Macht Fernsehen blöd?

Durch Fernsehenschauen werden Informationen nur passiv verarbeitet. Wer sich regelmäßig bewegt, sorgt dafür, dass sich Nervenzellen besser vernetzen können. © Syda Productions/ Fotolia

Durch Fernsehenschauen werden Informationen nur passiv verarbeitet. Wer sich regelmäßig bewegt, sorgt dafür, dass sich Nervenzellen besser vernetzen können. © Syda Productions/ Fotolia

Zu viele Stunden vor dem Fernseher sind nicht gut für die geistige Entwicklung. Das hat eine Auswertung der amerikanischen CARDIA-Studie ergeben, die sich über einen Zeitraum von 25 Jahren erstreckte. Warum jedoch vor allem der persönliche Lebensstil damit zu tun hat, erklärt unser Experte Prof. Dr. Christoph Nissen.

5000 US-Städter im Alter zwischen 18 und 30 Jahren wurden Mitte der 80er-Jahre in der CARDIA-Studie regelmäßig untersucht und neben ihren Lebensgewohnheiten auch nach ihren Fernsehgewohnheiten gefragt. 25 Jahre später wurden auch kognitive Tests vorgenommen. Personen mit dem höchsten Fernsehkonsum schnitten dabei am schlechtesten ab. Die Kombination von zu viel Fernsehen und wenig Bewegung verdoppelte das Risiko auf ein schlechtes Ergebnis bei den Tests. „Die Befunde zeigen nur einen statistischen Zusammenhang zwischen Fernsehen und geminderter kognitiver Leistung, bieten jedoch keinen ursächlichen Nachweis des Effekts von Fernsehen auf spätere Gehirnfunktion“, betont Professor Dr. Christoph Nissen, Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg.

Durch Fernsehschauen verarbeiten Menschen Informationen nur passiv. Das bedeutet, dass Gehirnfunktionen, die bei höheren kognitiven Leistungen, wie zum Beispiel bei Lernaufgaben und beim Ideenentwickeln, gefordert werden, beim Fernsehen nur wenig in Anspruch genommen werden. „Reine passive Informationsaufnahme, wie beim Fernsehen, behindert langfristig, dass sich Nervenzellen gut vernetzen können“, erklärt Professor Nissen. „Dass sich Nervenzellen und Synapsen verändern können, ist jedoch für das Lernen von Dingen, für die Gedächtnisbildung und Anpassungsfähigkeit an unsere Umgebung wichtig“, betont Professor Nissen. Durch körperliche Aktivität können sich Nervenzellen besser vernetzen und auch neu bilden. Somit könne ein guter Anteil, bedingt durch wenig Bewegung, ein Grund für die Ergebnisse der Studie sein. Um die Sache anderes zu betrachten: „Wenn jemand beim Joggen mit einem Handy fernsieht oder in einem Fitnessstudio jemand vor einem Fernseher auf einem Ergometer trainiert, wären nach meiner Einschätzung keine oder geringere negative Konsequenzen zu erwarten“, erklärt Professor Nissen.

Das Fernsehschauen kann jedoch auch mit anderem problematischen Verhalten bezüglich der Gesundheit verknüpft sein. Das Trinken von Alkohol, rauchen und regelmäßigem Essen von Süßigkeiten und Chips vor dem Fernseher ist nicht gesund. Somit wäre nicht der hohe Fernsehkonsum, sondern das zusätzliche Verhalten ein Problem.

Um bei kognitiven Tests besser abzuschneiden, ist regelmäßiges Bewegen wichtig. „Wer drei Mal die Woche mindestens 30 Minuten schwitzt, fördert die Vernetzung seiner Nervenzellen, seine Gehirnfunktionen und kognitiven Leistungen“, betont Professor Nissen.

Die Deutschen vertrauen den Krankenkassen

Deutsche trauen Internetanbietern nicht, aber den Krankenkassen

Nur 19 Prozent der erwachsenen Deutschen vertrauen Internetanbietern bezüglich des sorgsamen Umgangs mit ihren persönlichen Daten. Das geht aus dem Data Monitor 2015 von SAS Deutschland hervor. Ähnlich wenig Vertrauen genießen auch Telekommunikationsunternehmen (28 Prozent). Damit sind gerade die Branchen Schlusslichter, „die stark für Innovation und die Etablierung neuer datenbasierter Geschäftsmodelle stehen“, wie es in der Studie heißt. Großes Vertrauen bei Dreiviertel der Befragten genießen dagegen Krankenkasse, Finanzämtern und Ärzte bzw. Krankenhäuser.

Die Grafik zeigt, wem die Deutschen bzgl. des sorgsamen Umgangs mit persönlichen Daten vertrauen.

