Öffentlicher Vortrag: Zuckerkrankheit und Übergewicht

Zuckerkrankheiten und Übergewicht – Wie Vorbeugen?

Zuckerkrankheit und ÜbergewichtÖffentlicher Vortrag am Samstag, den 21. Februar 2015, in Freiburg

Am Samstag, den 21. Februar 2015, findet um 11.15 Uhr im Hörsaal 1010 der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Kollegiengebäude 1, Platz der Universität 3, Freiburg) ein öffentlicher Vortrag zum Thema „Zuckerkrankheit und Übergewicht – Wie vorbeugen?“ statt. Dr. Katharina Laubner, Fachärztin für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie in der Abteilung Endokrinologie und Diabetologie der Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Freiburg, wird erklären, warum es heutzutage bei immer mehr Menschen zu Adipositas und Diabetes kommt.  Außerdem wird sie Risikofaktoren für die Entwicklung von Adipositas und Diabetes mellitus nennen und Tipps geben, wie man der Zuckerkrankheit, beispielsweise durch eine Lebensstilveränderung, vorbeugen kann.

Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe „Prävention – für ein gesundes Leben“ des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie am Universitätsklinikum Freiburg. Der Eintritt ist frei.

Gute Blutzuckereinstellung schützt am besten vor Impotenz

Diabetes-Folgeschäden

Berlin – Diabetes mellitus ist die häufigste Ursache für Potenzstörungen – jeder zweite männliche Diabetespatient leidet unter Erektionsproblemen. Die beste Therapie, die Potenz zu erhalten und eine beginnende Erektionsstörung zu stoppen, ist eine gute Blutzuckereinstellung. Darauf weist die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hin. Wer erste Anzeichen bemerkt, sollte daher seinen Lebensstil überprüfen und erwägen, eine psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen.

Ein überhöhter Blutzuckerspiegel schädigt mit der Zeit die Blutgefäße. Die Folgen davon sind Durchblutungsstörungen. Sie machen sich oft zuerst an den Füßen bemerkbar, die sich taub anfühlen und unempfindlich gegenüber Berührungen werden. „Danach stellen sich bei Männern häufig auch Erektionsprobleme ein“, erläutert Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel, Präsident der DDG. Bleibt eine ausreichende Erektion in rund 70 Prozent der Versuche aus und halten die Probleme mindestens sechs Monate an, sprechen Ärzte von einer „erektilen Dysfunktion“.

Doch so lange sollten Diabetespatienten keinesfalls warten, bis sie ihren Arzt aufsuchen. „Denn die beste Therapie, die Potenz zu erhalten oder eine beginnende Erektionsstörung nicht schlimmer werden zu lassen, ist eine gute Blutzuckereinstellung“, sagt Siegel. Experten gehen heute davon aus, dass eine schlechte Einstellung auch vorübergehend Erektionsprobleme hervorrufen kann – Patienten können damit selbst aktiv zur Therapie beitragen.

Wie die Blutzuckereinstellung verbessert werden kann, besprechen die Patienten mit dem Diabetologen. Die DDG rät, zunächst den Lebensstil zu überprüfen: Rauchen ist sehr abträglich, übermäßiger Alkoholkonsum ebenfalls. Positiv auf den Blutzuckerspiegel wirken sich hingegen Bewegung, gesunde Ernährung und Gewichtsreduktion aus. „Sehr effektiv kann auch eine Beratung sein, wie der Patient die Blutzuckerkontrolle besser in den Griff kriegt“, fügt Siegel hinzu. Darüber hinaus kann ein Therapiewechsel helfen, die Werte zu normalisieren.

Bessern sich die Potenzprobleme dennoch nicht, stehen weitere Maßnahmen zur Verfügung. Mit Abstand beliebtestes Hilfsmittel sind Tabletten, die Phosphodiesterase-Hemmer. Sie entspannen die Penismuskulatur, so dass sich die Blutgefäße besser weiten und die Schwellkörper mit Blut füllen können. Die gängigen Wirkstoffe Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil unterscheiden sich dabei vor allem hinsichtlich Wirkungseintritt und Wirkdauer. „Ihre Einnahme ist häufig trotz Herzerkrankung möglich“, erläutert Siegel.

