Archiv der Kategorie: Veranstaltungen

Tanz Wissenschaft Parkinson

Abschlusskongress des deutsch-israelischen Projekts „Störung/Ha-fra-ah“ am Theater Freiburg am 18./19.12.2015

Am 18. und 19. Dezember 2015 präsentieren Forscherinnen und Forscher der Universität Freiburg, Tänzerinnen und Tänzer und an Morbus Parkinson erkrankte Menschen gemeinsam die Erkenntnisse des Projekts „Störung/Ha-fra-ah“ des Exzellenzclusters BrainLinks-BrainTools und des Theater Freiburg. In Performance-Parcours und Workshops stellen die Teilnehmenden ihre Arbeiten zum Thema Bewegung und Bewegungsstörungen vor. Ein Dokumentarfilm und wissenschaftliche Vorträge berichten über Schnittpunkte zwischen Neurowissenschaften und Tanz, und die Tänzerin Yasmeen Godder aus Tel Aviv/Israel führt einen Teil der Choreografie „Common Emotion“ auf. Seit dem 20. Februar 2015 trafen sich die Teilnehmenden jede Woche, um zu tanzen, zu diskutieren und gemeinsame Forschungsfragen zu bearbeiten.
  • Was: Kongress/Kulturveranstaltung
  • Wann: 18.12.2015, 10:00 Uhr bis 19.12.2015, 14:00 Uhr
  • Wo: Theater Freiburg, Bertoldstraße 46, 79098 Freiburg

Medizinwissen für Kinder

„Medizinwissen für Kinder“: Wie funktioniert die Verdauung?

Medizinwissen fuer KinderAm 5. Dezember findet die Fortsetzung der Vortragsreihe für Kinder am Universitätsklinikum Freiburg statt: Prof. Dr. Robert Thimme nimmt die Kinder mit auf eine Reise durch den menschlichen Körper und erklärt ihnen, wie die Verdauung funktioniert

Schwierige medizinische Themen für Schulkinder verständlich machen und sie für dieses Feld zu begeistern, das sind die Ziele der neuen Vorlesungsreihe „Medizinwissen für Kinder“ am Universitätsklinikum Freiburg. Nach einer erfolgreichen Auftaktveranstaltung im Sommer, findet am Samstag, den 5. Dezember 2015 um 15 Uhr, im Hörsaal der Universitäts-Kinderklinik (Mathildenstraße 1, Freiburg) die zweite Vorlesung aus der Reihe mit dem Titel „Wie funktioniert die Verdauung?“ statt.

Prof. Dr. Robert Thimme, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II,

Prof. Dr. Robert Thimme

Prof. Dr. Robert Thimme

nimmt die Kinder während der 45-minütigen Vorlesung mit auf eine Reise durch den menschlichen Körper, denn Verdauung beginnt bereits im Mund. Durch die Zähne wird zum Beispiel das Pausenbrot zerkleinert, von Speicheldrüsen befeuchtet, ehe es über die Speiseröhre in den Magen gelangt. Dort sind vielfältige Prozesse aktiv, um das Essen zu zersetzen. Im Darm werden dann Nährstoffe und Abfallstoffe des Essens getrennt. Doch wie gelangen die Nährstoffe schließlich in den Blutkreislauf? All das und vieles mehr erklärt der Experte anhand von anschaulichen Beispielen.

Die Kinder haben während der Vorlesung die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an den Experten zu richten.

Bitte beachten: Teilnehmen können nur Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren. Kinder können alleine kommen, dürfen aber auch eine erwachsene Begleitperson mitbringen.

Nach der 45-minütigen Vorlesung gibt es einen kleinen Imbiss.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Patientenforum zu Schmerz-Selbsthilfe

Vorträge und Vorstellung von Patientenverbänden

SchmerztherapeutentreffenIm Rahmen des 14. Schmerztherapeuten-Treffens 2015 am Interdisziplinären Schmerzzentrum des Universitätsklinikums Freiburg findet am

Samstag, den 21. November 2015, ab 14:00 Uhr
im Neurozentrum des Universitätsklinikums Freiburg
Breisacher Str. 64
in den Konferenzräumen I und II

ein Patientenforum der Selbsthilfegruppen SchmerzLos e.V. und dem Clusterverband CSG statt.