Ärzte, Krankenkassen und Banken werden von mehr als der Hälfte der Deutschen als vertrauenwürdig eingestuft, was den Umgang mit den persönlichen Daten angeht. Das überrascht allerdings. Einige Krankenkassen und Ärzte nehmen es nicht immer so genau mit dem Datenschutz. Und die vielen Gesundheitsapps dienen nicht nur der Gesundheit, sondern sehr oft dazu, einen Einblick in das Gesundheitsverhalten des Users zu gewinnen.

Infografik: Deutsche trauen Internetanbietern nicht | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

 

Kunst und Wissenschaft treffen aufeinander

Das Projekt „Störung/Ha-fra-ah“ bringt Bewegung ins Labor und Erkenntnisse über Morbus Parkinson ins Theater

Das Wissenschafts- und Tanzprojekt "Störung/Ha-fra-ah" behandelt die Themen Bewegung und Bewegungsstörung. Foto: Levin Sottru

Das Wissenschafts- und Tanzprojekt „Störung/Ha-fra-ah“ behandelt die Themen Bewegung und Bewegungsstörung. Foto: Levin Sottru

Das Verständnis von Krankheit hinterfragen, verschiedene Formen der Forschung reflektieren: Das deutsch-israelische Projekt „Störung/Ha-fra-ah“ ließ Kunst und Wissenschaft aufeinander treffen. Entstanden sind Choreografien, Installationen, Workshops und ein Dokumentarfilm, aber auch neue Ansätze zur Messung und zum Verständnis der Wirkung von Tanz auf die Parkinson’sche Krankheit – eine Erkrankung der Bewegungssteuerung. Bei einem zweitägigen Kongress sind die Ergebnisse nun in Freiburg vorgestellt worden. Die Kulturstiftung des Bundes, das Deutsch-Israelische Zukunftsforum und die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördern das Projekt.

Seit dem 20. Februar 2015 trafen sich in Freiburg jede Woche junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Albert-Ludwigs-Universität, Tänzerinnen und Tänzer des Theaters Freiburg und an Morbus Parkinson erkrankte Menschen. Sie diskutierten, bearbeiteten gemeinsame Forschungsfragen zum Thema Bewegung und Bewegungsstörung und tanzten. Zeitgleich trafen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Israel. Das Projekt des Exzellenzclusters BrainLinks-BrainTools der Albert-Ludwigs-Universität und des Theaters Freiburg verband auf diese Weise subjektive Erfahrungen mit objektiv-wissenschaftlichen Perspektiven auf die Krankheit – Morbus Parkinson ist ein Forschungsschwerpunkt am Exzellenzcluster.

Die Parkinson’sche Krankheit entsteht, wenn Zellen in bestimmten Hirnbereichen absterben. Charakteristische Symptome sind Rigor, also die zunehmende Steifheit der Bewegungen, und bei manchen Patientinnen und Patienten Tremor, ein Zittern. Menschen, die an der Parkinson’schen Krankheit leiden, berichten, dass Tanz ihre Symptome lindere. Diese Effekte sind aber für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schwer zu erfassen. Das Projekt wollte neue Denkanstöße zwischen Tänzern und Forschern schaffen.

Nachwuchswissenschaftler in Freiburg und Tel Aviv testeten die Wirkung von Tanz auf Parkinson, von Musik auf Empathie oder von Rhythmus auf Bewegung. Die Freiburger Forscher Johannes Erhardt und Dr. Juan Ordonez sowie die Künstlerin Mathilde Bonte entwickelten einen Sensor, der mit einem Beschleunigungsmesser das Symptom Tremor erfasst. Julie Philpott bereitete im Projekt ihre medizinische Doktorarbeit zum Effekt von Musik auf rhythmische Bewegungen in der funktionellen Magnetresonanztomografie vor. In Israel entwickelten zwei Teilnehmer einen neuen Messansatz für Parkinsonsymptome namens „Moveinteraction“. Die psychologischen Interviews und Messungen zeigten in ersten Ergebnissen, dass Patienten sich nach dem Besuch der Tanzstunden stärker sozial eingebunden und sicherer fühlten. Eine weitere Gruppe erfand ein Computerspiel und eine Tanzaufgabe, um zu testen, was im Gehirn passiert, wenn Menschen miteinander interagieren.

„Auch Künstlerinnen und Künstler forschen. Sie beschäftigen sich mit der subjektiven Erschließung der Erfahrungswelt“, erklärt Privatdozent Dr. Oliver Müller, Leiter des Projekts an der Universität und Nachwuchsgruppenleiter bei BrainLinks-BrainTools. Die zehn Freiburger Teilnehmenden aus Ingenieurswissenschaften, Medizin, Biologie und Psychologie lernten, wie Tänzer zum Beispiel Bewegungsabläufe in ihre Komponenten aufgliedern und Stück für Stück nachvollziehen. Umgekehrt bekamen die sechs Tänzer Einblicke in die Neurowissenschaften.