Sind Tabletten für einen Patienten nicht geeignet, kommen die Schwellkörperinjektionstherapie (SKAT) oder eine Vakuumpumpe in Frage. Bei der SKAT gibt sich der Mann vor dem Sex eine erektionsfördernde Spritze ins Glied, die Vakuumpumpe saugt zusätzliches Blut in den Penis. Diese Methoden sind heute aber weniger populär, weil sie oft als unpraktisch empfunden werden. Die Implantation einer Penis-Prothese sollte nur als letzte Maßnahme erwogen werden.
Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):
Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit über 8.900 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

Taking Immunosuppressives, Anti-Cancer Drugs May Reactivate Hepatitis B

Reactivation of Hepatitis B

Individuals previously infected with the hepatitis B virus (HBV) who receive chemotherapy or immunosuppressive treatment may be at risk of reactivating the disease according to a summary of report from the Emerging Trends Conference, “Reactivation of Hepatitis B,” and published in Hepatology, a journal of the American Association for the Study of Liver Diseases. Reactivation of HBV can be fatal and the study authors suggest routine screening of HBV in all patients prior to the start of treatment with immunosuppressives or anti-cancer drugs.

HBV is transmitted by contact with body fluids, such as blood, from an infected individual, causing acute or chronic disease that attacks the liver. While vaccination helps to control the spread of HBV, medical evidence estimates that up to 10% of the global population is infected with chronic HBV. In the U.S. nearly 3,000 acute cases of HBV were reported to the Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in 2012.

The Food and Drug Administration (FDA) issued a Drug Safety Communication in September 2013 that read, “Boxed warning and new recommendations to decrease risk of hepatitis B reactivation with the immune-suppressing and anti-cancer drugs Arzerra (ofatumumab) and Rituxan (rituximab).” Ofatumumab and rituximab are monoclonal antibody therapy medications that target the protein CD20, which is found on immune system B cells. These anti-CD20 drugs are used to treat autoimmune diseases, leukemia, lymphoma and transplant rejection.

“While the FDA urged clinicians to screen patients for HBV prior to starting treatments with ofatumumab and rituximab to prevent the reoccurrence of the virus, this may be just the tip of the iceberg,” said lead author Dr. Adrian Di Bisceglie with Saint Louis University School of Medicine in Missouri.

To detect HBV infection, doctors are looking for the hepatitis B surface antigen (HBsAg) circulating in patients’ blood. Antibodies to the hepatitis B core antigen develop in all patients and remains after the HBsAg clearance, indicating a potential for reactivation of the disease. HBV reactivation can be severe causing acute liver failure and even death, with one prior study reporting a 25% mortal rate.

After a systematic literature review, researchers identified 504 studies pertaining to reactivation of HBV. While it remains unclear how HBV reactivation occurs, experts believe a loss of immune control over viral replication may trigger the process.

Reactivation of HBV may occur with chemotherapy, organ and tissue transplantation, High dose corticosteroids, and biologicals targeting tumor necrosis factor-alpha (TNF-α), Anti-TNF medications are used in treating rheumatic diseases, such as rheumatoid arthritis, digestive conditions that include Crohn’s and colitis, and dermatologic conditions, such as psoriasis.

“Our research suggests that the issue of HBV reactivation may be an under-appreciated clinical challenge that extends well beyond the use of just two anti-CD20 medications,” concludes Dr. Di Bisceglie. “Further study and cooperation between various medical disciplines will help broaden understanding of HBV reactivation.”

Thunfisch aus dem Nordpazifik mit erhöhter Quecksilberbelastung

Erhöhte Quecksilberwerte im Nordpazifik könnten gefährlich für die Fischbestände sein

Quecksilberbelastung von Meeresflächen ist ein ernstes, globales Gesundheitsproblem. Eine neue Analyse von veröffentlichten Berichten zeigt, dass die Quecksilberkonzentration in Gelbflossenthunfisch, der vor der Küste von Hawaii gefangen wurde, mit einer Rate ≥ 3,8% pro Jahr ansteigt.

