaten für insgesamt 3146,20 D-Mark enthält vier der seinerzeit im Spitzensport häufig eingesetzten Anabolika, sowohl Ampullen als auch Tabletten: Testoviron, Primobolan, Deca-Durabolin und Megagrisevit. Auch das Leberschutzmittel Hepagrisevit ist gelistet.

Die Klümper-Rechnung ist der erste Beleg dafür, dass ein olympischer Spitzenverband in der alten Bundesrepublik Dopingmaßnahmen auch für minderjährige Athleten geplant hatte. Der Deutsche Sportbund (DSB) hatte Anabolika 1977 auf die Doping-Verbotsliste gesetzt.

Klümper will die vier gesundheitsgefährdenden Präparate an den damals für die Betreuung von Jugendlichen und Junioren zuständigen Münsteraner Sportmediziner Dirk Clasing geschickt haben, der 2002 auch in den Gründungsvorstand der Nationalen Anti-Doping Agentur (Nada) berufen wurde. Von sport inside mit der Klümper-Rechnung konfrontiert, räumte Clasing lediglich den Empfang des Anabolikums Megagrisevit ein. Das habe er allerdings nicht eingesetzt. Über die anderen Präparate sei er erstaunt. Clasing wörtlich: „Die anderen kenn ich schon, aber die hab ich nicht gehabt.“

Von sport inside befragt, wie er den von Klümper behaupteten Anabolika-Einsatz bei Jugendlichen und Junioren bewerte, vertrat Clasing die Auffassung, dass Anabolika bei Junioren nicht schädlich seien. Junioren seien, so Clasing, 18 bis 22,23 Jahre alt, „die können entscheiden was sie wollen, schaden tut’s nicht“. Der Mediziner räumte ein, dass Anabolika „Frauen und Heranwachsenden“, also Minderjährigen, schaden könnten.

Nach Recherchen von sport inside wurden sämtliche Präparate einschließlich der Anabolika aus Steuergeldern finanziert. Der Bund Deutscher Radfahrer bezahlte die Klümper-Lieferungen an andere Verbandsärzte, Masseure und an zwei Bundestrainer aus einem so genannten Ärzteplan. Das Geld dafür kam – so gab der BDR-Geschäftsführer 1984 in seiner Befragung durch das Landeskriminalamt an – aus den „jährlichen Bundeszuwendungen im Rahmen der Jahresplanung für zentrale Sportmaßnahmen“, also aus den Fördermitteln des Bundesministerium des Innern.

Klümper wurde 1989 vom Landgericht Freiburg zu einer Geldstrafe wegen Betrugs verurteilt. Der Hinweis auf das vom BDR finanzierte Minderjährigen-Doping spielte in dem Verfahren keine Rolle – obwohl dies auch in der alten Bundesrepublik den Straftatbestand der Körperverletzung erfüllt hätte.