Wie frei ist der Wille wirklich?

Berliner Wissenschaftler prüfen Grundmuster von Entscheidungen

 

Proband im Hirnduell gegen den Computer, Copyright Charité, Carsten Bogler.

Proband im Hirnduell gegen den Computer, Copyright Charité, Carsten Bogler.

Unser Wille ist freier als bislang angenommen. In computergestützten Experimenten haben Hirnforscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin Entscheidungsabläufe am Beispiel von Bewegungen untersucht. Die entscheidende Frage: Lassen sich Prozesse im Gehirn wieder stoppen, wenn sie einmal angestoßen sind? Die Forscher kommen zu dem Schluss: Ja, bis zu einem gewissen Punkt, dem „point of no return“. Die Ergebnisse der Studie sind im aktuellen Fachmagazin PNAS* veröffentlicht.

Hintergrund der neuen Untersuchungen: Spätestens seit den 1980er Jahren diskutieren Hirnforscher, Psychologen, Philosophen und Öffentlichkeit über die Bewusstheit und Vorbestimmtheit menschlicher Entscheidungen. Seinerzeit studierte der amerikanische Forscher Benjamin Libet Hirnprozesse von Probanden, während sie einfache freie Entscheidungen fällten. Er zeigte, dass das Gehirn Entscheidungen bereits unbewusst vorwegnahm. Noch bevor sich eine Person willentlich entschieden hatte, war ein sogenanntes „Bereitschaftspotenzial“ in ihren elektrischen Hirnwellen zu erkennen.

Wie aber kann es sein, dass das Gehirn vorab weiß, wie sich ein Proband entscheiden wird, obwohl es diesem selbst noch gar nicht bewusst ist? Die Existenz der vorbereitenden Hirnwellen galt bis dato oft als Beleg für den sogenannten „Determinismus“. Demnach ist der freie Wille eine Illusion – unsere Entscheidungen werden durch unbewusste Hirnmechanismen erzeugt und nicht durch unser „bewusstes Ich“ gesteuert. Die Forscher um Prof. Dr. John-Dylan Haynes vom Bernstein Center for Computational Neuroscience der Charité haben die Thematik gemeinsam mit Prof. Dr. Benjamin Blankertz und Matthias Schultze-Kraft von der Technischen Universität Berlin neu aufgerollt. Mit aktuellen Messtechniken sind sie der Frage nachgegangen, ob Menschen geplante Bewegungsabläufe stoppen können, nachdem das Bereitschaftspotential für eine Handlung ausgelöst worden ist.

„Unser Ziel war herauszufinden, ob mit dem Auftreten der frühen Hirnwellen eine Entscheidung automatisch und unkontrollierbar erfolgt, oder ob sich der Proband noch umentscheiden, also ein ‚Veto’ ausüben kann“, erklärt Prof. Haynes. Dazu haben die Wissenschaftler Probanden in ein „Hirnduell“ mit einem Computer geschickt und während des Spiels die Hirnwellen per Elektroenzephalographie abgeleitet. Ein speziell „trainierter“ Computer versuchte anhand der Hirnwellen vorherzusagen, wann sich ein Proband aufgrund von Anreizen bewegen würde und sollte den Probanden überlisten: Sobald die Hirnwellen Anzeichen dafür gaben, dass sich der Proband in Kürze bewegen würde, wurde das Spiel zugunsten des Computers manipuliert.

Wenn es Probanden möglich ist, aus der Falle der Vorhersagbarkeit ihrer eigenen Hirnprozesse zu entkommen, wäre dies ein Anzeichen dafür, dass sie über ihre Handlungen noch weit länger Kontrolle haben, als bisher angenommen. Genau das konnten die Forscher nun aufzeigen: „Die Probanden sind den frühen Hirnwellen nicht unkontrollierbar unterworfen. Sie waren dazu in der Lage, aktiv in den Ablauf der Entscheidung einzugreifen und eine Bewegung abzubrechen“, sagt Prof. Haynes. „Dies bedeutet, dass die Freiheit menschlicher Willensentscheidungen wesentlich weniger eingeschränkt ist, als bisher gedacht. Dennoch gibt es einen Punkt im zeitlichen Ablauf von Entscheidungsprozessen, ab dem eine Umkehr nicht mehr möglich ist, den ‚point of no return’.“ In weiteren Studien werden die Berliner Wissenschaftler komplexere Entscheidungsabläufe untersuchen.

*Matthias Schultze-Kraft, Daniel Birman, Marco Rusconi, Carsten Allefeld, Kai Görgen, Sven Dähne, Benjamin Blankertz and John-Dylan Haynes. Point of no return in vetoing self-initiated movements. Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA, Dec. 2015. doi/10.1073/pnas.1513569112.