Die Daten legen nahe, dass die Quecksilberkonzentration in den Ozeanen durch menschliche Aktivitäten ansteigt, wenn die atmosphärischen Quecksilberemissionen weiter zunehmen. Bis 2050 könnte sich im Nordpazifik die Konzentration von Quecksilber verdoppeln.

Die Folge ist, dass die Quecksilberkonzentrationen in Thunfisch in gleichem Maße zunehmen wie die Quecksilberemissionen im Nordpazifik, so Dr. Paul Drevnick, Autor der Umwelttoxikologie und Chemie-Analyse.

Organhandel ist strafbar !

Organverkauf? – Darum nicht!

Der Südostasien-Korrespondent Willi Germund hat sich auf dem internationalen Schwarzmarkt eine Niere gekauft und darüber ein Buch geschrieben. Das vermarktet er nun öffentlichkeitswirksam, indem er seine Straftat mit einer verklärenden, fast schon idyllischen Aura umgibt: „Raymond kann sich vor Lachen kaum halten. Das Eis ist gebrochen, wir reden auf einmal miteinander. Er wolle mit dem Geld für die Niere ein kleines Geschäft aufbauen.“ In den Medien ist nun der internationale Organhandel wieder ein Thema, sogar die Legalisierung des Organhandels wird diskutiert, der Stern  macht seinen Artikel mit der Frage auf: „Organverkauf – warum eigentlich nicht?“

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN), der Bundesverband Niere e.V. und der Verband Deutsche Nierenzentren e.V. beziehen klar Stellung und erklären, warum nicht: Organhandel ist nicht nur ethisch fragwürdig, sondern zu Recht auch ein krimineller und strafbarer Akt in Deutschland und in fast allen anderen Ländern der Welt. Die häufig jungen Spender aus Drittwelt- oder Schwellenländern, die eine Niere für einen relativ geringen Betrag veräußern, werden über mögliche gesundheitliche Risiken im Unklaren gelassen. Eine Nachsorge wird ihnen in der Regel nicht zuteil. Wenn dann Jahre oder Jahrzehnte später ihre verbliebene Niere versagt, bedeutet das ihr Todesurteil, da die Gesundheitssysteme in den meisten Entwicklungsländern keine Dialysebehandlung anbieten können. Das gilt letzten Endes auch für den 28-jährigen Raymond, der dem 60-jährigen Germund seine Niere verkaufte. „Weltweit unterstützt die große Mehrheit aller Nierenverbände daher die sogenannte „Erklärung von Istanbul“ (http://www.declarationofistanbul.org ), die sich eindeutig gegen Organhandel und Organ-Tourismus ausspricht“, erklärt Prof. Jürgen Floege, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN).

Anstatt die Legalisierung des Organhandels zu fordern, sollte überlegt werden, wie man den eklatanten Mangel an Spenderorganen nachhaltig beheben und damit letztlich auch den illegalen Organhandel zerschlagen könne. „Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir fordern seit langem, den Patientenwillen (Organspender ja/nein) aktenkundig zu vermerken – am besten auf der Patientenkarte, ggf. auch dem Führerschein oder Personalausweis“, so Floege. „Denn im entscheidenden Moment liegt den Intensivmedizinern meistens keine persönliche Erklärung des Betroffenen zur Organspende vor. Die nächsten Verwandten müssen gefragt werden, was eine Hürde darstellt, und häufig sind sie verunsichert, nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen zu entscheiden. Sie lehnen in dieser emotionalen Extremsituation kurz nach dem Tod eines geliebten Menschen meistens die Entnahme der Organe ab“. Somit wird der Willen vieler Organspender oft nicht umgesetzt, weil kein Organspendeausweis auffindbar ist und der Verstorbene seine Meinung gegenüber den engsten Angehörigen nicht eindeutig kundgetan hatte. Die Organe, die mehreren Menschen das Leben retten könnten, stehen nicht zur Verfügung, obwohl der Verstorbene das aber vielleicht gewünscht hätte.