In drei Vorträgen informieren Experten zum Thema „SchmerzLos“. Diplom-Psychologin Kathrin Simshäuser vom Interdisziplinären Schmerzzentrum des Universitätsklinikums Freiburg geht der Frage nach: „Wie Erleichterung schaffen bei chronischem Schmerz?“. Heike Norda, Vorstandsmitglied SchmerzLOS e.V. spricht zum Thema „Wege aus der Schmerzfalle“.  Der Clusterverband CSG informiert zu „Hilfe für Betroffene und Angehörige! Was leistet die CSG?“. Nach den Vorträgen gibt es die Möglichkeit Fragen zu stellen.

Der Eintritt ist frei.
Um Anmeldung unter 0761 270-50200 / -93490 wird gebeten.

 

Wie Haut und Muskeln durchsichtig werden

Tag der offenen Tür in der Kinder-Radiologie am Universitätsklinikum Freiburg

Kinderradiologie-PosterIst der Fuß gebrochen oder nur verstaucht? Hat der Sturz auf den Kopf Schlimmeres bewirkt als eine Beule? Kommen die Bauchschmerzen von zu vielen Kirschen oder steckt der Blinddarm dahinter? Fragen, die sich Eltern häufig stellen – und die Kinder-Radiologen mithilfe von Ultraschall, Röntgen, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) klären können.

Zum Internationalen Tag der Radiologie laden Sektionsleiter Dr. Martin Stenzel, Oberarzt in der Klinik für Radiologie des Universitätsklinikums Freiburg, sowie Frau Dr. Cornelia Möllmann, Leiterin der Pädiatrischen Sonographie in der Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin, zu einem Tag der offenen Tür am Sonntag, den 8. November 2015, von 11 bis 17 Uhr in das Haus „Sonne“ im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Freiburg, Mathildenstr. 1, ein.

Interessierten Kindern, Jugendlichen und deren Eltern wird ein umfassender Einblick in die tägliche, teils hochspezialisierte Arbeit des Kinderradiologen und der pädiatrischen Sonographie gewährt. Wann ist eine Ultraschalluntersuchung notwendig? Tut das weh? Warum muss es bei meinem Kind eine Magnetresonanztomographie sein? Computertomographie ist gefährlich, oder? Wann kann eine Sonographie eines dieser Schnittbildverfahren ersetzen, eventuell auch mit neuen Ultraschallkontrastmitteln? All diese Fragen werden ausführlich beantwortet.

Außerdem locken Mitmach-Aktionen: Jüngere Kinder können ihr Lieblingsspielzeug mit „radiologischen Augen“ sehen. Ältere Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit, die medizinische Physik live zu erleben und die Faszination der menschlichen Anatomie kennenzulernen: Die Sonographie gewährt einen Blick in den eigenen Körper. Kinder können erleben, dass dieses Verfahren schmerzfrei und spannend ist.

Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

Der Internationale Tag der Radiologie findet 2015 zum vierten Mal statt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Paediatric Imaging“, also medizinische Bildgebung bei Kindern. Mehr als 120 Fachgesellschaften machten 2014 mit verschiedensten Aktionen auf ihre Fachrichtung aufmerksam. Die Initiative wird unterstützt von der GPR (Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie), der ESPR (European Society of Paediatric Radiology), der SPR (Society of Paediatric Radiology) und der WFPI (World Federation of Pediatric Imaging). Mehr Informationen finden Sie unter www.internationaldayofradiology.com.

Deutsch-Arabischer Krebskongress in Berlin

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e. V. veranstalten am 29. und 30. Oktober den zweiten Deutsch-Arabischen Krebskongress.

Ziel des Austausches ist es, die Zusammenarbeit im Rahmen wissenschaftlicher und klinischer Forschungsprojekte zu intensivieren.