 

Behandlungsmöglichkeit für herzkranke Patienten

Pressemitteilung

TAVI:  Behandlungsmöglichkeit für bisher nicht behandelbare herzkranke Patienten

Freiburger Kardiologen publizieren im New England Journal of Medicine

Seit 2007 können verengte Aortenklappen nicht nur herzchirurgisch, sondern auch minimal-invasiv per Herzkatheter behandelt werden. Auch chirurgisch nicht therapierbaren Patienten kann mit dem Herzkatheter geholfen werden. Wie die sogenannte TAVI-Technik deutschlandweit die Therapie der Aortenklappenstenose verändert hat, hat ein Forscherteam um Dr. Jochen Reinöhl, Oberarzt und Leiter des ISAH-Bereichs (Interventionen bei strukturellen und angeborenen Herzerkrankungen) der Klinik für Kardiologie und Angiologie I (Ärztlicher Direktor: Univ.-Prof. Dr. Christoph Bode) des Universitäts-Herzzentrums Freiburg ∙ Bad Krozingen untersucht. Ihre Ergebnisse: 1.) TAVI ermöglicht die Behandlung der Aortenklappenstenose bei Patienten, für die der chirurgische Aortenklappenersatz zu risikoreich ist. Bisher nicht behandelbare Patienten können nun behandelt werden. Dies hat die Versorgungssituation in Deutschland dramatisch verändert. 2.) Durch TAVI konnten bundesweit die Krankenhaussterblichkeit sowie relevante Komplikationen reduziert werden. Die detaillierten Ergebnisse werden am 17. Dezember 2015 im renommierten New England Journal of Medicine publiziert.

Eine verengte Aortenklappe staut das Blut in der linken Herzkammer und verhindert, dass genügend Blut in den Kreislauf gelangt. Seit den 1960er Jahren können verengte Aortenklappen herzchirurgisch nach Eröffnen des Brustkorbs und Anschluss an die Herz-Lungenmaschine durch künstliche Herzklappen ersetzt werden. 2007 wurde in Deutschland erstmals das minimal-invasive, kathetergestützte TAVI (transcatheter aortic valve implantation)-Verfahren durchgeführt. Das von Prof. Alain Cribier, französischer Kardiologe und Co-Autor der Freiburger Studie, mitentwickelte Verfahren kommt ohne belastende Operation am offenen Herzen und ohne Herz-Lungenmaschine aus. Grundprinzip der TAVI ist die Implantation einer biologischen Herzklappe per Herzkatheter. Dabei wird als Zugang zum Herzen meist eine großen Arterie des Körpers (beispielsweise die Beinarterie) verwendet.

Um die Auswirkungen von TAVI auf die Behandlung der Aortenklappenstenose zu ermitteln, werteten die Freiburger Kardiologen die Daten aller 88.573 Behandlungen verengter Aortenklappen (isolierter Aortenklappenersatz) in Deutschland zwischen 2007 und 2013 aus. Darunter waren 32.581 kathetergestützte Eingriffe und 55.992 Operationen. Es zeigte sich, dass die jährlichen TAVI-Zahlen stark anstiegen (von 144 Eingriffen 2007 auf 9.147 Eingriffe 2013), während die jährlichen chirurgischen Klappenoperationen leicht zurückgingen (von 8.622 auf 7.048 Operationen). Dies belegt, dass mit TAVI vor allem Patienten geholfen wird, die zuvor keiner Therapie zugeführt werden konnten. „Ein Grund hierfür war sicherlich, dass für viele diese sehr alten und sehr kranken Patienten eine Operation am offenen Herzen zu risikoreich gewesen wäre“, sagt Dr. Jochen Reinöhl.

Bei beiden Therapieformen ging die Anzahl an Todesfällen im Krankenhaus über die Jahre  zurück, ebenso die Häufigkeit von Komplikationen wie Schlaganfällen oder schwerwiegenden Blutungen sowie die Notwendigkeit einer zusätzlichen Herzschrittmacherimplantation. Den signifikanten Trend zu besseren Ergebnissen und Überlebensraten begründen die Forscher einerseits mit der stetigen Optimierung des TAVI-Verfahrens und andererseits damit, dass Hochrisikopatienten mittlerweile nicht mehr den Strapazen einer offenen Herzoperation ausgesetzt werden müssen. „Die Patienten, deren Herzklappen kathetergestützt eingesetzt wurden, waren durchschnittlich zehn Jahre älter und weniger belastbar als die offen operierten Patienten“, so Dr. Reinöhl. Doch auch jüngere Patienten profitieren von der neuen Technik: Bei ihnen werden vermehrt biologische Herzklappen aus tierischem Gewebe eingesetzt, bei denen gerinnungshemmende Substanzen wie Marcumar nicht dauerhaft notwendig sind. Die biologischen Herzklappen können bei Bedarf schonend per TAVI ersetzt werden, so dass das Risiko einer Re-Operation entfällt.