Seit Jahren werden Millionen in die Werbung für Organspende gesteckt – aber es mangelt auch an der Infrastruktur und Umsetzung. Denn was nützt der Organspendeausweis in der Schreibtischschublade im abgeschlossenen Büro oder in der Ersatzhandtasche in der Ecke des Kleiderschranks? „Natürlich muss es das oberste Ziel sein, das Vertrauen der Bevölkerung in die Organspende wieder herzustellen“, erklärt Floege. „Vor allem muss bekannt gemacht werden, dass die Kontrollinstrumente gestärkt und Lücken im System geschlossen wurden. Dennoch brauchen wir auch infrastrukturelle Verbesserungen. Eine Grundforderung ist daher das Hinterlegen der Organspendebereitschaft auf der Patientenkarte“.

Denn wenn genügend Spenderorgane zur Verfügung stünden, wäre der illegale Handel zerschlagen, auch Herr Germund hätte dann keinem 28-jährigen Afrikaner eine Niere abkaufen müssen. Zumal ein Organkauf der zahlungskräftigen Klientel auch nicht immer gut tut: „Wir Nierenärzte erleben durchaus, dass Patienten mit einer neuen Niere von einem Auslandsaufenthalt zurückkommen, sich aber bei der Transplantation mit Hepatitis C oder HIV infiziert haben“, erklärt Dr. Michael Daschner, DN e.V. „Sich eine Niere zu kaufen, ist für beide Seiten ein riskantes Geschäft!“

Männliches Hormon könnte weibliche Libido nach Eintritt des Wechsels fördern

Vor der Einnahme von „Lustpillen“ aus dem Internet warnen die Experten ausdrücklich

Bochum – Frauen, die nach dem Wechsel unter einer sexuellen Lustlosigkeit leiden, können ihr Verlangen möglicherweise durch eine Behandlung mit dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron steigern. Darauf deuten neuere Studienergebnisse hin, die die bisherige grundsätzliche Ablehnung von Hormonexperten gegen den Einsatz von Testosteron bei Frauen lockern. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) hält in Übereinstimmung mit der amerikanischen Endocrine Society einen Behandlungsversuch für gerechtfertigt, allerdings nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken, einer engmaschigen Überwachung der Laborwerte und des Befindens vor und unter der Therapie. Vor der Einnahme von „Lustpillen“ aus dem Internet warnen die Experten ausdrücklich.

Das Sexualhormon Testosteron wird sowohl vom männlichen wie vom weiblichen Organismus gebildet. Bei Frauen wird das Hormon von den Eierstöcken und den Nebennieren freigesetzt. „Eine steigernde Wirkung auf die Libido ist seit Längerem bekannt“, sagt Professor Dr. med. Thomas Strowitzki, der an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Heidelberg die Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen leitet. „Früher war in Deutschland sogar ein Testosteronpflaster für Frauen zugelassen, denen etwa wegen einer Krebserkrankung die Eierstöcke entfernt werden mussten.“ Die Hormontherapie milderte die Folgen der vorzeitigen Wechseljahresbeschwerden, zu denen häufig auch ein Libidoverlust gehört.

Den Einsatz von Testosteron bei Frauen, die nach dem natürlichen Eintritt des Wechsels über das Schwinden ihres sexuellen Verlangens klagten, lehnten die Endokrinologen jedoch bislang ab. Mit ein Grund waren fehlende Tests, mit denen die Testosteronkonzentrationen im Blut zuverlässig bestimmt werden konnten. Mit der Tandem-Massenspektrometrie gibt es inzwischen ein solches Messinstrument. Eine exakte Hormonbestimmung ist wichtig, um eine Überdosierung zu vermeiden. Zu viel Testosteron führt bei Frauen zu Akne und einer männlichen Behaarung. Langfristig drohten auch Risiken für das Herz-Kreislaufsystem. Niedrige Testosteronspiegel bedingen jedoch keinesfalls zwangsläufig zu sexuellen Problemen.