Unter dem Motto „Shaping Future Health. Cancer Diagnostics and Treatment“ diskutieren internationale Wissenschaftler und Mediziner zu onkologischen Krankheitsbildern, insbesondere im Hinblick auf die Unterschiede zwischen deutschen und arabischen Patienten. Im Fokus stehen dabei die biomedizinische Forschung, chirurgische und medikamentöse Behandlungsoptionen sowie die Beratung der Patienten. Dabei werden auch Unterschiede der soziokulturellen Hintergründe und Gesundheitssysteme erörtert. Dieser multidimensionale, interdisziplinäre und interprofessionelle Ansatz ist entscheidend, um die Behandlungserfolge zu verbessern.

Wesentliches Anliegen des Kongresses ist es, die medizinische Ausbildung, den Wissenstransfer und den Anstoß zu komparativen, also vergleichenden, Forschungsprojekten voranzubringen. „Komparative Forschungsprojekte haben eine große Bedeutung, da sie wissenschaftliche Lücken schließen“, sagt Prof. Dr. Ulrich Keilholz, Kommissarischer Direktor des Charité Comprehensive Cancer Center. Er fügt hinzu: „Bisher gibt es schon Forschungsergebnisse über Unterschiede zwischen europäisch- und asiatischstämmigen Menschen in der Entwicklung von Krankheiten und über Krankheitsfaktoren auf molekularer Ebene. Über arabische- und arfikanische Bevölkerungen ist in dieser Hinsicht weit weniger bekannt.“ Auffällig ist beispielsweise, dass Darmkrebs in der arabischen Bevölkerung in deutlich früherem Lebensalter auftritt. Gleichzeitig sind die Behandlungserfolge bei arabischen Patienten auch in fortgeschrittenen Krankheitsstadien auffallend gut. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass entweder genetische Faktoren oder Umweltbedingungen dazu beitragen, dass die Erkrankung früher auftritt und sich anders verhält. Was jetzt fehlt, sind vergleichende Studien, die die Unterschiede in der molekularen Tumorentstehung untersuchen. Ein Verständnis über die Unterschiede kann erhebliche Konsequenzen für Frühdiagnostik und Behandlung des Darmkrebses haben. Auch für die Weiterentwicklung der personalisierten Medizin spielen vergleichende Forschungsprojekte eine entscheidende Rolle.

Der Kongress findet am 29. und 30. Oktober in der Industrie- und Handelskammer Berlin, Fasanenstr. 85, 10623 Berlin statt. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, und der Präsident des DIHK –  Deutscher Industrie- und Handelskammertag sowie der IHK Berlin, Dr. Eric Schweitzer, eröffnen den Kongress  am Donnerstag, den 29. Oktober um 9.30 Uhr.

Patientinnentag

Patientinnentag in der Universitäts-Frauenklinik

Patientinnen-tag Uni-KlinikInfoveranstaltung am 21. Oktober 2015 zu Brustkrebs und Beckenbodenschwäche mit Vernissage von kunsttherapeutischen Arbeiten

Ein Abend für Frauen: Beim Patientinnentag in der Klinik für Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg am Mittwoch, den 21. Oktober 2015, von 17 Uhr bis 20 Uhr stehen die Themen Brustkrebs und Beckenbodenschwäche im Fokus.

In verschiedenen Kurzvorträgen informieren Experten des Universitätsklinikums Freiburg über Behandlungsmethoden sowie ergänzende und unterstützende Therapiemaßnahmen. Dazu zählt auch die Kunsttherapie, die sich am Patientinnentag mit einer Eröffnung der Ausstellung „Der verlängerte Blick“ präsentiert. Hanna Nöthig, Kunsttherapeutin am Universitätsklinikum Freiburg, beantwortet Interessierten ihre Fragen zur Therapie und führt in die Ausstellung der kunsttherapeutischen Arbeiten von onkologischen Patientinnen und Patienten ein.

Die Vorträge reichen thematisch von „Erblicher Brustkrebs – defektes Gen mit riskanten Folgen“ über „Was kann ich zusätzlich tun? Integrative und komplementäre Medizin bei Krebserkrankungen“ bis hin zu „Therapievielfalt bei Beckenbodenschwäche“.