Das Forscherteam beleuchtete ergänzend auch die ökonomischen Aspekte des neuen Verfahrens. Seit der Einführung von TAVI ist die jährliche Gesamtzahl an Behandlungen stark angestiegen, wodurch im Gesundheitssystem Mehrkosten von rund 300 Millionen Euro entstanden sind. Demgegenüber stehen die deutliche Lebensverlängerung und Verbesserung der Lebensqualität und somit insgesamt die bessere Versorgungsqualität in Deutschland. Die Kosten für jede einzelne Behandlung lassen sich jedoch deutlich senken, wenn für den richtigen Patienten das richtige Verfahren gewählt wird: „Dadurch lassen sich Komplikationen vermeiden, die erhebliche Zusatzkosten mit sich bringen“, erläutert Erstautor Reinöhl. „Angesichts steigender Patientenzahlen ist es von essentieller Bedeutung, medizinisch und ökonomisch verantwortungsvoll mit den Therapiemöglichkeiten umzugehen“, appelliert er. „Wir stehen erst am Anfang“, kommentiert Prof. Dr. Christoph Bode, „TAVI wird in wenigen Jahren das Standardverfahren sein“.

Im Bereich ISAH (Interventionen bei strukturellen und angeborenen Herzfehlern) werden am Standort Freiburg des Universitäts-Herzzentrums Freiburg ∙ Bad Krozingen in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Kardiologen, Herz- und Gefäßchirurgen sowie Kinderkardiologen und Anästhesisten insbesondere Hochrisikopatienten mit angeborenen oder erworbenen Herzfehlern behandelt. Das ISAH-Team um Dr. Reinöhl konnte sich klinisch und wissenschaftlich in den letzten Jahren ein überregionales, über die Landesgrenzen hinausreichendes Renommee erarbeiten und das Zentrum zu einem der führenden TAVI-Zentren Deutschlands entwickeln.

Tanz Wissenschaft Parkinson

Abschlusskongress des deutsch-israelischen Projekts „Störung/Ha-fra-ah“ am Theater Freiburg am 18./19.12.2015

Am 18. und 19. Dezember 2015 präsentieren Forscherinnen und Forscher der Universität Freiburg, Tänzerinnen und Tänzer und an Morbus Parkinson erkrankte Menschen gemeinsam die Erkenntnisse des Projekts „Störung/Ha-fra-ah“ des Exzellenzclusters BrainLinks-BrainTools und des Theater Freiburg. In Performance-Parcours und Workshops stellen die Teilnehmenden ihre Arbeiten zum Thema Bewegung und Bewegungsstörungen vor. Ein Dokumentarfilm und wissenschaftliche Vorträge berichten über Schnittpunkte zwischen Neurowissenschaften und Tanz, und die Tänzerin Yasmeen Godder aus Tel Aviv/Israel führt einen Teil der Choreografie „Common Emotion“ auf. Seit dem 20. Februar 2015 trafen sich die Teilnehmenden jede Woche, um zu tanzen, zu diskutieren und gemeinsame Forschungsfragen zu bearbeiten.
  • Was: Kongress/Kulturveranstaltung
  • Wann: 18.12.2015, 10:00 Uhr bis 19.12.2015, 14:00 Uhr
  • Wo: Theater Freiburg, Bertoldstraße 46, 79098 Freiburg

Wissenschaftliche Expertise

Wissenschaftliche Expertise für unterwegs

Die gesundheitlichen Bewertungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind ab sofort noch leichter und mobil zugänglich. In einer neu vorgestellten Mobile-App finden Interessierte auf einen Blick alle gesundheitlichen Bewertungen des BfR. Diese Bewertungen oder „Stellungnahmen“ werden anlassbezogen oder in Krisensituationen vom BfR veröffentlicht. Sie beinhalten gesundheitliche Risiken, die von Stoffen oder Mikroorganismen in Lebensmitteln und von verbrauchernahen Produkten wie beispielsweise kosmetischen Mitteln, Textilien, Lebensmittelverpackungen oder Spielzeug ausgehen können. „Die App ist vor allem ein Werkzeug für Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Verbänden, Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen, die aus beruflichen Gründen mit BfR-Stellungnahmen arbeiten“, erklärt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR. „Jeder wissenschaftlichen Stellungnahme ist zusätzlich eine allgemeinverständliche Zusammenfassung vorangestellt. Damit können sich auch Verbraucherinnen und Verbraucher über bestimmte Risiken in der App informieren.“

Das BfR hat die gesetzliche Aufgabe, Risiken von Stoffen, Mikroorganismen, Produkten und Verfahren für die menschliche Gesundheit abzuschätzen, zu bewerten und ggf. Maßnahmen zur Risikominderung oder -vermeidung zu empfehlen und Handlungsoptionen aufzuzeigen. Dies geschieht in Form von so genannten wissenschaftlichen Stellungnahmen. Diese Stellungnahmen des BfR dienen als wissenschaftliche Basis für Entscheidungen durch nationale und europäische Gesetzgeber oder andere politische Instanzen. Sie sind darüber hinaus Grundlage für Entscheidungen über die Zulassung von Produkten, für Entscheidungen über eine Regulation durch Behörden, die geltendes Lebensmittel-, Chemikalien- oder Produktrecht überwachen und für Entscheidungen von Gerichten in Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Somit ist die App vor allem ein Werkzeug für Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, die aus beruflichen Gründen in Verfahren zur Gesetzgebung involviert sind.