Ein weiterer Grund für die Neuorientierung der Wissenschaftler ist die steigende Bereitschaft unter Medizinern, den Libidoverlust als eine gesundheitliche Störung anzuerkennen. Sexuelle Probleme, insbesondere eine sexuelle Lustlosigkeit, können Frauen sehr belasten und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Oft geht das mangelnde Interesse an sexueller Aktivität auch mit einem verminderten Ansprechen auf erotische Stimuli sowie einer verminderten körperlichen und psychischen Erregung einher. Diesem versucht der nicht unumstrittene Leitfaden der US Psychiater DSM 5 auch durch den Begriff  „sexual interest arousal disorder“ Rechnung zu tragen.
„Sexuelle Probleme sind häufig multifaktoriell bedingt. Vor Beginn einer Testosteronbehandlung muss daher natürlich geklärt werden, ob nicht andere Gründe für die Entstehung des Problems verantwortlich sind“, sagt Gynäkologin Dr. med. Anneliese Schwenkhagen aus der Praxis für Gynäkologische Endokrinologie am Gynaekologicum in Hamburg.

Wie eine Behandlung aussehen könnte, hat die amerikanische Endocrine Society im Oktober in einer Praxisleitlinie im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism beschrieben. Die US-Endokrinologen halten einen Behandlungsversuch über drei bis sechs Monate für gerechtfertigt, wenn eine Frau in den Wechseljahren einen Rückgang des sexuellen Interesses bemerkt und darunter leidet. „Entscheidet man sich für eine solche Behandlung, ist eine engmaschige Überwachung von Therapieerfolg und Nebenwirkungen erforderlich. Dies schließt auch Kontrollen der Testosteronspiegel vor und unter der Therapie ein“, erläutert Dr. Schwenkhagen. Da zurzeit in Deutschland leider kein entsprechendes speziell für Frauen entwickeltes Präparat zur Verfügung steht, muss man individuell mit der Patientin entscheiden, wie eine solche Therapie aussehen könnte.

DGE-Mediensprecher Professor Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz warnt davor, im Internet nach „Heilmitteln“ zu suchen. Dort sind neben Hormonpflastern auch „Lustpillen“ oder „Viagra für Frauen“ im Angebot. Produkte wie „Lybrido“, „Lovegra“ oder „Ladygra“ seien keine der Gesetzeslage entsprechend geprüften und zugelassenen Medikamente. Ob sie die versprochene Wirkung entfalteten, sei ungewiss. Zudem gebe es wie bei allen Produkten aus dem Internet keine Garantie, dass die Mittel überhaupt die versprochenen Wirkstoffe enthalten.

Literatur:
Wierman ME1, Arlt W, Basson R, Davis SR, Miller KK, Murad MH, Rosner W, Santoro N. Androgen therapy in women: a reappraisal: an Endocrine Society clinical practice guideline. J Clin Endocrinol Metab. 2014 Oct;99(10):3489-510. doi: 10.1210/jc.2014-2260. Abstract
Blog-Beitrag von Prof. Dr. med. Dr. h. c. Schatz vom 27. Januar 2015

„Wir schaffen das, ich schwöre es dir.“

image002Lesley Verney ist gerade zehn Wochen schwanger, da erfährt die Dreiunddreißigjährige, dass sie eine aggressive Form von

Lesley Cools

Lesley Cools

Brustkrebs hat. Für sie und ihren Mann Andy bricht eine Welt zusammen. Die Ärzte raten zum sofortigen Schwangerschafts-abbruch. Um ihren Krebs zu besiegen, muss Lesley schnellstens mit der Chemotherapie beginnen. Lesley und Andy beschließen, für ihr Baby zu kämpfen. Denn sie haben schon einmal ein Kind verloren.

Nach vielen Recherchen treffen sie auf Professor Dr. Frédéric Armant, Chef der Forschungsgruppe Krebs und Schwangerschaft und Spezialist für gynäkologische Onkologie an der Universitätsklinik in Leuven. Er berichtet Lesley und Andy von den ermutigenden Ergebnissen seiner Forschungsgruppe.

image011Die Plazenta schützt nach der zwölften Woche das Kind, so dass eine Chemotherapie bei Lesley und eine eventuelle Operation ohne Schaden für das Kind möglich ist. Armant rät ihnen, das Kind zu behalten. Die beiden fassen Vertrauen zu den Ärzten und gehen das Risiko ein. Für Lesley beginnt eine Odyssee zwischen Gynäkologie und Onkologie, auf der Andy sie durch alle Höhen und Tiefen begleitet. Und der neunmonatige unermüdliche Kampf wird mit einem Wunder gekrönt. Marnix, ihr Sohn, kommt gesund und kräftig zur Welt. Inzwischen ist er drei Jahre alt und geht in die Vorschule. Lesley hat bis heute hat keinen Rückfall erlitten.