Weitere Informationen erhalten Interessierte Teilnehmer des Patientinnentags an verschiedenen Infoständen: Frauenselbsthilfe nach Krebs, BRCA-Netzwerk, Krebsberatungsstelle und Selbsthilfegruppe Inkontinenz e.V.

Interessierte Betroffene sind herzlich zum Patientinnentag eingeladen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.  

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Gesundheits-Startups auf dem WHS

Internationale Gesundheits-Startups auf dem World Health Summit:
30 Ideen aus aller Welt zur Zukunft der Gesundheitsversorgung

WHSIntelligente Spritzen, Roboterbeine, interaktive Medikamenten-Datenbanken für strukturschwache Länder, Smartphones als medizinische Werkzeuge – mit diesen Ideen bewerben sich Startups beim WHS Startup Track des World Health Summit (11.-13. Oktober 2015) um den ersten Platz.

Insgesamt über 70 Startups aus 17 Ländern haben ihre Ideen eingereicht, die 30 vielversprechendsten sind zum World Health Summit eingeladen, die 10 besten präsentieren ihre Konzepte dem Publikum und einer hochkarätig besetzten Jury.

Der Startup-Pitch findet am Montag den 12. Oktober um 13:00 Uhr im Europasaal des Auswärtigen Amtes statt, die Preisverleihung am Abend während der WHS-Night im Allianz Forum.

Die zehn Finalisten sind:

  • Give Vision (UK)
  • Heart Genetics (Portugal)
  • Mediteo (Deutschland)
  • mPharma (Ghana)
  • NG Needle (Israel)
  • Rewalk Robotics (Israel)
  • Tinnitracks (Deutschland)
  • Tissue Analytics (USA)
  • Viomedo (Deutschland)
  • VivoSensMedical (Deutschland)

Der Gewinner erhält exklusive Kontakte zu führenden internationalen Akteuren in seinem Bereich und Zugang zum globalen Netzwerk des World Health Summit. Der WHS gilt als das wichtigste strategische Forum für weltweite Gesundheitsfragen und bringt Gewinner und Finalisten in Kontakt zu Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Eine einmalige Gelegenheit für junge Unternehmen, um Kontakte zu Mentoren und Sponsoren zu knüpfen.

In Partnerschaft mit dem Auswärtigen Amt steht der WHS Startup Track in diesem Jahr im Zeichen des 50. Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehung zwischen Israel und Deutschland.

Mehr Informationen zum WHS Startup Track, zu den Finalisten und der Jury:
www.worldhealthsummit.org/the-summit/startup-track

Der World Health Summit findet vom 11.-13. Oktober im Auswärtigen Amt statt und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident François Hollande und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Zentrale Themen sind die Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge, Antibiotika-resistente Keime, Big Data, sowie die gesundheitlichen Folgen der weltweiten Klimaveränderung (in Vorbereitung auf die UN-Klimakonferenz im Dezember in Paris).

Mehr Informationen zu Themen und Sprechern des World Health Summit 2015:
www.worldhealthsummit.org/the-summit/program
www.worldhealthsummit.org/the-summit/speakers

Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge

World Health Summit 2015: 200 Sprecher – 40 Sessions – 3 Tage

WHSVom 11. – 13. Oktober findet im Auswärtigen Amt in Berlin der World Health Summit statt, eines der international bedeutendsten Foren für globale Gesundheitsfragen. Auch in diesem Jahr kommen Top-Wissenschaftler aus aller Welt, Politiker, und hochrangige Vertreter aus Industrie und Zivilgesellschaft zum World Health Summit und diskutieren die Zukunft der internationalen Gesundheitsversorgung.

Zentrale Themen des siebten World Health Summit sind die Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge, Antibiotika-resistente Keime, Big Data, sowie die gesundheitlichen Folgen der weltweiten Klimaveränderung (in Vorbereitung auf die UN-Klimakonferenz im Dezember in Paris).