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Alle Stellungnahmen in der App wurden nach dem „Leitfaden für gesundheitliche Bewertungen“ verfasst und enthalten Originaldaten der wissenschaftlichen Bewertungsarbeit des BfR. Sie enthalten eine allgemeinverständliche Zusammenfassung und sind unterteilt in den „Gegenstand der Bewertung“, „Ergebnis“ und „Begründung“. Als besonderer Service werden seit 2013 die Ergebnisse ausgewählter Stellungnahmen übersichtlich in einer Grafik dargestellt, dem BfR-Risikoprofil.

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Die Stellungnahmen des BfR sind in der App chronologisch nach Jahren sortiert und jederzeit mobil abrufbar. Neu hochgeladene Stellungnahmen sind besonders gekennzeichnet. Bereits herunter geladene oder gelesene Stellungnahmen können auch ohne Internet wieder in der App geöffnet werden. In der App ist eine Volltextsuche integriert, die das Finden bestimmter Stellungnahmen erleichtert. Auch in jeder einzelnen Stellungnahme kann separat nach Stichwörtern gesucht werden. Die Seitenvorschau ermöglicht bei besonders umfangreichen Stellungnahmen einen schnellen Überblick. Jeder Nutzer kann individuell die Textgrößen beim Lesen variieren. Die App ist für Smartphones und Tablets gleichermaßen geeignet.

Die „Stellungnahmen-App“ des BfR wurde für Smartphones und Tablets der Betriebssysteme Android und iOS entwickelt. Die App steht in den jeweiligen App-Stores ab sofort kostenlos zum Download zur Verfügung:

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Selbsthilfegruppe für Schmerzpatienten

Neue Selbsthilfegruppe für Schmerzpatienten in Freiburg

SchmerzpatientIn Freiburg gründet sich eine neue Selbsthilfegruppe für Schmerzpatienten. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Die Gruppe trifft sich zum ersten Mal am Donnerstag, 3. Dezember, um 18.00 Uhr, im Selbsthilfebüro, Schwabentorring 2.

Schmerzen kennen alle Menschen. Aber was passiert, wenn der Schmerz bleibt, also chronisch wird? Er wird zu einer eigenen Erkrankung, die behandelt werden muss. Die Erkrankten leiden nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und sozial. In der Selbsthilfegruppe finden Schmerzpatienten Verständnis, Rat und Hilfe. So kann die Gemeinschaft ähnlich Betroffener helfen, mit dieser Erkrankung besser zu leben.

SchmerzLOS e. V. ist die bundesweit agierende Vereinigung aktiver Schmerzpatienten. Sie gründet und unterstützt Selbsthilfegruppen. Nähere Informationen hierzu unter www.schmerzlos-ev.de

Dramatischer Mangel an Schmerztherapeuten droht

Schmerzpatienten sind schon jetzt unterversorgt. In Deutschland leben etwa 2.8 Mio. Menschen mit schweren chronischen Schmerzen. Dem gegenüber stehen nur etwas mehr als 1000 ambulant tätige Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“. Von denen werden in den nächsten 10 Jahren mehr als die Hälfte in den Ruhestand gehen. Nachwuchs ist kaum in Sicht, so dass sich die Lage der Schmerzpatienten bald noch verschlechtern wird.

Die Vorsitzende von SchmerzLOS e. V., Heike Norda, sagte dazu: „Wir dringen nachdrücklich auf Änderungen und fordern alle Beteiligten zum sofortigen Handeln auf. Nur wenn alle Akteure sich der dramatischen Situation bewusst sind, können auch zeitnah die notwendigen Lösungen geschaffen werden.“

Schon jetzt ist nur für einen Teil der Patienten mit beeinträchtigenden chronischen Schmerzen eine ambulante Behandlung möglich. Es gibt immer noch Wartezeiten bis 24 Monaten auf eine ambulante Schmerztherapie. Selbst wenn sich jetzt Medizinstudenten für die Ausbildung zum Schmerztherapeuten entscheiden würden, dauert es etliche Jahre, bis diese fertig ausgebildet sind und als Schmerzmediziner zur Verfügung stehen.