Jede tausendste Schwangere erkrankt an Krebs. Unser Chemo-Baby ist Andy Cools image012realistischer, packender Bericht, der Frauen Mut machen soll, die während ihrer Schwangerschaft an Krebs erkranken. Er beschreibt in seinem Buch die Zeit zwischen Hoffnung und Verzweiflung, die er mit seiner Frau Lesley durchlitt.

Andy Cools, Unser Chemo-Baby – Kampf um zwei Leben, Mit einem Vorwort von Professor Frédéric Amant, Knaur Verlag
183 Seiten, Klappenbroschur mit 8 Seiten Bildteil, [D] € 14,99 / [A] € 15,50, ISBN 978-3-426-65557-3, Erscheinungstermin 2. März 2015

Wenn die Krankenkasse die Zahlung des Krankengeldes verweigert

Krank ohne Krankgengeld

Report Mainz zeigt, was man bei Krankmeldungen über einen längeren Zeitraum beachten muss, damit man die Ansprüche auf Krankengeld nicht verliert.

Es ist nicht immer einfach für Menschen, die schwer erkrankt sind, diesen gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden. Leider nutzen das Krankenkassen zu ihren Gunsten, um so die Zahlungen einstellen zu können. Hier muss der Gesetzgeber dringend nachbessern.

Long-term use of hormonal contraceptives is associated with an increased risk of brain tumours

Taking a hormonal contraceptive for at least five years is associated with a possible increase in a young woman’s risk of developing a rare tumour, glioma of the brain. This project focussed on women aged 15-49 years and the findings are published in the British Journal of Clinical Pharmacology.

Hormonal contraceptives, including oral contraceptives, contain female sex hormones and are widely used by women all over the world. While only a little is known about the causes of glioma and other brain tumours, there is some evidence that female sex hormones may increase the risk of some cancer types, although there is also evidence that contraceptive use may reduce the risk in certain age groups. “This prompted us to evaluate whether using hormonal contraceptives might influence the risk of gliomas in women of the age range who use them,” says research team leader Dr David Gaist of the Odense University Hospital and University of Southern Denmark.

In this project, the researchers drew data from Denmark’s national administrative and health registries, enabling them to identify all the women in Denmark who were between 15 and 49 years of age and had a first-time diagnosis of glioma between 2000 and 2009. They found 317 cases and compared each of these women with eight age-matched women who didn’t have gliomas.

“It is important to keep this apparent increase in risk in context,” says Dr Gaist. “In a population of women in the reproductive age, including those who use hormonal contraceptives, you would anticipate seeing 5 in 100,000 people develop a glioma annually, according to the nationwide Danish Cancer Registry.”

“While we found a statistically significant association between hormonal contraceptive use and glioma risk, a risk-benefit evaluation would still favour the use of hormonal contraceptives in eligible users,” says Dr Gaist, who points out that it is important to carry on evaluating long-term contraceptive use in order to help women choose the best contraception for them.

Dr Gaist also emphasizes that the findings need to be interpreted with care, as discussed in the published research paper. “Despite that, we feel our study is an important contribution and we hope that our findings will spark further research on the relationship between female hormonal agents and glioma risk,” he says.

„Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit“

Neueste Erkenntnisse aus der *Mikrobiom-Forschung

978-3-426-65753-9.jpg.30754383„Bisher hielten die meisten Menschen Bakterien für Krankheitserreger, doch seit Kurzem gibt es in der Forschung revolutionäre Erkenntnisse: Bakterien haben eine große Bedeutung für den gesunden Organismus – ohne sie werden wir tatsächlich krank. Damit ändert sich das bisherige Verständnis für die Zusammenhänge im menschlichen Körper völlig. In zahlreichen Studien wurde wissenschaftlich exakt nachgewiesen, was zuvor höchstens praktisch erfahrbar war: Darmbakterien sind der Schlüssel zur Gesundheit.“ – So die treffende  Kurzbeschreibung des Verlages.