Zu den Sprechern gehören:

Hermann Gröhe (Bundesgesundheitsminister, Deutschland)
Saïd Aïdi (Gesundheitsminister, Tunesien)
Günther H. Oettinger (EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Belgien)
Margaret Chan (Generaldirektorin, WHO, Schweiz)
Victor Dzau (Präsident, Institute of Medicine, USA)
Ada Yonath (Nobelpreisträgerin, Israel)
Thomas C. Südhof (Nobelpreisträger, Deutschland/USA)
Otmar D. Wiestler (Präsident, Helmholtz-Gemeinschaft, Deutschland)
Joseph Jimenez (CEO, Novartis International AG, Schweiz)
Dame Sally C. Davies (Chief Medical Officer for England, UK)
Mark Dybul (Geschäftsführer, The Global Fund, Schweiz)
Dagfinn Høybråten (Vorstandsvorsitzender, Gavi, the Vaccine Alliance, Schweiz)
Joe Cerrell (Geschäftsführer, Global Policy and Advocacy, Bill & Melinda Gates Foundation, USA)
Lothar H. Wieler (Präsident, Robert Koch Institut, Deutschland)

Mehr Informationen zu den Themen:
www.worldhealthsummit.org/the-summit/program

Mehr Informationen zu den Sprechern:
www.worldhealthsummit.org/the-summit/speakers

 

Transparente Methoden statt Psychotricks

Fachtag an der Hamburger Uni zu effektiverem Gesundheitsmanagement

Seit der Gesetzgeber 2013 Arbeitgeber im Arbeitsschutzgesetz ausdrücklich dazu verpflichtet hat, die psychischen Belastungen ihrer Mitarbeiter einschätzen und Maßnahmen gegen eine zu hohe Gefährdung zu ergreifen, hat das Gesundheitsmanagement Konjunktur. Aber nicht nur die dafür speziell ausgebildeten Psychologinnen und Psychologen (BDP) kommen zum Einsatz. Auf dem Markt tummeln sich – für Arbeitgeber oft schwer einschätzbar – vom Ingenieur bis zum Theaterwissenschaftler viele Berufsgruppen, die eine neue Einnahmequelle erschließen möchten. Noch sind Qualitätsstandards auf diesem Gebiet nicht ausreichend bekannt, anders als für manch anderen Dienstleistungen. Zudem sind Arbeitgeber ja in der Regel nicht dabei, wenn ihre Mitarbeiter Kurse gegen Stress oder zur Stärkung der Widerstandskraft gegen Belastungen durchlaufen. Sie bekommen irgendwann Ergebnisse präsentiert und wissen oft nicht, wie diese zustande gekommen sind.

„Dagegen wollen wir etwas tun“, so die Julia Scharnhorst aus der Sektion Gesundheitspsychologie des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen Und Psychologen. Mit einem Fachtag unter der Überschrift „Leistung durch Gesundheit“ an der Hamburger Universität wollen sie und Kollegen der Regionalgruppe Hamburg am 10. September über Instrumente aufklären, mit denen psychische Belastungen korrekt ermittelt werden können und damit das Wort „Arbeitssituationsanalyse“ verständlicher und handhabbarer machen. Die Teilnehmer – vom Geschäftsführer über Personalleiter und -entwickler bis zu Führungskräften in Unternehmen und Verwaltung – werden außerdem exemplarisch selbst erleben, wie Mitarbeitertrainings aussehen und besser verstehen, wie man sie idealerweise auswählt.

Bis heute ist der Fokus bei solchen Veranstaltungen oft zu sehr auf das Individuum gerichtet: Ich lerne, wie ich resilient werde, wie ich mit Belastung klarkomme usw.  Eigentlich – so Scharnhorst – müssten die Arbeitsbedingungen der Hauptansatzpunkt sein. Das sei im Gesetz vorgesehen, geschehe aber in den meisten Unternehmen nicht. „Es ist eben viel einfacher, in einem  Fortbildungskatalog nach irgendeinem  Stressmanagement-Kurs zu schauen und Mitarbeiter dahin zu schicken. Deshalb wollen wir uns bei dem Fachtag auch den Teams und den Strukturen der gesamten Organisation zuwenden.“

Ein weiterer Schwachpunkt in der bisherigen Umsetzung des Gesetzes ist nach Julia Scharnhorst Meinung bei vielen Projekten die Evaluation. „Evaluation findet selten statt. Wir widmen diesem Thema während des Fachtages einen Workshop und geben Teilnehmern damit ein Instrument in die Hand, die Effektivität ihrer Investition in das Gesundheitsmanagement zu überprüfen.“ Kausalitäten seien oft nicht nachweisbar, aber immerhin sollte es Messkriterien für die verschiedenen Maßnahmen geben, die eine spätere Überprüfung zulassen.