SchmerzLOS e. V. ruft alle Schmerzpatienten und deren Therapeuten dazu auf, sich mit diesem Problem an die Politiker zu wenden. „Nur wenn alle Akteure zusammen trommeln und einen gewissen Druck erzeugen, haben wir vielleicht eine kleine Chance auf eine Besserung der Situation“, sagte Heike Nord.

Derzeit werden eher noch Schmerzzentren geschlossen als neue eröffnet. Das kann man kaum verstehen, angesichts der wachsenden Zahl von Schmerzpatienten. Die ständige Einnahme von Schmerzmitteln ist keine dauerhafte Lösung. Sie schaden meist mehr als sie nützen. Leider ist diese Erkenntnis bei vielen Ärzten noch nicht angekommen. Das hängt auch damit zusammen, dass das „Zuhören“ nicht bezahlt wird. Das gilt auch für viele helfende Therapien.

Online-Befragung!

Untersuchung zu Behandlungszielen in der Schmerztherapie

Hier geht es zum Fragebogen zur Bedeutsamkeit von Therapiezielen bei Chronischen Schmerzen http://bit.ly/1QHPhGm

Dieses Forschungsprojekt zur Patientenorientierung in der Behandlung chronischer Schmerzen an der Professur für Klinische Psychologie der Technischen Universität Chemnitz

 

 

Johanniskraut und Grapefruit können richtig giftig sein

Wechselwirkungen von Medikamenten und Lebensmitteln

Johanniskraut und Grapefruit können richtig giftig sein

Pills with fresh fruit in background isolated

Frisches Obst und Medikamente

Viel hilft viel, denkt so mancher während der kalten Jahreszeit. Und kompensiert mangelnde Sonnenstunden und Bewegung mit Vitamin-Tabletten oder einer Extraportion Obst und Gemüse. Klingt gesund – kann sich aber ins Gegenteil verkehren, falls gleichzeitig Medikamente eingenommen werden. Denn die Ernährung kann die Wirkung von Arzneimitteln stark verändern, warnt Prof. Dr. Martin Wehling vom Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Die Folgen können erheblich, wenn nicht sogar tödlich sein.

Altersmediziner wissen es schon lange: Nehmen betagte Patienten zu viele Medikamente gleichzeitig ein, steigt durch diese Polymedikation (auch Multimedikation oder Polypharmazie genannt) die Wahrscheinlichkeit von unerwünschten Wechsel- und Nebenwirkungen. Aber auch als gesund geltende Lebens- und Nahrungsergänzungsmittel können die Wirkung von Arzneimitteln verändern – und das ganz unabhängig vom Alter der Person.

„Es gibt nicht ohne Grund immer den Hinweis in Beipackzetteln, ob ein Medikament vor, beim oder nach dem Essen eingenommen werden soll“, sagt Prof. Dr. Martin Wehling. „Das muss beachtet werden, sonst kommt vom Wirkstoff im Blut entweder zu wenig oder zu viel an. So muss beispielsweise das Schilddrüsenhormon L-Thyroxin eine halbe Stunde vorher eingenommen werden, sonst interagiert es mit dem Essen und wird nicht richtig freigesetzt.“

Hierbei geht es Prof. Dr. Wehling weniger um Nahrungsergänzungsmittel oder Immunpräparate – „die sind oft komplett wirkungslos“ –, sondern um natürliche, unveränderte Lebensmittel. „Das Problem ist, dass die Leute glauben: Alles Pflanzliche ist gut, alles Chemische ist schlecht“, bringt es der Pharmakologe auf den Punkt. „Dabei kann auch Pflanzliches wie Johanniskraut und Grapefruit richtig giftig sein.“

Eine Warnung, die überrascht. Gilt doch Johanniskraut als Hausmittel mit stimmungsaufhellendem, stabilisierendem und angstlösendem Effekt. „Je nach Menge verursacht Johanniskraut drastische Wechselwirkungen“, sagt Prof. Dr. Wehling. Die Wirksamkeit von Statinen sei herabgesetzt, die Wahrscheinlichkeit für eine Digoxinvergiftung steige, ebenso das Risiko für eine Herz- oder Nierenabstoßung nach einer Transplantation. Außerdem gelte: „Vor einer Operation sollte Johanniskraut mindestens für fünf Tage abgesetzt werden, sonst kann es zu verstärkten Blutungen kommen.“

Ähnlich vernichtend auch das Urteil zur Grapefruit. „Sie ist ein Beispiel dafür, dass ein Nahrungsmittel keinen Ergänzungsstoff braucht, um richtig giftig zu werden“, stellt der Mannheimer Universitätsprofessor klar. Demnach führt der Stoff, der die Frucht bitter macht, zu massiven Interaktionen bei der Aufnahme von Arzneimitteln: Neben der Bioverfügbarkeit verändert sich die Wirksamkeit von Immunsuppressiva, Statinen und Kalziumantagonisten, was besonders für Herz- und Krebspatienten schwerwiegende Folgen haben kann. Prof. Dr. Wehlings Rat lautet daher knapp: „Esst keine Grapefruit wenn Ihr Arzneimittel einnehmt. Der Nutzen ist zu gering, die Gefahren sind zu groß. Schmecken tut sie (mir) sowieso nicht.“