In ihrem Buch beschreibt Dr. Anne Katharina Zschocke ausführlich, weshalb ein gesunder Darm für uns so wichtig ist. Dabei sollte man sich nicht von den zahlreichen Fachbegriffen abschrecken lassen, die mal mehr mal weniger häufig auftauchen. Wer den Lesefluss nicht unterbrechen möchte, markiert sich am besten die Begriffe, um sie später nachzuschlagen oder wirft schnell mal einen Blick in den Anhang. Dort wird allerdings nur ein Teil der Begriffe erklärt. Für den Rest gibt es Wikipedia.

Dass man derartige Bücher auch allgemein verständlicher schreiben kann, hat Giulia Enders mit ihrem Buch „Darm mit Charme“ bewiesen.

Menschen mit akuten Darmproblemen empfehle ich beide Bücher, um sich so einen guten Überblick zu verschaffen, wie sie ihren Darm wieder ins Gleichgewicht bringen können.

Das Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom ist mehr oder weniger eine Diagnose der Hilflosigkeit, da sie nicht wirklich ein echtes Krankheitsbild beschreibt. Wenn Ärzte die Ursache für die Beschwerden nach schulmedizinischen Erkenntnissen nicht finden können, dann bekommen Patienten bestenfalls die Diagnose „Reizdarm gestellt“. Oft werden sie auch ohne Befund nach Hause geschickt und ihrem Schicksal selbst überlassen.

Wenn diese Patienten immer und immer wieder bei ihrem Hausarzt vorsprechen, dann folgt meist die Diagnose „psychosomatische Beschwerden“.

Wer allerdings über einen langen Zeitraum keinerlei Hilfe erfährt, ist unter Umständen auch für eine Depression anfällig, weil ein kranker Darm auch aufs Gemüt schlägt. Leider wird diese Möglichkeit äußerst selten von Ärzten und Therapeuten in Betracht gezogen. Da werden schon eher Psychopharmaka verordnet, um der Situation Herr zu werden. Und das kann bei Patienten mit einer geschädigten Darmflora zur Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes führen, weil Psychopharmaka die Darmflora weiter schädigen.

Betroffene Patienten sollten deshalb genau prüfen lassen, was der tatsächliche Auslöser für ihre Erkrankung ist. Eine ärztliche Zweitmeinung kann hier von großem Nutzen sein.

Kopf oder Bauch?

An den Gedanken, dass wir auch ein unabhängiges Bauchgehirn haben, müssen wir uns erst noch gewöhnen.

Das berühmte „Bauchgefühl“, das noch immer gerne verspottet wird, ist damit endgültig rehabilitiert.

Wenn wir krank sind, wollen wir schnellstmögliche Heilung. Wer eine Erkältung hat, weiß, dass diese mit Medikamenten 1 Woche dauert und ohne 7 Tage. Und dennoch kaufen die Deutschen schon bei den geringsten Anzeichen einer Erkältung gerne Pillen, Säfte und Salben, um schnellstens wieder gesund zu werden. Viel schlimmer ist jedoch, dass viele Ärzte immer noch gerne ein Antibiotikum verabreichen, obwohl es hier nachweislich keinen Nutzen hat, aber unter Umständen großen Schaden anrichten kann. Antibiotikum heißt wörtlich übersetzt „gegen das Leben“.