Von der begründeten Zielstellung des BDP, dass es neben einem Betriebsarzt auch einen Betriebspsychologen geben sollte, ist die Realität noch weit entfernt; das vor kurzem verabschiedete Präventionsgesetz hat diesbezüglich leider keine Klarheit geschaffen, sondern den Ärzten die eigentlich unzumutbare Verantwortung für psychologische Themen trotz fehlender Kompetenz mit aufgebürdet.

Informationsveranstaltung – AD(H)S und Ernährung

Informationsveranstaltung am 17. September 2015 zur „Oligoantigenen Diät“ bei Kindern mit Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störungen

Oligoantigene Diät KinderVerschiedene Stoffe in Nahrungsmitteln können Allergien auslösen. Ebenso können einzelne Lebensmittel mit den Symptomen von Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) in Verbindung stehen, beziehungsweise diese verstärken. Forscherinnen und Forscher aus der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter des Universitätsklinikums Freiburg untersuchen derzeit bei Kindern mit diagnostizierter AD(H)S im Alter von 7 bis 18 Jahren, welche Lebensmittelunverträglichkeiten das sind und welche Auswirkungen sie auf die Symptome haben. Durch eine auf jeden Patienten speziell zugeschnittene Diät sollen die Symptome der neurobiologischen Erkrankung verbessert werden oder sogar ganz verschwinden. Die hierbei eingesetzte „Oligoantigene Diät“ erlaubt ausschließlich Lebensmittel, die nur sehr selten Allergien auslösen können.

Zum aktuellen Stand der Studie „Oligoantigene Diät bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit oder Hyperaktivitätsstörungen – Durchführbarkeit und Wirksamkeit“ findet am Donnerstag, den 17. September 2015, von 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr, eine Infoveranstaltung im Hörsaal der Zoologie (Hauptstraße 1, Freiburg) statt. Betroffene und Interessierte sind dazu herzlich eingeladen. Die ersten Ergebnisse aus der Studie werden vorgestellt. Interessenten für eine Studienteilnahme können sich über die laufende Studie umfassend informieren.

Bei etwa 60 Prozent der Kinder mit der Diagnose ADHS wurde in zahlreichen vorherigen Studien eine Unverträglichkeit auf einzelne Lebensmittel gezeigt. „Da neben der medikamentösen Behandlung bei ADHS bei vielen Patienten bereits eine Ernährungsumstellung zu einer deutlichen Besserung der Symptomatik führen kann, ist diese Diät für Eltern von betroffenen Kindern eine lohnenswerte Alternative “, sagt Dr. Christina Clement, Ökotrophologin an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter des Universitätsklinikums Freiburg. „Mit dieser, für jeden Patienten individuell erstellten Diät, soll zukünftig eine alternative Behandlungsmethode für ADHS in Freiburg etabliert werden.“

In den vergangenen Jahren konnten Patientenstudien, in denen es auch um die praktische Umsetzung einer Eliminationsdiät im Alltag geht, nicht in Deutschland angeboten werden. Im Rahmen der Studie am Universitätsklinikum Freiburg wird die ambulante Durchführbarkeit der Diät geprüft und für jedes teilnehmende Kind, bei dem eine Ernährungskomponente die Symptomatik der ADHS beeinflusst, eine individuelle Ernährungsempfehlung erstellt. Diese Durchführbarkeitsstudie ist deutschlandweit einmalig.

Weitere Informationen finden Sie im angehängten Flyer oder im Internet unter: www.uniklinik-freiburg.de/kijupsych/forschung/studienteilnehmer-gesucht.html