Als fast genauso überflüssig stuft Prof. Dr. Wehling die Einnahme von Ginkgo-Präparaten ein. Diese erfreuen sich aufgrund ihrer angeblich positiven Wirkung bei Gedächtnis-, Konzentrations- und Durchblutungsstörungen sowie bei Schwindel, Ohrensausen und Kopfschmerzen großer Beliebtheit – was der Experte deutlich anders sieht: „Es ist ein völlig überflüssiges Mittel mit nur einer bekannten Wirkung, nämlich dass es Blutungen auslösen beziehungsweise die Wirkung von blutverdünnenden Arzneien verstärken kann.“

Auch für Naschkatzen und Koffein-Junkies hat Prof. Dr. Wehling schlechte Nachrichten: Wer eine Tüte Lakritz am Tag isst, riskiert Bluthochdruck. Dies wird verursacht durchs Glycyrrhizin, das in der Wurzel der Süßholzpflanze vorkommt. Koffein wiederum kann bei Personen, die an einer Herzmuskel- oder Herzkranzgefäßerkrankung leiden, ganz erhebliche Herzrhythmusstörungen auslösen. Noch gravierender sei das dem Experten zufolge bei Energydrinks. „Das Zeug ist wirklich giftig, weil es extreme Mengen an Koffein und anderen Stoffen enthält“, sagt er. „Es sind Fälle beschrieben, bei denen Jugendliche – die eigentlich keine Herzprobleme haben – einen Liter getrunken haben und gestorben sind.“

Für Prof. Dr. Martin Wehling ist das Problem auf einen Punkt zurück zu führen: „Koffein ist von seinen ganzen Charakteristika ein hochwirksames Medikament. Nur weil es in der Nahrung natürlich vorkommt, wird es nicht als solches untersucht und mit entsprechenden Gefahrenhinweisen versehen.“

Doch Koffein hat auch einen positiven, überraschenden Effekt speziell für alte Menschen. „Wenn man Patienten mit prädementiellem Syndrom, die an Schlaflosigkeit leiden, abends Kaffee gibt, dann werden sie ruhiger. Das sorgt für eine sogenannte paradoxe Schlafförderung. Abhängig von der individuellen Konstitution kann Koffein also ganz unterschiedliche Wirkungen haben.“

Medizinwissen für Kinder

„Medizinwissen für Kinder“: Wie funktioniert die Verdauung?

Medizinwissen fuer KinderAm 5. Dezember findet die Fortsetzung der Vortragsreihe für Kinder am Universitätsklinikum Freiburg statt: Prof. Dr. Robert Thimme nimmt die Kinder mit auf eine Reise durch den menschlichen Körper und erklärt ihnen, wie die Verdauung funktioniert

Schwierige medizinische Themen für Schulkinder verständlich machen und sie für dieses Feld zu begeistern, das sind die Ziele der neuen Vorlesungsreihe „Medizinwissen für Kinder“ am Universitätsklinikum Freiburg. Nach einer erfolgreichen Auftaktveranstaltung im Sommer, findet am Samstag, den 5. Dezember 2015 um 15 Uhr, im Hörsaal der Universitäts-Kinderklinik (Mathildenstraße 1, Freiburg) die zweite Vorlesung aus der Reihe mit dem Titel „Wie funktioniert die Verdauung?“ statt.

Prof. Dr. Robert Thimme, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II,

Prof. Dr. Robert Thimme

Prof. Dr. Robert Thimme

nimmt die Kinder während der 45-minütigen Vorlesung mit auf eine Reise durch den menschlichen Körper, denn Verdauung beginnt bereits im Mund. Durch die Zähne wird zum Beispiel das Pausenbrot zerkleinert, von Speicheldrüsen befeuchtet, ehe es über die Speiseröhre in den Magen gelangt. Dort sind vielfältige Prozesse aktiv, um das Essen zu zersetzen. Im Darm werden dann Nährstoffe und Abfallstoffe des Essens getrennt. Doch wie gelangen die Nährstoffe schließlich in den Blutkreislauf? All das und vieles mehr erklärt der Experte anhand von anschaulichen Beispielen.

Die Kinder haben während der Vorlesung die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an den Experten zu richten.

Bitte beachten: Teilnehmen können nur Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren. Kinder können alleine kommen, dürfen aber auch eine erwachsene Begleitperson mitbringen.

Nach der 45-minütigen Vorlesung gibt es einen kleinen Imbiss.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.