Anne Katrin Zschocke schreibt: „Ist es nicht erstaunlich, dass die Menschheit zum Mond fliegt, aber sich im eigenen Bauch so erbärmlich wenig auskennt, dass man als Heilmittel das krasse Gegenteil von etwas entwickelte, was tatsächlich heilsam wäre? Wer erkrankt ist, braucht eine bessere Bakterienversorgung – und erhält stattdessen ein Mittel für ihre Beseitigung.“

Nicht an allem ist die Pharmaindustrie schuld

Dass dies so ist, ist ausnahmsweise nicht nur der Pharmaindustrie geschuldet – auch nicht den Krankenkassen, die lieber Geld für ein Antibiotikum ausgeben als für eine wirksame Alternativbehandlung. Dem Ganzen liegt ein Denkfehler zu Grunde, der – dank neuester Forschungsergebnisse – revidiert werden muss. Das dauert bekanntlich seine Zeit, ehe es in den Köpfen der Mediziner ankommt.

Dies ist auch der Grund, weshalb viele Patienten auch heute noch einen langen Leidensweg vor sich haben. Das fängt damit an, dass es nicht ganz einfach ist, einen Arzt oder eine Ärztin zu finden, der bzw. die sich intensiv mit dem Thema Darmbakterien auseinandergesetzt hat. Hinzu kommt, dass die hier notwendigen  Stuhluntersuchungen nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Das gilt auch für die Aufbaupräparate, die gebraucht werden, wenn die Untersuchung eine Schädigung der Darmflora ergibt. Zu guter letzt ist die Geduld des Patienten gefragt. Denn ein Aufbau der Darmflora kann viele Monate dauern.

Gesundes Essen hilft beim Heilungsprozess

Meist geht die Behandlung mit einer Essensumstellung einher. Denn Fast Food in Form von Tütensuppen, Burger, Döner, Currywurst, Chips, Schokoriegel, süßen Limonaden, viel Alkohol etc. tragen nicht zur Heilung bei. Der Verzicht auf Fleisch und Geflügel aus Massentierhaltung ist schon deshalb wichtig, weil in der Massentierhaltung gerne Antibiotika eingesetzt werden. Das gilt auch für Fisch aus Aquakulturen.

Die Antibiotika gelangen über Fleisch und Fisch in unseren Körper und können dort eventuell die Darmflora schädigen oder zu einer Antibiotikaresistenz führen.

Ein gesunder Darm ist viel wichtiger als bislang angenommen. Wir sollten ihn deshalb ganz schnell aus der Schmuddelecke herausholen. Giulia Enders hat auf unterhaltsame Weise damit angefangen.

Trauen Sie sich: Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl!

„Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit“

Neueste Erkenntnisse aus der *Mikrobiom-Forschung

Von Dr. Anne Katharina Zschocke, erschienen Knaur – Menssana

Hardcover, 03.11.2014, 368 S., €19,99 als E-Book 17,99
ISBN: 978-3-426-65753-9

Dr. Anne Katharina Zschocke studierte Medizin und Naturheilverfahren in Freiburg und London. Nach klinischer Tätigkeit wechselte sie das berufliche Metier und wandte sich dem praktischen Gartenbau zu, um sich fortan ganz der Natur, Kultur und Themen des Paradigmenwechsels zu widmen. Seit 2001 unterrichtet sie die praktische Anwendung von Effektiven Mikroorganismen und ist im deutschsprachigen Raum zu diesem Thema die führende Kapazität. Sie wird als Referentin weltweit zu Vorträgen und Seminaren zu EM eingeladen.

Wikipedia: Das *Mikrobiom bezeichnet im engeren Sinne die Gesamtheit aller den Menschen, oder andere Lebewesen (z. B. Regenwürmer) besiedelnde Mikroorganismen. Damit werden primär die Darmbakterien (Darmflora) in Verbindung gebracht, aber auch alle Mikroorganismen, die auf der Haut (Hautflora) oder anderen Körperteilen (Mundhöhle, Schleimhäute, Genitalorgane etc.) leben. Im weiteren Sinne können auch die mikrobiellen Gemeinschaften anderer Habitate (Boden, Blattoberflächen, Wohnung u.v.m.) begrifflich eingeschlossen sein.

Der Begriff wurde von Joshua Lederberg in Anlehnung an das Genom geprägt, da er nach Beendigung des Humangenomprojekts behauptete, dass auch die Mikroflora des Menschen berücksichtigt werden müsse, da dieses Teil des menschlichen Stoffwechselsystems sei und daher maßgeblichen Einfluss auf den Menschen habe.